ÖHV-Positionspapier 2011/2012
1 reinsch Gleich Wichtig auen! Wachstum schaffen. Aufschwung sichern. ÖHV-POSITIONSPAPIER 2011/2012 Vorschläge für Österreichs Tourismus. Österreichische Hoteliervereinigung Die freie Interessenvertretung 2. Auflage Wachstum schaffen. Aufschwung sichern. ÖHV-POSITIONSPAPIER 2011/2012 Vorschläge für Österreichs Tourismus. Österreichische Hoteliervereinigung Die freie Interessenvertretung 2 eska ist Blindtext BundDas nzler Faymann am ÖHV-Hotelierkongress ÖHV goes Green: bei Umweltminister Berlakovich Gipfeltreffen im Burgenland den Steuern! Runter mit Top-Thema Tourism uspolitik Mayrhofen 2011: Machtwort gesp rochen. Im medialen Fokus en dran! ÖW-Budget: gerettet. Wir bleib Österreichische Hoteliervereinigung Die freie Interessenvertretung Die Österreichische Hoteliervereinigung vertritt als schlagkräftige Interessenvertretung mit europäischer Kompetenz die Interessen der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Als freiwillige und parteiunabhängige Organisation mit mehr als 1.200 Mitgliedern in der führenden Hotellerie arbeiten wir, im direkten Dialog mit der Politik, auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene an der Verbesserung der Rahmenbedingungen für moderne Unternehmer. Mit rund 150.000 Betten, also zwei Drittel der Kapazitäten in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie, und mehr als 40.000 Mitarbeitern erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen Logisumsatz von etwa 900 Mio. Euro pro Jahr. eska ist Blindtext BundDas nzler Faymann am ÖHV-Hotelierkongress ÖHV goes Green: bei Umweltminister Berlakovich Gipfeltreffen im Burgenland ÖH V-Hotelier kongress Top-Thema Tourism uspolitik Mayrhofen 2011: Machtwort gesp rochen. Im medialen Fokus en dran! ÖW-Budget: gerettet. Wir bleib Österreichische Hoteliervereinigung Die freie Interessenvertretung Die Österreichische Hoteliervereinigung vertritt als schlagkräftige Interessenvertretung mit europäischer Kompetenz die Interessen der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Als freiwillige und parteiunabhängige Organisation mit mehr als 1.200 Mitgliedern in der führenden Hotellerie arbeiten wir, im direkten Dialog mit der Politik, auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene an der Verbesserung der Rahmenbedingungen für moderne Unternehmer. Mit rund 150.000 Betten, also zwei Drittel der Kapazitäten in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie, und mehr als 40.000 Mitarbeitern erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen Logisumsatz von etwa 900 Mio. Euro pro Jahr.
3 Wir setzen uns ein. Österreichs Tourismus profitiert. ÖW-Budget gesichert Die WKÖ hat den Austritt nach dem Auftritt von Tourismusminister Mitterlehner auf dem ÖHV-Hotelierkongress zurückgenommen. Unsere Forderung, das ÖW-Budget zu sichern, haben wir durchgesetzt. Unsere Forderung nach Erhöhung und Wertsicherung des ÖW-Budgets bleibt davon unberührt! Winterpraktikum für Kärntner Tourismusschüler eingeführt Die ÖHV-Landesgruppe Kärnten hat in Zusammenarbeit mit dem Landesschulrat für Kärnten, dem Unterrichtsministerium und dem Fachvorstand der HLW St. Veit im Rahmen eines Schulversuchs ein Winterpraktikum für Tourismusschüler umgesetzt. Rahmenvereinbarungen für Buchungsportale etabliert Auf unsere Einladung hin haben die deutschsprachigen Hotelverbände "20 Eckpunkte fairen Verhaltens von Hotel-Buchungsportalen" ausgearbeitet und so die Grundlage für eine zielführende Zusammenarbeit zwischen Hotels und Buchungsportalen gelegt. Grundsteuer und Vermögenssteuer verhindert Wir haben der Politik die negativen Auswirkungen einer höheren Besteuerung des Betriebsvermögens so nachhaltig dargestellt, dass diese trotz zunehmender Begehrlichkeiten vorerst abgewendet werden konnte. Klar ist, dass wir dranbleiben! Finanzierung transparenter gemacht, Verhandlungsposition gestärkt In die Tourismusfinanzierung haben wir mit tatkräftiger Unterstützung unserer Mitglieder mehr Transparenz gebracht und ihre Verhandlungsposition gegenüber den Banken gestärkt. Kreditvertragsgebühr abgeschafft Es hat sich wieder gezeigt, dass professionelles Lobbying auf Kontinuität ausgelegt sein muss: Mit der Abschaffung der Kreditvertragsgebühr wurde eine langjährige ÖHV-Forderung umgesetzt. Besteuerung von Mitarbeiterwohnungen reduziert "Zwei Kochplatten sind kein Anlass zum Anwenden der Sachbezugsbesteuerung", so die Klarstellung des Finanzministeriums zu Mitarbeiterunterkünften: Diese Verbesserung haben wir gemeinsam mit der Gewerkschaft vida erreicht. Filmfördermodell für Österreich eingeführt Filme vor österreichischer Kulisse sind unbezahlbare Werbung. Tourismuminister Dr. Reinhold Mitterlehner hat mit dem Filmfördermodell nach deutschem Vorbild einen ÖHV-Vorschlag realisiert. Internet-Förderung optimal genutzt Im Rahmen der Schwerpunktaktion "Internet" des Wirtschaftsministeriums haben wir sofort maßgeschneiderte Angebote für die Hotellerie entwickelt, damit unsere Mitglieder die auf 2 Mio. Euro verdoppelte Fördersumme optimal nutzen können. Wir setzen uns ein. Österreichs Tourismus profitiert. ÖW-Budget gesichert Die WKÖ hat den Austritt nach dem Auftritt von Tourismusminister Mitterlehner auf dem ÖHV-Hotelierkongress zurückgenommen. Unsere Forderung, das ÖW-Budget zu sichern, haben wir durchgesetzt. Unsere Forderung nach Erhöhung und Wertsicherung des ÖW-Budgets bleibt davon unberührt! Winterpraktikum für Kärntner Tourismusschüler eingeführt Die ÖHV-Landesgruppe Kärnten hat in Zusammenarbeit mit dem Landesschulrat für Kärnten, dem Unterrichtsministerium und dem Fachvorstand der HLW St. Veit im Rahmen eines Schulversuchs ein Winterpraktikum für Tourismusschüler umgesetzt. Rahmenvereinbarungen für Buchungsportale etabliert Auf unsere Einladung hin haben die deutschsprachigen Hotelverbände "20 Eckpunkte fairen Verhaltens von Hotel-Buchungsportalen" ausgearbeitet und so die Grundlage für eine zielführende Zusammenarbeit zwischen Hotels und Buchungsportalen gelegt. Grundsteuer und Vermögenssteuer verhindert Wir haben der Politik die negativen Auswirkungen einer höheren Besteuerung des Betriebsvermögens so nachhaltig dargestellt, dass diese trotz zunehmender Begehrlichkeiten vorerst abgewendet werden konnte. Klar ist, dass wir dranbleiben! Finanzierung transparenter gemacht, Verhandlungsposition gestärkt In die Tourismusfinanzierung haben wir mit tatkräftiger Unterstützung unserer Mitglieder mehr Transparenz gebracht und ihre Verhandlungsposition gegenüber den Banken gestärkt. Kreditvertragsgebühr abgeschafft Es hat sich wieder gezeigt, dass professionelles Lobbying auf Kontinuität ausgelegt sein muss: Mit der Abschaffung der Kreditvertragsgebühr wurde eine langjährige ÖHV-Forderung umgesetzt. Besteuerung von Mitarbeiterwohnungen reduziert "Zwei Kochplatten sind kein Anlass zum Anwenden der Sachbezugsbesteuerung", so die Klarstellung des Finanzministeriums zu Mitarbeiterunterkünften: Diese Verbesserung haben wir gemeinsam mit der Gewerkschaft vida erreicht. Filmfördermodell für Österreich eingeführt Filme vor österreichischer Kulisse sind unbezahlbare Werbung. Tourismuminister Dr. Reinhold Mitterlehner hat mit dem Filmfördermodell nach deutschem Vorbild einen ÖHV-Vorschlag realisiert. Internet-Förderung optimal genutzt Im Rahmen der Schwerpunktaktion "Internet" des Wirtschaftsministeriums haben wir sofort maßgeschneiderte Angebote für die Hotellerie entwickelt, damit unsere Mitglieder die auf 2 Mio. Euro verdoppelte Fördersumme optimal nutzen können.
4 Editorial Was Sache ist Die Ökonomen waren sich einig: Diese Krise wird die Wirtschaft verändern. Jetzt ist die Krise vorbei. Geändert hat sich nichts bis auf wenige Ausnahmen: Industrie und Banken haben die Kosten für die Krise auf die Staaten überwälzt, was die Schulden der öffentlichen Haushalte stark erhöht hat. Die Banken schreiben Rekordgewinne so wie vor der Krise. Neu ist aber, dass die Kredite jetzt noch teurer sind. In der Hotellerie haben wir das Vorkrisen-Niveau noch nicht erreicht. Statt mit Immobilien wird jetzt mit Rohstoffen spekuliert. Das belastet die Urlaubsbudgets. Steuererhöhungen und Sparpakete behindern den Aufschwung. Strukturreformen, die Mittel zur Marktbelebung freimachen würden, fehlen immer noch. Die Verschiebung von Kompetenzen weg von Bund und Ländern hin zur EU, weg von der Politik hin zu Wirtschaft und Social Media beeinflusst unsere Arbeit stark. Wir intensivieren deshalb unsere Kontakte mit Brüssel. Gleichzeitig legen wir einen verstärkten Fokus auf Betriebe und Destinationen, auf die Verbesserung der Werbewirkung und der wirtschaftlichen Situation. Auf allen Ebenen erarbeiten wir gemeinsam mit der Politik und für die Politik Lösungen und überwachen kritisch ihre Umsetzung. Um Ihre Interessen durchzusetzen. Peter Peer, Co-Präsident Sepp Schellhorn, Co-Präsident Editorial Was Sache ist Die Ökonomen waren sich einig: Diese Krise wird die Wirtschaft verändern. Jetzt ist die Krise vorbei. Geändert hat sich nichts bis auf wenige Ausnahmen: Industrie und Banken haben die Kosten für die Krise auf die Staaten überwälzt, was die Schulden der öffentlichen Haushalte stark erhöht hat. Die Banken schreiben Rekordgewinne so wie vor der Krise. Neu ist aber, dass die Kredite jetzt noch teurer sind. In der Hotellerie haben wir das Vorkrisen-Niveau noch nicht erreicht. Statt mit Immobilien wird jetzt mit Rohstoffen spekuliert. Das belastet die Urlaubsbudgets. Steuererhöhungen und Sparpakete behindern den Aufschwung. Strukturreformen, die Mittel zur Marktbelebung freimachen würden, fehlen immer noch. Die Verschiebung von Kompetenzen weg von Bund und Ländern hin zur EU, weg von der Politik hin zu Wirtschaft und Social Media beeinflusst unsere Arbeit stark. Wir intensivieren deshalb unsere Kontakte mit Brüssel. Gleichzeitig legen wir einen verstärkten Fokus auf Betriebe und Destinationen, auf die Verbesserung der Werbewirkung und der wirtschaftlichen Situation. Auf allen Ebenen erarbeiten wir gemeinsam mit der Politik und für die Politik Lösungen und überwachen kritisch ihre Umsetzung. Um Ihre Interessen durchzusetzen. Peter Peer, Co-Präsident Sepp Schellhorn, Co-Präsident
5 Inhalt Wettbewerbsposition verbessern Wachstum forcieren statt Steuern erhöhen Infrastruktur rasch ausbauen Mitarbeiter optimal mobilisieren Neue Chancen im Web nutzen Nachhaltigkeit fördern Tourismus europäisch denken Das braucht der Tourismus 2011/2012 06 12 20 22 30 32 34 38 Inhalt Wettbewerbsposition verbessern Wachstum forcieren statt Steuern erhöhen Infrastruktur rasch ausbauen Mitarbeiter optimal mobilisieren Neue Chancen im Web nutzen Nachhaltigkeit fördern Tourismus europäisch denken Das braucht der Tourismus 2011/2012 06 12 20 22 30 32 34 38
6 Wettbewerbsposition verbessern NOMINELLE TOURISMUSEXPORTE Marktanteil im internationalen europäischen Tourismus 3,6% 1,5% 11,3% 3,5% 2,3% 9,9% 3,7% 1,2% 12,8% 3,8% 5,1% 1,1% 2,6% 13,0% 10,1% 4,8% 3,0% Datenstand: 31.01.2011 Wettbewerbsposition verbessern NOMINELLE TOURISMUSEXPORTE Marktanteil im internationalen europäischen Tourismus 3,6% 1,5% 11,3% 3,5% 2,3% 9,9% 3,7% 1,2% 12,8% 3,8% 5,1% 1,1% 2,6% 13,0% 10,1% 4,8% 3,0% Datenstand: 31.01.2011
