ACKER plus 12/2009
1 www.ackerplus.de Ausgabe 12.2009 Das unabhängige Magazin für den Ackerbau-Profi Transportlogistik Zuckerrüben der Landwirt als Selbstfahrer Fazit Agritechnica 2009 Stimmung besser als erwartet Herbizideinsatz im Getreide Ausblick auf 2010 Ökonomie von Biogasanlagen Standortrelevanz im Fokus Quelle. Landpixel "Ein Unternehmen muss gesund wachsen, damit es in der Zukunft Erfolg hat. So haben wir es geschafft, uns unseren Lebenstraum zu erfüllen." Klaus Heinl, Ackerbauer aus der Altmark 2 LANDTECHNIK ERLEBEN Sonderangebot (solange der Vorrat reicht) Ackergiganten 6 Die neuesten und größten Traktoren der Welt Auf den riesigen Flächen in Kanada, Argentinien und Italien sorgen sie für Begeisterung. Ackergiganten Collection + Buch "Die Welt der TraktorGiganten" Begleiten sie die mächtigsten Traktoren dieser Erde bei ihrer täglichen Arbeit auf dem Feld. 240 Min. / 200 S. 90 Min. Ackergiganten 1-5 30 je Film 60 Min. 60 Min. 60 Min. 60 Min. 100 Min. Erntezeit 1 und 2 Die beiden DVDs der Erntezeit-Filmreihe gibts ab sofort günstig im Paket. 19,80 Pflüger WM 2008 56 Pflüger aus der ganzen Welt kämpfen um die Weltmeisterschaftskrone. 60 Min. 60 Min. 45 Min. BESTELLEN JETZT GANZ EINFACH GRATIS-HOTLINE: 2 0800/400 12 12 2 | ACKER+plus | 01.2009 www.tel ea gr i.com ACKER+plus | 12.09
3 ACKER+Editorial Liebe Leserinnen und Leser, sie hatte wieder einmal große Schatten voraus geworfen, die Agritechnica. Ihre Pforten sind nunmehr geschlossen, Hersteller und Händler hoffen auf gute Geschäfte, Anwender auf die Auslieferung effizienter Produkte und ausgefeilter Elektronik. Die Hoffnungen der DLG sind im Hinblick auf die Besucherzahlen wider Erwarten übertroffen worden, von der Qualität der Gespräche waren die Aussteller angetan, und hunderttausende Landwirte, Lohnunternehmer und Händler aus dem In- und Ausland konnten sich von der Innovationskraft der Branche überzeugen. Sowohl auf der Messe selbst als auch in persönlichen Gesprächen mit Daheimgebliebenen war immer wieder zu hören: "Die Exponate sind doch viel zu groß für uns." Dennoch geht der Trend nach wie vor zu schlagkräftiger Technik mit entsprechenden Arbeitsbreiten. Ergo und an dieser Stelle wie zu erwarten schreitet der Strukturwandel ungebrochen voran. Das ist kein Grund zur Hoffnungslosigkeit. Denn sowohl die Anziehungskraft der Agritechnica als auch die positive Resonanz auf unsere Erstausgabe von ACKER+plus zeigt, dass weiterhin ein ausgeprägter Informationsbedarf besteht. Informationsbedarf heißt Zukunftswille und Zukunftswille ist der erste Schritt zur Zukunftsfähigkeit. Rapides und hohes Wachstum, oftmals unter Liquiditätsverlust und mit zunehmender Verschuldung, hat in vielen Unternehmen aktuell sein Ende gefunden. Es beginnt eine neue Ära, in der Wachstum vor allem aus Innovation resultiert. Der Landwirt ist Unternehmer, und an dieser Stelle ist die unternehmerische Umsetzung neuen Wissens gefragt. Ein neues Jahr steht also an mit seinen neuen Herausforderungen. Aber zuvor beginnt die Adventszeit. ACKER+plus wünscht Ihnen herzlich besinnliche vorweihnachtliche Wochen und ein frohes Fest! Ina Kratzer Chefredakteurin ACKER+plus Soest ACKER+plus | 12.09
4 ACKER+Inhalt Quelle. Mühlhausen Nachlese Agritechnica 2009 Stimmen aus der Wirtschaft verlautbaren "Gut" Technik Agritechnica 2009 das Mega-Event hat sich erneut behauptet. Konservierende Bodenbearbeitung Das Herz des Grubbers sind seine Schare Quelle. Kverneland Group Herbizideinsatz im Getreide Resistenzmanagement ist eine Kür Getreide Pflanzliche Konkurrenz im Getreide ein erfolgreicher Weg will durchdacht sein. Zuckerrüben und ihr Weg zur Fabrik Landwirte zeigen Do it yourself-Qualitäten Hackfrüchte Transportlogistik Praktiker fahren ihre süße Ladung selbst. 4 ACKER+plus | 12.09 Quelle. ROPA
5 ACKER+Inhalt 28 31 Möhrenanbau aus globaler Sicht Osteuropa bietet Potenzial für deutsche Anbauer Frische Möhren lange gelagert Gute Lagertechnik macht deutsche Möhren stark NawaRo Biogasanlagen größer muss nicht profitabler sein. 40 44 Rentabilität von Biogasanlagen Der Standort allein muss nicht entscheidend sein Umsetzung der Erneuerbaren Energierichtlinie Neues Recht erinnert an die Teller-Tank-Diskussion Quelle. SAATEN-UNION, Schulze Optimierter Energieeinsatz in der Landwirtschaft Einsparpotenziale zu erkennen ist keine Hexerei Marktpreise Wunder bleiben aus, Chancen bleiben erhalten Betriebsportrait Cleveres Marketing Lebensträume werden wahr. 35 54 58 Betriebsportrait Ein Lebenstraum wird wahr Ein langsames Wachsen war genau das Richtige News Impressum ACKER+plus | 12.09 Quelle. ai-solution
6 ACKER+Technik Agritechnica 2009 Eine Nachlese aus Sicht des Mittelstandes Selbstbewusst trotz Krise unter diesem Motto könnte die Agritechnica 2009 in die Geschichte eingehen. Denn wohl selten lagen Erwartungen und Realitäten so sehr auseinander. Weniger Besucher, schlechte Stimmung und kaufunwillige Landwirte auf Grund niedriger Erzeugerpreise waren die Befürchtungen im Vorfeld. Und die Messlatte nach dem Boomjahr 2007 lag hoch. m Ende ließen die Gesichter der DLG-Verantwort- gung, dass 70 % der Landwirte und Lohnunternehmer in lichen freudvolle, gelöste Entspannung interpretie- den nächsten beiden Jahren investieren wollen. Das Ende ren. Denn mit 350.000 Besuchern lag erneut ein Be- der Krise im Agrarbereich? Wir sprachen mit denen, die es sucherrekord vor, der Auslandsanteil war von 43 auf 47 % wissen sollen: die Aussteller. Bewusst haben wir uns dabei gestiegen, die Besucher augenscheinlich zufrieden, das für kleinere und mittlere Unternehmen entschieden, bei deneue Hallenkonzept gelungen und mit nen die Verantwortlichen in der Regel 2.300 Ausstellern aus 46 Ländern eine einen besonders engen Kontakt zum DLG verzeichnet erneuten n neue Größendimension erreicht. AuMessegeschehen haben. Besucherrekord ßerdem ermittelte die Besucherbefra- räten habe durch den Verkauf von Seitenanbaugeräten diese werden vielfältiger und auch im Lohn eingesetzt weitestgehend kompensiert werden können. Während das Interesse aus Deutschland von Landwirten, Lohn"Wir sind für 2010 ein klein wenig unternehmern und Straßenbauverwaltungen nahezu optimistisch", sagt Manfred Wensing konstant ist, sei es im einzig nennenswerten Exportraum, dem Baltikum, eher still von der Dücker geworden. Maschinenfabrik, Maisschädlinge Zugenommen habe auf der Messe Stadtlohn, die sich mit ihrem Angebescheren der Technikdas Interesse an Geräten zum Mulbot an Mulch- und Mähgeräten bis 4 branche Gutes m Breite (in Kombination bis 6 m) auf chen von Maisstoppeln, um die Ausder Agritechnica präsentierte. Auf der breitung von Maisschädlingen zu verMesse seien gute Gespräche mit interessierten Kunden ge- hindern. "Mit unserer optimierten Gegenschneide könführt worden. nen wir da besonders knapp über dem Boden arbeiten", Der Umsatz sei in diesem Jahr relativ identisch zum so Wensing. Vorjahr. Der Einbruch im Geschäft mit Heckanbauge- Manfred Wensing Gerhard Dücker GmbH & Co. KG, Stadtlohn ACKER+plus | 12.09
7 T ITÄ L UA Q 948 t1 sei Photo © Michelin · Stand: 7/2009 Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA Michelinstraße 4 · 76185 Karlsruhe · Deutschland pe ers d e P Lan eu Ihr N für ven kti Holen Sie das Maximale aus Ihrem Boden: KLEBER bietet Ihnen ein hochwertiges und optisch ansprechendes Reifensortiment. Und das zu einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis. Stets im Fokus aller unserer Aktivitäten: die partnerschaftliche Nähe zum Landwirt. Damit Sie Ihr Land mit anderen Augen sehen können. Mehr Infos per Telefon: 0721-530-1235*. ACKER+plus | 12.09 KLEBER denkt an Sie, Tag für Tag. *Hotline Kundenservice Landwirtschaft
