mehrwert_01/2012
1 Die Marketingpublikation der Bank Vontobel Europe AG für Anlage- und Hebelprodukte Januar 2012 - Ausgabe Deutschland Bauwut am Zuckerhut Investmentidee, Seite 13 Perspektiven 2012 - Impulse für das neue Jahr Markt im Fokus, Seite 6 Optimiert in Öl investieren Know-how, Seite 12 2 mehrwert November/Dezember 2011<br/> Inhaltsverzeichnis<br/> Editorial Marktbericht Aktuelle Entwicklungen auf dem Weltmarkt Markt im Fokus Quo vadis, Gold? Interview «Länderrisiken bieten anhaltende Unterstützung für Gold» Michael J. Jansen<br/> 10 Charts des Monats DAX®, Daimler und Brent Crude Oil im Fokus 11 Hebel-Kolumne Die Handhabung von Finanzierungskosten bei Knock-out-Produkten 12 Know-how Risiko und Qualität können sich stets ändern 14 Investmentidee Immer für einen Kupon zu haben - Protect (Multi) Aktienanleihen 16 Rohstoff-Kolumne China bleibt umtriebig 17 Antworten auf Ihre Fragen Welcher Referenzpreis wird bei Optionsscheinen am Bewertungstag herangezogen? 18 Wussten Sie, dass ... 19 News und Tipps<br/> «Wir rechnen damit, dass die Zentral banken in den kommenden Quartalen eine Hauptsäule der Goldnachfrage unter den Nichtverbrauchern sein werden.»<br/> Michael J. Jansen, Head of Commodity Research, EMEA bei J.P. Morgan<br/>
3 Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Ihr Feedback zu «derinews». Senden Sie uns ein E-Mail an derinews@vontobel.ch. In der Rubrik «Antworten auf Ihre Fragen» werden unsere Spezialisten Stellung nehmen.<br/>
4 derinews Oktober 2011<br/> Marktbericht<br/> Aktuelle Entwicklungen auf dem Weltmarkt<br/> Aktienmärkte<br/> Swiss Market Index (SMI®) Absoluter Wert (in CHF) 7000 6500 6000 5500 5000 4500 Sep 10 Swiss Market Index (SMI®) Mrz 11 Sep 11 EURO STOXX 50® Absoluter Wert (in EUR) 5000 4600 4200 3800 3400 3000 Sep 10 EURO STOXX 50 ® Mrz 11 Sep 11 MSCI World 1400 1350 1300 1250 1200 1150 1100 1050 Sep 10 MSCI World (USD) Mrz 11 Sep 11 Absoluter Wert (in USD)<br/> USA und Europa1 In der europäischen Währungsunion verstärkten sich die Spannungen. Nicht nur die Dauerkrise in Griechenland, sondern vor allem auch die ungünstigen Budgetperspektiven in Italien bereiteten den Investoren zunehmend Sorgen. Mit 1900 Milliarden Euro sind die italienischen Staatsschulden zu gross für jeden Euro-Rettungsschirm. Die beiden von Italien beschlossenen Sparprogramme wurden von den Märkten als ungenügend betrachtet, so dass die italienische Risikoprämie massiv stieg. Hiervon wurde auch Spanien in Mitleidenschaft gezogen. Die Europäische Zentralbank (EZB) begann daraufhin, vermehrt italienische und spanische Staatsanleihen zu kaufen. Ziel war eine reduzierte Risikoprämie und damit geringere staatliche Refinanzierungskosten. Die Kehrseite staatlicher Sparprogramme ist ein reduziertes Wirtschaftswachstum, was den Spielraum für eine Sanierung der Staatsfinanzen wiederum einschränkte. So wird die griechische Wirtschaft 2011 wie im Vorjahr deutlich schrumpfen. In den USA ist es um den politischen Streit über die Staatsfinanzen ruhiger geworden. Im Mittelpunkt standen die Wirtschaftsindikatoren: Sie haben sich gegenüber der Vorperiode aufgehellt und sind tendenziell besser als erwartet ausgefallen.<br/> Schweiz2 Der Schweizer Aktienmarkt konnte sich in der zweiten Augusthälfte und im September von seinem bisherigen Jahrestiefs lösen, wobei die risikoaverse Haltung der Investoren sehr stark bleibt. Das Zaudern der Politiker in Sachen Lösungsfindung für die europäische Schuldenkrise hält die Volatilität seit Wochen hoch während stetig neue Gerüchte über Bankenprobleme auch nicht gerade zur Beruhigung beitragen. So hat der teilweise Rückzug von US-Geldmarktfonds bei französischen Grossbanken einen massiven Kursrutsch verursacht. Als Reaktion darauf haben die weltweit wichtigsten Zentralbanken in einer konzertierten Aktion USD-Liquidität bereitgestellt. Aufgrund der aktuellen Bewertung geht der Markt nun für die Schweiz für 2012 von einer Rezession aus, während die Makroökonomen noch ein Wachstum prognostizieren. Die anhaltende massive Stärke des Schweizer Frankens veranlasste die Schweizerische Nationalbank (SNB) am 06.09.2011 zu einer beträchtlichen Intervention: Es wird kein EUR/CHF-Kurs unter 1.20 toleriert und die SNB ist bereit, Euro in «unlimitierter» Menge zu erwerben. Dies hat der Börse seither etwas Luft verschafft, wobei die Volumina gering bleiben.<br/> Quelle: Bloomberg, Stand am 27.09.2011 Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern und allfällige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus.<br/>
5 mehrwert Januar 2012 Marktbericht Zinsen Euro-Bund-Future 140 135 130 125 120 115 110 105 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Euro-Bund-Future Absoluter Wert (in EUR) Währungen EUR/USD - EUR/CHF Absoluter Wert (in EUR/USD) Absoluter Wert (in EUR/CHF) 1,70 1,60 1,50 1,40 1.30 1,20 1,10 1,00 2007 2008 2009 2010 2011 2012 EUR/USD EUR/CHF 1,70 1,60 1,50 1,40 1,30 1,20 1,10 1,00 BRL/EUR 0,46 0,44 0,42 0,40 0,38 0,36 0,34 0,32 0,30 2007 BRL/EUR 2008 2009 2010 2011 2012 Absoluter Wert (in EUR) Quelle: Bloomberg, Stand am 30.12.2011 Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern und etwaige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus. Währungsentwicklung CHF/EUR/USD1 Kurzfristig bleibt die Euro-Finanzkrise ungelöst, was die Anbindung des Schweizer Frankens an den Euro weiterhin notwendig macht. Der EUR/CHF-Kurs verharrte im Dezember konstant oberhalb der 1,20-Grenze. Mittelfristig erwartet Vontobel Asset Management aber erste glaubhafte Schritte in Richtung Lösung der Krise, weshalb mit einer leichten Aufwertung des Euro zu rechnen ist. Gleichzeitig verlieren »sichere Häfen« an Bedeutung, sofern es wie erwartet gelingt, bei der Umsetzung der im Dezember beschlossenen Fiskalkonsolidierung innerhalb der Europäischen Währungsunion (EWU) glaubwürdige Fortschritte zu erzielen. Der Euro würde in diesem Fall gegenüber Schweizer Franken und US-Dollar weiter an Wert gewinnen. Kurzfristig neigt der US-Dollar zur Stärke: Hohe Renditen langfristiger italienischer Staatsanleihen könnten auch weitere Wertpapierkäufe der EZB provozieren. Diese würden eine Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar nach sich ziehen. Schweiz1 Der Schweizer Aktienmarkt konnte im Dezember 2011 seine Erholung unter reduzierter Volatilität fortsetzen und erreichte den höchsten Stand seit Ende Juli. Makroökonomische Nachrichten aus Europa, den USA und China, politische Unstimmigkeiten in Bezug auf Ausgestaltung und Größe des europäischen Rettungsschirms EFSF sowie der Rolle der EZB interessierten mehr als die fundamentalen Aussichten der Unternehmen. Indes scheint der Markt eine moderate Rezession für die Dauer von ein bis zwei Quartalen im Jahr 2012 für die Eurozone und die Schweiz in den aktuellen Kursen eingepreist zu haben. Gleichzeitig haben sich die wirtschaftlichen Aussichten für die USA im vierten Quartal 2011 ansprechend entwickelt, und die unmittelbare Gefahr einer Rezession scheint gebannt. Die Obligationenrenditen von Italien und Spanien bleiben jedoch im Brennpunkt, und die hohen Bestände an Refinanzierungen und Neuemissionen der beiden Länder von über EUR 400 Milliarden für 