7 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Während etwa die Umsatzrentabilität 2008/09 in den freiberuflichen Dienstleistungen 8 % erreichte, war sie im Tourismus leicht negativ." KMU Bericht BMWFJ 2010 2010 waren so viele Menschen wie nie zuvor in Österreich auf Urlaub (33,4 Mio. Ankünfte), sie blieben jedoch so kurz wie nie zuvor. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 3,7 Tage. Die Nächtigungen haben sich nach dem Krisenjahr 2009 mit +0,4 % nur leicht positiv entwickelt. Im Vergleich zu 2008 erreichte vergangenes Jahr mit Ausnahme von Wien kein Bundesland das Nächtigungsniveau von der Krise. Gesamtösterreich liegt im Vergleich zu 2008 um rund 1,5 % zurück. Die wichtigen Auslandsmärkte Deutschland und die Niederlande waren rückläufig. Sorge bereiten der Branche stagnierende oder gar sinkende Umsätze bei steigenden Kosten. Laut Bilanzanalysen der ÖHT lag die operative Rentabilität (EGT) 2008 und 2009 selbst in den 4- und 5-Stern-Betrieben im Mittel bei nur 1 %. STR Global zeigt für 2010 einen Rückgang des Netto-Zimmerpreises um 3,5 % für Wien und nur ein kleines Plus von 1,8 % für Salzburg. Nach der Krise geht es Entwicklung Nächtigungen, Ankünfte und Aufenthaltsdauer 6% 5% 4% 3% 2% 4 1% 0% -1% -2% -3% 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 3,5 3,75 4,5 mit den Nächtigungen wieder aufwärts, die Werte von 2008 sind aber noch lange nicht 4,25 Aufenthaltsdauer Ankünfte Gesamt erreicht die Preise auch nicht. Die Kosten stiegen dennoch. Nächtigungen Gesamt Quelle: Statistik Austria ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Während etwa die Umsatzrentabilität 2008/09 in den freiberuflichen Dienstleistungen 8 % erreichte, war sie im Tourismus leicht negativ." KMU Bericht BMWFJ 2010 2010 waren so viele Menschen wie nie zuvor in Österreich auf Urlaub (33,4 Mio. Ankünfte), sie blieben jedoch so kurz wie nie zuvor. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 3,7 Tage. Die Nächtigungen haben sich nach dem Krisenjahr 2009 mit +0,4 % nur leicht positiv entwickelt. Im Vergleich zu 2008 erreichte vergangenes Jahr mit Ausnahme von Wien kein Bundesland das Nächtigungsniveau von der Krise. Gesamtösterreich liegt im Vergleich zu 2008 um rund 1,5 % zurück. Die wichtigen Auslandsmärkte Deutschland und die Niederlande waren rückläufig. Sorge bereiten der Branche stagnierende oder gar sinkende Umsätze bei steigenden Kosten. Laut Bilanzanalysen der ÖHT lag die operative Rentabilität (EGT) 2008 und 2009 selbst in den 4- und 5-Stern-Betrieben im Mittel bei nur 1 %. STR Global zeigt für 2010 einen Rückgang des Netto-Zimmerpreises um 3,5 % für Wien und nur ein kleines Plus von 1,8 % für Salzburg. Nach der Krise geht es Entwicklung Nächtigungen, Ankünfte und Aufenthaltsdauer 6% 5% 4% 3% 2% 4 1% 0% -1% -2% -3% 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 3,5 3,75 4,5 mit den Nächtigungen wieder aufwärts, die Werte von 2008 sind aber noch lange nicht 4,25 Aufenthaltsdauer Ankünfte Gesamt erreicht die Preise auch nicht. Die Kosten stiegen dennoch. Nächtigungen Gesamt Quelle: Statistik Austria
8 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Der Überschuss in der Reiseverkehrsbilanz der Österreichischen Nationalbank mit dem Ausland betrug in den ersten drei Quartalen des Vorjahrs 4,8 Mrd. Euro. Damit gleicht der Tourismus das Leistungsbilanzdefizit der Güterproduktion aus, die mehr importiert als exportiert. Beitrag zur Leistungsbilanz in Mrd. Euro 1,2 Saldo Reiseverkehrsbilanz Reiseverkehrsbilanz und Industrie im direkten Vergleich: Der Tourismus überkompensiert das Defizit der stark subventionierten Produktionsbetriebe. 1,0 0,8 0,6 0,4 0,2 0 -0,2 -0,4 -0,6 -0,8 Saldo Güter 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010* * 1. bis 3. Quartal Quelle: ONB In den Vorjahren wiesen die Marktanteilsverschiebungen im Tourismus eine hohe Dynamik auf. Gewonnen hat Österreich vor allem in schwierigen Zeiten. Marktanteilsgewinner im Tourismus Österreichs Platzierung unter den EU27 2 5 11 5 10 13 20 25 1996 In den Krisenjahren hat Österreichs Tourismus den Marktanteil im internationalen Reiseverkehr innerhalb der EU am stärksten ausgebaut. 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2005 2006 2007 2008 Quelle: WIFO 2004 2009 2010 Im Travel & Tourism Competitiveness Report 2011 des Weltwirtschaftsforums rutschte Österreich im Ranking der attraktivsten Tourismusstandorte von Platz 2 hinter der Schweiz auf Platz 4 hinter Deutschland und Frankreich ab. Die Gründe für die gesunkene Wettbewerbsfähigkeit: zu viele Steuern und Bürokratie, Probleme mit Bildung und Arbeitsmarkt sowie Defizite bei Flughäfen und Airlines. Top sind Österreichs touristische Infrastruktur, die intakte Umwelt und die Landschaft. ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Der Überschuss in der Reiseverkehrsbilanz der Österreichischen Nationalbank mit dem Ausland betrug in den ersten drei Quartalen des Vorjahrs 4,8 Mrd. Euro. Damit gleicht der Tourismus das Leistungsbilanzdefizit der Güterproduktion aus, die mehr importiert als exportiert. Beitrag zur Leistungsbilanz in Mrd. Euro 1,2 Saldo Reiseverkehrsbilanz Reiseverkehrsbilanz und Industrie im direkten Vergleich: Der Tourismus überkompensiert das Defizit der stark subventionierten Produktionsbetriebe. 1,0 0,8 0,6 0,4 0,2 0 -0,2 -0,4 -0,6 -0,8 Saldo Güter 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010* * 1. bis 3. Quartal Quelle: ONB In den Vorjahren wiesen die Marktanteilsverschiebungen im Tourismus eine hohe Dynamik auf. Gewonnen hat Österreich vor allem in schwierigen Zeiten. Marktanteilsgewinner im Tourismus Österreichs Platzierung unter den EU27 2 5 11 5 10 13 20 25 1996 In den Krisenjahren hat Österreichs Tourismus den Marktanteil im internationalen Reiseverkehr innerhalb der EU am stärksten ausgebaut. 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2005 2006 2007 2008 Quelle: WIFO 2004 2009 2010 Im Travel & Tourism Competitiveness Report 2011 des Weltwirtschaftsforums rutschte Österreich im Ranking der attraktivsten Tourismusstandorte von Platz 2 hinter der Schweiz auf Platz 4 hinter Deutschland und Frankreich ab. Die Gründe für die gesunkene Wettbewerbsfähigkeit: zu viele Steuern und Bürokratie, Probleme mit Bildung und Arbeitsmarkt sowie Defizite bei Flughäfen und Airlines. Top sind Österreichs touristische Infrastruktur, die intakte Umwelt und die Landschaft.
9 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Eine stärkere Fokussierung auf die neuen EU-Mitgliedsländer und außereuropäischen Staaten könnte das Wachstum der österreichischen Tourismusexporte spürbar erhöhen." Univ. Prof. Dr. Egon Smeral, WIFO Die Österreichische Tourismusstrategie ist rasch und konsequent umzusetzen. Die ÖHV wird trotz Sparkurs Budgetmittel dafür einfordern. Das Budget der Österreich Werbung muss um 10 Mio. Euro pro Jahr erhöht und eine Wertsicherung eingeführt werden. Die professionelle Arbeit der Allianz der 10 mit operativen Arbeitsgruppen soll fortgeführt und auf die Destinationen ausgeweitet werden. Verbesserungsbedarf besteht bei der Exportförderung, von der der Tourismus als Retter der Exportstatistik ausgeschlossen ist. To do Hoher Wettbewerbsdruck Hoteldichte Anzahl Hotelzimmer pro 100 Einwohner 2009 Obwohl Österreich eine hohe Dichte an Hotelbetten hat, ist deren Anzahl in den Malta 4,9 Österreich 3,5 Hotelzimmer pro 100 EW Griechenland 3,3 vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Island 2,8 Zypern 5,6 Barbados 2,3 Spanien 1,9 Italien 1,8 Bulgarien 1,8 Schweiz 1,7 DE 1,1 FR 1,0 GB 1,0 Quelle: WWF, Travel und Tourismus Competitiveness Report, Roland Berger ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Eine stärkere Fokussierung auf die neuen EU-Mitgliedsländer und außereuropäischen Staaten könnte das Wachstum der österreichischen Tourismusexporte spürbar erhöhen." Univ. Prof. Dr. Egon Smeral, WIFO Die Österreichische Tourismusstrategie ist rasch und konsequent umzusetzen. Die ÖHV wird trotz Sparkurs Budgetmittel dafür einfordern. Das Budget der Österreich Werbung muss um 10 Mio. Euro pro Jahr erhöht und eine Wertsicherung eingeführt werden. Die professionelle Arbeit der Allianz der 10 mit operativen Arbeitsgruppen soll fortgeführt und auf die Destinationen ausgeweitet werden. Verbesserungsbedarf besteht bei der Exportförderung, von der der Tourismus als Retter der Exportstatistik ausgeschlossen ist. To do Hoher Wettbewerbsdruck Hoteldichte Anzahl Hotelzimmer pro 100 Einwohner 2009 Obwohl Österreich eine hohe Dichte an Hotelbetten hat, ist deren Anzahl in den Malta 4,9 Österreich 3,5 Hotelzimmer pro 100 EW Griechenland 3,3 vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Island 2,8 Zypern 5,6 Barbados 2,3 Spanien 1,9 Italien 1,8 Bulgarien 1,8 Schweiz 1,7 DE 1,1 FR 1,0 GB 1,0 Quelle: WWF, Travel und Tourismus Competitiveness Report, Roland Berger
10 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Nur Auslandsmärkte können mehr Wachstum für Österreichs Tourismus bringen und senken die Abhängigkeit von einzelnen Märkten. 2010, nach der Krise, ist der Inlandsmarkt stärker angesprungen als der Auslandsmarkt. Aus wichtigen Quellmärkten wie Deutschland und den Niederlanden gingen die Nächtigungen sogar zurück. Als Zielland verzeichnete Deutschland aber ein Plus von +10 % bei ausländischen Gästenächtigungen und die Schweiz trotz starken Frankens ein Plus von 1,4 %. Entwicklung Anzahl Hotelbetten Tourismusförderung sollte konsequent die Steigerung von Qualität und Nachfrage bzw. Betriebsgrößenoptimierung zum Ziel haben. Der Ausbau des Angebots sollte strikt an die Nachfrageentwicklung gekoppelt werden. 260 240 220 200 180 160 140 120 100 2000 2001 2002 2003 2004 2005 5-/4-Stern-Hotels 3-Stern-Hotels 2-/1-Stern-Hotels 2006 2007 2008 2009 2010 2011* 2012* 2013* *2011 -2013 Prognose Roland Berger Quelle: Statistik Austria To do Investitionen von Ländern und Gemeinden in touristische Großprojekte dürfen nicht nur im regionalpolitischen Kontext betrachtet werden. Die pauschale offensive Bewerbung von Tourismusprojekten in Österreich auf Steuerzahlerkosten ("Investieren beim Tourismusweltmeister") sind volkswirtschaftlich kontraproduktiv und einzustellen. ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Nur Auslandsmärkte können mehr Wachstum für Österreichs Tourismus bringen und senken die Abhängigkeit von einzelnen Märkten. 2010, nach der Krise, ist der Inlandsmarkt stärker angesprungen als der Auslandsmarkt. Aus wichtigen Quellmärkten wie Deutschland und den Niederlanden gingen die Nächtigungen sogar zurück. Als Zielland verzeichnete Deutschland aber ein Plus von +10 % bei ausländischen Gästenächtigungen und die Schweiz trotz starken Frankens ein Plus von 1,4 %. Entwicklung Anzahl Hotelbetten Tourismusförderung sollte konsequent die Steigerung von Qualität und Nachfrage bzw. Betriebsgrößenoptimierung zum Ziel haben. Der Ausbau des Angebots sollte strikt an die Nachfrageentwicklung gekoppelt werden. 260 240 220 200 180 160 140 120 100 2000 2001 2002 2003 2004 2005 5-/4-Stern-Hotels 3-Stern-Hotels 2-/1-Stern-Hotels 2006 2007 2008 2009 2010 2011* 2012* 2013* *2011 -2013 Prognose Roland Berger Quelle: Statistik Austria To do Investitionen von Ländern und Gemeinden in touristische Großprojekte dürfen nicht nur im regionalpolitischen Kontext betrachtet werden. Die pauschale offensive Bewerbung von Tourismusprojekten in Österreich auf Steuerzahlerkosten ("Investieren beim Tourismusweltmeister") sind volkswirtschaftlich kontraproduktiv und einzustellen.