8 ACKER+Technik Hans Neumann Geschäftsbereich Sampo Rosenlew der Franz Kleine Vertriebs- und Engineering GmbH, Salzkotten Auch wenn die DLG-Besucherumfrage eine "nahezu konstante" Besuchergruppe an Osteuropäern auswies, machte Hans Neumann, Marketing- und Verkaufsleiter bei der Franz Kleine Vertriebs- und Engineering GmbH für den Geschäftsbereich Sampo Rosenlew (Mähdrescher für kleine und mittlere Strukturen), eine andere Erfahrung: "An den Exklusivtagen war es schon verhältnismäßig ruhig." Damit meint er sowohl die Gesamtanzahl der Besucher im Vergleich zu 2007 als auch die internationale Beteiligung aus Russland, der Ukraine, Bulgarien, Rumänien und Ungarn: "Vor zwei Jahren haben wir an diesen Tagen am Stand fast nur englisch gesprochen." Das finnische Unternehmen treffe das besonders, da es zu 70 % exportabhängig sei und Osteuropäer sind die ausgebliebenen Besgrößeren Teils aussucher kamen aus wichgeblieben tigen Exportmärkten. Der Besuch von Deutschen sei gut, man spüre jedoch die eindeutige Zurückhaltung und Verunsicherung. Was 2010 bringe, hänge von der Milch- und Getreidepreisentwicklung im ersten Halbjahr, zum anderen von der Entwicklung der Betriebsmittelkosten ab. Neumann hofft, dass die guten Gespräche sich nach der Messe auch in guten Geschäften niederschlagen: "Die Agritechnica legt den Grundstein der Geschäftsentwicklung der nächsten sechs bis acht Monate." Eckhard Froböse E.L.F.-Hallen- und Maschinenbau GmbH, Holzminden Niedrige Stahlpreise ne machen Investitionen sinnvoll "Der Export läuft relativ ruhig", bestätigt auch Eckhard Froböse, Geschäftsführer und Inhaber der E.L.F. Hallenbau, Holzminden. Nennenswerten Exportanteil habe man in Lettland, doch von dort seien derzeit nur wenige Impulse zu erwarten. Das Jahr 2009 sei relativ verhalten gelaufen. Man habe zwar fünf Prozent mehr Umsatz erzielt als 2008 in dem Jahr konnte man über 300 Hallen im Markt platzieren , aber dennoch weniger als geplant. Für Landwirte sei es dennoch derzeit ein günstiger Moment, um in Hallen zu investieren: "Die Stahlpreise sind erheblich gesunken und die Hallen günstiger, weil wir diese Preissenkung weitergeben an unsere Kunden." Landwirtschaftliches Bauen sei noch immer privilegiert und außerdem veranlassen die niedrigen Getreidepreise die Landwirte, in Lagerkapazität zu investieren. Sehr positiv entwickele sich das Geschäft der E.L.F. Energie: "Es wird kaum eine Halle verkauft, bei der das Thema Solarstrom nicht angesprochen wird. Und auch hier auf der Messe ist das ein Dauerbrennerthema." E.L.F. baut einerseits selber Solaranlagen auf Bestandsdächer, verkauft aber auch komplette Hallen mitsamt Solaranlage: "Über die Laufzeit der Solarstromanlage gerechnet bezahlen die Solarstromerlöse die Halle", so Froböse. se gemacht, sodass wir hier gute Geschäfte erwarten." Obwohl die Lage angespannt und die Erzeugerpreise in vielen Bereichen unter Druck seien, entwickele sich Kerner gegen den Trend erfreulich gut am Markt. "Bei den Landwirten "Wir sind mit dem Jahr bislang zu- und Lohnunternehmern stehen konkrete Entscheidungen frieden, das Geschäft in den drei Quar- an." Der Schwerpunkt der Interessenten seien Lohnuntertalen war gut, die Umsätze stimmen", nehmer, Betriebe aus den neuen Bundesländern, aber auch sagt Jürgen Gerstmeier klassische Landwirtschaftsbetriebe aus von der Maschinenbau Kerner aus Aislingen. Süddeutschland. Nennenswerten ExJe nach ExportDas Unternehmen stellte auf der Messe sein port gäbe es in die Länder Österreich, ausrichtung konnte Angebot von Drill-, Bodenbearbeitungs- und Schweiz, Frankreich und den Niederauch 2009 ein Mulchsaatgeräten vor und ist seit 1999 relanden. gelmäßig auf der Agritechnica. "Im direkten erfolgreiches Vorfeld der Messe ist es dann ruhig geworden, Jahr sein aber viele haben mit uns Termine für die Mes- Jürgen Gerstmeier Kerner Maschinenbau GmbH, Aislingen ACKER+plus | 12.09
9 ACKER+Technik Dr. Stefan Kotte Kotte Landtechnik GmbH & Co. KG, Rieste Sehr zufrieden ist man mit der bisherigen Geschäftsentwicklung bei Kotte Landtechnik aus Rieste bei Osnabrück, die sich auf Gülletechnik spezialisiert hat und Fässer zwischen 7.000 und 32.000 Litern anbietet. "Die Turbulenzen am Milchmarkt haben auf den Betrieben einige Spuren hinterlassen, aber die EEGNovelle hat uns sehr geholfen", sagt Geschäftsführer Dr. Stefan Kotte. Weil derzeit in Deutschland rund 800 weitere Biogasanlagen geplant oder gebaut würden, sehe man daher auch optimistisch ins kommende Jahr. Wobei man bedenken müsse, dass meist zunächst die Biogasanlagen gebaut würden und über eine Eigenmechanisierung erst ein bis zwei Jahre später nachgedacht werde. Kotte will aber auch das Exportgeschäft ausbauen, vor allem in Osteuropa und den nordischen Ländern: "90 Prozent unserer Fässer bleiben derzeit in Deutschland, vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und MecklenDie EEG-Novelle hat burg-Vorpommern. Mittelden Biogasanlagenfristig wollen wir auf einen bau maßgeblich Exportanteil von 20 bis 25 unterstützt Prozent und unser Geschäft auf eine breitere Basis stellen." Kunden seien neben größeren Landwirtschaftsbetrieben natürlich auch Lohnunternehmer. Mittelfristig rechne man auch mit einem sich wieder belebenden Milchmarkt und daher auch mit Impulsen fürs Geschäft aus diesem Sektor. Markus Brinkopp-Rode DANAGRI Deutschland GmbH & Co KG, Oberweser "Der Knoten könnte langsam mal platzen", sagt Markus Brinkopp-Rode von der Firma Becker, die Einzelkorndrillmaschinen baut. Die Rahmenbedingungen für die Marktfruchtbetriebe seien nicht optimal, hätten sich aber stabilisiert. Zu der positiven Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre hätte der Biogasanlagenboom und der dadurch verstärkte Maisanbau beigetragen. Auf der Messe stellte das Unternehmen erstmals eine gezogene Drille mit Düngerwagen vor. "Für 2010 erwarten wir eine positive EntIn 2010 wird es wicklung", sagt positive EntwickBr inkopp -Rode. Bisher habe man n lungen geben ausschließlich für den deutschen Markt produziert, demnächst gehe man auch in den Export: "Künftig wird jede Einzelkorndrillmaschine von Kongskilde bei Becker gebaut." Bisher seien die nicht für den deutschen Markt bestimmten Einzelkorndrillen in Polen gefertigt worden. Dort sollen künftig verstärkt Bodenbearbeitungsgeräte hergestellt werden. "Wir rechnen dadurch mit einem deutlichen Plus." Während die Nachfrage aus Benelux, Großbritannien, Frankreich und Skandinavien stabil sei, habe man an Osteuropa eher gedämpfte Erwartungen. ACKER+plus | 12.09 Quelle. DLG
10 ACKER+Technik einstigen Niveau angekommen sei. "Das nächste Jahr wird für die gesamte Landtechnikbranche entscheidend. Wenn die "Wir sind sehr zufrieden, die Grund- Banken die Kredite nicht verknappen, könnte es gut laufen, denn stimmung ist positiv", resümiert Sebastian die Stimmung ist gut." Große Nachfrage verzeichne man im MutSchauff vom niederländischen Hersteller für terland Niederlande, in dem die Selbstfahrer einen Anteil von 60 % Pflanzenschutzgeräte Agrifac. Bereits im Vor- hätten. Schauff, dessen Unternehmen auch in Deutschland, Polen, feld der Agritechnica habe man sich intensiv um die Kunden ge- Großbritannien und Frankreich vertreten ist: "Westeuropa ist ein kümmert. "Agritechnica-Werbung allein reicht nicht zumal wir starker Landtechnikmarkt und wird es selbst wenn Osteuropa uns hier in Hannover mit 42 Wettbewerbern, die selbstfahrende wieder brummen sollte auch künftig bleiben". Der Hingucker auf Spritzen anbieten, messen lassen müssen", so Schauff. Der Markt der Messe war der Condor 2011 mit Claas-Komfortkabine, aktivem mit Osteuropa, speziell Russland, ist schwierig, aber mit einem Motormanagement, manueller Einzeldüsenschaltung sowie 30 verpositiven Trend. Und auch in Westeuropa schiedenen GPS-gesteuerten Teilbreitenschalsei es wieder leichter geworden, Finanzietungen nach Firmenangaben der erste SelbstWesteuropa ist und rungen für Selbstfahrer auf die Beine zu stelfahrer mit voll integriertem Spritzcomputer. bleibt ein starker len auch wenn man noch nicht wieder am Sebastian Schauff Agrifac Machinery B.V., Steenwijk (NL) Die Banken müssen en kreditfreudig bleiben kt Landtechnikmarkt Dr. Klaus Strautmann B.Strautmann & Söhne GmbH u. Co. KG, Bad Laer "Die Geschäftsentwicklung im Agrarbereich ist getrübt von der Entwicklung der vergangenen beiden Jahre", sagt Dr. Klaus Strautmann, geschäftsführender Gesellschafter der Strautmann & Söhne aus Bad Laer, das unter anderem Kipper und Stalldungstreuer vorstellte. 2008 lagen die Zahlen bereits 15 % unter denen des Vorjahres, 2009 werden es wohl noch mal fünf Prozent weniger sein. Dennoch gebe es Licht am Ende des Tunnels: "Die Getreidepreise sind sicher niedrig, aber gute Betriebe können zu den Preisen wettbewerbsfähig produzieren." Strautmann geht davon aus, dass die Agritechnica positive Gute Betriebe sind Impulse setzt. "Die Stimauch aktuell noch mung wird besser. Denn hig wettbewerbsfähig auch die Lage ist besser als sie derzeit über die Presse kommuniziert wird." Davon werde auch die Strautmann & Söhne profitieren: "Die Anforderungen an die Logistik steigen, und mit unseren langlebigen Produkten bieten wir die passenden Lösungen." Theodor Leeb Leeb Mechanik GmbH, Oberpöring Großes Interesse, gute Stimmung und kompetente Gespräche so fasst Theodor Leeb von der Leeb Pflanzenschutztechnik aus Oberpöring die Situation auf der Agritechnica zusammen. Das Unternehmen, das Selbstfahrer für den Großbetrieb herstellt, präsentierte auf der Messe erstmals eine gezogene. Die zur kompakten Einheit verbaute Spritze hat ebenso wie der Selbstfahrer ein Edelstahlfass und selbst in der 6000-Liter-Version einen tiefen Schwerpunkt. Das Interesse sei hier noch etwas abwartend, da Investitionen lieber noch ein Jahr aufgeschoben würde. Aber das Geschäft mit Selbstfahrern laufe weiterhin gut: "Das ist nicht repräsentativ für die Branche, da es für unser Geschäft fast keine zyklischen Abweichungen gibt", so Leeb. Besonderes Besucherinteresse riefen zwei Neuerungen vor, die derzeit in der Entwicklungsphase und noch nicht am Markt sind: Zum einen eine Abdrift verringernde Ausbringtechnik, die durch einen geringen Zielflächenabstand zur Pflanze erreicht wird, zum anderen eine Düsenwinkelverstellung, die im Rahmen einer Diplomarbeit entwickelt wurde: Dadurch kann auch bei höheren Fahrgeschwindigkeiten erreicht werden, dass die Spritzflüssigkeit die gesamte und nicht nur die Vorderseite der Pflanze benetzt. Leeb: "Mit den gezogenen Spritzen punkten wir zunächst auf dem deutschen Markt. Die Selbstfahrer gehen nach Ostdeutschland, Tschechien, Ungarn, Polen, Dänemark und Litauen. Insgesamt laufen derzeit 53 Leeb-Selbstfahrer, allein 20 aus dem Verkauf aus 2009." Für 2010 rechnet das Unternehmen mit 40 bis 50 gezogenen und selbstfahrenden Spritzen. Das Spritzengeschäft n unterliegt keinen zyklischen Abhängigkeiten ACKER+plus | 12.09