2012 dürften den Anlegern weiterhin eine unruhige Zeit bescheren. Seit der Intervention der Schweizerischen Nationalbank (SNB) konnte sich der EUR/CH Kurs über der Untergrenze von 1,20 halten, was jedoch immer noch zu schmerzhaften Einbußen für die Schweizer Exportwirtschaft führen wird. Die Richtung des Schweizer Aktienmarkts könnte durch die anstehende Berichtssaison neue Impulse erfahren, wobei die Unternehmen in ihrem Ausblick nur verhalten optimistisch bleiben dürften. Emerging Markets1 Das Wirtschaftswachstum in den Emerging Markets hat sich in den letzten Monaten abgekühlt, wobei die Talsohle gemäß den Vontobel-Experten in der ersten Jahreshälfte 2012 erreicht werden könnte. Aufgrund geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen und des Ausblicks auf eine Stabilisierung der Eurozone wird für den weiteren Verlauf des Jahres aber bereits wieder mit einer Wirtschaftserholung in den Emerging Markets gerechnet. Diese Erholung wird sich jedoch nicht gleichmäßig über alle Märkte verteilen. So erwarten die Vontobel-Analysten, dass sich Lateinamerika sowie die exportabhängigen asiatischen Volkswirtschaften schneller erholen könnten als die osteuropäischen Länder, welche weiterhin unter dem Kreditschrumpfungsprozess der Eurozone leiden. Zusätzlich erhöht sich aufgrund sinkender Inflationsraten in vielen Emerging Markets der Spielraum der Zentralbanken für weitere geldpolitische Stimulierungsmaßnahmen. Während die Inflation in Asien und Osteuropa bereits 2011 den Höhepunkt überschritten hat, ist im Jahr 2012 auch in Lateinamerika mit einem Inflationsrückgang zu rechnen, was zu weiteren Leitzinssenkungen führen dürfte. Eine mögliche Entspannung der EWU-Krise könnte gemäß den Vontobel-Analysten in den nächsten drei Monaten zu einer Outperformance der lateinamerikanischen und EMEA-Währungen gegenüber asiatischen Währungen führen. Der Südafrikanische Rand, der Brasilianische Real und der Mexikanische Peso sollten dabei die Vorreiter der Erholung in den Emerging Markets sein. Beitrag von Vontobel Research Asset Management 2 Beitrag von GodmodeTrader (www.godmode-trader.de)
6 mehrwert Januar 2012 Markt im Fokus Perspektiven 2012 - Impulse für das neue Jahr Ob globale Herabstufungen von Ratings, Eurokrise oder starker Franken - 2011 wird als ein ereignisreiches Jahr in die Finanzgeschichte eingehen. Die mehrwert-Redaktion gibt Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen, schaut dabei zurück - und nach vorne. Global - von den USA bis nach Griechenland Nachdem im Vorjahr 2010 die Staatsfinanzkrise Griechenlands heraufzog und die Eurorettung im Frühjahr 2011 das zentrale Thema blieb, folgte im Sommer 2011 auf globaler Ebene der nächste Paukenschlag: Nur wenige Tage nach der Erhöhung der Schuldengrenze in den USA reduzierte die Ratingagentur Standard & Poor's das Bonitätsrating der Vereinigten Staaten um eine Stufe auf AA+. Der Grund: Die zusammen mit der Erhöhung der Schuldengrenze vereinbarten Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung wurden als nicht ausreichend erachtet, um die Staatsschuldenquote in den USA zu stabilisieren. Was folgte, war ein einschneidender globaler Kurssturz an den Börsen. Im zweiten Halbjahr verbesserten sich die amerikanischen Konjunkturdaten jedoch wieder. Zum Jahresende hin präsentieren sich die amerikanischen Aussichten wieder etwas optimistischer. Beispielsweise hat sich der Vorlaufindikator der USA in letzter Zeit beschleunigt. Allerdings wird auch die Eurokrise an den USA nicht spurlos vorübergehen. Vontobel Asset Management setzt seine Prognosen zum amerikanischen Wirtschaftswachstum von 2,2 % auf 1,9 % herab. Im Herbst 2012 wählen die US-Bürger einen neuen Präsidenten. Aufgrund der globalen Entwicklungen dürfte die Bedeutung dieser Wahl für die Märkte aber eher gering ausfallen. In der Eurozone zeigte sich die Konjunktur zu Jahresbeginn 2011 robust. Die Griechenlandkrise blieb jedoch allgegenwärtig und breitete sich aus. Nachdem die Diskussion über einen »freiwilligen« Schuldenverzicht der privaten Gläubiger aufgekommen war, begannen im Juli auch die Kurse italienischer Staatsanleihen zu sinken, was die Renditen in die Höhe trieb. Schon im August überschritten die italienischen Zinsen die Marke von 6 %. Die Europäische Zentralbank kaufte seither für 100 Milliarden Euro Staatsanleihen, jedoch ohne größere Wirkung. Mehrere Krisengipfel wurden einberufen. Diese führten zu verschiedenen Beschlüssen, die jedoch bis anhin ebenfalls ohne große Wirkung blieben. In der Folge hat sich die Konjunkturschwäche von der Peripherie auf die Kernländer ausgeweitet. Frankreich musste weitere Sparmaßnahmen verabschieden, und selbst Deutschland, der europäische Wirtschaftsmotor, steht vor wirtschaftlich eingtrübten Aussichten. Die Experten von Vontobel Asset Management gehen davon aus, dass die Eurozone nur knapp an einer Rezession vorbeischrammen wird. Das Hauptszenario von Vontobel sieht vor, dass die Eurokrise einigermaßen unter Kontrolle gehalten werden kann. Schweizer Franken schürt Rezessionsängste Obwohl die Schweiz sich grundsätzlich mit tadellosen Staatsfinanzen präsentiert, droht aufgrund des starken Frankens eine Rezession. Zahlreiche Anleger sind aufgrund der Währungsturbulenzen in den starken Franken geflüchtet. Kurzzeitig kam es sogar zur Kursparität mit dem Euro. Daraufhin sah sich die Schweizerische Nationalbank zum Handeln gezwungen und konnte mir ihrer Intervention, den Eurowechselkurs bei CHF 1,20 festzulegen, das Schlimmste verhindern. Vontobel Asset Management geht davon aus, dass diese Untergrenze anhalten wird. Trotzdem hat der starke Franken seinen Preis: Aufgrund dichter Handelsverflechtungen wird sich die stagnierende Wirtschaft der Eurozone auch hierzulande bemerkbar machen. Die Schweizer Wachstumsprognosen für 2012 wurden somit von 1,1 % auf 0,7 % reduziert. Schwellenländer zeigen sich robust Im Gegensatz zu den westlichen Industrieländern zeigen sich die Staatsfinanzen der meisten Schwellenländer (mit Ausnahme von Osteuropa) deutlich solider. Die Verschuldung ist tief und Devisenreserven werden aufgestockt. Für 2012 ist daher mit einer Erholung der Schwellenländerobligationen und -währungen zu rechnen. Einige Notenbanken haben bereits mit Zinssenkungen begonnen - so auch in Brasilien, wo ein ausgeglichener Staatshaushalt, eine wachsende Mittelschicht und ein boomender Immobilienmarkt für einen positiven Wirtschaftsausblick sorgen könnten. Mehr zu diesem interessanten Investmentthema lesen Sie in der Rubrik »Investmentidee«. Auf und Ab an den Aktienmärkten Auch im Jahr 2011 waren die Märkte von einer hohen Volatilität geprägt. Aufgrund zahlreicher globaler Krisenherde setzen nun vielerorts die Bemühungen zum Schuldenabbau ein. Besonders augenfällig ist hierbei der durch die Rating-Abwertung der USA ausgelöste globale Kurssturz Anfang August. Die Leitindizes im Vergleich 40 20 0 - 20 - 40 - 60 2006 Swiss Market Index 2007 DAX® Index 2008 Dow Jones Industrial 2009 S&P 500 Index 2010 2011 Wertentwicklung (in %) Quelle: Bloomberg, Stand am 29.12.2011 Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern und etwaige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus.