11 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Produktentwicklung, Generierung von Aufmerksamkeit und Interesse bis zum Verkauf, aber auch die Bereitstellung der Dienstleistungskette und die Kundenbindung sind durchgehend zu koordinieren." Dr. Pietro Beritelli, Universität St. Gallen Destinationsmanagement Neben einer starken Österreich-Marke im Ausland ist Destinationsmanagement die wichtigste Grundlage für Internationalisierung. Umgekehrt haben sich als die erfolgreichsten Destinationen jene mit den internationalsten Gästen erwiesen. Auch nach zahlreichen Zusammenschlüssen gibt es immer noch zu viele Doppelgleisigkeiten, Mehrfachinvestitionen und zu viele kleine Marken, die international schwer wahrnehmbar sind. Ohne weitere Intensivierung des Destinationsmanagements drohen globale Wettbewerbsnachteile. Die allerorts nötigen Budgetsanierungen erhöhen massiv den Bedarf an mehr Kooperationen, mehr Effizienz und verstärkter Bündelung von Ressourcen. Das Destinationsmanagement muss in den Mittelpunkt der Tourismuspolitik rücken. Oberstes Ziel muss die Weiterentwicklung von Angebot und Nachfrage sein. Die Organisationsstruktur innerhalb und zwischen Destinationen soll optimiert werden. Den Entwicklungen im Vertrieb ist Rechnung zu tragen: Marktkonzentration bei Buchungsplattformen, neue Medien, steigende Anforderungen ans Management... Strukturen sollen prozessual statt territorial gegliedert sein. Nicht Budgetgrößen sondern Ziele sollen Strukturen bestimmen. Best Practice: Die neun unterschiedlichen Landes-Tourismusgesetze sollen evaluiert und harmonisiert werden. Das Destinationsmanagement muss flexibler werden, weg von fixer Aufgabenverteilung hin zu ganzheitlicher Lösungskompetenz. To do ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Produktentwicklung, Generierung von Aufmerksamkeit und Interesse bis zum Verkauf, aber auch die Bereitstellung der Dienstleistungskette und die Kundenbindung sind durchgehend zu koordinieren." Dr. Pietro Beritelli, Universität St. Gallen Destinationsmanagement Neben einer starken Österreich-Marke im Ausland ist Destinationsmanagement die wichtigste Grundlage für Internationalisierung. Umgekehrt haben sich als die erfolgreichsten Destinationen jene mit den internationalsten Gästen erwiesen. Auch nach zahlreichen Zusammenschlüssen gibt es immer noch zu viele Doppelgleisigkeiten, Mehrfachinvestitionen und zu viele kleine Marken, die international schwer wahrnehmbar sind. Ohne weitere Intensivierung des Destinationsmanagements drohen globale Wettbewerbsnachteile. Die allerorts nötigen Budgetsanierungen erhöhen massiv den Bedarf an mehr Kooperationen, mehr Effizienz und verstärkter Bündelung von Ressourcen. Das Destinationsmanagement muss in den Mittelpunkt der Tourismuspolitik rücken. Oberstes Ziel muss die Weiterentwicklung von Angebot und Nachfrage sein. Die Organisationsstruktur innerhalb und zwischen Destinationen soll optimiert werden. Den Entwicklungen im Vertrieb ist Rechnung zu tragen: Marktkonzentration bei Buchungsplattformen, neue Medien, steigende Anforderungen ans Management... Strukturen sollen prozessual statt territorial gegliedert sein. Nicht Budgetgrößen sondern Ziele sollen Strukturen bestimmen. Best Practice: Die neun unterschiedlichen Landes-Tourismusgesetze sollen evaluiert und harmonisiert werden. Das Destinationsmanagement muss flexibler werden, weg von fixer Aufgabenverteilung hin zu ganzheitlicher Lösungskompetenz. To do
12 Wachstum forcieren statt Steuern erhöhen Anteil Staatseinnahmen zum BIP, Europa 2009 30% 35% 40% 45% 50% 55% 48,8 % der Wirtschaftsleistung kassiert der Staat. 55,7% 53,7% 53,3% Dänemark Schweden Finnland Österreich Frankreich Belgien Italien Ungarn Niederlande Deutschland Estland Slowenien Luxemburg Großbritannien Tschechien Malta Zypern Portugal Griechenland Polen Bulgarien Spanien Litauen Irland Lettland Slowakei Russland 48,8% 48,4% 48,1% 46,6% 46,1% 46,0% 44,5% 43,4% 43,2% 41,5% 40,4% 40,2% 40,1% 39,8% 38,8% 37,8% 37,2% 35,9% 34,7% 34,5% 34,5% 33,7% 33,6% 32,4% Quelle: Eurostat Wachstum forcieren statt Steuern erhöhen Anteil Staatseinnahmen zum BIP, Europa 2009 30% 35% 40% 45% 50% 55% 48,8 % der Wirtschaftsleistung kassiert der Staat. 55,7% 53,7% 53,3% Dänemark Schweden Finnland Österreich Frankreich Belgien Italien Ungarn Niederlande Deutschland Estland Slowenien Luxemburg Großbritannien Tschechien Malta Zypern Portugal Griechenland Polen Bulgarien Spanien Litauen Irland Lettland Slowakei Russland 48,8% 48,4% 48,1% 46,6% 46,1% 46,0% 44,5% 43,4% 43,2% 41,5% 40,4% 40,2% 40,1% 39,8% 38,8% 37,8% 37,2% 35,9% 34,7% 34,5% 34,5% 33,7% 33,6% 32,4% Quelle: Eurostat
13 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Einige Aufwandspositionen (Energie, Werbung, Personalaufwand) haben stärker zugenommen als die Einnahmen und damit ist der erzielte Überschuss unter Druck gekommen." Dr. Franz Hartl, Geschäftsführer Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) Flugabgabe, Kapitalertragssteuer, Energieabgabenvergütung, Lehrlingsförderung, ÖHT-Budget,... Für die Betriebe ergeben Einsparungen, zusätzliche Steuern und neue Abgaben eine massive Belastung. Eine nachhaltige Haushaltereform ist das aber nicht. Der beschlossene Finanzrahmen für die staatlichen Ausgaben zeigt, dass die Ausgaben weiter steigen. Entwicklung von Einnahmen, Ausgaben und Defizit im Bundesbudget in Mrd. Euro 11 80 75 10 9 Bis 2005 lag der Abgang des Staatshaushaltes bei max. 4,5 Mrd. Euro pro Jahr. 2010 war das Defizit mit fast 8 Mrd. Euro beinahe doppelt so hoch. > 8 Mrd. 70 65 60 55 50 8 7 6 5 4 3 2 1 0 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2010 Bundesvoranschlag 2011 Bundesvoranschlag 2012-2014 Bundesfinanzrahmengesetz Quelle: BMF Beinahe die gesamte Defizitsenkung hängt an Einnahmensteigerungen durch die anziehende Wirtschaftslage. Dabei ist Österreich schon ein Hochsteuerland. Von weiteren Belastungen für Unternehmen und Arbeit ist daher abzusehen. Grund- oder Vermögenssteuern würden die Hotellerie in der Substanz treffen und sind aufgrund der hohen Bedeutung der Branche für Österreich abzulehnen. ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Einige Aufwandspositionen (Energie, Werbung, Personalaufwand) haben stärker zugenommen als die Einnahmen und damit ist der erzielte Überschuss unter Druck gekommen." Dr. Franz Hartl, Geschäftsführer Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) Flugabgabe, Kapitalertragssteuer, Energieabgabenvergütung, Lehrlingsförderung, ÖHT-Budget,... Für die Betriebe ergeben Einsparungen, zusätzliche Steuern und neue Abgaben eine massive Belastung. Eine nachhaltige Haushaltereform ist das aber nicht. Der beschlossene Finanzrahmen für die staatlichen Ausgaben zeigt, dass die Ausgaben weiter steigen. Entwicklung von Einnahmen, Ausgaben und Defizit im Bundesbudget in Mrd. Euro 11 80 75 10 9 Bis 2005 lag der Abgang des Staatshaushaltes bei max. 4,5 Mrd. Euro pro Jahr. 2010 war das Defizit mit fast 8 Mrd. Euro beinahe doppelt so hoch. > 8 Mrd. 70 65 60 55 50 8 7 6 5 4 3 2 1 0 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2010 Bundesvoranschlag 2011 Bundesvoranschlag 2012-2014 Bundesfinanzrahmengesetz Quelle: BMF Beinahe die gesamte Defizitsenkung hängt an Einnahmensteigerungen durch die anziehende Wirtschaftslage. Dabei ist Österreich schon ein Hochsteuerland. Von weiteren Belastungen für Unternehmen und Arbeit ist daher abzusehen. Grund- oder Vermögenssteuern würden die Hotellerie in der Substanz treffen und sind aufgrund der hohen Bedeutung der Branche für Österreich abzulehnen.
14 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Steuersenkungen heben die Wettbewerbsfähigkeit Dass es anders geht, zeigen Deutschland und Frankreich bei der Mehrwertsteuer. Diese stellt sich mehr und mehr als Erfolg heraus: Die Mitglieder des Hotelverbands Deutschland (IHA) schufen binnen weniger Wochen mehr als 1.600 Arbeitsplätze und investierten mehr als 330 Mio. Euro. Ebenfalls beeindruckend: die betriebswirtschaftlichen Effekte. Stieg der RevPAR in München von 2009 auf 2010 um 31,3 %, verzeichnete Wien lediglich ein Plus von 6,9 % und auch dieses nur dank mehr Nächtigungen. Mittelfristig sichert sich Deutschland durch Investitionen in Gebäude, Mitarbeiter und Bewerbung sowie Preisreduktionen klare Wettbewerbsvorteile. Entwicklung Zimmerpreise und Erlöse 2009 > 2010 DEUTSCHLAND ÖSTERREICH Im direkten Vergleich wird sichtbar, wie positiv sich die Entwicklung der Nettozimmerpreise auf den Erlös der deutschen Stadthotellerie auswirkt. 30% 25% 20% 15% 10% 5% Zimmerpreis 2009/2010 (ADR netto) Entwicklung Bruttopreis Erlös (revPAR*) Höherer Erlös pro Zimmer durch höhere Auslastung wegen gesunkenem Nettopreis -5% Frankfurt Berlin Hamburg Salzburg Wien *revPAR: durchschnittlicher Erlös je verfügbarem Zimmer (Zimmerauslastung mal Durchschnittspreis) Die Einführung eines weiteren ermäßigten Mehrwertsteuersatzes in Österreich wäre EU-rechtskonform und logisch: 17 der EU-27 heben eine niedrigere Mehrwertsteuer auf Nächtigungen ein als Österreich. Beachtlich ist, wie unterschiedlich die bis Jahresbeginn 2010 weitestgehend ähnliche Entwicklung der ausländischen Nächtigungen in Österreich und Deutschland ab diesem Zeitpunkt verlief. To do Um wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigt Österreichs Hotellerie eine Senkung der Mehrwertsteuer von 10 % auf 5 %. ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Steuersenkungen heben die Wettbewerbsfähigkeit Dass es anders geht, zeigen Deutschland und Frankreich bei der Mehrwertsteuer. Diese stellt sich mehr und mehr als Erfolg heraus: Die Mitglieder des Hotelverbands Deutschland (IHA) schufen binnen weniger Wochen mehr als 1.600 Arbeitsplätze und investierten mehr als 330 Mio. Euro. Ebenfalls beeindruckend: die betriebswirtschaftlichen Effekte. Stieg der RevPAR in München von 2009 auf 2010 um 31,3 %, verzeichnete Wien lediglich ein Plus von 6,9 % und auch dieses nur dank mehr Nächtigungen. Mittelfristig sichert sich Deutschland durch Investitionen in Gebäude, Mitarbeiter und Bewerbung sowie Preisreduktionen klare Wettbewerbsvorteile. Entwicklung Zimmerpreise und Erlöse 2009 > 2010 DEUTSCHLAND ÖSTERREICH Im direkten Vergleich wird sichtbar, wie positiv sich die Entwicklung der Nettozimmerpreise auf den Erlös der deutschen Stadthotellerie auswirkt. 30% 25% 20% 15% 10% 5% Zimmerpreis 2009/2010 (ADR netto) Entwicklung Bruttopreis Erlös (revPAR*) Höherer Erlös pro Zimmer durch höhere Auslastung wegen gesunkenem Nettopreis -5% Frankfurt Berlin Hamburg Salzburg Wien *revPAR: durchschnittlicher Erlös je verfügbarem Zimmer (Zimmerauslastung mal Durchschnittspreis) Die Einführung eines weiteren ermäßigten Mehrwertsteuersatzes in Österreich wäre EU-rechtskonform und logisch: 17 der EU-27 heben eine niedrigere Mehrwertsteuer auf Nächtigungen ein als Österreich. Beachtlich ist, wie unterschiedlich die bis Jahresbeginn 2010 weitestgehend ähnliche Entwicklung der ausländischen Nächtigungen in Österreich und Deutschland ab diesem Zeitpunkt verlief. To do Um wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigt Österreichs Hotellerie eine Senkung der Mehrwertsteuer von 10 % auf 5 %.