11 Von Profis für Profis gemacht Leistung und Erträge steigern Fahr trichtung Quelle. DLG ... TurboDrop® HiSpeed Asymmetrische DoppelflachstrahlInjektordüse, damit die Pflanze auch bei Fahrgeschwindigkeiten über 8 km/h optimal benetzt wird. TD HiSpeed die ideale Lösung für · bessere Benetzung · bessere Bestandsdurchdringung · höhere Fahrgeschwindigkeiten · mehr Schlagkraft und höhere Flächenleistung Antje Krieger Agri Con GmbH, Ostrau OT Jahna "Das Jahr 2009 war eines der besten, es lief sehr gut", sagt Antje Krieger, bei der Agri Con GmbH, Jahna, für den Bereich Marketing zuständig. Das Unternehmen hat sich spezialisiert auf Technik Technik und pflanzenbauliches Know-how bilden erfolgreiche Einheit für die teilflächenspezifische Düngung und vertreibt unter anderem Stickstoffsensoren. "Der Fokus vieler Marktfruchtbetriebe liegt ganz klar auf GPS und unserer Technik. Sowohl Landwirte als auch Hersteller haben das Thema für sich entdeckt." Wichtige Märkte seien Nord- und Westdeutschland, die neuen Bundesländer und Österreich. Agri Con stelle dabei aber nicht die Technik, sondern die Pflanze in den Vordergrund des Interesses: "Wir haben die Düngeverordnung im Auge und bringen pflanzenbauliches Verständnis mit. Agri Con bietet dem Landwirt Werkzeuge, damit er die Pflanze optimal versorgen kann." Im Vorfeld der Messe sei das Interesse eher verhalten gewesen. Offensichtlich wollten sich die Landwirte auf der Agritechnica zunächst über Neuigkeiten in diesem Bereich informieren. Krieger: "Agri Con bietet neue Produkte und Module, bei denen ISOBUS eine direkte Ansteuerung über die Software ermöglichet. Unser neues Datenportal erlaubt den Austausch von Daten und bringt Feld und Büro näher zusammen. Aktuell arbeiten wir an einem Herbizidsensor. Die Marktreife soll 2011 erreicht sein." Christian Mühlhausen TurboDrop® HiSpeed abdriftmindernd eingetragen · 90 % 110-04 bei 2 bar · 75 % 110-02 | -03 | -04 bis 3 | 2,5 | 3 · 50 % 110-02 | -03 | -04 bis 5 | 4 | 6 und JKI*-anerkannt. | | | | -05 3 bar -05 8 bar *Julius-Kühn-Institut (vormals BBA) ACKER+plus | 12.09 Tel 0 94 53/99 38-0 · Fax 0 94 53/99 38 45 Internet www.agrotop.com
12 ACKER+Boden Stand der Technik zur konservierenden Bodenbearbeitung Teil 2 High-tech im Verborgenen moderne Grubberschare chare sind das Herz eines Grubbers. Moderne Grubberschare sind Hochleistungswerkzeuge mit optimierten Konturen, die aus hoch verschleißfesten Werkstoffen bestehen. Überlastsicherungen gewinnen auf Grund steigender ArbeitsSchare geschwindigkeiten und Motorleistuns eines Grubbers gen der Schlepper immer stärker an Bedeutung. Schnellwechselsysteme ermöglichen eine wenig aufwändige Anpassung der Grubber an wechselnde Anforderungen. Die Schare beeinflussen maßgeblich Arbeitsqualität Dieselverbrauch und Verfahrenskosten beim Grubbern. Diese Gründe sind es wert, den Stand der Technik dieser wichtigen Baugruppe näher zu beleuchten. Klassische Scharformen für unterschiedliche Einsatzfälle Die grundlegenden Scharformen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert: Schmale Standardschare ab 50 mm Breite kommen für die tiefe Bodenbearbeitung bis 35 cm zum Einsatz. Bodenlockerung und tiefe Einarbeitung von Pflanzenresten sind hierbei die Hauptaufgaben. Die Hersteller verfolgen unterschiedliche Philosophien bei der Gestaltung der Scharspitze. Üblich sind sowohl scharf angeschliffene Spitzen als auch Herz Scharspitzen Abbild von Herstellerphilosophien verbreiterte Schneidkanten zur Verringerung des Spitzenverschleißes. Als kostengünstige Lösung setzen einige Hersteller auch bei Grubberscharen die einseitig angeschnittenen Spitzen der Pflugschare ein. Quelle. Kverneland Quelle. Lemken Quelle. Lemken Standardschare 120 mm und 80 mm Breite Pflugscharspitze als 60 mm breites Standardschar von Kverneland (l.) und 50 mm Standard-Wendeschar von Väderstad (r.) ACKER+plus | 12.09 Quelle. Väderstad Quelle. Väderstad
13 ACKER+Boden Viele Hersteller bieten die Standardschare als Wendeschare an das bedeutet einfacheres Handling und längere Wechselintervalle. Die flache Stoppelbearbeitung im Bereich von 510 cm Tiefe erfolgt im Gegensatz zur tiefen Lockerung ganzflächig. Quelle. Meinel TriMix Flügelschar mit 47 cm Breite von Lemken Einige Hersteller bieten nach wie vor Zwischenbreiten an, die z. B. als Doppelherzschare ausgebildet sein können. Als Anwender sollten Sie jedoch kritisch prüfen, ob die Anschaffung wirklich lohnt. Sie kann dann sinnvoll sein, wenn Sie z. B. nur maximal 20 cm tief arbeiten wollen. Die Gestaltung der Schare beeinflusst den Dieselverbrauch. Der Boden soll durch die Grubberwerkzeuge möglichst wenig gequetscht werden und ungestört durch die Maschine fließen. Überlastsicherungen Überlastsicherungen spielen für den professionellen Grubbereinsatz eine immer wichtigere Rolle. Leichtere Zinken zur Stoppelbearbeitung sind meist als Stahlfedern ausgeführt (Blatt-, Rechteck- oder Rundfeder), die neben dem Überlastschutz gleichzeitig für eine bessere Selbstreinigung durch Vibration sorgen. Ganzflächige Stoppelarbeit mit Flügelscharen Hierzu kommen breit schneidende Schare zum Einsatz, die entweder als komplettes Gänsefußschar oder als mehrteiliges Flügelschar ausgeführt sein können. Die Flügelschare sollten so konstruiert sein, dass die Scharspitze nicht wesentlich tiefer schneidet als die Flügel, um einen gleichmäßigen Schnitthorizont zu gewährleisten. Quelle. Lemken Investition in Doppel? herzschare lohnend? Einige Hersteller haben ihr Angebot an Zinkenbreiten jedoch zu Gunsten effi zienterer Fertigung und niedrigerer Preise eingeschränkt. Federzinken von Väderstad Quelle. Kverneland Flügelschare von Pöttinger (l.) und Kverneland (r.) Lemken stellte zur Agritechnica 2009 ein weiterentwickeltes Flügelschar vor, das durch speziell geformte Leitbleche an den Flügeln einen intensiveren Mischeffekt bewirkt. Ziel dieser Entwicklung ist es, eine optimale Arbeitsqualität mit weniger Scharen bei kürzerer Grubberbauweise für Arbeitstiefen bis 15 cm zu erreichen. Dieser Ansatz könnte dazu beitragen, zukünftig auch breitere Grubber wieder zweibalkig und damit als Anbaumaschine zu bauen. + Quelle. Pöttinger Qualität, die passt! ACKER plus | 12.09 Bei Ersatz- und Verschleißteilen für die Bodenbearbeitung steht die Qualität an erster Stelle. Fragen Sie jetzt im Fachhandel danach! w w w. o rg13 o p . d e at Quelle. Väderstad
14 ACKER+Boden Für steinige Verhältnisse erhalten Sie bei allen namhaften Herstellern Zinken mit selbsttätigen Überlastsicherungen. Diese Technik können Sie teilweise auch an Maschinen mit Scherschraubensicherungen nachrüsten. Die Auslösecharakteristik der Zinken sollte so gestaltet sein, dass die Kraft an der Scharspitze mit steigender Aushubhöhe abnimmt. Das ermöglicht ein schnelles Ausweichen der Zinken nach oben und verringert die Bruchgefahr. Eine effi zient konstruierte Überlastsicherung zeichnet sich durch folgende Merkmale aus: Hohe Auslösekräfte (500 650 daN), besonders wichtig bei harten Böden Große Aushubhöhe ( 30 cm) Möglichst wenige und groß dimensionierte Drehpunkte Wartungsfreiheit Seitliche Ausweichmöglichkeit des Zinkens Scherbolzen (unten) und nachrüstbare wartungsfreie Blattfedersicherung (oben) von Kverneland | Quelle. Kverneland Quelle. Horsch Quelle. Amazone "3D-Zinken von Amazone eine spezielle Aufhängung ermöglicht seitliches Ausweichen bearbeitung zur Schlüsselmaschine geworden, die in verschiedenen Arbeitstiefen eingesetzt wird. Daraus er- Zinkenwechsel leicht gemacht gab sich die Forderung der Praktiker an die Hersteller, einfach und schnell zu handhabende und gleichzeitig sichere Zinkenwechselsysteme zu entwickeln. Nach Jahren intensiver Entwicklungsarbeit haben heute alle wichtigen Grubberhersteller solche Systeme im Programm. Leider gibt es bisher keinen Standard, so dass jeder Hersteller eine eigene Lösung schaffen muss, die nicht eines der zahlreichen Patente auf diesem Gebiet verletzt. Daraus ergeben sich große Unterschiede im Detail. Achten Sie bei der Beurteilung auf Folgendes: Wie sicher ist das System gegen unbeabsichtigtes Lösen der Schare (besonders wichtig bei steinigen Verhältnissen)? Wie wirkt sich Verschleiß durch die Einwirkung von Boden aus? Wie verhält sich das System, wenn Boden, Feuchtigkeit oder Steine in Zwischenräume eindringen (besonders wichtig bei Federmechanismen zur Verriegelung)? Lemken bietet ein Schnellwechselsystem für den kompletten Zinken an, um den Grubber noch schneller an die verschiedenen Arbeitstiefen anpassen zu können. Diesen Vorteil erkaufen Sie sich mit höheren Anschaffungskosten, die Handhabung ist allerdings erleichtert. "TerraGrip"-Zinken von Horsch Die Ausweichmöglichkeit quer zur Arbeitsrichtung trägt zum zusätzlichen Schutz der Zinken bei und wurde in den letzten Jahren verstärkt weiter entwickelt. Bei einigen Herstellern ist die seitliche Ausweichmöglichkeit bereits durch die Gestaltung des Zinkens gegeben, andere haben dafür spezielle Lagerungen entwickelt. Schnellwechselsysteme Grubber sind besonders in Ackerbaubetrieben mit reduzierter Boden- ACKER+plus | 12.09