7 mehrwert Januar 2012 Markt im Fokus Bild links: 2012 wird ein weiteres wegweisendes Jahr ... Bild rechts: ... insbesondere für den Euro, der die schwerste Krise seit seiner Einführung erlebt. Die Volkswirtschaften der Eurozone dürften 2012 stagnieren, diejenige der USA nur leicht wachsen. Diese Aussichten dürften in den meisten Aktienkursen bereits enthalten sein. Viele Gewinn-Erwartungen in den USA erachten die Ökonomen von Vontobel jedoch als zu hoch, sodass der US-Markt noch stärker korrigieren könnte. Bezüglich Rendite-Erwartungen von Aktienanlagen bleiben unsere Experten verhalten eingestellt und behalten die Untergewichtung der Aktienquote bei. In Abhängigkeit vom weiteren Verlauf der Eurokrise sollten Portfoliorisiken im Moment eher abgebaut werden. Das bedeutet jedoch nicht einen generellen Abbau von Aktienanlagen, da es auch in einem schwierigen Umfeld werthaltige Unternehmen gibt. Bei einem Eskalationsszenario müsste die Aktienquote weiter reduziert werden. Nach wie vor besteht aber Hoffnung auf den »großen Wurf«, der die Eurozone aus der Krise herausführen kann. Bei einem positiven Verlauf der Eurorettung könnte die Risikobereitschaft internationaler Investoren zurückkommen. Status quo an den Obligationenmärkten Im Herbst kam es zu einer vorübergehenden Beruhigung der Finanzmärkte, jedoch hing die europäische Schuldenkrise weiterhin wie ein Damoklesschwert über der Eurozone und ließ die Zinsen der peripheren Länder erneut ansteigen. So notierten italienische 10-JahresStaatsanleihen im November bei über 7,5 % und diejenigen von Spanien bei 6,7 %. Aufgrund großer Verunsicherung durch die anhaltende Schuldenkrise flüchteten viele Anleger in »Qualität«, weshalb die Renditen auf Staatsanleihen der Schweiz, Deutschlands und der USA neue Tiefststände erreichten. Vontobel Asset Management rechnet für 2012 aufgrund der langsamen Wirtschaftserholung nur mit einem leichten Renditeanstieg dieser Anleihen. Bei der hohen Verzinsung der Peripherieländer ist laut Vontobel-Ökonomen nicht mit einem Rückgang zu rechnen, solange die Eurokrise ungelöst bleibt. Zwar legte man am letzten Krisengipfel fest, Anleihen mit einer Versicherung auszustatten - mit der Absicht, die massiv angestiegenen Renditen der Staatsanleihen peripherer Euroländer zu reduzieren. Auf welches Niveau, bleibt jedoch abzuwarten. Für Italien, so Vontobel Asset Management, wäre ein nachhaltiges Zinsniveau von 3,5 % wünschenswert. Im Rohstoffsegment machte vor allem Gold von sich reden. Es erreichte 2011 den Höchststand von 1900 US-Dollar pro Unze, ehe es Ende September zu einer Korrektur kam. Die Chancen stehen jedoch gut, dass der Preis des gelben Metalls weiter ansteigt, zumindest »solange die Eurokrise anhält«, wie Dr. Ralf Wiedenmann, Leiter Economic Research, im Interview auf Seite 8 festhält.
8 www.vontobel-zertifikate.de<br/> www.vontobel-zertifikate.de.<br/>
9 mehrwert Januar 2012 Interview Ausblick Aktienmarkt Schweiz mehrwert: 2011 sind die Volatilitäten enorm angestiegen. Werden wir diesen Trend ins neue Jahr mitnehmen? Die Volatilitäten haben sich von den Höchstständen etwas zurückgebildet, und wir gehen davon aus, dass dieser Trend nachhaltig ist. Solange jedoch der Fokus der Investoren auf Makrothemen (Schuldenkrise Europa, harte oder weiche Landung Chinas) und auf der politischen Landschaft (dysfunktionale Politik in den USA und Europa) liegt, muss je nach Nachrichtenlage immer wieder mit kurzfristigen Fieberschüben gerechnet werden. mehrwert: Welche Risiken sehen Sie für den Schweizer Aktienmarkt im Jahr 2012? Panagiotis Spiliopoulos Leiter Research, Bank Vontobel Investment Banking mehrwert: Die Politik müht sich ab, eine Lösung sowohl für die Schuldenkrise als auch für den starken Schweizer Franken zu finden. Was wäre aus Sicht der Schweizer Wirtschaft wünschenswert? Wünschenswert wäre sicher ein EUR/CHFWechselkurs von mindestens CHF 1,30. Die Schweiz als kleine und sehr offene Volkswirtschaft bleibt jedoch den Marktkräften und insbesondere der Problemlösungskompetenz der Euro-Politiker und der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgeliefert. Forderungen nach temporären Steuererleichterungen oder die Einführung von Negativzinsen erachten wir jedoch als nicht zweckmäßig. mehrwert: Jede Krise beinhaltet auch Chancen. Welchen Titeln trauen Sie im kommenden Jahr das größte Potenzial zu und welche Anlagestrategie würden Sie empfehlen? Unsere neuste umfangreiche Analyse zum Schweizer Markt hat ergeben, dass Aktien mit stetig steigender oder zumindest stabiler Dividende während Bärenmärkten eine substanzielle zweistellige Outperformance gegenüber dem Swiss Performance Index (SPI) erzielt haben. Angesichts der großen Unsicherheit halten wir eine fokussierte Dividendenstrategie zumindest für das erste Halbjahr 2012 für zielführend. Wir sehen zwei große Risiken: eine größere und lange andauernde Rezession in Europa, welche die Schweizer Wirtschaft substanziell negativ beeinflussen würde, sowie eine Eskalation der europäischen Schuldenkrise, die zu einem hohen Aufwertungsdruck des Schweizer Frankens (als sicherer Hafen) führen und die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu einer massiven Intervention veranlassen würde. mehrwert: Was sind die Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen für den Bankensektor in der Schweiz und Europa? Der neuste Stresstest ergab für die wichtigsten europäischen Banken einen Kapitalbedarf von 115 Milliarden Euro, der bis Mitte 2012 gedeckt werden muss. Die Schweizer Großbanken sind im internationalen Vergleich sehr gut kapitalisiert, müssen jedoch auch die strikteren Anforderungen der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) erfüllen. Angesichts des Umfelds dürften auch 2012 die Themen Deleveraging und Kostenreduktion im Vordergrund stehen.
10 mehrwert Januar 2012 Charts des Monats DAX®, Starbucks und der EUR/GBP-Wechselkurs im Fokus DAX® Kursverlauf vom 22.09.2006 bis 29.12.2011 8000 Indexpunkte 7000 6000 5000 4000 3000 06 DAX® 07 08 09 10 11 12 gleitender Durchschnitt (50 Tage) gleitender Durchschnitt (200 Tage) 6.264,55 6.145,22 5.796,24 Starbucks Corp. Kursverlauf vom 15.09.2006 bis 29.12.2011 Absoluter Wert (in USD) EUR/GBP Kursverlauf vom 27.10.2006 bis 29.12.2011 45,78 38,20 28,89 Absoluter Wert (in EUR/GBP) 0,95 0,85 0,75 0,65 06 EUR/GBP 07 08 09 10 11 12 gleitender Durchschnitt (50 Tage) gleitender Durchschnitt (200 Tage) 0,863 0,839 0,836 50 40 30 20 10 0 06 07 08 09 10 11 12 Starbucks Corp. gleitender Durchschnitt (50 Tage) gleitender Durchschnitt (200 Tage) Kursstand: 5804,97 Punkte (Stand am 29.12.2011) Kursstand: USD 45,78 (Stand am 29.12.2011) Kursstand: GBP 0,836 (Stand am 29.12.2011) Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern und etwaige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus. DAX® Der DAX® konnte - ausgehend von der Unterstützung bei 5.100 Punkten - zu einer deutlichen Erholung ansetzen, die ihn bis Ende Oktober bis an den Widerstand bei 6.387 Punkten ansteigen ließ. Von dieser Marke prallte der Index zunächst deutlich ab, konnte sich im Dezember jedoch oberhalb von 5.500 Punkten stabilisieren. Sollte die 6.100-Punkte-Marke ein weiteres Mal überschritten werden, wäre ein weiterer Anstieg bis 6.387 Punkte zu erwarten. Von dort dürfte der Index den übergeordneten Abwärtstrend jedoch fortsetzen. Fällt der DAX® hingegen unter 5.500 Punkte zurück, wäre ein weiterer Test des Abverkaufstiefs bei 4.965 Punkten zu erwarten. Mini-Future auf DAX® WKN VT3P84 VT2T48 VT2JKX VT2FD6 Basiswert DAX Starbucks - weiter im Höhenflug Die Aktien von Starbucks befinden sich seit einer unteren Umkehr im Jahr 2008 in einem steilen Aufwärtstrend, der sie Ende 2010 über den Widerstand bei USD 28,50 ausbrechen ließ. Dieses Kaufsignal führte zu einem weiteren Aufwärtsimpuls, der im Oktober dieses Jahres zu einem Ausbruch über das Allzeithoch bei USD 40,00 führte. Zuletzt wurde bereits die 45-USD-Marke überwunden und damit weiteres Potenzial bis USD 49,50 generiert. Oberhalb dieser Marke ist mit einer Fortsetzung der Rally bis USD 55,00 zu rechnen. Erst ein nachhaltiger Rückfall unter USD 40,00 könnte diesen Höhenflug etwas abbremsen und eine Korrektur bis USD 34,00 einleiten. Mini-Future auf Starbucks Corp. EUR/GBP - kurzfristiges Verkaufssignal zeigt Wirkung Der Euro befindet sich gegenüber dem Britischen Pfund seit Jahren in einer Konsolidierung, die Züge eines symmetrischen Dreiecks angenommen hat. Im November trübte sich das technische Bild jedoch ein, da der Bruch einer mittelfristigen Aufwärtstrendlinie zu einem steilen Abverkauf bis an die Unterseite der Dreieckskonsolidierung führte. Mit dem Unterschreiten der 0,840-GBP-Marke wurde zuletzt ein weiteres Verkaufssignal ausgebildet, welches zu mittelfristigen Verlusten bis GBP 0,806 führen dürfte. Ein direkter Wiederanstieg über die Kursbarriere bei GBP 0,850 würde hingegen eine Erholung bis in den Bereich um GBP 0,883 einleiten. Mini-Future auf EUR / GBP Typ Long Long Short Short Basispreis* Stop-Loss* (in EUR) (in EUR) 5.403 4.904 6.609 7.201 5.481 4.975 6.511 7.096 Hebel* 9,27 5,25 10,87 5,27 WKN VT3XU9 VT3LD6 VT3LEB VT3LEF Basiswert Starbucks Corp. Starbucks Corp. Starbucks Corp. Starbucks Corp. Typ Long Long Short Short Basispreis* Stop-Loss* Hebel* (in USD) (in USD) 40,021 32,186 51,746 59,707 41,200 33,135 50,216 57,941 6,56 3,11 8,74 3,53 WKN VT039V VT039F VT04BF VT2FRB Basiswert EUR / GBP EUR / GBP EUR / GBP EUR / GBP Typ Long Long Short Short Basispreis* (in GBP) 0,7856 0,7500 0,9155 1,0187 Stop-Loss* (in GBP) 0,7972 0,7611 0,9019 1,0037 Hebel* 20,79 10,96 9,04 4,24 DAX® DAX® DAX® *Stand am 09.01.2012 *Stand am 09.01.2012 *Stand am 09.01.2012 Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auszahlungen sind abhängig von der Zahlungsfähigkeit der Emittentin bzw. Garantin. Darüber hinaus ist der Anleger bei Nicht-Quanto-Produkten einem Währungsrisiko ausgesetzt. Anleger sollten zudem beachten, dass es sich bei «Hebelprodukten um besonders risikoreiche Instrumente der Vermögensanlage handelt. Beitrag von BörseGo AG (www.boerse-go.de) Wichtiger Hinweis Die hierin enthaltene Analyse wurde von BörseGo AG (www.boerse-go.de) erstellt und unverändert von der Bank Vontobel Europe AG (Vontobel) weitergegeben. Für den Inhalt ist ausschließlich die angegebene Drittquelle verantwortlich. Weitere Informationen sowie die Offenlegung möglicher Interessenkonflikte sind der aufgeführten Website der Drittquelle zu entnehmen. Vontobel übernimmt für den Inhalt, die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen keine Gewähr. Vontobel wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht überwacht. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen dienen nur Informationszwecken und sind kein Angebot und keine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots oder zur Zeichnung, zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Sie werden außerhalb einer etwaigen Vertragsbeziehung mitgeteilt, begründen zu keinem Zeitpunkt ein vertragliches Beratungs- oder Auskunftsverhältnis und beinhalten keine Anlage-, Steuer- oder sonstige Beratung. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind keine »Finanzanalysen« im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes, genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit der Finanzanalyse und unterliegen keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Sie können von den von Vontobel bzw. von Unternehmen der Vontobel-Gruppe veröffentlichten Analysen abweichen.