15 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Nächtigungsentwicklung ausländischer Gäste zum Vorjahr, DE vs. AT Beeindruckend: der Vergleich der Nächtigungsentwicklung zwischen Österreich und Deutschland. Seit Jahresbeginn 2010 hebt Deutschland förmlich ab. 20% 15% 10% 5% 0% -5% -10% -15% -20% 2009 Deutschland MwSt 7 % 2010 Deutschland MwSt 19 % Österreich MwSt 10 % Kein Vergleich wegen Ostertermin Oktober September September Oktober März April August April Februar Februar August März Jänner Juni Jänner Juni Juli November Dezember Quellen: Statistik Austria, Destatis Keine Schlechterstellung für Dienstleistungsbetriebe! Die Dienstleistung wird durch die Abschaffung der Energieabgabenvergütung ab 2011 gegenüber der Produktion massiv benachteiligt. Nach einer Beschwerde bei der EUKommission wird die ÖHV weitere Rechtsmittel einlegen. November Dezember Juli Energieabgabenvergütung 2009 Thermen-Hotels > 70.000, 4*/5*-Hotels > 10.000, Wellness-Hotels ~ 23.000, Die Energieabgabenvergütung brachte 4- und 5-Sterne-Hotels 2009 im Durchschnitt über 10.000 Euro, Wellnesshotels 23.000 Euro und Thermenhotels mehr als 70.000 Euro. Quelle: Kommunal-Controll Die Abschaffung der Energieabgabenvergütung für Dienstleistungsbetriebe muss rückgängig gemacht werden. To do ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Nächtigungsentwicklung ausländischer Gäste zum Vorjahr, DE vs. AT Beeindruckend: der Vergleich der Nächtigungsentwicklung zwischen Österreich und Deutschland. Seit Jahresbeginn 2010 hebt Deutschland förmlich ab. 20% 15% 10% 5% 0% -5% -10% -15% -20% 2009 Deutschland MwSt 7 % 2010 Deutschland MwSt 19 % Österreich MwSt 10 % Kein Vergleich wegen Ostertermin Oktober September September Oktober März April August April Februar Februar August März Jänner Juni Jänner Juni Juli November Dezember Quellen: Statistik Austria, Destatis Keine Schlechterstellung für Dienstleistungsbetriebe! Die Dienstleistung wird durch die Abschaffung der Energieabgabenvergütung ab 2011 gegenüber der Produktion massiv benachteiligt. Nach einer Beschwerde bei der EUKommission wird die ÖHV weitere Rechtsmittel einlegen. November Dezember Juli Energieabgabenvergütung 2009 Thermen-Hotels > 70.000, 4*/5*-Hotels > 10.000, Wellness-Hotels ~ 23.000, Die Energieabgabenvergütung brachte 4- und 5-Sterne-Hotels 2009 im Durchschnitt über 10.000 Euro, Wellnesshotels 23.000 Euro und Thermenhotels mehr als 70.000 Euro. Quelle: Kommunal-Controll Die Abschaffung der Energieabgabenvergütung für Dienstleistungsbetriebe muss rückgängig gemacht werden. To do
16 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Wachstum schaffen Zwar konnte die niedrige Eigenkapitalquote in der Hotellerie in den vergangenen Jahren gesteigert werden, sie liegt aber immer noch deutlich unter dem Durchschnitt aller Branchen. Eigenkapital der Hotellerie in % der Aktiva 10% 5% 0% -5% -10% -15% -20% -25% 5/4-Sterne-Kategorie 3-Sterne-Kategorie 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Quelle: ÖHT 2011 Eigenkapitalquote österreichischer KMU in % Die Eigenkapitalquote der KMU im Gastgewerbe liegt deutlich unter dem Durchschnitt aller Branchen. Produktion Verkehr Bau Freie Berufe Handel IKT Gastgewerbe Marktorientierte Wirtschaft im Durchschnitt 30,6 % 29,2 % 26,9 % 25,3 % 25,2 % 24,6 % 11,4 % 25,1 % Quelle: KMU FORSCHUNG AUSTRIA,Bilanzdatenbank, 2008/09 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Wachstum schaffen Zwar konnte die niedrige Eigenkapitalquote in der Hotellerie in den vergangenen Jahren gesteigert werden, sie liegt aber immer noch deutlich unter dem Durchschnitt aller Branchen. Eigenkapital der Hotellerie in % der Aktiva 10% 5% 0% -5% -10% -15% -20% -25% 5/4-Sterne-Kategorie 3-Sterne-Kategorie 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Quelle: ÖHT 2011 Eigenkapitalquote österreichischer KMU in % Die Eigenkapitalquote der KMU im Gastgewerbe liegt deutlich unter dem Durchschnitt aller Branchen. Produktion Verkehr Bau Freie Berufe Handel IKT Gastgewerbe Marktorientierte Wirtschaft im Durchschnitt 30,6 % 29,2 % 26,9 % 25,3 % 25,2 % 24,6 % 11,4 % 25,1 % Quelle: KMU FORSCHUNG AUSTRIA,Bilanzdatenbank, 2008/09
17 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Die (hypothetische) Schuldentilgungsdauer beträgt für Tourismusbetriebe durchschnittlich 11 Jahre, während es bei freiberuflichen Dienstleistungen 3 und im Handel knapp 7 Jahre sind." KMU Bericht BMWFJ 2010 Investitionsimpulse setzen Die neue Struktur der Tourismusförderung mit der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank als zentraler Anlaufstelle für Förderungen ab 100.000 Euro ist ein Meilenstein in Richtung Beratung und Abwicklung in einem One-Stop-Shop. Maßnahmen zur Steigerung der Eigenkapitalquote wären ein weiterer wesentlicher Baustein für mehr Investitionen. Die Abschreibung auf Abnutzung (AfA) ist von derzeit 33 Jahren auf die tatsächliche Nutzungsdauer deutlich zu senken. To do Abschaffung von Grunderwerbsteuer und Grundbucheintragungsgebühr Trotz Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungsteuer wird bei Schenkungen und Erbschaften weiterhin die Grunderwerbsteuer eingehoben. Die Abschaffung der Grunderwerbsteuer und der Grundbuchgebühren bei Betriebsübergaben wäre ein Beitrag zur Beibehaltung der bestehenden Betriebsstruktur. To do ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Die (hypothetische) Schuldentilgungsdauer beträgt für Tourismusbetriebe durchschnittlich 11 Jahre, während es bei freiberuflichen Dienstleistungen 3 und im Handel knapp 7 Jahre sind." KMU Bericht BMWFJ 2010 Investitionsimpulse setzen Die neue Struktur der Tourismusförderung mit der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank als zentraler Anlaufstelle für Förderungen ab 100.000 Euro ist ein Meilenstein in Richtung Beratung und Abwicklung in einem One-Stop-Shop. Maßnahmen zur Steigerung der Eigenkapitalquote wären ein weiterer wesentlicher Baustein für mehr Investitionen. Die Abschreibung auf Abnutzung (AfA) ist von derzeit 33 Jahren auf die tatsächliche Nutzungsdauer deutlich zu senken. To do Abschaffung von Grunderwerbsteuer und Grundbucheintragungsgebühr Trotz Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungsteuer wird bei Schenkungen und Erbschaften weiterhin die Grunderwerbsteuer eingehoben. Die Abschaffung der Grunderwerbsteuer und der Grundbuchgebühren bei Betriebsübergaben wäre ein Beitrag zur Beibehaltung der bestehenden Betriebsstruktur. To do
18 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Abschaffung von Bagatellsteuern Die Vergnügungssteuer/Lustbarkeitsabgabe verursacht bei ihrer Vorschreibung und Einhebung einen hohen administrativen Aufwand: Viel Bürokratie wenig Ertrag. Viele Hoteliers haben Entertainment (Pay-TV) im Hotelzimmer aufgegeben, weil sich dieses Service aufgrund der Vergnügungssteuer nicht auszahlt. Dienstleistung darf nicht von Steuern abhängig sein. To do Die Vergnügungssteuer/Lustbarkeitsabgabe ist abzuschaffen. Bürokratieabbau Die EU-Kommission will die Verwaltungskosten bis 2012 um 25 % reduzieren. Die Offenlegung von Bilanzen sollte elektronisch erfolgen können. Außerdem sollten veraltete und aufwendige Vorschriften in den Bereichen Unternehmensrecht, Buchführung und Rechnungsprüfung reformiert bzw. beseitigt werden. In den Umsatzsteuerrichtlinien soll dezidiert festgehalten werden, dass der All-Inclusive-Erlass alle Hotel-Dienstleistungen inkludiert, die Gewerbeordnung ist an aktuelle Anforderungen zu adaptieren: Viele Betriebe können vor dem derzeitigen gewerberechtlichen Hintergrund den Anforderungen ihrer Gäste nur sehr schwer nachkommen. To do Eine pauschale Gewerbeberechtigung für Tourismusbetriebe soll mehr Service für den Gast und weniger Bürokratie für den Unternehmer ermöglichen (Reiseveranstalter, Transport). ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Abschaffung von Bagatellsteuern Die Vergnügungssteuer/Lustbarkeitsabgabe verursacht bei ihrer Vorschreibung und Einhebung einen hohen administrativen Aufwand: Viel Bürokratie wenig Ertrag. Viele Hoteliers haben Entertainment (Pay-TV) im Hotelzimmer aufgegeben, weil sich dieses Service aufgrund der Vergnügungssteuer nicht auszahlt. Dienstleistung darf nicht von Steuern abhängig sein. To do Die Vergnügungssteuer/Lustbarkeitsabgabe ist abzuschaffen. Bürokratieabbau Die EU-Kommission will die Verwaltungskosten bis 2012 um 25 % reduzieren. Die Offenlegung von Bilanzen sollte elektronisch erfolgen können. Außerdem sollten veraltete und aufwendige Vorschriften in den Bereichen Unternehmensrecht, Buchführung und Rechnungsprüfung reformiert bzw. beseitigt werden. In den Umsatzsteuerrichtlinien soll dezidiert festgehalten werden, dass der All-Inclusive-Erlass alle Hotel-Dienstleistungen inkludiert, die Gewerbeordnung ist an aktuelle Anforderungen zu adaptieren: Viele Betriebe können vor dem derzeitigen gewerberechtlichen Hintergrund den Anforderungen ihrer Gäste nur sehr schwer nachkommen. To do Eine pauschale Gewerbeberechtigung für Tourismusbetriebe soll mehr Service für den Gast und weniger Bürokratie für den Unternehmer ermöglichen (Reiseveranstalter, Transport).