15 ACKER+Boden "ClipOn"-Schnellwechselsystem von Horsch: 1. Schar; 2. Scharkeil; 3. Leitblech Lösen des "ClipOn"-Schares mit Entriegelungswerkzeug und Hammer Ihres Grubbers Beschichtete Schare Investition in beschichwährend der haben einen höheren tete Schare rentabel? l? Hauptsa ison, Preis, der viele Kunden die geringeren zunächst abschreckt. Herstellerangaben zur Verlängerung der Ausfallzeiten sollten Sie in Ihre KalkulatiLebensdauer sind immer sehr allgemein, on mit einbeziehen. da die Haltbarkeit der Beschichtungen Prof. Dr.-Ing. Till Meinel stark bodenabhängig ist. Testen Sie zunächst einige wenige beschichtete Schare unter Ihren Bedingungen, wenn Sie bisGrubberschare eine entscheiher keine Erfahrungen in dieser Richtung dende Baugruppe für die besitzen. Entscheidend ist, ob die relative Funktion des Grubbers Standzeitverlängerung größer als der relative Mehrpreis ist nur dann lohnt diese Investition. Zinkenformen, ÜberlastsicheEin zusätzliches Argument für beschichrungen und Schnellwechselsystete Schare ist die höhere Verfügbarkeit teme sind wichtige Kriterien zur Auswahl des richtigen Zinkens für Ihre Bedingungen. Der Artikel gibt Ihnen Hinweise zur Beurteilung der Vor- und Nachteile der verschiedenen technischen Lösungen, die im Markt angeboten werden. Damit verbunden ist die Empfehlung, die Rentabilität zusätzlicher Kosten zu prüfen, die bei der Wahl eines bestimmten Schartyps entstehen können. Beschichtetes Flügelschar mit Auftragsschweißung und Hartmetallplatten Quelle. Meinel Quelle. Horsch Quelle. Horsch Lesen Sie in der ACKER+plus-Print-Ausgabe (01/2010) Teil 3 Quelle. Lemken zum Stand der Technik in der Minimalbodenbearbeitung: "Saatbettbereitung und Aussaat" Werkzeugwechselsystem von Lemken Zusätzlicher Verschleißschutz Grubberschare sind Verschleißteile. Es gibt ein breites Angebot von zusätzlichen Beschichtungen der besonders gefährdeten Bereiche, um die Lebensdauer der Schare zu verlängern. Zwei Beschichtungsverfahren sind in der Praxis anzutreffen: Auftragen einer dünnen Hartmetallschicht mittels Plasmaschweißen Hartlöten von Hartmetallplättchen Das zweite Verfahren ist wirtschaftlich nur in geraden Scharbereichen anwendbar und hat den Vorteil einer stärkeren Verschleißschicht. TRACK-Guide Das leistungsstarke Parallelfahrsystem mit integrierter Hinderniswarnung - Kontrastreiches, farbiges TFT-Display - Hochwertiger 12-Kanal DGPS-Empfänger - Ansicht in mehreren Zoomstufen - Fortsetzung unterbrochener Arbeitsvorgänge - Feldgrenzen, Hindernisse, Fahrspuren, Stammdaten und Felder werden gespeichert - Berücksichtigung der Maschinenarbeitsstellung - SECTION-View für exaktes Ein- und Ausschalten der Teilbreiten - Tag/Nacht-Modus ACKER+plus | 12.09 Müller-Elektronik GmbH & Co. KG · Tel. 0 52 58 98 34 - 0 15 www.mueller-elektronik.de
16 ACKER+Getreide Herbizideinsatz im Frühjahr Resistenzen im Blick halten Die gelungene Bekämpfung von Unkräutern und Ungräsern ist einer der grundlegenden Eckpfeiler im Ackerbau. In der Vergangenheit konnten Unkräuter und Ungräser effektiv mit einer Vielzahl an Mitteln bekämpft werden. Es wird jedoch seit einigen Jahren in verschiedenen Regionen Deutschlands zunehmend über eine Minderwirkung von Herbiziden zur Bekämpfung von Gräsern bis hin Chemischer Pflanzenzum totalen Wirkungsverlust berichschutz stößt immer tet. Nach anfänglich ersten Befunden öfter an Grenzen von resistentem Ackerfuchsschwanz vornehmlich aus dem nordwestdeutschen Raum sind heute in ganz Deutschland resistente Fuchsschwanz- und auch zunehmend Windhalmpopulationen nachgewiesen worden. Diese Tatsache bestimmt mittlerweile maßgeblich die Wirkstoffwahl und Aufwandmenge. Ursachen der Resistenzentwicklung ckerfuchsschwanz und Windhalm zeigen ein ähnliches Auflaufverhalten wie die Wintergetreidearten. Mit einer Samenmenge von bis zu 400 Samen je Pflanze und einem Besatz von teils über 1.200 Fuchsschwanzähren je QuaEnge Fruchtfolgen mit dratmeter ist das SchaWinterungen begünstigen n denspotenzial sehr hoch. ik Resistenzproblematik Enge Fruchtfolgen mit einem hohen Anteil an Winterungen sind heute üblich und ermöglichen den Ungräsern ideale Entwicklungsmöglichkeiten. Diese Tatsache ist der wichtigste Grund für die zunehmende Ungrasproblematik. Werden in solchen Anbausystemen zusätzlich frühe Saattermine angestrebt und weitgehend auf die wendende Bodenbearbeitung verzichtet, so entwickeln sich extrem konkurrenz- UnGRASbekämpfung ng größte Herausforderung fähige Ungraspopulationen. Hohe Ungrasdichten beinhalten immer einen gewissen Anteil natürlich resistenter Biotypen. Der ständige Einsatz von Herbiziden mit gleicher Wirkungsweise verursacht einen hohen Selektionsdruck. Über einen längeren Zeitraum werden Nachkommen resistenter Pflanzen bevorzugt. Resistenzmanagement Da in absehbarer Zeit keine Wirkstoffe mit gänzlich neuer Wirkungsweise zur Ungrasbekämpfung zur Verfügung stehen, ist neben ackerbaulichen Maßnahmen ein gezielter Wirkstoffwechsel sowohl in der aktuellen Kultur als auch in der Fruchtfolge notwendig. Dort, wo bereits Resistenzen gegenüber einem Quelle. Dr. Marco Schneider
17 ACKER+Getreide oder mehreren Wirkstoffen bestehen, muss durch ein überlegtes Herbizidmanagement das noch wirksame Herbizidspektrum so lange wie möglich geschützt werden. Tabelle 1 zeigt, dass die Hauptlast der Gräserbekämpfung in üblichen Marktfruchtfolgen auf Tab. 1: Einteilung wichtiger Wirkstoffgruppen zur Bekämpfung von Ungräsern Wirkstoffgruppe ALS- Hemmer (Enzymhemmer) Hemmung der Zellteiung ACCase- Hemmer (Enzymhemmer) Hemmung des Elektronen-Transports am Photosystem II Hemmung der PPO-Synthese Hemmung der Lipid-Synthese (Fettstoffwechsel) Hemmung der EPSP-Synthese Wirkklasse Produkte Lexus, Atlantis WG, Alister, Atribut, Monitor, Husar, Gropper SX, Concert SX, Absolute M, Ciral, Brodway Cadou SC, Malibu, Bacara forte, Herold SC, Picona, Stomp SC, Stomp aqua, Orbit, Malibu, Kerb flo Axial, Ralon super, Topik 100, Traxos, Agil S, Fussilade max, Select 240, Focus ultra, Panarex IPU-Produkte, Letipur 700, Toluron 700 SC, Herbaflex, Carmina, Isofox, Fenikan Sumimax ALS- und ACCaseHemmer mit hohem Resistenzpotenzial nur wenigen Wirkgruppen lasten. Die Gruppe der ALS- und ACCase-Hemmer gelten als besonders resistenzgefährdet. Die verschiedenen Wirkortgruppen müssen sinnvoll kombiniert und gewechselt werden. Daneben sollten genauestens die Ansprüche der Wirkstoffe berücksichtigt werden. So bestehen sogar bei Wirkstoffen innerhalb einer Wirkklasse sehr unterschiedliche Ansprüche an die Bodenfeuchte oder den Entwicklungsstatus der Ungräser. Beispielsweise darf das Gräserherbizid Attribut im Frühjahr nicht zu spät, das im letzten Jahr zugelassene Mittel Broadway nicht zu früh zur Anwen- Boxer Glyphosatprodukte Klassifikation nach Wirkungsweise gemäß HRAC (Herbicide Resistant Action Comitee) | Quelle. www.weedscience.de Bild 1: Herbizidschaden im Weizen durch Nachtfrost: Behandlung mit 1,2 l/ha Axial + 75 ml/ha Primus in einer Witterungsphase mit mehren Nächten Bodenfrost um -5 °C | Quelle. Dr. Marco Schneider Spritzbrühe mit mehr als 250 l/ha und en feintropfig ausbringen dung kommen. Auch falsch gewählte Wasseraufwandmengen oder Düsen sind häufig Ursache für eine unzufriedene Gräserwirkung. Grundsätzlich sollte bei akuter Resistenzgefährdung die Herbizidmaßnahme nicht unter 250 Liter je Hektar Spritzbrühe möglichst feintropfig ausgebracht werden. ACKER+plus | 12.09