11 mehrwert Januar 2012 Hebel-Kolumne So »rollen« Sie auch 2012 professionell durch die Welt der Futures Future-Kontrakte gehören zu den standardisierten, unbedingten Termingeschäften. Der Verkäufer eines Future-Kontrakts verpflichtet sich, eine bestimmte Menge des Basiswertes, auf den sich der Future-Kontrakt bezieht, zu einem bestimmten Preis an einem in der Zukunft liegenden Termin zu liefern. Der Käufer verpflichtet sich im Gegenzug zur Abnahme dieser Lieferung. Die unterschiedlichen Future-Kontrakte weisen unterschiedliche Laufzeiten und damit auch unterschiedliche Fälligkeitstermine auf. Um ein endlos laufendes Hebelprodukt auf einen Rohstoff-, Devisen- oder Zinsfuture handelbar zu gestalten, muss über die erwähnten Kontraktfälligkeiten hinweg eine nahtlose Preisstellung anhand des Basiswertes ermöglicht werden. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, ist eine Anpassung des Basiswertes entsprechend der Fälligkeit des jeweiligen FutureKontrakts notwendig (sog. Roll-Over). Nur so kann eine fortlaufende Preisstellung eines endlos laufenden Hebelprodukts gewährleistet werden. Nach bestimmten Kriterien erfolgt - in der Regel monatlich - eine Überführung des aktuellen Future-Kontrakts in den jeweils nächstfälligen Future-Kontrakt als Basiswert. Dient beispielsweise derzeit der Januar-Future-Kontrakt als Basiswert eines Hebelprodukts, so muss dieser kurz vor Ende seiner Laufzeit gegen den nächstfälligen Future-Kontrakt ausgetauscht werden. Genaue Angaben hierzu finden die Anleger in den Endgültigen Angebotsbedingungen zu unseren Produkten auf unserer Website www.vontobel-zertifikate.de. Aus einer Betrachtung der Terminkurve ergibt sich, dass länger laufende Terminkontrakte in der Regel höher notieren als Kontrakte mit kurzer Restlaufzeit. Die Gründe hierfür können vielschichtig sein, lassen sich aber im Grunde auf zwei wesentliche Faktoren reduzieren: auf die Kapitalkosten, die mit längerer Laufzeit steigen, sowie auf die grundsätzliche Liquiditätspräferenz der Marktakteure. Verkäufer von Future-Kontrakten sind nur dann gewillt, zukünftige Lieferverpflichtungen einzugehen, wenn sie eine entsprechende Entschädigung für entstehende Produktionskosten und die Bindung von Kapital in Form von gelagerten Rohstoffen erhalten. Unter dieser Voraussetzung würde ein »Rollen« in den nächstfälligen Future-Kontrakt (ohne Anpassung von Produktparametern) im Fall von endlos laufenden Turbo-Call-Optionsscheinen einen risikolosen Gewinn und im Fall von ShortPositionen einen Verlust verursachen. Um diesen laufzeitabhängigen Preisunterschieden einzelner Kontrakte gerecht zu werden, müssen die Produktparameter eines endlos laufenden Hebelprodukts entsprechend angepasst werden. Eine Anpassung des Basispreises bzw. der Knock-out-Barriere gewährleistet eine preisneutrale Anpassung des Basiswertes. Diese Anpassung muss in Höhe des zum Zeitpunkt des »Rollens« existierenden Unterschieds zwischen dem aktuell als Basiswert zugrundeliegenden Future-Kontrakt und dem für die Folgeperiode vorgesehenen Kontrakt erfolgen. Daraus wird ersichtlich, dass die bereits investierten Anleger in der Regel keine Vor- oder Nachteile durch den Übergang in den nächstfälligen Kontrakt erfahren. Der innere Wert des endlos laufenden Turbo-Optionsscheins sollte grundsätzlich nicht von einem »Rollvorgang« beeinflusst werden. Endlos laufende Hebelprodukte ermöglichen dem Anleger somit eine Partizipation an Rohstoff-, Devisen- und Zinsmärkten, wobei sie an der Entwicklung des Futures mit der jeweils kürzesten Restlaufzeit partizipieren. Anlegern, die in Rohstoffe investieren möchten, aber hierbei nicht zu Hebelprodukten greifen möchten, stehen rolloptimierte Rohstoffindizes zur Verfügung. Vontobel bietet hier in Zusammenarbeit mit J.P. Morgan zahlreiche Index-Zertifikate an, welche die Entwicklung diverser Rohstoff-Indizes abbilden. »JPMorgan Commodity Curve Indizes« verfügen über ein innovatives Gewichtungskonzept und investieren über die gesamte Terminkurve hinweg in Terminkontrakte mit verschiedenen Laufzeiten. Die Berücksichtigung verschiedener Terminkontrakt-Laufzeiten und das innovative Gewichtungskonzept sollen in Form eines optimierten Rollprozesses die Volatilität der sogenannten Rollrenditen reduzieren und das Renditeverhalten der Gesamtindizes verbessern. Hierbei werden nicht nur Rollverluste sondern auch Rollgewinne geglättet. Überzeugen Sie sich selbst und entdecken Sie die Vielfalt der Rohstoffe mit Vontobel! Weitere Informationen erhalten Sie selbstverständlich auf unserer kostenlosen Hotline 00800 - 93 00 93 00 oder auf unserer Website www.vontobel-zertifikate.de. Sollten Sie Fragen oder Anregungen zu unserer Hebelkolumne haben, freuen wir uns auf Ihre Rückmeldung unter zertifikate@vontobel.de oder telefonisch unter 00800 93 00 93 00. Handelspartner
12 mehrwert Januar 2012 Know-how Optimiert in Öl investieren Wer in Öl investieren will, sollte über Begriffe wie Contango oder Backwardation Bescheid wissen, denn der direkte Zugang zu Rohstoffmärkten ist für Anleger mit verschiedenen Hindernissen verbunden. Mit dem »Vontobel Oil-Strategy Index« bietet sich die Möglichkeit, am Ölpreis zu partizipieren, wobei Rolleffekte geglättet werden. Im Zuge der durch die Schuldenkrise ausgelösten hohen Unsicherheit unter den Investoren fiel der Ölpreis Anfang Oktober auf den Jahrestiefststand von USD 75,67. Die große Unsicherheit an den Märkten drückte auf die Konjunkturerwartungen der Marktteilnehmer und somit auf die Rohölpreise. Im letzten Quartal des Vorjahres ging es mit dem schwarzen Gold jedoch wieder aufwärts. So notiert das Barrel WTI-Öl aktuell bei USD 102,67 (Stand am 05.01.2012) und hat im November 2011 von einer Contangoin eine Backwardation-Formation gedreht. Was diese Begriffe genau bedeuten, wird im Folgenden erklärt. Aufgrund der Nachfrage der Schwellenländer rechnen die Experten des Vontobel Asset Managements für die nächsten zwölf Monate weiterhin mit einem leichten Preisanstieg. Contango und Backwardation Anders als bei Aktien oder Obligationen erschwert sich für Privatanleger der direkte Zugang zu Rohstoffmärkten. Der Handel von Rohstoffen erfolgt in der Regel über eine Terminbörse. Dabei wird stets in Futures investiert. Bei Contango-Formationen im Terminmarkt fallen sogenannte »Rollverluste« an. Damit es nicht zu einer physischen Lieferung des Rohstoffes kommt und längerfristige Engagements möglich sind, wird der investierte Future jeweils vor dem Liefertermin verkauft und in den nächstfälligen Future investiert. Anleger, die in Öl-Futures investieren, werden oft mit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Contango-Formation im Terminmarkt konfrontiert. Dies bedeutet, dass Kontrakte mit längeren Laufzeiten deutlich teurer sind als solche mit kürzeren Laufzeiten. Dies macht grundsätzlich Sinn, da eine längere Laufzeit