19 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Betriebsaufgabe steuerlich erleichtern Im Falle einer Betriebsaufgabe ist ein Aufgabegewinn zu ermitteln. Dieser entsteht aus der Überführung von Betriebs- in Privatvermögen. Die stillen Reserven, also der Unterschiedsbetrag zwischen gemeinem Wert des Betriebsvermögens zum Zeitpunkt der Aufgabe und dem Buchwert, stellen den Aufgabegewinn dar. Besonders hohe stille Reserven liegen erfahrungsgemäß im Gebäude und im Grundstück. Der Hälftesteuersatz und die Steuerfreiheit der stillen Reserven sollen für alle Betriebsaufgeber nach dem Muster der über 60-Jährigen und der Erwerbsunfähigen gelten, um nicht mehr marktkonforme Betriebe einer alternativen Nutzung zuführen zu können: Eine Adaptierung als Altersheime ist dabei genauso eine Perspektive wie der Umbau in Mitarbeiterunterkünfte für aktive Betriebe. To do Senkung der Lohnnebenkosten Die laufenden Kosten in der Hotellerie sind durch die Arbeitskosten bestimmt. Österreich liegt bei den Lohnnebenkosten deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Während die Abgabenquote im EU-Durchschnitt 2011 bei 39,8 % liegt, wurde sie für Österreich mit 42,7 % angegeben. Das ist die sechsthöchste Abgabenquote unter den EU-Staaten. Der Beitrag zur Unfallversicherung soll von 1,4 auf 1,2 Prozentpunkte, der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um 0,5 Prozentpunkte gesenkt werden. Bei der Kommunalsteuer ist zu hinterfragen, ob ein Anknüpfen an eine arbeitskostenwirksame Abgabe volkswirtschaftlich ein Optimum darstellt. Eine Senkung der Lohnnebenkosten muss mit der Vereinfachung der Lohnverrechnung einhergehen. Statt wie bisher Abgaben an die unterschiedlichsten Behörden (Krankenkasse, Finanzamt, Stadtkasse) zu entrichten, sollte eine einheitliche Einhebungsbehörde (z. B. das Finanzamt) installiert werden und jedes Unternehmen über ein einziges Abgabenkonto verfügen, auf das sämtliche lohnabhängige Abgaben eingezahlt werden können (One-Stop-Shop-Prinzip). To do ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Betriebsaufgabe steuerlich erleichtern Im Falle einer Betriebsaufgabe ist ein Aufgabegewinn zu ermitteln. Dieser entsteht aus der Überführung von Betriebs- in Privatvermögen. Die stillen Reserven, also der Unterschiedsbetrag zwischen gemeinem Wert des Betriebsvermögens zum Zeitpunkt der Aufgabe und dem Buchwert, stellen den Aufgabegewinn dar. Besonders hohe stille Reserven liegen erfahrungsgemäß im Gebäude und im Grundstück. Der Hälftesteuersatz und die Steuerfreiheit der stillen Reserven sollen für alle Betriebsaufgeber nach dem Muster der über 60-Jährigen und der Erwerbsunfähigen gelten, um nicht mehr marktkonforme Betriebe einer alternativen Nutzung zuführen zu können: Eine Adaptierung als Altersheime ist dabei genauso eine Perspektive wie der Umbau in Mitarbeiterunterkünfte für aktive Betriebe. To do Senkung der Lohnnebenkosten Die laufenden Kosten in der Hotellerie sind durch die Arbeitskosten bestimmt. Österreich liegt bei den Lohnnebenkosten deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Während die Abgabenquote im EU-Durchschnitt 2011 bei 39,8 % liegt, wurde sie für Österreich mit 42,7 % angegeben. Das ist die sechsthöchste Abgabenquote unter den EU-Staaten. Der Beitrag zur Unfallversicherung soll von 1,4 auf 1,2 Prozentpunkte, der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um 0,5 Prozentpunkte gesenkt werden. Bei der Kommunalsteuer ist zu hinterfragen, ob ein Anknüpfen an eine arbeitskostenwirksame Abgabe volkswirtschaftlich ein Optimum darstellt. Eine Senkung der Lohnnebenkosten muss mit der Vereinfachung der Lohnverrechnung einhergehen. Statt wie bisher Abgaben an die unterschiedlichsten Behörden (Krankenkasse, Finanzamt, Stadtkasse) zu entrichten, sollte eine einheitliche Einhebungsbehörde (z. B. das Finanzamt) installiert werden und jedes Unternehmen über ein einziges Abgabenkonto verfügen, auf das sämtliche lohnabhängige Abgaben eingezahlt werden können (One-Stop-Shop-Prinzip). To do
20 Infrastruktur rasch ausbauen Entwicklung Passagiere VIA 22.000.000 20.000.000 18.000.000 16.000.000 14.000.000 12.000.000 2003 Quelle: VIA 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011* *Prognose +5% Infrastruktur rasch ausbauen Entwicklung Passagiere VIA 22.000.000 20.000.000 18.000.000 16.000.000 14.000.000 12.000.000 2003 Quelle: VIA 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011* *Prognose +5%
21 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Die Infrastruktur am Flughafen Wien ist so abgenutzt, dass es teilweise eine Schande ist. Mittlerweile fehlt es uns an Platz. Im Unterschied zu anderen Airports wird Wien immer enger. " Dr. Peter Malanik, Vorstand AUA Die steigenden Kapazitäten auf Straße und Schiene, zu Wasser und in der Luft müssen optimal abgewickelt werden können. Das Nadelöhr in der Ostregion ist der Flughafen Wien/Schwechat: Um die Position als Hub nicht zu verlieren, sind eine zügige Fertigstellung des Skylink und die 3. Landesbahn unumgänglich. Die Infrastruktur von Österreichs Flughäfen muss auf die zunehmenden Kapazitäten ausgerichtet werden. Dies betrifft insbesondere die Umsetzung der 3. Piste auf dem Flughafen Wien/Schwechat sowie die Flughäfen Salzburg und Innsbruck, wo die weitere positive Entwicklung der Passagierzahlen politisch sichergestellt werden muss. Die Regierung ist aufgefordert, auf europäischer Ebene die Umsetzung des European Single Sky die Einteilung des europäischen Luftraums in funktionelle Blöcke anstatt nationaler Lufträume sowie die Überwachung durch Eurocontrol aktiv voranzutreiben und die Flugsicherung auf Dauer personell ausreichend auszustatten. To do Optimiert werden muss auch der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, insbesondere auf der Schiene. Während in der Schweiz jeder vierte Gast mit der Bahn anreist, liegt dieser Anteil in Österreich bei bescheidenen 7 %. Die ÖBB sollte in Kooperation mit anderen Anbietern eine ServiceOffensive starten, Fahrpläne abstimmen und in Zusammenarbeit mit der Hotellerie ein Haus-zu-Hotel-Service für in- und ausländische Gäste sowie Autoreisen mit dem Zug forcieren. To do ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Die Infrastruktur am Flughafen Wien ist so abgenutzt, dass es teilweise eine Schande ist. Mittlerweile fehlt es uns an Platz. Im Unterschied zu anderen Airports wird Wien immer enger. " Dr. Peter Malanik, Vorstand AUA Die steigenden Kapazitäten auf Straße und Schiene, zu Wasser und in der Luft müssen optimal abgewickelt werden können. Das Nadelöhr in der Ostregion ist der Flughafen Wien/Schwechat: Um die Position als Hub nicht zu verlieren, sind eine zügige Fertigstellung des Skylink und die 3. Landesbahn unumgänglich. Die Infrastruktur von Österreichs Flughäfen muss auf die zunehmenden Kapazitäten ausgerichtet werden. Dies betrifft insbesondere die Umsetzung der 3. Piste auf dem Flughafen Wien/Schwechat sowie die Flughäfen Salzburg und Innsbruck, wo die weitere positive Entwicklung der Passagierzahlen politisch sichergestellt werden muss. Die Regierung ist aufgefordert, auf europäischer Ebene die Umsetzung des European Single Sky die Einteilung des europäischen Luftraums in funktionelle Blöcke anstatt nationaler Lufträume sowie die Überwachung durch Eurocontrol aktiv voranzutreiben und die Flugsicherung auf Dauer personell ausreichend auszustatten. To do Optimiert werden muss auch der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, insbesondere auf der Schiene. Während in der Schweiz jeder vierte Gast mit der Bahn anreist, liegt dieser Anteil in Österreich bei bescheidenen 7 %. Die ÖBB sollte in Kooperation mit anderen Anbietern eine ServiceOffensive starten, Fahrpläne abstimmen und in Zusammenarbeit mit der Hotellerie ein Haus-zu-Hotel-Service für in- und ausländische Gäste sowie Autoreisen mit dem Zug forcieren. To do
22 Mitarbeiter optimal mobilisieren Mitarbeiter optimal mobilisieren
23 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Der Kampf der Betriebe um jeden Lehrling wird an Bedeutung und Vehemenz zunehmen. Darauf werden wir langfristig auch im Förderbereich eingehen müssen." Dr. Reinhold Mitterlehner, Tourismusminister Der steigende Mitarbeiterbedarf trocknet den Arbeitsmarkt aus. Die Nachfragespitzen im Saisonverlauf konnten in den Vorjahren nicht gedeckt werden. 2010 übertrafen Beherbergung und Gastronomie im Gegensatz zur Gesamtwirtschaft mit plus 2,1 % den Beschäftigungsrekord von 2008 schon wieder. Beschäftigungsmotor 2010: Die Hotellerie Durchschnittliche Entwicklung zu den Vorjahresmonaten Die Zahl der Arbeitsplätze in der Beherbergung + 2,0% + 1,3% + 0,7% Bauwesen Beherbergung Einzelhandel Industrie & Gewerbe Gesamtwirtschaft legte 2010 überdurchschnittlich zu: Mit einem Plus von 2,0 % pro Monat wuchs die Beschäftigung nicht nur schneller als in der Gesamtwirtschaft, sondern lag an der Spitze der beschäftigungsintensiven Branchen. - 0,4% - 1,2% Quelle: AMS/Hauptverband ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Der Kampf der Betriebe um jeden Lehrling wird an Bedeutung und Vehemenz zunehmen. Darauf werden wir langfristig auch im Förderbereich eingehen müssen." Dr. Reinhold Mitterlehner, Tourismusminister Der steigende Mitarbeiterbedarf trocknet den Arbeitsmarkt aus. Die Nachfragespitzen im Saisonverlauf konnten in den Vorjahren nicht gedeckt werden. 2010 übertrafen Beherbergung und Gastronomie im Gegensatz zur Gesamtwirtschaft mit plus 2,1 % den Beschäftigungsrekord von 2008 schon wieder. Beschäftigungsmotor 2010: Die Hotellerie Durchschnittliche Entwicklung zu den Vorjahresmonaten Die Zahl der Arbeitsplätze in der Beherbergung + 2,0% + 1,3% + 0,7% Bauwesen Beherbergung Einzelhandel Industrie & Gewerbe Gesamtwirtschaft legte 2010 überdurchschnittlich zu: Mit einem Plus von 2,0 % pro Monat wuchs die Beschäftigung nicht nur schneller als in der Gesamtwirtschaft, sondern lag an der Spitze der beschäftigungsintensiven Branchen. - 0,4% - 1,2% Quelle: AMS/Hauptverband
24 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Arbeitsmarktöffnung optimal nützen Wie sich die Abschaffung der Saisonierkontingente auf die Branche auswirkt, ist noch nicht einzuschätzen. Ein Drittel der 6.772 Saisoniers im vergangenen Sommer, exakt 2.452, kam aus den neuen EU-Staaten. Weitere 1.150 (bzw. 1.700 der Wintersaisoniers) müssten sich als Stammsaisoniers registrieren lassen, um weiterhin Zutritt zum Arbeitsmarkt zu erhalten. Zumindest 3.170 Mitarbeiter, die im vergangenen Sommer über Saisonierkontingente besetzt werden konnten, müssen im kommenden Sommer auf anderen Wegen gefunden werden. Da Österreich seinen Arbeitsmarkt sehr spät geöffnet und ein Großteil der potentiellen Mitarbeiter bereits andernorts Fuß gefasst hat, könnte die Nachfrage nach Mitarbeitern zu den Saisonspitzen das Angebot deutlich übersteigen. Herkunft Saisoniers Sommer 2010 ehem. Jugoslawien 7% 7% EU neu Bulgarien & Rumänien Sonstige Staaten Saisonierlücke Zahlen für Sommer 2010 rs 6.772 Saisonnie EU-8 minus 1.928 aus msaisoniers" inus 1.144 "Stam m 00 Mitarbeitern = Lücke von 3.7 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Neueste Arbeitsmarktöffnung optimal nützen Update: Berechn Wie sich die Abschaffung der Saisonierkontingente auf die Branche auswirkt, ist noch nicht einzuschätzen. Ein Drittel der 4.555 Saisoniers im vergangenen Sommer, exakt 1.503, kam aus den neuen EU-Staaten. Weitere 1.144 müssten sich als Stammsaisoniers registrieren lassen, um weiterhin Zutritt zum Arbeitsmarkt zu erhalten. Es wird sich zeigen, wie viele Berechtigte dies 2011 auch tatsächlich nutzen, und umgekehrt wie viele ab 2012 aus den Kriterien herausfallen. 1.908 Mitarbeiter, die im vergangenen Sommer über Saisonierkontingente besetzt werden konnten, können sich für das Restkontingent von 1.500 Plätzen bewerben oder müssen durch neue Mitarbeiter mit freiem Arbeitsmarktzugang ersetzt werden. Da Österreich seinen Arbeitsmarkt sehr spät geöffnet und ein Großteil der potentiellen Mitarbeiter bereits andernorts Fuß gefasst hat, könnte die Nachfrage nach Mitarbeitern zu den Saisonspitzen das Angebot deutlich übersteigen. Herkunft Saisoniers Sommer 2010 ehem. Jugoslawien 7% 7% EU neu Bulgarien & Rumänien Sonstige Staaten Herausforderung Mitarbeitersuche nach der Arbeitsmarktöffnung sonniers 010: 4.555 Sai Sommer 2 EU-8 minus 1.503 aus mmsaisoniers"? minus 1.144 "Sta 8 Mitarbeitern = Lücke von 1.90 er? viele Wie en wied m kom