18 ACKER+Getreide Gerste auf Restverungrasung kontrollieren Ist in der Wintergerste ein bekämp- stärkere Wirkung gegen Windhalm. fungswürdiger Restbesatz an Gräsern Hier empfiehlt sich eine Aufwandfestzustellen, so verbleiben lediglich menge von 0,9 l/ha. Liegen bereits Wirkstoffe aus der HRAC Wirkklasse Ungrasresistenzen gegen Wirkstoffe A und C. Nicht FOP resistenter Acker- aus der Klasse A vor, gestaltet sich die fuchsschwanz kann mit 1,2 l/ha Axial Eliminierung von Fuchsschwanz oder (Wirkklasse A) bereits ab 3 °C Tages- Windhalm in Wintergerste schwierig. temperatur und Auf einigen Standohne Nachtfrost orten haben hier Herbizideinsatz bekämpft werKombinationen reicht nicht den (Abb. 1). mit CTU-haltigen Herbizidmanagement Produkten (Wirkist gefragt Ralon super klasse C) noch ist erst bei steiguten Erfolg. Angenden und bereits begonnener Vege- dere zugelassene Kombinationen gibt tation sinnvoll einzusetzen. Bei einer es für diesen Bereich nicht mehr. Aufwandmenge von 11,2 l/ha Ralon Bei konkurrenzstarkem AckerfuchsSuper ist immer das im Pack mitgelie- schwanz sollten die genannten Proferte Monfast als Netzmittel mit ein- dukte ohne weitere Pflanzenschutzzusetzen. Da die Wirkungsgrade in mittel eingesetzt werden. Hier sind den Versuchen bei Ralon super stär- immer wieder mehr oder weniger ausker schwanken, ist Axial bevorzugt geprägte Minderwirkungen bei den anzuwenden. Axial besitzt auch die Gräserprodukten zu dokumentieren. Abb. 1: Praxisempfehlungen zum Herbizideinsatz auf Ackerfuchsschwanzstandorten für Wintergerste im Frühjahr WK: A Axial 50 oder Ralon super + Monfast 1,2 l/ha oder 1,2 l/ha + 0,2 %ig Zu Nachbehandlung z.B. nach Flufenacet-Vorlage im Herbst Axial bei Windhalm und kühlen Temperaturen stärker Axial bei Windhalm und kühlen Temperaturen stärker Keine Mischungen mit Wuchsstoffen oder Brennern Besser: Nachbehandlung gegen Unkräuter WK: A Axial 50 oder Ralon super + Monfast + Primus oder nach 510 Tagen + Primus + Artus 1,2 l/ha oder 1,2 l/ha + 0,2 %ig 100 ml/ha 50 ml/ha + 40 g/ha WK: A, C Axial 50 oder Ralon super + Monfast + Lentipur 700 1,2 l/ha oder 1,2 l/ha + 0,2 %ig 2 l/ha In einigen Regionen noch sehr sichere Ackerfuchsschwanzwirkung Verträglichkeit beachten ACKER+plus | 12.09
19 ACKER+Getreide Abb. 2: Praxisempfehlungen zum Herbizideinsatz auf Ackerfuchsschwanzstandorten für Winterweizen im Frühjahr WK: B Atlantis WG + FHS + Gropper SX + Starane XL oder + Biathlon oder + Concert SX Broadway + FHS 300400 g/ha + 0,60,8 l/ha FHS 20 g + 0,75 l/ha 70 g/ha 7080 g/ha 220 g/ha + 1 l/ha FHS Sichere Gräserwirkung Alle Mischungen mit breiter Wirkung Atlantis WG erst nach 5 Std. regenfest Bei hoher Resistenzgefährdung der Wirkgruppe B + 30 l/ha AHL zu Wirkungsverstärkung Breites Wirkungsspektrum Gräser mit mind. 23 Blättern Eine Woche Vegetation vor Anwendung Breites Wirkungsspektrum Gräser max. mit 3 Blättern Sehr frühen Einsatz planen Nachbauproblematik beachten Für AHL-Betriebe Axial bei Windhalm stärker In Ost- und Süddeutschland noch gute Ackerfuchsschwanzwirkung Keine Mischungen mit Wuchsstoffen oder Brennern WK: B WK: B Attribut + Additiv (Silwet Gold, Arma, Frigate oder AHL) + Primus + Artus 80100 g/ha 50 ml + 30 g/ha WK: A Axial 50 oder Topik 100 + Öl + Primus 1,2 l/ha oder 0,6 l/ha 100 ml/ha Bild 2: Einfluss der Saatzeit auf die Ungrasentwicklung und den zur Verfügung stehenden Mitteln Und wie finden Sie die richtige Spur? Saattermin 26.09.2006 Ungräser EC 25-29 am 01.04.2007 Mittelauswahl: Atlantis WG 400 g/ha Topik 100 0,6 l/ha + Öl Axial 50 1,2 l/ha Ralon super 1,2 l/ha (Broadway 250 g/ha) Saattermin 10.10.2006 Ungräser EC 21 am 01.04.2007 Mittelauswahl: Atlantis WG 300 g/ha Topik 100 0,6 l/ha Axial 50 1,2 l/ha Broadway 220 g/ha (Attribut 100 g/ha) Saattermin 30.10.2006 Ungräser EC 13 am 01.04.2007 Mittelauswahl: Attribut 80100 g/ha Caliban top 300 g/ha Lexus 20 g/ha Ciral 25 g/ha ...natürlich mit den biegsamen Fahrgassenstäben von: Baumann Saatzuchtbedarf Siercker Str. 5 D 74638 Waldenburg Tel. 07942/4000 Fax 07942/4009 Unser umfangreicher Katalog enthält viele weitere Artikel für das Feldversuchswesen. Bitte kostenlos anfordern! Weit entwickelter Ackerfuchsschwanz bei frühem Saattermin: Hier sind blattaktivere Mittel aus der Gruppe der FOPs und DENs wirkungsvoll | Quelle. Dr. Marco Schneider ACKER+plus | 12.09
20 ACKER+Getreide Tab. 2: Wirkungsspektrum und Ansprüche von Herbiziden (Gräser) Anwendung in Menge je ha HRAC Wirkgruppe Ansprüche an Vegetation 1 1 1 1 0 1 3 0 1 2 1 2 1 1 1 1 2 3 3 Luftfeuchtigkeit 3 2 1 3 2 2 2 2 3 3 1 2 1 1 3 3 2 1 1 Wirkstoffe Konzentration (g /l bzw. kg) Präparat Absolute M Flupyrsulfuron 56 Diflufenican 444 Isoproturon 400 Diflufenican 20 Ioxynil 100 Amidosulfur. 125 Iodosulfuron 13 Isoproturon 500 Mesosulfuron 30 Iodosulfuron 6 Propoxycarbazone 663 Pinoxaden 50 Pyroxulam 68 Florasulam 23 Propoxycarbazone 140 Amidosulfur. 60 Iodosulfuron 8 Flupyrsulfur. 400 Metsulfuron 167 Metsulfuron 167 Thifensulfur. 400 Isoproturon 500 Beflubutamid 85 Iodosulfuron 50 Isoproturon 333 Bifenox 166 Chlortoluron 500 Flupyrsulfur.500 Flupyrsulfur.167 Carfentrazon 333 Solfosulfuron 800 + Additiv Fenoxaprop 69 + Additiv Clodinafop 100 180 g Accord Super 2,5 l + 120 g c d e f g Arelon Top Atlantis WG+ FHS Attribut Axial 50 Broadway + FHS C B B A 2,5 l 300 g400 g 100 g 1,2 l 220 g +1l × × × × × × × × × × × × × × × × 3 1 3 0 2 1 3 1 1 2 Caliban Top 300 g i j k l m n o p q r s Ciral Conzert SX Herbaflex Husar Power Set Isofox Lentipur Lexus Lexus Class Monitor Ralon power plus Topik 100 B B C B C C B B B A A 25 g 140 g 2,5 l 0,1 l 2,5 l 2,5 l 20 g 60 g 12-15 g + 0,2 % 1,2 l + 0,2 % 0,6 l × × × × × × × × × × × × × × × × × × × × × × × × × × × × × × × × 3 1 3 1 3 3 3 3 1 0 0 1 2 2 3 1 1 1 3 3 1 1 × = Zugelassen | = Nicht zugelassen | 0 = Kein Anspruch | 1 = Geringer Anspruch | 2 = Mittlerer Anspruch | 3 = Hoher Anspruch Ungrasgröße 3 3 3 1 3 1 2 3 3 3 3 2 3 3 3 3 2 1 1 Bodenfeuchte Wachsschicht ACKER+plus | 12.09
21 =KeineWirkung|+=Teilwirkung|++=AusreichendeWirkungunteroptimalenAnwendungsbedingungen| +++=SehrguteWirkungSpezialprodukt plus| a 29 ++++++++++++++++++++++++++++++++ b 29 ++++++++++++++++++++++++++++++ c 29 +++++++++++++ d 30 ++++++++++++++++++++++ e 29 ++++++++++++ f 39 +++++++++ g 30 +++++++++++++++++++++++++++++++++++++ h 29 +++++++++++++++++++++++++++ i 29 +++++++++++++++++++++++++++++++ j 29 ++++++++++++++++++++++++++++ k 29 +++++++++++++++++++++++++ l 32 ++++++++++++++++++++++++++ m 29 ++++++++++++++++++++++ n 29 +++++++++++++ o 29 +++++++++++++++++++++++ p 30 +++++++++++++++++++++++++++ q 32 +++++++++++++ r 29 ++++ s 31 ++++ 12.09 Getreide + + ACKER EinsatzbisEC Ackerfuchs- schwanz Windhalm JhrigeRispe Weidelgras Trespen Klettenlabkraut Kamille Vogelmiere Stiefmtterchen Ehrenpreis Taubnessel Ausfallraps Klatschmohn Kornblume Storchschnabel 21 ACKER
22 ACKER+Getreide Atlantis WG sollte bereits die Vegetation eingesetzt haben. Bei anhaltenden Ostluftphasen mit Gegen weit entwickelten Ackerfuchsschwanz bei frühen Saatterminen Luftfeuchten unter 50 % und gleichzeitig (Bild 2) sind blattaktivere Mittel wie stark ausgebildeter Wachsschicht werden Atlantis WG + Genapol (300500g/ die Wirkungen aller ALS-Hemmer herabha + 0,61,0l/ha) oder Mittel aus der gesetzt. Bei kleinem Ackerfuchsschwanz Gruppe der FOPs (Topik 100, Ralon im Ein- bis Dreiblattstadium und frühen super) und DENs (Axial 50) wirkungs- Behandlungsterminen kann das Gräserherbizid Attribut voll. Dort, wo gemit 100 g/ha appligen die WirkklasBlattaktive gegen weit ziert werden. Attrise der FOPs und entwickelten but zeigt in dieser DENs noch keine Ackerfuchsschwanz Au f wa nd menge Resistenzen vorauch die stärkste liegen, zeigt Topik 100 (0,6 l/ha) mit Öl die sichersten Wirkung gegen Trespenarten. Zur BekämpWirkungsgrade gegen Ackerfuchs- fung von zweikeimblättrigen Unkräutern schwanz. Aber auch Axial 50 mit 1,2 wie Klette, Kamille und Vogelmiere sowie l/ha oder Ralon Super mit 1,01,2 l/ha und dem Additiv Mon fast können in Betracht kommen. Erste Wirkungsminderungen sind auch gegen ALS-Hemmer wie Atlantis WG, Lexus oder Ciral bekannt, sodass sich die verfügbare Mittelpalette weiter Bild 3: Trespen sind in Wintergerste nicht zu bekämpfen. einschränkt. Um Ackerfuchs- Idealerweise muss hier eine Blattfrucht zur Eindämmung schwanz auch län- des Trespenbesatzes folgen. gerfristig kontrollieren zu können, sollte die Entwicklung Mischung von Präparaten von Resistenzen so weit wie möglich oftmals mit sichersten verzögert werden. Deshalb sind Präparate aus der gleichen Wirkstoffgruppe Wirkungsgraden möglichst nur einmal in der gleichen Ausfallraps kann dem Atlantis WG 7080 ml/ha Primus oder 120150 g/ha Hoestar Gleichen Wirkstoff nur Super zugemischt werden. Wird Biathlon chteinmal in gleicher Frucht(70 g/ha) als Mischpartner zu Atlantis WG folge einsetzen gewählt, wird neben den genannten Arten auch kleinwüchsiger Ehrenpreis erfasst. Fruchtfolge einzusetzen. Sind Herbizi- Eine weitere Alternative als Mischpartner danwendungen im Herbst und Frühjahr zum Atlantis WG stellt das Concert SX notwendig, sollten ALS-Hemmer nur mit 7080 g/ha dar. Ein sehr breites Wireinmal eingesetzt werden. Dies bedeutet, kungsspektrum zeigt die Mischung von wenn im Herbst Lexus, Absolute M, At- Atlantis WG und Concert