mit höheren Lagerkosten, einer höheren Versicherungsprämie und einer längeren Kapitalbindung (sog. »cost of carry«) verbunden ist. Kursgewinne aus auslaufenden Futures-Kontrakten werden allerdings beim Rollen in den nächstlängeren Futures-Kontrakt von den daraus generierten Rollverlusten aufgezehrt. Von Rolltermin zu Rolltermin verlieren somit klassische Ölzertifikate Forward-Kurve Ölpreis (WTI) 104 102 "Future-Preis USD/Barrel 100 98 96 94 92 2012 2014 2016 Laufzeit 2018 2020 USD/Barrel Die aktuelle Forward-Kurve des WTI-Ölpreises zeigt eine ausgeprägte Backwardation-Formation. Quelle: www.finanzen.net, Stand im Januar 2012 an Wert, da in immer weniger Anteile neuer Futures-Kontrakte investiert werden kann. Umgekehrt können bei einer BackwardationFormation Rollgewinne realisiert werden. «Aktuell befinden wir uns beim Öl in einer Backwardation-Formation.» Die Sorge vor einem unzureichenden Ölangebot aufgrund der in den letzten Monaten gesunkenen US-Rohölvorräte sowie der angespannten politischen Situation im Nahen Osten hat dazu geführt, dass wir uns beim Öl aktuell in einer Backwardation-Formation befinden (vgl. Grafik). Um in einer Contango-Situation Rollverluste zu vermeiden, bieten sich anstelle eines Investments in Öl-Futures Aktienanlagen in Unternehmen aus dem Erdölbereich an. Optimierung je nach Marktsituation Vontobel hat in Zusammenarbeit mit Structured Solutions AG einen Index entwickelt, der sich dieser Rollproblematik annimmt und eine einzigartige Strategie verfolgt. Je nach Entwicklung des Rohstoffmarkts, die monatlich eruiert wird, investiert der Index bei einer ContangoFormation des Terminmarkts in Öl-Aktien und bei einer Backwardation-Formation in Öl-Futures. Ziel ist es, damit die Rollverluste zu minimieren und eine hohe Korrelation zum Erdölpreis zu erreichen. Als Auswahluniversum für den Aktien-Basket qualifizieren sich Unternehmen, welche ihren Hauptsitz in den USA oder Kanada haben und die gesamte Wertschöpfungskette im Ölmarkt abbilden (Exploration, Verarbeitung und Vermarktung). Das Index-Zertifikat auf den »Vontobel Oil-Strategy Index« (WKN VFP33M) hat eine unbegrenzte Laufzeit und investiert derzeit in Futures (Backwardation-Situation). Vollumfängliche Informationen zu den Chancen und Risiken sowie die genauen Auswahlkriterien des Aktien-Basket und weitere Produktdetails finden Sie auf www.vontobel-zertifikate.de.
13 mehrwert Januar 2012 Investmentidee Bauwut am Zuckerhut In Brasilien befinden sich sowohl Wirtschaft als auch Bevölkerung auf Wachstumskurs - gleichzeitig herrscht Wohnungsmangel. Eine gute Ausgangslage für Immobilieninvestments. Karneval, schöne Strände und brasilianische Lebensfreude sind nicht die einzigen Gründe, weshalb man als Anleger momentan an Brasilien denken sollte: Obwohl sich aktuell viele Indikatoren und Kennzahlen der Weltwirtschaft nach unten bewegen, befindet sich die mittlerweile sechstgrößte Volkswirtschaft der Erde weiterhin im Wachstum. Eine interessante Investment-Möglichkeit könnte dabei der boomende Immobiliensektor bieten. Galt das Schwellenland vor gut einer Dekade in einigen Belangen der Wirtschaft noch eher als rückständiger Markt, präsentiert sich Brasilien heute mit einem gesunden Politik- und Finanzsystem. Die Inflation ist rückläufig und wird sich laut Experten und Regierung im nächsten Jahr innerhalb des Zielbandes von 2,5 % bis 6,5 % befinden. Zusätzlich sind die Zinsen rückläufig und das Land ist wirtschaftlich wie auch seitens der Bevölkerung auf Wachstumskurs. Boom-Markt Brasilien Der brasilianische Immobilienmarkt boomt und in den Millionen-Metropolen schießen sowohl die Hochhäuser als auch deren Preise in die Höhe. So hat sich laut des lokalen Immobilienforschungsunternehmens Embraesp der durchschnittliche Verkaufspreis einer neuen Einzimmerwohnung in São Paulo allein in den Jahren 2008 bis 2010 fast verdoppelt (Quelle: www.embraesp.com.br). Neue Zweibis Vierzimmerwohnungen verzeichneten in der gleichen Periode einen Wertzuwachs von zwischen 40 % und 60 %. Auch in der Langzeitbetrachtung sind die Zahlen beeindruckend: Von 1996 bis 2010 sind die Preise neuer Apartments in São Paulo um nominal 229 % gestiegen (131,6 % in realen Werten, vgl. Grafik). Immobilienpreise und BIP pro Kopf 5000 4000 3000 2000 1000 0 96 98 00 02 04 06 08 10 20.000 16.000 12.000 8.000 4.000 0 Jobwachstum und prosperierender Mittelstand Wie andere BRIC-Länder auch legte Brasilien im letzten Jahrzehnt ein überdurchschnittliches Wachstum hin (vgl. Grafik). Das durchschnittliche Trendwachstum stieg von 2,8 % (2001 - 2005) auf 4,4 % (2006 - 2010) und könnte in den kommenden Jahren (2011 - 2014) laut Prognosen von Bloomberg und dem Finanzministerium bei 5,4 % liegen. Herausragend war das Jahr 2010, in welchem das BIP Brasiliens um 7,5 % in die Höhe schoss. Treiber dieses Wachstums sind vor allem Investitionen im Energie-, Öl-, Gas-, Landwirtschafts- und Industriesektor, die zu einer nachhaltigen Entwicklung der landesweiten Beschäftigungssituation führen. Dieser wirtschaftliche Aufstieg wird seit 2000 von einem sich ständig verbessernden Arbeitsmarkt und einem steigenden Minimallohn begleitet, was zu einer Abnahme der ungleichen Einkommensverteilung und somit zu einem wachsenden Mittelstand führt und den Binnenkonsum anregt. Der reale Minimallohn stieg von 2003 bis 2010 um 60 %, und das Pro-Kopf-Einkommen der einkommensschwächsten 10 % der Bevölkerung verbesserte sich in den letzten zehn Jahren jährlich um 5,1 %, während die einkommensstärksten 10 % nur 1,3 % jährlichen Zuwachs erfuhren (Quelle: arsago Capital Partners AG). Somit nahm der neue brasilianische Mittelstand (Bevölkerungsschicht mit einem monatlichen Einkommen zwischen BRL 250 und BRL 1000, BRL 1 = EUR 0,4147; Stand am 16.12.2011) seit 2003 um 20 Millionen Menschen zu und umfasst heute 52 % der Bevölkerung (Quelle: arsago Capital Partners AG). Millionen von Familien konnten damit den Schritt aus der Armut heraus machen. Gerade in den letzten Jahren nahm die Beschleunigung dieses Prozesses aufgrund stärkerer öffentlicher und privater Investitionen zu. Es ist also kein Zufall, dass die Arbeitslosigkeit 2011 ihr Rekordtief erreichte (vgl. Grafik). BIP-Wachstum und Arbeitslosenrate (in %) 15 12 9 6 3 0 -3 01 02 03 04 Arbeitslosenrate BIP-Wachstum 05 06 07 08 09 10 11F Quelle: IWF. Die Arbeitslosigkeit ist von über 12 % im Jahr 2003 auf unter 7 % im Jahr 2010 gesunken. Die Zeichen, dass dieser Trend weiter anhalten könnte, stehen gut. Allein im Zeitraum von Januar bis August 2011 wurden 1,4 Millionen neue Jobs geschaffen (Quelle: MTE, Ministry of Finance). Nach der vom abtretenden Präsidenten Lula da Silva eingeführten Berechnungsformel wird der Minimallohn im Januar 2012 um 14 % erhöht. Im Hinblick auf den Immobiliensektor zeigt sich das Aufkommen eines neuen Mittelstands auch daran, dass sich immer mehr Marktteilnehmer im Immobiliengeschäft auf niedrigere Preisklassen ausrichten, statt wie zuvor auf Luxus- und Hochpreissegmente. »Das Hypothekengeschäft in Brasilien wuchs 2010 um 58 %. Trotz dieses starken Wachstums beträgt der gesamte Anteil der Hypothekenschulden im Vergleich zum BIP tiefe 4 %.