25 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Rechtzeitig hnen dabei. ÖH V hilft I vorbereiten! ÖHV-Arbeitsmarktoffensive Wir informieren Slowaken, Tschechen und Ungarn über Karrierechancen im österreichischen Tourismus. Broschüren und Websites bieten praktische Hilfestellung und erleichtern den Schritt nach Österreich. Rechtliche Informationen und ein Alltagsleitfaden werden über verschiedene Kanäle in den Landessprachen gestreut. Selbstverständlich werden diese Informationen auch den ÖHV-Mitgliedern zur Verfügung gestellt. . Dolgozzon Ausztri Ausztriai esély Sanca Rakúsko. Práca v rakúskom top-hotelierstve. arában. a top szállodaip Chance Österre ich. Arbeiten in Ös Sance Rakousko. Práce v nejlepsím rakous terreichs Top-Ho tellerie. kém hotelnictví. öbl ©OÖ.Tourismus/R ©OÖ.Tourismus/Röbl igung e Hotelierverein Österreichisch senvertretung Die freie Interes Österreichische Hoteliervereinigung Die freie Interessenvertretung ©OÖ.Tourismus/Röbl Österreichische Hoteliervereinigung Die freie Interessenvertretung ©OÖ.Tourismus /Röbl Österreichische Hoteliervereinigu ng Die freie Intere ssenvertretung Auch nach der Arbeitsmarktöffnung, ist ein ausreichender Arbeitsmarktzugang für Nicht-EU-Bürger zu gewährleisten: Für langjährige Saisoniers braucht es jedenfalls eine praktikable Regelung zur Weiterbeschäftigung. Im Rahmen der Rot-Weiß-Rot-Card muss die Definition der Mangelberufe ausgeweitet werden. Eine weitere Option wäre ein ausreichend hohes Kontingent für Saisoniers aus Drittstaaten. Die insgesamt bis zu 30.000 Asylwerber in Österreich sollen legalen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten. To do ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Rechtzeitig hnen dabei. ÖH V hilft I vorbereiten! ÖHV-Arbeitsmarktoffensive Wir informieren Slowaken, Tschechen und Ungarn über Karrierechancen im österreichischen Tourismus. Broschüren und Websites bieten praktische Hilfestellung und erleichtern den Schritt nach Österreich. Rechtliche Informationen und ein Alltagsleitfaden werden über verschiedene Kanäle in den Landessprachen gestreut. Selbstverständlich werden diese Informationen auch den ÖHV-Mitgliedern zur Verfügung gestellt. . Dolgozzon Ausztri Ausztriai esély Práca v rakúskom top-hotelierstve. Sanca Rakúsko. arában. a top szállodaip Chance Österre ich. Arbeiten in Ös Sance Rakousko. Práce v nejlepsím rakous terreichs Top-Ho tellerie. kém hotelnictví. öbl ©OÖ.Tourismus/R ©OÖ.Tourismus/Röbl igung e Hotelierverein Österreichisch senvertretung Die freie Interes Österreichische Hoteliervereinigung Die freie Interessenvertretung ©OÖ.Tourismus/Röbl Österreichische Hoteliervereinigung Die freie Interessenvertretung ©OÖ.Tourismus /Röbl Österreichische Hoteliervereinigu ng Die freie Intere ssenvertretung Auch nach der Arbeitsmarktöffnung, ist ein ausreichender Arbeitsmarktzugang für Nicht-EU-Bürger zu gewährleisten: Die "Stammsaisonierregelung" zur Weiterbeschäftigung langjähriger Mitarbeiter aus Drittstaaten sowie das Restkontingent von 1.500 Plätzen für den Sommer 2011 müssen 2012 evaluiert werden. Im Rahmen der Rot-Weiß-Rot-Card muss die Definition der Mangelberufe ausgeweitet werden. Die insgesamt bis zu 30.000 Asylwerber in Österreich sollen legalen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten. To do
26 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Bildung und Integration Jugendlicher Österreichs Wirtschaft stehen in den kommenden Jahren bis zu einem Viertel weniger Lehrlinge zur Verfügung. Besonders trifft das aufgrund des hohen Fachkräftebedarfs den Tourismus, wo die Zahl der Lehrstellen jetzt schon die der Lehranfänger übersteigt. Um den Wettbewerbsvorteil in der Dienstleistungsqualität halten zu können, brauchen die Betriebe ausreichend qualifizierte Mitarbeiter. Prognose Lehranfänger 45.000 Der demographische Trend ist unumkehrbar: Die Lehrlinge der kommenden 15 Jahre sind schon geboren und das sind deutlich weniger als bisher. 30.000 2005 35.000 40.000 Lehranfänger Prognose bis 2023 2010 2015 2020 Prognose ab 2023 2025 2030 Quelle: Statistik Austria Jeder vierte Schulanfänger hat nicht Deutsch als Umgangssprache. Aber nicht nur Jugendliche mit Migrationshintergrund haben Probleme bei der Sprachkompetenz oder beim Kopfrechnen: Immer mehr Betriebe beklagen mangelnde Basisfähigkeiten junger Bewerber. Lehrbetriebe können diese Defizite nicht ausgleichen: Sie müssen sich darauf verlassen können, dass ein Bildungsabschluss zu einer Berufsausbildung befähigt. Bis zur Hälfte der Jugendlichen mit Migrationshintergrund beendet laut Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) die Schullaufbahn ohne weiterführenden Abschluss. In der Lehre sind sie mit weniger als 8 % deutlich unterrepräsentiert. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels sind Betriebe speziell im Tourismus auf dieses Potential dringend angewiesen. ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Bildung und Integration Jugendlicher Österreichs Wirtschaft stehen in den kommenden Jahren bis zu einem Viertel weniger Lehrlinge zur Verfügung. Besonders trifft das aufgrund des hohen Fachkräftebedarfs den Tourismus, wo die Zahl der Lehrstellen jetzt schon die der Lehranfänger übersteigt. Um den Wettbewerbsvorteil in der Dienstleistungsqualität halten zu können, brauchen die Betriebe ausreichend qualifizierte Mitarbeiter. Prognose Lehranfänger 45.000 Der demographische Trend ist unumkehrbar: Die Lehrlinge der kommenden 15 Jahre sind schon geboren und das sind deutlich weniger als bisher. 30.000 2005 35.000 40.000 Lehranfänger Prognose bis 2023 2010 2015 2020 Prognose ab 2023 2025 2030 Quelle: Statistik Austria Jeder vierte Schulanfänger hat nicht Deutsch als Umgangssprache. Aber nicht nur Jugendliche mit Migrationshintergrund haben Probleme bei der Sprachkompetenz oder beim Kopfrechnen: Immer mehr Betriebe beklagen mangelnde Basisfähigkeiten junger Bewerber. Lehrbetriebe können diese Defizite nicht ausgleichen: Sie müssen sich darauf verlassen können, dass ein Bildungsabschluss zu einer Berufsausbildung befähigt. Bis zur Hälfte der Jugendlichen mit Migrationshintergrund beendet laut Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) die Schullaufbahn ohne weiterführenden Abschluss. In der Lehre sind sie mit weniger als 8 % deutlich unterrepräsentiert. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels sind Betriebe speziell im Tourismus auf dieses Potential dringend angewiesen.
27 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Praxisorientierte Ausbildung In den Tourismus- und Freizeitbetrieben wurden 2010 insgesamt 12.552 Lehrlinge ausgebildet. Das sind 11,2 % der Lehrlinge in gewerblichen Betrieben. Neue Lehrberufe können noch mehr Ausbildungsplätze schaffen. Der in Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsministerium, ÖHV und Sozialpartnern ausgearbeitete Lehrberuf Tourismusfachkraft wird als Modullehrberuf eingerichtet. Zusätzlich zu einem Grundmodul wird eines der Hauptmodule Restaurantfachmann, Hotelkaufmann, Betriebsdienstleister oder Hotel- und Gastgewerbeassistent gewählt. Zusätzlich kann ein weiteres Grundmodul oder ein vertiefendes Spezialmodul Barista, Projekt- und Qualitätsmanagement oder Marketing und Vertrieb absolviert werden. Der neue Modullehrberuf Tourismusfachkraft soll rasch eingeführt werden. Die Lehrpläne im Tourismus haben einer ständigen kritischen Evaluierung und Optimierung zu unterliegen. Die "Lehre mit Matura", die der tendenziell abnehmenden Wertschätzung der Lehre entgegenwirkt, soll forciert werden. Die Praxiszeiten in Tourismusschulen sollen ausgeweitet werden, um dem Engpass zwischen Juni und September wenn in den meisten Betrieben Hochsaison herrscht entgegenzuwirken. Die Schulautonomie soll wie in Vorarlberg und Tirol sowie aktuell unter maßgeblicher Mitwirkung der ÖHV in Kärnten stärker genutzt werden. Standardisierte Ausbildungsprogramme, die Maturanten an die berufliche Praxis heranführen, wie der ÖHV-Trainee in Zusammenarbeit mit den Tourismusschulen Semmering, sollen forciert werden. To do ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Praxisorientierte Ausbildung In den Tourismus- und Freizeitbetrieben wurden 2010 insgesamt 12.552 Lehrlinge ausgebildet. Das sind 11,2 % der Lehrlinge in gewerblichen Betrieben. Neue Lehrberufe können noch mehr Ausbildungsplätze schaffen. Der in Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsministerium, ÖHV und Sozialpartnern ausgearbeitete Lehrberuf Tourismusfachkraft wird als Modullehrberuf eingerichtet. Zusätzlich zu einem Grundmodul wird eines der Hauptmodule Restaurantfachmann, Hotelkaufmann, Betriebsdienstleister oder Hotel- und Gastgewerbeassistent gewählt. Zusätzlich kann ein weiteres Grundmodul oder ein vertiefendes Spezialmodul Barista, Projekt- und Qualitätsmanagement oder Marketing und Vertrieb absolviert werden. Der neue Modullehrberuf Tourismusfachkraft soll rasch eingeführt werden. Die Lehrpläne im Tourismus haben einer ständigen kritischen Evaluierung und Optimierung zu unterliegen. Die "Lehre mit Matura", die der tendenziell abnehmenden Wertschätzung der Lehre entgegenwirkt, soll forciert werden. Die Praxiszeiten in Tourismusschulen sollen ausgeweitet werden, um dem Engpass zwischen Juni und September wenn in den meisten Betrieben Hochsaison herrscht entgegenzuwirken. Die Schulautonomie soll wie in Vorarlberg und Tirol sowie aktuell unter maßgeblicher Mitwirkung der ÖHV in Kärnten stärker genutzt werden. Standardisierte Ausbildungsprogramme, die Maturanten an die berufliche Praxis heranführen, wie der ÖHV-Trainee in Zusammenarbeit mit den Tourismusschulen Semmering, sollen forciert werden. To do
28 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Das Potential Arbeitsuchender nutzen Eine weitere Möglichkeit, potentielle Mitarbeiter in die Betriebe zu bringen, wäre die Adaptierung der Zumutbarkeitsbestimmungen. Sowohl der Berufs- als auch der Gehaltsschutz sowie die zumutbare Wegstrecke sind zu überdenken. Ergänzend dazu sollte eine verwaltungstechnische Spezialität im Arbeitsmarktservice novelliert werden: Indem Arbeitslose den Berufen zugeordnet werden, die sie zuletzt ausgeübt haben, werden vielen Betrieben, die Stellen ausschreiben, Personen zum Vorstellungsgespräch geschickt, die mangels Erfahrung oder Willen ungeeignet sind. Das wirkt sich auch auf die Erstellung der Mangelberufslisten aus. To do Die Zumutbarkeitsbestimmungen sind zu überdenken. Die Zuteilung von Arbeitslosen nach Branchen soll nach einem anderen Kriterium erfolgen als dem zuletzt ausgeübten Beruf. Das Potential älterer Mitarbeiter nutzen Das Pensionsantrittsalter stagniert bei 59 Jahren für Männer und 57 für Frauen, 6 von 10 Österreichern über 55 Jahren sind nicht mehr erwerbstätig. Die Erwerbsbiographie deutlich zu verlängern ist eine der dringendsten Aufgabe von Politik und Wirtschaft. To do Die Gesamtarbeitszeit in der Altersteilzeit soll nicht geblockt, sondern tatsächlich bis zum Pensionsantritt verteilt werden. Gleichzeitig sollte die Anhebung der Altersgrenze für die Förderung der Lohnnebenkosten auf 58 Jahre rückgängig gemacht werden. ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Das Potential Arbeitsuchender nutzen Eine weitere Möglichkeit, potentielle Mitarbeiter in die Betriebe zu bringen, wäre die Adaptierung der Zumutbarkeitsbestimmungen. Sowohl der Berufs- als auch der Gehaltsschutz sowie die zumutbare Wegstrecke sind zu überdenken. Ergänzend dazu sollte eine verwaltungstechnische Spezialität im Arbeitsmarktservice novelliert werden: Indem Arbeitslose den Berufen zugeordnet werden, die sie zuletzt ausgeübt haben, werden vielen Betrieben, die Stellen ausschreiben, Personen zum Vorstellungsgespräch geschickt, die mangels Erfahrung oder Willen ungeeignet sind. Das wirkt sich auch auf die Erstellung der Mangelberufslisten aus. To do Die Zumutbarkeitsbestimmungen sind zu überdenken. Die Zuteilung von Arbeitslosen nach Branchen soll nach einem anderen Kriterium erfolgen als dem zuletzt ausgeübten Beruf. Das Potential älterer Mitarbeiter nutzen Das Pensionsantrittsalter stagniert bei 59 Jahren für Männer und 57 für Frauen, 6 von 10 Österreichern über 55 Jahren sind nicht mehr erwerbstätig. Die Erwerbsbiographie deutlich zu verlängern ist eine der dringendsten Aufgabe von Politik und Wirtschaft. To do Die Gesamtarbeitszeit in der Altersteilzeit soll nicht geblockt, sondern tatsächlich bis zum Pensionsantritt verteilt werden. Gleichzeitig sollte die Anhebung der Altersgrenze für die Förderung der Lohnnebenkosten auf 58 Jahre rückgängig gemacht werden.