SX. Neben eilantis WG oder Alister vorgelegt wurde, ner sicheren Ehrenpreis- und Stiefmütterist mit Ralon Super, Axial 50 oder Topik chenbekämpfung wird auch der vermehrt 100 nachzubehandeln. Nachbehand- auftretende Storchschnabel erfasst. Mit dem Produkt Broadway steht lungen im Frühjahr mit Atlantis WG sind dort geeignet, wo im Herbst mit Flu- seit dem Frühjahr 2009 ein weiteres Mitfenacet-haltigen Bodenherbiziden kein tel zur Ackerfuchsschwanzbekämpfung ausreichender Wirkungsgrad erzielt wer- aus der Gruppe der ALS-Hemmer zur den konnte. Für gute Wirkungsgrade bei Verfügung. Die durch die breite Wirkung Herbizidmischungen für Winterweizen Quelle. Dr. Marco Schneider werden neben Ackerfuchsschwanz auch sehr sicher Windhalm, Weidelgras aber auch Trespen bekämpft. Auch gegen Unkräuter werden sichere Wirkungsgrade erzielt. Lediglich bei großem Stiefmütterchen und Taubnessel sollten 25 g/ha Pointer zugemischt werden. Ist nur Windhalm als Ungras zu bekämpfen (Abb. 3), sollte der Einsatz von ackerfuchsschwanzwirksamen Präpara- Windhalmbekämpfung mit Mitteln ohne Ackerg fuchsschwanzwirkung ten möglichst vermieden werden. Die hier vielfach empfohlenen niedrigeren Aufwandmengen von Atlantis WG oder Attribut verschärfen das Resistenzrisiko. Aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe steht das Monitor (1215 g/ha) und Husar OD (0,1 l/ha) für größeren Windhalm sowie Concert SX (150 g/ha) für kleineren Windhalm zur Verfügung. Beide Produkte bieten sich für AHL-Betriebe an. Ausschluss von Wuchsei stoffen und Brennern bei Axial-Einsatz Schwerpunkt für das Produkt Broadway könnte das Windhalmsegment werden. Mit 130 g/ha werden sehr gute Wirkungsgrade erzielt. Axial 50 mit 0,9 l/ha zeigt ebenfalls eine sehr sichere Windhalmwirkung. Aber auch hier gilt: Axial grundsätzlich nicht mit Wuchsstoffen oder Brennern (Artus, Oratio, Zoom, Lotus, Fox) mischen, um mögliche Minderwirkungen nicht zu provozieren. Dort, wo noch IPU-haltige Präparate zum Einsatz kommen können, sind Mischungen kostengünstig und praktikabel. Als Mischpartner bieten sich Brenner oder Wuchsstoffe besonders an. Trespen in Schach halten Die Trespe wird dort zum Problem, wo in engen Fruchtfolgen pfluglos gewirtschaftet wird. Besonders bei diesem Schadgras ist die Bekämpfung über die Fruchtfolge zu organisieren. Sinnvoll ist auf Problemflächen der Einsatz von Kerb flo im Raps. Diese Maßnahme wirkt so positiv auf die Ungrasbekämpfung wie der zweimalige Anbau von Blattfüchten nacheinander. Der Kerb-Einsatz ist wichtig, da ACKER+plus | 12.09
23 ACKER+Getreide Weite Fruchtfolge Feind der Trespe in Weizen, Roggen und Triticale die Trespe nur sicher kontrolliert, in Wintergerste gar nicht bekämpft werden kann (Bild 3). Die Vorgehensweise für die Frühjahrsbehandlung ist in Abbildung 4 beschrieben. Nach einer Vorlage im Herbst mit 0,5 l/ha Alister + 250 g/ha Atlantis WG kann rechtzeitig im Frühjahr die Nachbehandlung mit Attribut erfolgen. Bei einer auschließlichen Frühjahrsbekämpfung konnte in Versuchen mit der früh terminierten Doppelbehandlung der höchste Erfolg erzielt werden. Zwischen den Behandlungsterminen sollten 714 Tage liegen. Eine Trespenbekämpfung zu späteren Terminen ist nicht anzustreben. Ist dies dennoch nicht vermeidbar, hat die Doppelbehandlung mit Monitor die besten Effekte. Nachbauproblematik einiger Herbizide ernst nehmen Nach den vorliegenden Erfahrungen sind besonders Attribut, Monitor, Husar und in höheren Aufwandmengen Atlantis, Lexus und Ciral kritisch zu bewerten. Die Schädigung in empfindlichen Folgefrüchten wie Raps, zweikeimblättrigen Zwischenfrüchte, Zuckerrüben und Sonnenblumen im Fall von Monitor auch Wintergerste sind in trockenen Frühjahrs- und Sommermonaten wie 2003 und 2007 ausgeprägt. Bild 4 zeigt eine geschädigte Rapspflanze im Herbst 2007. Besonders auf Sandböden mit geringem Humusanteil oder schweren Tonböden, die oberflächlich schnell austrocknen, sind betroffen. Das neue Broadway ist diesbezüglich als eher unbedenklich einzustufen. Dr. M. Schneider, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Hofgeismar WK: B, C Quelle. Dr. Marco Schneider Bild 4: Nachbauschaden in Raps: Deformierte, nicht ausgebildete Blätter durch die Anwendung von Attribut im Frühjahr in der Vorfrucht. Abb. 3: Praxisempfehlungen zum Herbizideinsatz auf Windhalmstandorten für Winterweizen im Frühjahr WK: C 2,5 l/ha Arelon top + Primus + Artus oder 50 ml + 30 g/ha 1,52 l/ha + Trioflex Broadway + FHS 130 g/ha + 0,6 l/ha FHS IPU-Auflagen beachten Alle Mischungen mit breiter Wirkung Breites Wirkungsspektrum Windhalm mit mind. 23 Blättern Eine Woche Vegetation vor Anwendung Breites Wirkungsspektrum Nachbauproblematik beachten Für AHL-Betriebe Breite Wirkung außer großer Klette IPU-Auflagen beachten Für AHL-Betriebe Keine Mischungen mit Wuchsstoffen oder Brennern Windhalm, Weidelgras, Kamille, Klette und Vogelmiere werden sicher erfasst WK: B WK: B Monitor + Monfast + Biathlon oder + Loredo Concert + Arelon Top 1215 g/ha + 0,2 %ig 70 g/ha 1,5 l/ha 140 g/ha 1,5 l/ha WK: A WK: B Axial 50 + Primus + Biathlon Husar OD Power Set 0,9 l/ha 50 ml/ha + 70 g/ha 0,1 l/ha + Mero Abb. 4: Praxisempfehlungen zum Herbizideinsatz bei hohem Aufkommen von Trespen WK: B Attribut + Additiv 100 g/ha + Additiv Frühe Einmalbehandlung oder nach Herbstvorlage von 300 g/ha Atlantis WG Nur in Winterweizen Verträglichste Lösung für Winterroggen und Wintertriticale Doppelbehandlung mit bester Wirkung Nur in Winterweizen Doppelbehandlung für späte Einsatztermine Nur in Winterweizen WK: B Broadway + FHS 250 g/ha + 1 l/ha FHS 80100 g/ha 15 g/ha oder 300 g/ha 12,5 g/ha 12,5 g/ha WK: B Umstellung auf Atlantis flüssig Die seit längerem angekündigte Umstellung von Atlantis WG auf die flüssige Formulierung Atlantis OD soll nach Auskunft der Firma Bayer sukzessive ab Frühjahr 2010 erfolgen. Wird den Landwirten Atlantis OD ausgeliefert, so entspricht 1 Liter Atlantis OD etwa 330 g/ha Atlantis WG. 1. Attribut + Additiv 1014 Tage später 2. Monitor + Monfast oder Atlantis WG 1. Monitor + Monfast 10 14 Tage später 2. Monitor + Monfast WK: B ACKER+plus | 12.09
24 ACKER+Hackfrüchte Landwirtschaftliche Dienstleistungsgenossenschaft Velpke e. G. (LDG) 1.Vorsitzender H.-J. Bammel Zum Badekoth 33 38448 Wolfsburg Tel. 05366-218 Regionale Ansprechpartner MR Ohretal e.V. E.-G. Gülzau Hagen 23 29379 Wittingen Tel. 05831-8930 MR Velpke-Schöppenstedt e.V. Jens Pfeil Lauingen, Brückentor 5 38154 Königslutter Tel. 05353-990777 Entwicklung der LDG Velpke e. G. 1995: Gründung nach Schließung der ZVN Zuckerfabrik Fallersleben (Stadt Wolfsburg) 86 Mitglieder 75.000 t Rübenquote 8 angemietete LKW und Mulden Rübentransport in das Werk Klein Wanzleben 1998: Erweiterung durch Schließung des NZAG Werkes Königslutter (Landkreis Helmstedt) 400 Anbauer 350.000 t Rübenquote Kauf von 21 baugleichen 50 cbm-Mulden (Zugmaschinen weiterhin gemietet) Rübentransport in die Werke Klein Wanzleben, Wierthe und Uelzen 2001: Erweiterung im Bereich des Landkreises Gifhorn 660 Anbauer 660.000 t Rübenquote Kauf von weiteren 7 Mulden (LKW weiterhin gemietet) Rübentransport in die Werke Klein Wanzleben, Wierthe und Uelzen 2009: Auswirkungen der Kürzung des Rübenanbaus in der EU 640 Anbauer 620.000 t Rübenquote Rübentransport in die Werke Klein Wanzleben, Schladen, Clauen und Uelzen (bedingt durch weitere Werksschließungen) Jens Pfeil, Geschäftsführer des Maschinenrings, Velpke-Schöppenstedt e. V. lässt sich in seinem Interview mit Landwirt Friedrich Maushake, Königslutter, erklären, wie zufrieden er als Mitglied mit der Anfuhr von Zuckerrüben durch den Landwirt selbst ist. err Maushake, seit 1999 sind Sie in der Landwirtschaftlichen Dienstleistungsgenossenschaft LDG Velpke e. G.. Was hat Sie damals bewogen, in diesem System der "organisierten Selbstanfuhr" mitzumachen? 1998 wurde "unsere" Zuckerfabrik in Königslutter nach 149 Jahren geschlossen. Grund war die Fusion der Zuckerfabrik Uelzen-Braunschweig (ZAG) und des Zuckerverbundes Nord (ZVN) zur Nordzucker AG (NZAG). Bei 5 km Entfernung sozusagen Sichtweite hatten wir als Familie unsere Rüben immer mit Schlepper und Anhänger zur Fabrik fahren können. Das sollte sich mit der Schließung "unserer" Fabrik grundlegend ändern. Die Rüben waren nun in das ca. 45 km entfernte Werk Klein Wanzleben in Sachsen-Anhalt zu liefern. ACKER+plus | 12.09