« Quelle: www.thomaswhite.com Durchschnittliche Immobilienpreise, São Paulo, BRL/m2 (linke Skala) BIP pro Kopf, aktuelle Preise (rechte Skala) in BRL Quelle: Embraesp Wohnungsmangel und staatliche Förderung Ähnlich wie in China stellt der aufstrebende Mittelstand nun neue Ansprüche. Demografisch betrachtet kommt hinzu, dass Brasilien eine auffällig junge Bevölkerung aufweist. So sind rund 55 % unter 29 Jahre alt. Diese Altersklasse strebt nach Arbeit, Konsum und Wohneigentum. Vor allem an Letzterem herrscht Not. Dies hat die Regierung veranlasst, mehrere Programme zu starten, die dem Wohnungsmangel entgegenwirken. So wurde 2009 das staatliche Förderprogramm »Minha Casa, Minha Vida« ins Leben gerufen, welches vor allem ärmeren Bevölkerungsschichten bei der Finanzierung von Häusern helfen soll. Eine
14 mehrwert Januar 2012 Investmentidee jüngste Schätzung der João Pinheiro Foundation, einer staatlichen Planungseinrichtung, geht von einem Defizit von 5,3 Millionen Wohnungen für 2010 aus. Durchschnittlich kommen jedes Jahr 1,5 Millionen Haushalte hinzu, aber nur etwa der Hälfte davon wird adäquater Wohnraum angeboten. Wachsende Kreditvergabe, sinkende Zinsen Doch auch an Brasilien ging die Weltwirtschaftskrise nicht spurlos vorüber und das Wachstum geriet im dritten Quartal 2011 etwas ins Stocken, bevor es im vierten Quartal wieder anzog. Für das Gesamtjahr 2011 wird mit einem Wachstum von 3 % gerechnet. Für das Jahr 2012 liegt die Wachstumsprognose nun gemäß Regierung bei 4 % und die Inflation unter 5 %. Der brasilianische Staat steht dabei weiterhin auf einem gesunden finanziellen Fundament. Seit Ausbruch der Finanzkrise hat die Fiskalpolitik die Staatsverschuldung kaum erhöht und im scharfen Kontrast zu den USA, Europa, aber auch China kaum intervenieren müssen. Brasiliens Devisenreserven steigen stetig an und könnten helfen, potenzielle externe wirtschaftliche Schocks zu absorbieren. Um den weltweit eingetrübten Wachstumsaussichten entgegenzuwirken, versucht Brasilien aktuell, mit einem Mix aus Steuerreduktionen, Zinssenkungen und lockerer Kreditvergabe die Wirtschaft zu stimulieren. So hat die brasilianische Notenbank die Leitzinsen zum dritten Mal seit August 2011 um je 0,5 Prozentpunkte auf aktuell 11 % gesenkt. Analysten von Bloomberg erwarten, dass der Leitzins bis Ende 2012 auf 9,5 % sinken könnte. Nachdem die Versorgung der Privatwirtschaft mit Krediten jahrzehntelang nur ungenügend funktionierte, kam es in den letzten Jahren zu einer deutlichen Zunahme der Kreditvergabe im privaten Sektor. Millionen von Brasilianern, welche jahrelang aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln keinen Zugang zum Immobilienmarkt hatten, bietet sich nun aufgrund tieferer Leitzinsen, einer verbesserten Arbeitsmarktsituation und steigender Realeinkommen erstmals die Möglichkeit, sich durch eine Hypothekarfinanzierung ein angemessenes Zuhause leisten zu können. Das Hypothekengeschäft in Brasilien wuchs 2010 um 58 %. Trotz dieses starken Wachs- tums beträgt der gesamte Anteil der Hypothekenschulden im Vergleich zum BIP tiefe 4 % (vgl. Grafik). Im internationalen Vergleich weist Brasilien damit trotz des starken Hypothekarwachstums in den letzten Jahren immer noch eine extrem niedrige Verschuldungsquote auf. So beträgt etwa der Anteil von Hypothekenkrediten in den USA 65 % und auch in China vergleichsweise hohe 15 % des BIP. Aufgrund dieser tiefen Quote gehen verschiedene Analysten davon aus, dass das wachsende Hypothekenkreditgeschäft auch in Zukunft das Wachstum des brasilianischen Immobilienmarkts stützen könnte. (Quelle: www.thomaswhite.com) Vargas durchgeführt hat, geht für die FußballWM von 62.000 fehlenden Hotelzimmern aus. Hinzu kommen geplante Umsiedlungsprojekte und Sanierungen urbaner Slums, sogenannter Favelas. (Quelle: Ernst & Young, A world of possibility, 2010) Fundamentale Trends Aufgrund von massiven Preiserhöhungen in den Großstädten werden unter anderem auch Stimmen laut, die vor einer Immobilienblase warnen. Denn auch der rasant wachsende Hypothekenkreditmarkt könnte auf eine Entwicklung im Immobilienmarkt hindeuten, welche nicht nachhaltig ist. Aufgrund des starken Zustroms von ausländischem Kapital und der damit einhergehenden starken Aufwertung der brasilianischen Währung führte die brasilianische Regierung 2009 eine Kapitalverkehrssteuer auf Aktien und Anleihen in der Höhe von 2 % bzw. 6 % ein, um die Anreize für kurzfristige spekulative Anlagen zu verringern. Zwei Jahre nach Einführung der sogenannten IOF Tax wurde diese Steuer auf Aktienkäufe von Ausländern nun im Rahmen eines 1,6 Milliarden US-Dollar großen Steuersenkungspakets im Dezember 2011 wieder aufgehoben. Dies, um ausländische Investoren wieder anzulocken und das Wachstum anzukurbeln. Partizipationszertifikat auf einen »Brazil Real Estate«-Basket Das erwähnte Wegfallen der IOF Tax ist für Zertifikate-Anleger äußerst erfreulich, denn dadurch werden Investments in brasilianische Titel attraktiver. Von dieser Steuererleichterung profitieren die Anleger auch bei einer Investition in einen »Brazil Real Estate«Basket. Dieser bildet einen breit diversifizierten, statischen Aktienkorb ab, der in 12 an der Börse São Paulo notierte Unternehmen investiert, die aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit von einem boomenden Immobiliensektor profitieren könnten. Die Aktienauswahl geschah in Zusammenarbeit mit arsago Capital Partners AG, einer Spezialistin für den brasilianischen Markt. Zusätzliche Auswahlkriterien sind eine Marktkapitalisierung von mindestens BRL 1,5 Milliarden und ausreichend hohe Liquidität. Verhältnis Hypotheken/BIP in ausgewählten Ländern Malaysia Südkorea Thailand China Pakistan 1% Indien 7% 31% 26% 17% 15% Brasilien 4% USA Mexiko Großbritannien Niederlande Südafrika Irland Spanien Chile Ungarn Polen Tschechische Republik 13% 10% 6% 8% 20% 53% 46% 9% 73% 111% 65% 0% 20% 40% 60% 80% 100%120% % BIP Im internationalen Vergleich ist die Verschuldung der Privatwirtschaft noch sehr gering. Quelle: Zentralbank Brasilien, Bradesco, ABAD Tourismus und Groß-Events Positiv auf die Zukunft und den Immobilienmarkt des Landes könnte sich auch der zunehmende Tourismus auswirken. Dieser könnte von dem zusätzlich frei verfügbaren Einkommen einer neuen Mittelschicht sowie möglicherweise von den kommenden sportlichen Mega-Veranstaltungen - der Fußball-WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro profitieren. Eine Studie, die Ernst & Young zusammen mit Fundação Getulio