29 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Ganzjahresarbeit forcieren Höheren Arbeitslosenraten infolge der Saisonalität belasten den Arbeitsmarkt: Die durchschnittliche Beschäftigungsdauer liegt im Tourismus bei 200 Tagen. Eine befristet geförderte Verlängerung der Offenhaltezeit würde dem entgegenwirken und damit sowohl die Lohnnebenkosten als auch die Kosten durch Fluktuation senken. Das ÖHV-Modell "365 Tage Arbeit im Tourismus" ist ein branchenspezifisches Kombilohnsystem, wie es das WIFO empfiehlt. Saisonbetriebe werden durch Zuzahlung zu den Gehältern aus Mitteln des Arbeitsmarktservice dabei unterstützt, länger offen zu halten. AMS-Gelder sollen drei Jahre lang als Starthilfe eingesetzt werden. In Salzburg wird bereits die Umsetzung in einer Modellregion diskutiert. To do Arbeitszeiten flexibilisieren Obwohl die Hotellerie mit besonders starken Auslastungsschwankungen konfrontiert ist, müssen Ganzjahresbetriebe mit einem extrem kurzen Durchrechnungszeitraum von 13 Wochen planen. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit mit einer Durchrechnung auf sechs Monate in Saisonbetrieben und 12 Monate in Ganzjahresbetrieben ist dringend geboten. Die Erleichterung der Anstellung von Aushilfen nach Vorbild des deutschen Minijob-Modells würde zu mehr Ganzjahresbeschäftigten führen. Geringfügige Einkommen könnten damit unter Wahrung aller arbeitsund sozialversicherungsrechtlichen Ansprüche auf 3 bis 12 Monate durchgerechnet werden. To do ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Ganzjahresarbeit forcieren Höheren Arbeitslosenraten infolge der Saisonalität belasten den Arbeitsmarkt: Die durchschnittliche Beschäftigungsdauer liegt im Tourismus bei 200 Tagen. Eine befristet geförderte Verlängerung der Offenhaltezeit würde dem entgegenwirken und damit sowohl die Lohnnebenkosten als auch die Kosten durch Fluktuation senken. Das ÖHV-Modell "365 Tage Arbeit im Tourismus" ist ein branchenspezifisches Kombilohnsystem, wie es das WIFO empfiehlt. Saisonbetriebe werden durch Zuzahlung zu den Gehältern aus Mitteln des Arbeitsmarktservice dabei unterstützt, länger offen zu halten. AMS-Gelder sollen drei Jahre lang als Starthilfe eingesetzt werden. In Salzburg wird bereits die Umsetzung in einer Modellregion diskutiert. To do Arbeitszeiten flexibilisieren Obwohl die Hotellerie mit besonders starken Auslastungsschwankungen konfrontiert ist, müssen Ganzjahresbetriebe mit einem extrem kurzen Durchrechnungszeitraum von 13 Wochen planen. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit mit einer Durchrechnung auf sechs Monate in Saisonbetrieben und 12 Monate in Ganzjahresbetrieben ist dringend geboten. Die Erleichterung der Anstellung von Aushilfen nach Vorbild des deutschen Minijob-Modells würde zu mehr Ganzjahresbeschäftigten führen. Geringfügige Einkommen könnten damit unter Wahrung aller arbeitsund sozialversicherungsrechtlichen Ansprüche auf 3 bis 12 Monate durchgerechnet werden. To do
30 Neue Chancen im Web nutzen SOFORT BUCHEN Neue Chancen im Web nutzen SOFORT BUCHEN
31 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Die von den Tourismusorganisationen erzeugte Aufmerksamkeit und das Interesse muss in Form von konkreten Produkten und Buchungsmöglichkeiten quasi abgeholt werden." Prof. Dr. Thomas Bieger, Universität St. Gallen 37 % der Reisenden weltweit halten laut ITB World Travel Trend Report die Daheimgebliebenen über elektronische Medien mit Berichten und Fotos aus dem Urlaub auf dem Laufenden. Und 80 % der Deutschen sollen künftig online buchen, so eine Studie des Markt- und Medienforschers Enigma GfK. Mit der Zunahme von Smartphones in zwei Jahren soll jedes Handy ein solches sein werden auch mobile Web-Applikationen immer stärker genutzt. Die optimale Einbettung des Angebots in den elektronischen Vertriebskanal wird daher immer wichtiger. Die Verantwortung für e-commerce und m-commerce liegt weitestgehend bei den Betrieben und jenen Destinationen, die aktiv auf einen an Attraktivität stark zunehmenden Vertriebskanal setzen. Bund und Länder sind angehalten, die geeigneten rechtlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen und durch ihre Tourismusorganisationen den Tourismusbetrieben die optimale Webpräsenz zu ermöglichen. Der Einbau von Metasuchmaschinen in die Websites von Tourismusorganisationen bringt Buchungen für die lokalen Betriebe. Aus Sicht der Hotellerie sollten aus Steuerund Mitgliedsbeiträgen verursachte Buchungen nicht zu hohen Kommissionen an Dritte führen, zumal die Vertriebskosten im Tourismus aufgrund monopolartiger Strukturen steigen, während die Margen für Vermittler in anderen Branchen sinken. Buchungen über die Websites von Tourismusorganisationen sollen direkt über die Tourismusbetriebe abgewickelt werden. Kommissionen sollen nur dann an Dritte abgeführt werden dürfen, wenn die Akquisition einer Nächtigung erwiesenermaßen auf dessen Werbung zurückzuführen ist. To do ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Die von den Tourismusorganisationen erzeugte Aufmerksamkeit und das Interesse muss in Form von konkreten Produkten und Buchungsmöglichkeiten quasi abgeholt werden." Prof. Dr. Thomas Bieger, Universität St. Gallen 37 % der Reisenden weltweit halten laut ITB World Travel Trend Report die Daheimgebliebenen über elektronische Medien mit Berichten und Fotos aus dem Urlaub auf dem Laufenden. Und 80 % der Deutschen sollen künftig online buchen, so eine Studie des Markt- und Medienforschers Enigma GfK. Mit der Zunahme von Smartphones in zwei Jahren soll jedes Handy ein solches sein werden auch mobile Web-Applikationen immer stärker genutzt. Die optimale Einbettung des Angebots in den elektronischen Vertriebskanal wird daher immer wichtiger. Die Verantwortung für e-commerce und m-commerce liegt weitestgehend bei den Betrieben und jenen Destinationen, die aktiv auf einen an Attraktivität stark zunehmenden Vertriebskanal setzen. Bund und Länder sind angehalten, die geeigneten rechtlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen und durch ihre Tourismusorganisationen den Tourismusbetrieben die optimale Webpräsenz zu ermöglichen. Der Einbau von Metasuchmaschinen in die Websites von Tourismusorganisationen bringt Buchungen für die lokalen Betriebe. Aus Sicht der Hotellerie sollten aus Steuerund Mitgliedsbeiträgen verursachte Buchungen nicht zu hohen Kommissionen an Dritte führen, zumal die Vertriebskosten im Tourismus aufgrund monopolartiger Strukturen steigen, während die Margen für Vermittler in anderen Branchen sinken. Buchungen über die Websites von Tourismusorganisationen sollen direkt über die Tourismusbetriebe abgewickelt werden. Kommissionen sollen nur dann an Dritte abgeführt werden dürfen, wenn die Akquisition einer Nächtigung erwiesenermaßen auf dessen Werbung zurückzuführen ist. To do
32 Nachhaltigkeit fördern Nachhaltigkeit fördern
33 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "2020 sollen rund 250.000 Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen fahren. Der Ausbau der Elektromobilität schafft mehr Wachstum mit neuen Green Jobs, macht unabhängiger von Erdölpreisen und unterstützt das Erreichen der Energie- und Klimaziele." Dr. Reinhold Mitterlehner, Tourismusminister Die Steigerung der Energieeffizienz hat für Österreichs Tourismus aus wirtschaftlichen wie umweltpolitischen Gründen höchste Priorität. Mit wirtschaftlich vertretbaren Investitionen könnte der Energieverbrauch um 20 % gesenkt werden. Umweltfreundliche Mobilität soll forciert werden vom Ausbau des öffentlichen Verkehrs bis hin zur Förderung der Elektromobilität. Die Mustersanierungsoffensive des Klima- und Energiefonds sollte neu aufgelegt, die Förderkriterien an die Anforderungen der Branche adaptiert werden. To do Förderung nachhaltiger Sanierungsmaßnahmen auf breiter Basis Derzeit werden durch den Klima- und Energiefonds Leuchtturmprojekte gefördert, davon abgrenzbare Teilprojekte im Rahmen der Umweltförderung Inland. Dazwischen besteht eine Lücke, in die der Großteil von Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung in der Hotellerie fällt. Diese Lücke zu schließen wäre sowohl umwelt- als auch wirtschaftspolitisch von Vorteil. Am nachhaltigsten würden sich Maßnahmen erweisen, die wirtschaftliche Vorteile, gegebenenfalls die einfache Integration in den betrieblichen Alltag und die vorteilhaften Auswirkungen auf die Umwelt veranschaulichen. Investitionen in den Umweltschutz sollten ausnahmslos gefördert werden. Umweltförderungen sollten an den Bedürfnissen der Praxis ausgerichtet und von einer Hand abgewickelt werden (One-Stop-Shop). To do ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "2020 sollen rund 250.000 Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen fahren. Der Ausbau der Elektromobilität schafft mehr Wachstum mit neuen Green Jobs, macht unabhängiger von Erdölpreisen und unterstützt das Erreichen der Energie- und Klimaziele." Dr. Reinhold Mitterlehner, Tourismusminister Die Steigerung der Energieeffizienz hat für Österreichs Tourismus aus wirtschaftlichen wie umweltpolitischen Gründen höchste Priorität. Mit wirtschaftlich vertretbaren Investitionen könnte der Energieverbrauch um 20 % gesenkt werden. Umweltfreundliche Mobilität soll forciert werden vom Ausbau des öffentlichen Verkehrs bis hin zur Förderung der Elektromobilität. Die Mustersanierungsoffensive des Klima- und Energiefonds sollte neu aufgelegt, die Förderkriterien an die Anforderungen der Branche adaptiert werden. To do Förderung nachhaltiger Sanierungsmaßnahmen auf breiter Basis Derzeit werden durch den Klima- und Energiefonds Leuchtturmprojekte gefördert, davon abgrenzbare Teilprojekte im Rahmen der Umweltförderung Inland. Dazwischen besteht eine Lücke, in die der Großteil von Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung in der Hotellerie fällt. Diese Lücke zu schließen wäre sowohl umwelt- als auch wirtschaftspolitisch von Vorteil. Am nachhaltigsten würden sich Maßnahmen erweisen, die wirtschaftliche Vorteile, gegebenenfalls die einfache Integration in den betrieblichen Alltag und die vorteilhaften Auswirkungen auf die Umwelt veranschaulichen. Investitionen in den Umweltschutz sollten ausnahmslos gefördert werden. Umweltförderungen sollten an den Bedürfnissen der Praxis ausgerichtet und von einer Hand abgewickelt werden (One-Stop-Shop). To do
34 Tourismus europäisch denken Tourismus europäisch denken
35 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Dieser neue Rechtsrahmen bietet eine echte Basis für Maßnahmen mit einem hohen europäischen Zusatznutzen, bei denen auch der angestrebte Bürokratieabbau zum Tragen kommt." Antonio Tajani, EU-Kommissar Tourismus wird wichtiger für Europa. Europa wird wichtiger für den Tourismus. Die Europäische Union hat den steigenden Stellenwert des Tourismus als Wirtschaftsfaktor erkannt und einen eigenen Tourismuskommissar als kompetenten Ansprechpartner für zwei Millionen Unternehmen mit 8 Mio. Mitarbeitern ernannt. Diese erwirtschaften direkt 4 % des BIP der EU-Staaten, indirekt etwa 11 % und beschäftigen rund 12 % der Arbeitskräfte. Die Europäische Kommission hat sich ein Ziel gesetzt "Europe, the world`s No. 1 tourist destination" und dafür "a new political framework for tourism in Europe" geschaffen. EU-Tourismusstrategie Österreich wird davon profitieren, dass sich die EU-Kommission mit dem Tourismus einer Thematik annimmt, die nur teilweise vom Bund bzw. den Ländern gelöst werden kann. Die ÖHV hat EU-Tourismuskommissar Tajani daher Expertisen für supranationale Themen übergeben, deren Entscheidung von höchster Relevanz für Millionen Unternehmen, Mitarbeiter und Urlauber in Europa sind. Mit einem zentralen Ansprechpartner verbessert die EU die Wettbewerbsposition ihrer Mitgliedsstaaten nachhaltig. Die ÖHV hat ihre europäische Kompetenz mehrmals unter Beweis gestellt, bei der Bekämpfung der Kreditkarten-Disagios genauso wie bei der Ausarbeitung der HOTRECRegeln für Online-Bewertungsplattformen oder aktuell rechtlichen Schritten gegen die Abschaffung der Energieabgabenvergütung. Auch auf die Fragen der Visa-Ausstellung und die Entzerrung der Ferien können nur auf europäischer Ebene adäquate Antworten gefunden werden. ÖHV-Positionspapier 2011/2012 "Dieser neue Rechtsrahmen bietet eine echte Basis für Maßnahmen mit einem hohen europäischen Zusatznutzen, bei denen auch der angestrebte Bürokratieabbau zum Tragen kommt." Antonio Tajani, EU-Kommissar Tourismus wird wichtiger für Europa. Europa wird wichtiger für den Tourismus. Die Europäische Union hat den steigenden Stellenwert des Tourismus als Wirtschaftsfaktor erkannt und einen eigenen Tourismuskommissar als kompetenten Ansprechpartner für zwei Millionen Unternehmen mit 8 Mio. Mitarbeitern ernannt. Diese erwirtschaften direkt 4 % des BIP der EU-Staaten, indirekt etwa 11 % und beschäftigen rund 12 % der Arbeitskräfte. Die Europäische Kommission hat sich ein Ziel gesetzt "Europe, the world`s No. 1 tourist destination" und dafür "a new political framework for tourism in Europe" geschaffen. EU-Tourismusstrategie Österreich wird davon profitieren, dass sich die EU-Kommission mit dem Tourismus einer Thematik annimmt, die nur teilweise vom Bund bzw. den Ländern gelöst werden kann. Die ÖHV hat EU-Tourismuskommissar Tajani daher Expertisen für supranationale Themen übergeben, deren Entscheidung von höchster Relevanz für Millionen Unternehmen, Mitarbeiter und Urlauber in Europa sind. Mit einem zentralen Ansprechpartner verbessert die EU die Wettbewerbsposition ihrer Mitgliedsstaaten nachhaltig. Die ÖHV hat ihre europäische Kompetenz mehrmals unter Beweis gestellt, bei der Bekämpfung der Kreditkarten-Disagios genauso wie bei der Ausarbeitung der HOTRECRegeln für Online-Bewertungsplattformen oder aktuell rechtlichen Schritten gegen die Abschaffung der Energieabgabenvergütung. Auch auf die Fragen der Visa-Ausstellung und die Entzerrung der Ferien können nur auf europäischer Ebene adäquate Antworten gefunden werden.