25 ACKER+Hackfrüchte Klein Wanzleben ist die neueste Fabrik der NZAG mit einem ganz neuen Konzept bei der Anlieferung: Als einzige Anliefermöglichkeit gibt es den sogenannten "Point Fix", der nur mit rückwärtskippenden Sattelaufliegern beschickt werden kann. Außerdem wurden zu diesem Zeitpunkt neue Frachttarife festgelegt, die bei der Selbstanfuhr mit dem Schlepper ab 40 km gekappt wurden. Welches Hauptproblem sehen Sie beim Stichwort "Sattelauflieger"? Als Landwirt bin ich immer auch Betriebswirt. So nutzen wir schon seit vielen Jahren unsere größeren Ernte- und Pflegemaschinen in einer Maschinengemeinschaft mit zwei weiteren Betrieben, um Festkosten zu sparen. Bei 75 ha Ackerfläche, davon ca. 22 ha Rüben (29 %), haben wir zwar einen für die hiesige Gegend normal großen Betrieb, aber einen eigenen Sattelaufl ieger können wir betriebswirtschaftlich gesehen gar nicht auslasten. Wie sind die Landwirte das Problem seinerzeit angegangen? Mit der Schließung der Zuckerfabrik Königslutter im Jahr 1998 wurde gemeinsam mit dem Anbauerverband, den Beratungsringen, dem Landvolk, der NZAG und natürlich auch dem Maschinenring nach gangbaren Lösungen ge- sucht, den Rübentransport auch weiterhin in der Hand der Landwirte zu belassen. Nach vielen Beratungen und regionalen Treffen haben wir uns damals für das Konzept der LDG Velpke e. G. entschieden. Da kann sich jeder Landwirt die benötigte Anzahl von LKW für den eigenen Rübentransport mieten kann. Um das ganze Unternehmen anschieben zu können, hat jeder Landwirt in Höhe seines A-B-Lieferrechts Anteile mit jeweils 4, DM /t (2,05 /t) gezeichnet. Welche Vorteile sehen Sie im LDG-Konzept? Ich kann mich als Landwirt selbst noch mit an diesem System beteiligen und an der Wertschöpfung teilhaben. Wer auf dem Sofa sitzt, kann kein Geld verdienen. Die Kosten sind für jeden einzelnen Landwirt überschaubar. Abgerechnet wird nach transportierter Rübenmenge in Tonnen pro Kilometer. Es besteht ein relativ geringes Risiko, denn die Haftung bleibt auf meinen Gesellschaftsanteil beschränkt. Außerdem sind wir flexibel und können durch die Mietfahrzeuge auch relativ schnell wieder aus der ganzen Sache aussteigen, wenn es nicht mehr rentabel ist. Über das Mietkonzept bekommen wir immer Fahrzeuge mit neuster Technik, d. h. sie sind lärmarm und ACKER+plus | 12.09 Quelle. Jens Pfeil Runter vom Trecker rauf auf den LKW
26 ACKER+Hackfrüchte Wie läuft die sonstige Organisation der Selbstanfuhr abgesehen vom LKW-Fahren ab? Maschinenring-Geschäftsführer Jens Pfeil erklärt Familie Maushake und Fahrer Henrik Meier den Ladeplan. Die einzelnen Gemarkungen sind jeweils einer Lademaus zugeteilt, welche die Rüben im Auftrag der NZAG verlädt. Unterstützt durch unseren Maschinenring wird im Vorfeld ein Ladeplan für die drei Liefertermine nach unseren Wünschen erstellt. Damit kann durch eine straffe Organisation die Forderung der Fabrik nach "just in time"-Lieferung über 24 Stunden erreicht werden. Würden Sie abschließend betrachtet diesen Schritt wieder so wagen? Bisher war es jedenfalls die richtige Entscheidung für mich. Solange sich das Konzept finanziell lohnt, machen wir weiter. Soll ich denn die alte Zeit zurückwünschen? Schließlich hat sich in den letzten Jahren überall ein rasanter technischer Wandel vollzogen. Meine ganze Familie hat diesen Prozess von Anfang an aktiv mitgemacht und mitgestaltet. Meine Frau Ilona fährt selber auch mit Lkw. Wir beide hoffen, dass unsere Tochter Elisa nach ihrem Studium in unsere Fußstapfen tritt. Herr Maushake, ich danke Ihnen für das Gespräch! haben die EURO 5 Abgasnorm. Das spart Geld bei der Autobahnmaut. Durch die 50 cbm-Mulden besitzen wir eine hohe Ladungssicherheit, bei denen keine Rübe mehr auf die Straße fallen kann. Die LKW gliedern sich gut in den normalen Verkehrsfluss ein. Ein weiterer Vorteil ist der höhere Komfort im Vergleich zu einem Schlepper. Bei Kampagnenlängen bis teilweise in den Januar hinein und bei den recht hohen Laufleistungen kommt das besonders zum Tragen. Dadurch, dass ich selbst am Steuer sitze, fällt keine Gewerbesteuer an unterm Strich bleibt also noch etwas für mich und meine Familie über. Hatten Sie Bedenken, dass alle Landwirte die Anforderungen erfüllen konnten? Da war zugegebenermaßen schon eine gewisse Unsicherheit, denn viele Kollegen haben das letzte Mal bei der Führerscheinprüfung einen LKW ge- fahren. Als Einstieg haben die beteiligten Landwirte deshalb ein Fahrertraining mit der DEULA absolviert. Zusätzlich zu dem Training vor Ort wurde auch in der Fabrik Klein Wanzleben "trainiert". Anfangs hatte mancher Landwirt schon Schweißperlen auf der Stirn, denn mit so einem LKW und 40 Tonnen auf den zum Teil sehr engen Feldwegen zu fahren ist schon eine Herausforderung. Dass wir Landwirte nicht mehr zur Fabrik fahren können, wann wir wollen das war jedoch die größte Umstellung! Im Normalfall werden 3 Termine zur Verladung mit der Maus angeboten. Der gesamte Komplex "Rübenernte" wurde umgestellt. Es werden nun ganze Felder gerodet und die Rüben nicht mehr fuderweise an die Fabrik geliefert wie "früher". Mit unserem Betreib bin ich ebenfalls in eine Rodegemeinschaft eingetreten, um hier bei guter Arbeitsqualität Kosten und Zeit für meinen Betrieb einzusparen. Hier bringe ich mich zusätzlich als Vorsitzender in der Roderbetreuung voll mit ein. ACKER+plus | 12.09 Quelle. Jens Pfeil
27 ACKER+Hackfrüchte "Deshalb LDG e.G.:" Kostensenkung ist gefragt Datenvernetzung bringt mehr Transparenz Die Erlöse für Rüben und für deren Dienstleistungsbereich, z. B. laden und reinigen, Mietenpflege und natürlich Transport, sinken immer weiter. Allein die Frachtensenkung im Jahr 2009 beträgt bei der Nordzucker AG im Durchschnitt 11 %, bezogen auf das Vorjahr 2008. Der Trend geht leider auch zukünftig nicht nach oben. Die LDG ist daher stets um Möglichkeiten zur Kosteneinsparung bemüht. An den drei großen Kostenblöcken, Mietkosten der LKWs, Dieselkosten und Abgeltung der Fahrer kann kaum noch gedreht werden. 1. Die Mietkosten der LKW sind, auf Grund der hohen Stückzahl, als günstig einzustufen und im Vergleich zu den Vorjahren nicht gestiegen. 2. Durch Vorkontrakte wird der Dieselpreis kalkulierbar und fi ndet in den Tarifen der NZAG seinen Niederschlag. Der Kraftstoffverbrauch wird bei den Fahrzeugen der LDG Velpke e. G. mit genauen Analysen durch das "Fleetboard System" beobachtet, stabilisiert und wenn möglich gesenkt (Einsparung von 1 l Diesel/100 km bedeutet Einsparung von ca. 25.000 für die gesamte Flotte/Kampagne). Wetterbedingte Einflüsse wie Gegenwind, nasse Fahrbahnen oder eine Gefällestrecken sind unvermeidbar und führen zu erheblichen Schwankungen im Dieselverbrauch. 3. Mit den Landwirten bzw. deren Mitarbeitern sind in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit der NZAG, DNZ und dem ADAC umfangreiche Fahrsicherheitstrainings durchgeführt worden. Geschult wurde zudem eine Kraftstoff sparende Fahrweise. Unterstützt durch das elektronische "Fleetboard System" von Mercedes Benz werden die Fahrzeuglenker beurteilt. Schwachpunkte können so aufgedeckt und korrigiert werden. Dabei geht es neben vorausschauender Fahrweise um Brems- und Schaltverhalten sowie um eine angepasste Geschwindigkeit. Insofern sind die Beteiligten nicht nur gut motiviert, sondern auch gut geschult. Das bietet die Organisation der Rübenabfuhr an weiterem Potenzial Die Abstimmung von Rode-, Mietenpflege und Lieferterminen sowie die Zusammenlegung benachbarter Flächen helfen, den Aufwand in der Kampagne zu senken. Bei der Einsatzplanung und Organisation helfen Softwareprogramme wie die MIR (Modulare Integrierte Rübenlogistik). Diese wurde mit der NZAG und Praktikern gemeinsam entwickelt. Trotzdem wird bei der Vielzahl der Beteiligten Rübenanbauer, Rodegemeinschaften, Lohnunternehmern (Roden, Laden und Mietenpflege) und LKW-Vermietungen viel Zeit durch schriftliche Abfragen, Informationen und Telefonate gebunden. Im Austausch mit benachbarten Abfuhrgruppen sind wir durch Herrn Clemens Löbbecke auf einen interessanten Lösungsansatz aus der Praxis gestoßen. Das neu entwickelte "Agrar Logistik Portal" der Fa. Gückel EDV (http://www.gueckel-edv.de) ermöglicht den Zugriff auf einen gemeinsamen Server. Das gibt Datensicherheit und verbindet in nur einem Programm stets die neueste Software. Das gesamte Datenmaterial basiert auf dem MIR-Programm. Passwort geschützt kann der Landwirt hier sehen, zu welcher Stunde die Lademaus kommt. Der Fahrer des Roders kann die geplanten Abfuhrtermine abrufen und gleichzeitig eine Mitteilung "gerodet" ins System einstellen, sodass der Mietenpfleger bzw. die Ladeeinheit weiß, welche Mieten zu bearbeiten sind. Die Vernetzung ermöglicht die präzise Erkennung der einzelnen Schläge sowie die Abläufe für jeden Einzelnen. Dieses Konzept ist auch über den Anbauerverband DNZ vorgestellt worden. Wenn sich noch mehrere beteiligen, sind weitere positiven Effekte zu erwarten. Wir, die LDG Velpke e. G., werden es in diesem Jahr selber ausprobieren und hoffen, viel Zeit und Geld sparen zu können. Jens Pfeil Fazit Nichts ist so beständig wie der Wandel. Wenn wir als Landwirte weiter am Transport der Zuckerrübe teilhaben wollen, werden wir uns auch immer neuen Herausforderungen stellen müssen. Im gemeinsamen Schulterschluss geht vieles leichter und billiger. ACKER+plus | 12.09 Quelle. Jens Pfeil | Die LKW-Flotte der LDG Velpke e. G.