15 derinews Oktober 2011<br/> Investmentidee<br/> Ob als Goldbarren ... oder als Nugget - Gold fasziniert und zieht uns Menschen an.<br/> Couponberechnung Massgeblich für die Berechnung des Jahrescoupons ist die monatliche Performance von Gold. Die Monatsrendite fliesst mit maximal 1.35 % in die Berechnung des Jahrescoupons ein. Steigt der Goldpreis während eines Monats um mehr als 1.35 %, wird für die Berechnung des Jahrescoupons nur der monatliche Höchstwert (Renditecap pro Monat) berücksichtigt. Die Summe der zwölf Monatsrenditen ergibt den tatsächlichen Jahrescoupon. Der jährliche Maximum Coupon beträgt folglich 16.20 %. Falls der berechnete Coupon unter dem Minimum Coupon liegt, wird der Minimum Coupon von 0.35 % p. a. ausbezahlt. Ist die Summe der Monatsrenditen in einem Jahr negativ, so wird diese Negativrendite im Folgejahr von der Summe der Monatsrenditen abgezogen. Dieser Effekt gilt jeweils ausschliesslich für das Folgejahr und hat keinen Einfluss auf die weiteren Berechnungen.<br/> Produktdetails Emittentin Garantin SVSP-Bezeichnung Basiswert Zeichnungsfrist Valor / Symbol Anfangsfixierung / Liberierung Schlussfixierung / Rückzahlung Produktwährung Kapitalschutz pro Note per Verfall Emissionspreis / Nennwert Couponhäufigkeit Jährlicher Minimum Coupon Renditecap pro Monat<br/> Cliquet Note auf Gold (Troy Ounce) Vontobel Financial Products Ltd., DIFC Dubai Vontobel Holding AG (S&P A; Moody's A2) Kapitalschutz mit Coupon (1140) Gold (Troy Ounce) bis 28.10.2011, 12.00 Uhr MEZ 1257 2365 / VQGOD 28.10.2011 / 04.11.2011 28.11.2016 / 04.11.2016 CHF (Quanto) CHF 1000.00 (100 % des Emissionspreises) CHF 1000.00 jährlich 0.35 % 1.35 % (Maximum Coupon 16.20 % p. a.)<br/> Quelle: Bank Vontobel AG, Stand am 11.10.2011 Hinweis: Kotierung wird an der Six Swiss Exchange beantragt. Cliquet Notes bieten die Chance, gleichzeitig von einem Kapitalschutz und über periodische Coupons von einer Teilnahme an der Wertentwicklung eines Basiswertes zu profitieren, allerdings beschränkt durch den monatlichen Renditecap. Diese Produkte garantieren einen in Prozent angegebenen Kapitalschutz per Verfall. Während der Laufzeit kann der Kurs unter dem Kapitalschutz notieren.<br/>
16 mehrwert Januar 2012 Rohstoff-Kolumne Auf und Ab an den Rohstoffmärkten Die Kurse der Rohstoffe konnten sich im November und Dezember behaupten. Trotz der Sorgen über eine Verschärfung der europäischen Schuldenkrise, der Gefahr einer Rezession in Europa und den USA sowie einem fester notierenden US-Dollar schloss der 36 Rohstoffe umfassende »JPMCCI Total Return Index« die Monate November und Dezember mit einem Plus von 3 %. Stützend wirkte das Öl. Die US-Sorte WTI, die im Oktober zeitweise USD 27 weniger kostete als Brent, holte auf die europäische Ölsorte auf und verringerte den Preisabstand auf nur noch USD 8. In den USA gab es einen Besitzerwechsel bei einer Pipeline. Diese Trasse verbindet den Golf von Mexiko mit Cushing, dem PipelineKnotenpunkt in den USA, dessen Ölangebot den Preis von WTI maßgeblich bestimmt. Als der neue Besitzer die Flussrichtung der Öltrasse umkehrte - ab sofort transportiert sie Öl von Cushing an den Golf und nicht mehr umgekehrt - sprang der Ölpreis nach oben, da man eine Verringerung des erwarteten Überangebots in Cushing erwartete. WTI verteuerte sich von rund USD 75 auf über USD 100. Der Goldpreis bewegte sich in den vergangenen vier Wochen abwärts. Der Preis, der im Dezember zwischenzeitlich bis über USD 1.750 pro Unze gestiegen war, rutschte bis unter USD 1.550 pro Unze ab. Der Preis des Edelmetalls reagierte damit auf einen stärker werdenden US-Dollar. Der Euro verlor zur US-Valuta an Wert und sank von USD 1,34 auf zeitweise unter USD 1,29. Zuvor sorgte schon John Paulson für schlechte Stimmung am Goldmarkt, als er einen großen Teil seiner Goldposition verkaufte. Der bekannte Hedgefonds-Manager hatte bis zu seinem Verkauf die größte Position in einem mit physischem Gold besicherten börsennotierten Fonds. Von der Gold-Korrektur unbeeindruckt zeigte sich Palladium. Das für die Katalysatorherstellung benötigte Edelmetall stieg im Dezember zeitweise um 28 % über die Tiefststände von USD 535 pro Unze, die nach einer Korrektur im Oktober erreicht wurden. Gerüchten zufolge sind die russischen Palladiumlagerbestände fast aufgebraucht und die Märkte fürchten sich vor einem Lieferengpass, der im Jahr 2012 akut werden könnte. Ein solcher Lieferengpass scheint beim Platin nicht befürchtet zu werden: Der Preis sank im November und Dezember um rund 16 %. Auch das ebenfalls stark industriell genutzte Silber gab nach und sank bis Ende Dezember bis auf knapp über USD 26 pro Unze, nach einem Höhepunkt im Oktober von USD 35,70 pro Unze. Die Agrarrohstoffe tendierten im Betrachtungszeitraum seitwärts, wobei sich die ungewöhnliche Umkehr des Preisverhältnisses zwischen Mais und Weizen aufhob. Weizen kostete im Herbst und frühen Winter mehr als Mais, obwohl er wegen seiner Verarbeitung zu Nahrungsmitteln eigentlich wertvoller ist als der hauptsächlich zu Viehfutter verarbeitete Mais. Jetzt kostet Mais wieder 20 Cents weniger als Weizen. Dass Mais wieder günstiger wird, liegt wohl auch an der Kaufzurückhaltung der Chinesen. China, der zweitgrößte Mais-Verbraucher der Welt, könnte aufgrund der Erwartung sinkender Kurse zukünftige Maisimporte auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Die Kakaopreise fielen um 21 % auf knapp über USD 2.000 pro Tonne. In der Elfenbeinküste, dem größten Kakaoproduzenten der Welt, wird die beste Ernte seit Jahren erwartet. Diese könnte aber nicht ausreichen, um die hohe Nachfrage aus Europa und den USA zu befriedigen. Darauf spekulieren zumindest die lokalen Kakaobauern und halten einen Teil ihrer Ernte zurück, in der Erwartung, dass die Preise wieder steigen. Weitere Informationen: Die Emittentin dieser Produkte ist die Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main, Garantin ist Vontobel Holding AG, Zürich (Standard & Poor's A; Moody's A2). Listing im Freiverkehr der Börsen SCOACH® PREMIUM (Frankfurt) und EUWAX® (Stuttgart). Weitere Informationen sowie den allein maßgeblichen Wertpapierprospekt zum Produkt finden Sie unter www.vontobel-zertifikate.de. Produktdetails Basiswert Währung des Basiswertes WKN / ISIN Ausgabetag / Laufzeit Handelswährung Managementgebühr p. a. Aktueller Kurs1 JPMCCI - Aggregate TRI USD VT044F / DE000VT044F0 24.01.2011 / Open End EUR 1,00 % p. a. 104,70 JPMCCI - Precious Metals TRI USD VT044K / DE000VT044K0 24.01.2011 / Open End EUR 1,00 % p. a. 124,10 JPMCCI - Cocoa TRIndex USD VT1FCM / DE000VT1FCM9 07.03.2011 / Open End EUR 1,00 % p. a. 68,80 1 Stand am 10.01.2012. Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei nicht währungsgesicherten Produkten trägt der Anleger zusätzlich das entsprechende Währungsrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. der Garantin droht dem Anleger ein Geldverlust.