36 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Visa-Politik reformieren Die Visa-Vergabe schwieriger zu machen als notwendig ist sicherheitspolitisch nicht notwendig und wirtschaftlich kontraproduktiv. Die Einrichtung gemeinsamer Visa-Büros, wie Österreich und die Schweiz sie schon im Vorfeld der gemeinsamen Fußball-Europameisterschaft betrieben hatten, hat sich sicherheitspolitisch bewährt, entspricht europäischen Standards und ist als weiterer wichtiger Schritt zur Erreichung des von der EU-Kommission gesetzten Ziels "Europe, the world`s No. 1 tourist destination" umzusetzen. Die Einrichtung gemeinsamer Visa-Büros würde die Anreise aus großen Ländern immens erleichtern. Die Möglichkeiten reichen von österreichischen Konsulaten in den Drittländern über gemeinsame Konsulate mit anderen EU-Staaten bis hin zu Visa Facilitation Offices. Erfahrungen mit Ländern, in denen die Visa-Vergabe erleichtert wurde, zeigen, wie stark Europa davon profitieren würde. Von den derzeit strengen Visabestimmungen profitieren Konkurrenzdestinationen wie die Türkei, die ihre Position im Skitourismus ausbaut. To do Das langfristige Ziel muss ein gemeinsames EU-Visabüro sein. ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Visa-Politik reformieren Die Visa-Vergabe schwieriger zu machen als notwendig ist sicherheitspolitisch nicht notwendig und wirtschaftlich kontraproduktiv. Die Einrichtung gemeinsamer Visa-Büros, wie Österreich und die Schweiz sie schon im Vorfeld der gemeinsamen Fußball-Europameisterschaft betrieben hatten, hat sich sicherheitspolitisch bewährt, entspricht europäischen Standards und ist als weiterer wichtiger Schritt zur Erreichung des von der EU-Kommission gesetzten Ziels "Europe, the world`s No. 1 tourist destination" umzusetzen. Die Einrichtung gemeinsamer Visa-Büros würde die Anreise aus großen Ländern immens erleichtern. Die Möglichkeiten reichen von österreichischen Konsulaten in den Drittländern über gemeinsame Konsulate mit anderen EU-Staaten bis hin zu Visa Facilitation Offices. Erfahrungen mit Ländern, in denen die Visa-Vergabe erleichtert wurde, zeigen, wie stark Europa davon profitieren würde. Von den derzeit strengen Visabestimmungen profitieren Konkurrenzdestinationen wie die Türkei, die ihre Position im Skitourismus ausbaut. To do Das langfristige Ziel muss ein gemeinsames EU-Visabüro sein.
37 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Reiseströme entzerren Von abgestimmten Ferienterminen würden alle profitieren: Die Gäste, weil sie sich Staus und Warteschlangen sparen und weil die Entzerrung einen dämpfenden Effekt auf die Höchstpreise hätte. Die Mitarbeiter in Saisonbetrieben, weil der Arbeitsaufwand zur Saisonspitze sinken und die Anstellungsdauer steigen würde. Unternehmer und Infrastruktur-Betreiber, weil die Kapazitäten auf niedrigere Maximalwerte ausgelegt werden könnten. Und nicht zuletzt die Anrainer und die Umwelt, weil durch weniger Staus auch die Schadstoff-Emissionen sänken. Das Verkehrsaufkommen auf den HauptReiserouten durch die Alpen verdoppelt sich an den Wochenenden in den Ferienmonaten beinahe und übersteigt regelmäßig die Kapazitäten dieser Straßen. Die EU-Kommission soll den geplanten freiwillige Informationsaustausch über Ferienzeiten durch aktive Koordination ergänzen, um dem langfristigen Ziel einer europaweiten Koordination der Ferienzeiten näher zu kommen. To do Vermeidbare Urlaubsstaus WINTER 2010/2011 Grenzübergang Kiefersfelden (A12) A12 bei Kufstein/Kiefersfelden A8 Richtung München 12 km 15 km 20 km SOMMER 2010 Tauerntunnel (A10) 35 km Reise-Samstag auf Transitautobahnen (A10, A12, A13, A14): 1.000.000 Stau-Stunden + 3.500 Tonnen CO2 Quelle: ÖAMTC, eigene Berechnung ÖHV-Positionspapier 2011/2012 Reiseströme entzerren Von abgestimmten Ferienterminen würden alle profitieren: Die Gäste, weil sie sich Staus und Warteschlangen sparen und weil die Entzerrung einen dämpfenden Effekt auf die Höchstpreise hätte. Die Mitarbeiter in Saisonbetrieben, weil der Arbeitsaufwand zur Saisonspitze sinken und die Anstellungsdauer steigen würde. Unternehmer und Infrastruktur-Betreiber, weil die Kapazitäten auf niedrigere Maximalwerte ausgelegt werden könnten. Und nicht zuletzt die Anrainer und die Umwelt, weil durch weniger Staus auch die Schadstoff-Emissionen sänken. Das Verkehrsaufkommen auf den HauptReiserouten durch die Alpen verdoppelt sich an den Wochenenden in den Ferienmonaten beinahe und übersteigt regelmäßig die Kapazitäten dieser Straßen. Die EU-Kommission soll den geplanten freiwillige Informationsaustausch über Ferienzeiten durch aktive Koordination ergänzen, um dem langfristigen Ziel einer europaweiten Koordination der Ferienzeiten näher zu kommen. To do Vermeidbare Urlaubsstaus WINTER 2010/2011 Grenzübergang Kiefersfelden (A12) A12 bei Kufstein/Kiefersfelden A8 Richtung München 12 km 15 km 20 km SOMMER 2010 Tauerntunnel (A10) 35 km Reise-Samstag auf Transitautobahnen (A10, A12, A13, A14): 1.000.000 Stau-Stunden + 3.500 Tonnen CO2 Quelle: ÖAMTC, eigene Berechnung
38 Das braucht der Touris Wettbewerbsposition verbessern Tourismusstrategie rasch und konsequent umsetzen Wertgesicherte Erhöhung des ÖW-Budgets um 10 Mio. Euro "Allianz der 10" mit operativen Arbeitsgruppen fortführen und auf Destinationen ausweiten Exportförderung für Tourismus verbessern Stopp für Subvention neuer Hotelbetten durch Länder und Gemeinden Stopp für Bewerbung ausländischer Tourismusinvestitionen in Österreich auf Steuerzahlerkosten Professionalisierung im Destinationsmanagement forcieren Evaluierung und systematische Harmonisierung der Tourismusgesetze Wachstum forcieren statt Steuern erhöhen Mehrwertsteuer von 10 % auf 5 % senken Abschaffung der Energieabgabenvergütung für Dienstleistungsbetriebe zurücknehmen Abschreibungsdauer senken Grunderwerbsteuer und Grundbuchgebühr abschaffen Vergnügungssteuer/Lustbarkeitsabgabe abschaffen. Pauschale Gewerbeberechtigung für Tourismusbetriebe Hälftesteuersatz und Steuerfreiheit der stillen Reserven für alle Betriebsaufgeber Beitrag zu Unfall- und Arbeitslosenversicherung senken Kommunalsteuer überdenken Lohnnebenkosten senken, Lohnverrechnung vereinfachen Infrastruktur rasch ausbauen Flughäfen auf zunehmende Kapazitäten ausrichten European Single Sky vorantreiben ÖBB-Service-Offensive Das braucht der Touris Wettbewerbsposition verbessern Tourismusstrategie rasch und konsequent umsetzen Wertgesicherte Erhöhung des ÖW-Budgets um 10 Mio. Euro "Allianz der 10" mit operativen Arbeitsgruppen fortführen und auf Destinationen ausweiten Exportförderung für Tourismus verbessern Stopp für Subvention neuer Hotelbetten durch Länder und Gemeinden Stopp für Bewerbung ausländischer Tourismusinvestitionen in Österreich auf Steuerzahlerkosten Professionalisierung im Destinationsmanagement forcieren Evaluierung und systematische Harmonisierung der Tourismusgesetze Wachstum forcieren statt Steuern erhöhen Mehrwertsteuer von 10 % auf 5 % senken Abschaffung der Energieabgabenvergütung für Dienstleistungsbetriebe zurücknehmen Abschreibungsdauer senken Grunderwerbsteuer und Grundbuchgebühr abschaffen Vergnügungssteuer/Lustbarkeitsabgabe abschaffen. Pauschale Gewerbeberechtigung für Tourismusbetriebe Hälftesteuersatz und Steuerfreiheit der stillen Reserven für alle Betriebsaufgeber Beitrag zu Unfall- und Arbeitslosenversicherung senken Kommunalsteuer überdenken Lohnnebenkosten senken, Lohnverrechnung vereinfachen Infrastruktur rasch ausbauen Flughäfen auf zunehmende Kapazitäten ausrichten European Single Sky vorantreiben ÖBB-Service-Offensive
39 ÖHV-Positionspapier 2011/2012 mus 2011/2012 Mitarbeiter optimal mobilisieren Praktikable Regelung zur Weiterbeschäftigung langjähriger Saisoniers Mehr Mangelberufe in die Rot-Weiß-Rot-Card oder mehr Saisoniers aus Drittstaaten. Legaler Arbeitsmarkt-Zugang für Asylwerber Neuen Modullehrberuf Tourismusfachkraft rasch einführen, Lehrpläne optimieren "Lehre mit Matura" forcieren Praxiszeiten in Tourismusschulen ausweiten Standardisierte Aus- und Weiterbildung forcieren Zumutbarkeitsbestimmungen überdenken Arbeitslosenstatistik nicht nach zuletzt ausgeübten Berufen Saisonverlängerung systematisch unterstützen Durchrechnung der Arbeitszeit verlängern Anstellung von Aushilfen erleichtern Neue Chancen im Web nutzen Direktbuchungen über NTO-Websites Nachhaltigkeit fördern Investitionen in den Umweltschutz ausnahmslos fördern Umweltförderungen an Bedürfnissen der Praxis ausrichten One-Stop-Shop für Umweltförderungen Tourismus europäisch denken Gemeinsame EU-Visabüros Ferienzeiten koordinieren Österreichische Hoteliervereinigung Österreichische Hoteliervereinigung Die freie Interessenvertretung Die freie Interessenvertretung ÖHV-Positionspapier 2011/2012 mus 2011/2012 Mitarbeiter optimal mobilisieren Praktikable Regelung zur Weiterbeschäftigung langjähriger Saisoniers Mehr Mangelberufe in die Rot-Weiß-Rot-Card oder mehr Saisoniers aus Drittstaaten. Legaler Arbeitsmarkt-Zugang für Asylwerber Neuen Modullehrberuf Tourismusfachkraft rasch einführen, Lehrpläne optimieren "Lehre mit Matura" forcieren Praxiszeiten in Tourismusschulen ausweiten Standardisierte Aus- und Weiterbildung forcieren Zumutbarkeitsbestimmungen überdenken Arbeitslosenstatistik nicht nach zuletzt ausgeübten Berufen Saisonverlängerung systematisch unterstützen Durchrechnung der Arbeitszeit verlängern Anstellung von Aushilfen erleichtern Neue Chancen im Web nutzen Direktbuchungen über NTO-Websites Nachhaltigkeit fördern Investitionen in den Umweltschutz ausnahmslos fördern Umweltförderungen an Bedürfnissen der Praxis ausrichten One-Stop-Shop für Umweltförderungen Tourismus europäisch denken Gemeinsame EU-Visabüros Ferienzeiten koordinieren Österreichische Hoteliervereinigung Österreichische Hoteliervereinigung Die freie Interessenvertretung Die freie Interessenvertretung
40 Lobbying Produkte & Services Informa on & Recht Weiterbildung IMPRESSUM Österreichische Hoteliervereinigung, Hofburg, 1010 Wien; Tel.: +43 0(1) 533 09 52; Fax: +43 0(1) 533 70 71; office@oehv.at; www.oehv.at Für den Inhalt verantwortlich: Thomas Reisenzahn, Generalsekretär Redaktion: Martin Stanits; Mag. Markus Gansterer, MA Grafik: www.br-design.at Druck: Samson Druck GmbH, 5581 St. Margarethen. Stand: März 2011 © Österreichische Hoteliervereinigung Sprachliche Gleichstellung: In diesem Dokument werden nur die männlichen Formen angeführt, die weiblichen sind darin enthalten. Österreichische Hoteliervereinigung Österreichische Hoteliervereinigung Die freie Interessenvertretung Die freie Interessenvertretung Lobbying Produkte & Services Informa on & Recht Weiterbildung IMPRESSUM Österreichische Hoteliervereinigung, Hofburg, 1010 Wien; Tel.: +43 0(1) 533 09 52; Fax: +43 0(1) 533 70 71; office@oehv.at; www.oehv.at Für den Inhalt verantwortlich: Thomas Reisenzahn, Generalsekretär Redaktion: Martin Stanits; Mag. Markus Gansterer, MA Grafik: www.br-design.at Druck: Samson Druck GmbH, 5581 St. Margarethen. Stand: März 2011 © Österreichische Hoteliervereinigung Sprachliche Gleichstellung: In diesem Dokument werden nur die männlichen Formen angeführt, die weiblichen sind darin enthalten. Österreichische Hoteliervereinigung Österreichische Hoteliervereinigung Die freie Interessenvertretung Die freie Interessenvertretung

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