17 mehrwert Januar 2012 Antworten auf Ihre Fragen Die Dividendensaison steht bevor Lohnt sich der Verkauf eines Optionsscheins kurz vor Fälligkeit? Die Ausübung eines Optionsscheins des Typs Call führt zur Rückzahlung des Optionsscheins zu seinem inneren Wert. Dieser entspricht der Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes und dem Basispreis bzw. im Falle von Optionsscheinen des Typs Put der umgekehrten Differenz, also dem Basispreis abzüglich des aktuellen Kurses des Basiswertes. Verkauft ein Anleger einen Optionsschein nicht vor Fälligkeit, so kommt es am Bewertungstag zu einer automatischen Ausübung zum inneren Wert, und der Anleger erhält einen etwaigen inneren Wert am Fälligkeitstag automatisch gutgeschrieben. Je nachdem, ob der Optionsschein »im Geld«, »am Geld« oder »aus dem Geld« notiert, und in Abhängigkeit von der verbleibenden Restlaufzeit ergeben sich für den Anleger unterschiedlichste Handlungsalternativen. Grundsätzlich sollten sich Anleger zunächst eine Meinung über die weitere Entwicklung des Basiswertes bilden. Notiert der Optionsschein zum Zeitpunkt der Überlegung weit aus dem Geld und ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass der Optionsschein bis zum Bewertungstag einen inneren Wert erlangt, so kann es sinnvoll sein, den Optionsschein vorzeitig zum Geldkurs zu verkaufen, um somit zumindest den aktuellen Zeitwert zu sichern. Hat der Optionsschein hingegen einen inneren Wert, muss sich der Anleger die Frage stellen, ob sich ein vorzeitiger Verkauf unter Berücksichtigung der Transaktionskosten lohnt oder ob die automatische Ausübung am Bewertungstag zum dann gültigen inneren Wert attraktiver ist. Welchen Vorteil bieten dividendenstarke Titel bei der Konstruktion von DiscountZertifikaten? Die Konstruktion eines Discount-Zertifikats setzt sich aus einem Zero-Strike-Call (CallOption mit einem Basispreis von nahezu null; dies entspricht letztlich einem Aktieninvestment ohne Dividendenansprüche) und dem Verkauf einer Call-Option (Basispreis der CallOption = Höchstbetrag des Discount-Zertifikats) zusammen. Je höher die erwartete Dividende des Basiswertes, desto günstiger ist der zur Konstruktion benötigte Zero-Strike-Call. Sowohl diese Ersparnis als auch die Erträge aus dem Verkauf der Call-Option können neben dem risikolosen Marktzins in Form einer Erhöhung des Abschlags bei einem Discount-Zertifikat an den Anleger weitergegeben werden und steigern damit die Renditechance des Anlegers. Welchen Einfluss haben Dividenden auf Turbo-Optionsscheine? Grundsätzlich muss man hier zwischen endlos laufenden und begrenzt laufenden TurboOptionsscheinen unterscheiden. An dieser Stelle möchten wir uns aber auf die Beschreibung von begrenzt laufenden Turbo-Optionsscheinen beschränken. In die Preisstellung von begrenzt laufenden Turbo-Optionsscheinen sind die während der Laufzeit zu erwartenden Dividenden des Basiswertes bereits eingepreist. Entspricht die gezahlte Dividende der zuvor eingepreisten Dividendenerwartung, so hat die eigentliche Dividendenzahlung prinzipiell keinen Einfluss auf den Preis von begrenzt laufenden Turbo-Optionsscheinen. Am sogenannten Ex-Dividendentag wird das Aufgeld in der Regel entsprechend der jeweiligen Marktsituation so angepasst, dass der Preis des Turbo-Optionsscheins vor und nach der Dividendenzahlung unverändert bleibt. Anleger sollten aber beachten, dass der Kurs des Basiswertes nach einer Dividendenzahlung um die gezahlte Dividende an Wert verliert. Dieser Kursrückgang des Basiswertes kann je nach Knock-out-Barriere zu einem sofortigen Eintritt des Knock-out-Ereignisses führen. In diesem Fall erfährt der Anleger einen Totalverlust und bekommt fünf Bankarbeitstage nach dem Knock-out-Ereignis automatisch EUR 0,001 je Turbo-Optionsschein gutgeschrieben. Wir freuen uns auf Ihre Fragen rund um das Thema Zertifikate. Senden Sie uns eine E-Mail an zertifikate@vontobel.de oder rufen Sie uns an. André Klepping, Derivate-Experte bei Financial Products Unser Derivate-Experte André Klepping und das gesamte Financial-ProductsTeam stehen Ihnen bei Fragen rund um Hebelprodukte und Zertifikate zur Verfügung. Sie erreichen unsere Spezialisten täglich via Telefon von 8.00 bis 18.00 Uhr oder per E-Mail unter zertifikate@vontobel.de. Ihr Advisory Financial-Products-Team in Frankfurt Bockenheimer Landstraße 24, D-60323 Frankfurt am Main Hotline 00800 93 00 93 00, Telefax +49 (0)69 69 59 96-290 E-Mail zertifikate@vontobel.de
18 mehrwert Januar 2012 Wissenswertes Wussten Sie, dass ... Der brasilianische Immobilienmarkt boomt. Die Wachstumsprognosen des Landes für 2012 liegen deutlich über dem weltweiten Durchschnitt. Wirtschaft wie auch Bevölkerung befinden sich auf Wachstumskurs. Gleichzeitig herrscht Wohnungsmangel und in den Metropolen wie Rio de Janeiro oder São Paulo schießen die Immobilienpreise in die Höhe. Auch die übrige Bautätigkeit blüht im Hinblick auf die Fußball-WM und die Olympischen Spiele. Wussten Sie beispielsweise, dass ... ... in Brasilien rund 55 % der Bevölkerung unter 29 Jahre alt sind? Diese Altersklasse strebt nach Arbeit, Konsum und nicht zuletzt nach Wohneigentum. ... mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Brasiliens seit Beginn des Jahrtausends Millionen Einwohner den Schritt aus der Armut machen konnten? Die Folge davon ist ein wachsender Mittelstand, der nun - ähnlich wie in China - neue Ansprüche stellt. ... die brasilianische Bauindustrie im Jahr 2010 mit einem Umsatzplus von etwa 10 % an den Aufschwung von 2008 anknüpfen konnte? Nicht nur das staatliche Wohnungsbauprogramm »Minha Casa, Minha Vida« sondern auch die Sportevents FußballWM 2014 und Olympia 2016 sorgen für positive Impulse. ... Staat und Privatwirtschaft anlässlich der Fußball-WM 2014 rund 40 Milliarden Dollar in die Infrastruktur Brasiliens stecken? Für die Olympischen Spiele 2016 werden nochmals Kosten von bis zu 13 Milliarden Dollar prognostiziert. ... Rio de Janeiro für die Olympiade mindestens 10.000 Hotelzimmer zusätzlich zu den neuen Hotels für die Fußball-WM benötigt? Der Touristenstrom für den Mega-Event wird nach Schätzung von Fachleuten allein in Rio de Janeiro um 10 bis 15 % ansteigen. ... die brasilianischen Politiker Manaus als Spielort der WM vor allem zur Vermarktung der Amazonasregion wählten? Das 217 Millionen Euro teure Stadion gilt als einer der »weißen Elefanten«, die nach der WM nicht mehr nachhaltig betrieben werden können. ... in Brasilien derzeit die mit Abstand größte Bioethanolanlage der Welt gebaut wird? Die Anlage Boa Vista im Bundesstaat Goiás wird innerhalb von zweieinhalb Jahren von 2,3 Millionen auf 8 Millionen Jahrestonnen Zuckerrohr ausgebaut. ... in Santos, dem größten Hafen Lateinamerikas, derzeit für 1 Milliarde Euro ein privater Hafenterminal entsteht? Hinter dem Großprojekt im Bundesstaat São Paulo steht das private brasilianische Unternehmen Embraport. ... das Sambódromo im Stadtteil Estácio in Rio de Janeiro 1984 in nur 120 Tagen erbaut wurde? Auf den Tribünen des Sambódromo, wo sich während des Karnevals die Sambaschulen präsentieren, haben 88.500 Zuschauer Platz. ... Brasilien nach den USA und China inzwischen der drittgrößte Markt für Computer weltweit ist? Damit hat das Land Japan bereits überholt. Brasilien wird 2012 zudem Partnerland der Computermesse CeBIT in Hannover. Bild oben: The »Brazilian Way of Life« ... Bild unten: .. ist wie sein Karneval weltberühmt.
19 mehrwert Januar 2012 News und Tipps Neue Services für Sie Vontobel Mobile Seit kurzem bieten wir allen Besitzern eines Smartphones einen zusätzlichen Service an. Auf den JPMCCI-Rohstoffanzeigen unseres Hauses ist nun regelmäßig ein sogenannter QR-Code integriert. Mit einer entsprechenden QR-Reader-App können Sie diesen QR-Code ganz einfach einlesen und Sie gelangen auf eine mobile Landeseite, auf der Sie u. a. stets unsere aktuelle Rohstoff-Kolumne nachlesen können. Probieren Sie es aus! Neuer Handelspartner Targo Bank Kommen Sie vorbei! Am Börsentag Dresden präsentieren dieses Jahr am 21. Januar im Internationalen Kongresszentrum rund 100 Aussteller und über 60 Referenten - so viele wie noch nie. Natürlich wird auch Vontobel zugegen sein. Unser Stand befindet sich ganz in der Nähe des Messepodiums. Gerne möchten wir Sie auf den Vortrag unseres Experten Heiko Geiger hinweisen. Thema: Rohstoffe als Anlagealternative? - Bildung ist der beste Anlageschutz 11.15 - 12.00 Uhr, Seminarraum 3/4 Mehr Infos unter: www.boersentag-dresden.de Am 11. Februar öffnet das Anlegerforum Düsseldorf im Hotel InterContinental seine Türen. Dabei haben Sie die Möglichkeit, sich direkt vor Ort bei unseren Experten über Anlagemöglichkeiten mit unseren Produkten zu informieren. Mehr Infos unter: www.anlegerforum.de Seit Ende 2011 können nun auch alle OnlineBanking-Kunden der Targo Bank unsere Produkte direkt handeln. Wie alle anderen Kunden mit einer Bankverbindung zu einem Online-Broker haben diese die Möglichkeit, direkt aus unserer Webseite www.vontobelzertifikate.de zu kaufen oder zu verkaufen. Auf jeder Produktseite gibt es den HandelsButton: Rechtliche Hinweise Die in dieser Publikation enthaltenen Informationen stammen aus Quellen, die wir für zuverlässig halten, jedoch keiner unabhängigen Prüfung unterzogen haben. Sie wurden von uns nach bestem Wissen zusammengestellt. 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