28 ACKER+Sonderkultur eine Weltreise Möhren Die Möhre ist ein Produkt, das in großem Maßstab angebaut und für die unterschiedlichsten Zwecke verwendet wird. Die weltweite Anbaufläche beträgt etwa eine Million Hektar. Gibt es in der einen oder anderen Nation vielleicht Potenzial für den deutschen Möhrenanbau? China mit 350.000 ha weltweit größter Möhrenproduzent ie größten Möhrenanbauflächen sind im Osten des Kontinents zu fi nden (Tabelle 1). Wobei der Möhrenanbau in Deutschland mit seinen regional stark ausgeprägten Schwerpunkten einen bedeutenden Faktor in der Wirtschaftskette einnimmt und mit hohem Know-how in Anbau und Logistik erfolgt, wird die Möhre in Ländern wie Russland und der Ukraine noch viel in Kleingärten angebaut. Tab 1: TOP 10 der Möhren produzierenden Länder Nation China Russland USA Ukraine Brasilien Polen Mexiko Zentral-Amerika Indonesien Japan ... Weltweit Möhrenanbaufläche (ha) 350.000 100.000 45.000 39.000 35.000 31.000 30.000 25.000 22.000 22.000 ... 1.000.000 Quelle . Bejo Zaden Market Survey 2008 Westeuropa klare Rollenverteilung in der Nutzung In Westeuropa spielen Länder wie Frankreich (13.000 ha), Deutschland (10.500 ha) und Großbritannien (10.100 ha) eine große Rolle. Die meisten der in Europa geernteten Möhren werden als frisch verpacktes Produkt auf den Markt gebracht. In den NieVerwendungszweck mit derlanden wird die Möhre national ausgeprägten größtenteils als ganzes ProUnterschieden dukt frisch verpackt ver- Industrielle Verwertung oder Frischvermarktung die Möhre bietet zahlreiche Verarbeitungsalternativen. | Quelle. Bejo Samen ACKER+plus | 12.09
29 ACKER+Sonderkultur kauft (65 %). Ein signifi kanter Teil (25 %) landet aber auch als geschnittenes Produkt in den Regalen. Bei Tiefkühlprodukten führt Belgien den Markt an. Gut 65 % der in Belgien geernteten Möhren werden gefroren auf den Markt gebracht. Polen und Deutschland können mit Recht "Saftspezialisten" genannt werden. 15 bzw.12 % des Anbaugebietes sind für diesen Zweck bestimmt. habende Land bleibt Netto-Importeur für Möhren. Von diesem Einfuhrstrom kommt etwa ein Drittel aus den Niederlanden. Die Hauptkonkurrenten sind Belgien, Frankreich und Italien. Polen folgt mit Abstand. Ungarn nimmt in Osteuropa eine Mittelposition ein. Die Möhrenanbaufläche ist mit 3.200 ha ungefähr zweimal größer als in Tschechien. Es wird Osteuropa eine Region in Bewegung sowohl in groIn Polen bauen ungefähr 70.000 Erzeuger auf 31.000 ha ßen als auch Möhrenfelder in und in mehr oder weniger professioneller Weise Gemüse in kleinen BeSüd-Ungarn mit hohem an. Wenn die Preise gut sind, weiten die Gelegenheitsantrieben angeKrankheitsdruck bauer aus, was die Preise drückt. Dadurch charakterisiert baut, und die sich der polnische Möhrenmarkt durch einen echten Saison ist lang. "Schweinezyklus". Auch aufgrund der kurzen Anbausaison Die größeren Betriebe im Norden und in der Mitund der begrenzten Lagermöglichkeiten importiert Polen te bauen durchweg Industriemöhren an. Im Süden erhebliche Mengen Möhren. Stabil ist dieser Import nicht, sitzen viele kleine Anbauer, bei denen der Schwerda die lokale Produktion stark fluktuiert. Die professiopunkt auf groben Bundmöhren (Durchmesser nellen Betriebe entwickeln sich kontinuierlich, unterstützt 4 cm) für den Inlandsmarkt liegt. Verfrühung erdurch günstige Arbeitskosfolgt unter Tunneln und Vliesabdeckung. ten, ein günstiges InvesAuf Grund kleiner Parzellen und begrenzten "Schweinezyklus" im titionsklima, Export und Fruchtwechsels herrscht ein hoher Krankrkt polnischen Möhrenmarkt ökonomisches Wachstum. heitsdruck. Durch den zunehmenden Durch den Wegfall ungarischer TrockWohlstand sinkt die Anzahl der Gemüsegärten, und der nungsbetriebe und den zunehmenden Frischverzehr polnische Konsument kauft mehr Gemüse im Geschäft. hat sich sowohl die Nachfrage als auch die AbsatzDarüber hinaus fallen durch den Beitritt in die Europästruktur verschoben. Die Einzelhändler dominieische Union eine Anzahl Handelshindernisse weg. ren den Markt, und der Preis Ausschau nach GeschäftsNiederländische, belgische und deutsche Unternehmer ist mindestens beziehungen in Ungarn können viele Vorteile aus der Zusammenarbeit mit lokalen so wichtig wie kann sich lohnen Partnern ziehen. Sehr wichtig für die niederländische und die Qualität. belgische Marktposition ist die Frage, wie sich die deutStr ukt urelle c schen Ketten verhalten werden. Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern steckt arn Für den internationalen Frischmarkt bedeutet das polin den Kinderschuhen, aber sie wächst. Ungarn ist nd nische Angebot vorläufig keine große Bedrohung. Bei Insowohl import- als auch exportorientiert und hat d l dustriemöhren sieht das Bild anders aus. Auch aufgrund von Woche zu Woche stark schwankende Handelsder Transitstellung von Poströme. Meistens behält der Import nach Seplen Richtung Russland sind tember/Oktober die Oberhand. Export erfolgt Polen mit Potenzial für die großen Konserven- und vornehmlich nach Zentraleuropa und Richuer deutsche Möhrenanhauer Tiefkühlbetriebe bereits seit tung Balkan. längerem in Polen aktiv. EiDie übrigen neuen Mitgliedsstaaten sind nen interessanten Wachstumsmarkt stellt die Saftverarbeifür den internationalen Möhrenmarkt von gerintung dar. Die Nachfrage nach konzentriertem Möhrensaft ger Bedeutung. In den baltischen Staaten kommt wächst rapide. Professionalisierung und Spezialisierung des Anbaus in Gang, und die engen Kontakte zu Russland Der Agrarsektor im stark industrialisierten Tschechien ist können Chancen bieten. weniger dominant als in Polen, aber etwas großflächiger. Die früheren Staatsbetriebe wurden 1990 privatisiert, und Westeuropa zeichnet sich durch momentan sind ca. 30 größere, spezialisierte Gemüsebaueinen hoch technisierten Möhrentriebe übrig geblieben. Mit einer Betriebsgröße von 500 anbau aus. | Quelle. Bejo Samen bis 1.500 ha sind sie Mitspieler von Format. Frische Möhren exportieren Tschechien bleibt diese Betriebe kaum. Es geht allerNetto-Importeur dings wohl eine beachtliche Menge (gefrier)getrockneter Möhren über die Grenze. Daneben arbeiten die großflächigen Produzenten mit Einzelhändlern zusammen und führen ihre eigenen Handelsmarken. Das für osteuropäische Verhältnisse wohl- ACKER+plus | 12.09
30 ACKER+Sonderkultur Quelle. © Klaus-Uwe Gerhardt | PIXELIO Frischvermarktung genießt auch in Westeuropa einen hohen Stellenwert. Polen scheint, was das betrifft, starke Trümpfe in den Händen zu halten. Slowenien ist das weitaus wohlhabendste osteuropäische Land, ist aber sehr klein und stark nach Italien orientiert. Von Rumänien und Bulgarien hat man wenig Konkurrenz zu fürchten. Der Agrarsektor hat eine veraltete Struktur und der Wohlstand ist gering. Amerika Spezialist der überschaubaren Konfektionsgrößen In den USA werden Großer Kontinent kleine 45.000 ha Möhren angeVerpackungsgrößen baut. Das Land ist schon seit Jahren für Möhren de in geschnittener Form (cut and peel) bekannt. Gut 60 % stehen dem Konsumenten als Snacks in Form von Kugeln oder anderer geschnittener Form zur Verfügung. Auch Säfte (15 %), frisch verpackte Produkte (20 %) und Tiefkühlmöhren (5 %) haben einen Platz in den amerikanischen Supermärkten gefunden. In Mexiko und Zentralamerika hat die Möhre einen wichtigen Platz in der Landwirtschaft eingenommen. Mexiko produziert Möhren auf rund 30.000 ha und ist damit weltweit ein großer Mitspieler. Zentralamerika mit Ländern wie Guatemala, Kolumbien und Venezuela hat insgesamt eine Anbaufläche von mehr als 25.000 ha. Der größte Teil der geernteten Möhren wird als frisches, unverpacktes Produkt auf Straßenmärkten verkauft. Jedoch ist in diesem Teil der Welt eine Tendenz hin zu attraktiven, konsumentengerechten Kleinverpackungen, die im Supermarkt verkauft werden, spürbar. Brasilien verdient eine eigene Erwähnung. Hier werden 35.000 ha Möhren angebaut, die nach der Ernte als frisches, unverpacktes Produkt in den brasilianischen Supermärkten verkauft werden. Asien Führend in Fläche und regionaler Vermarktung China ist der weltweit größte Produzent. Daneben verfügen auch Länder wie Indonesien (22.000 ha), Japan (20.000 ha) und die Philippinen (10.000 ha) über eine nicht zu vernachlässigende Anbaufläche. In China, aber auch im restlichen Asien, werden Möhren vor allem auf lokalen oder regionalen Märkten verkauft. Tiefkühlmöhren haben einen kleinen Anteil von rund 5 % auf dem Markt. Australien und Afrika Paradebeispiele für die Frischvermarktung In Australien und Neuseeland wird das Erntegut von über 8.000 ha Möhrenanbaufläche entweder als unverpacktes (40 %) oder als frisch verpacktes Produkt (40 %) abgesetzt. Nur 7 % der Ernte werden zu Tiefkühlware verarbeitet. Ähnliches gilt für Marokko, mit 10.000 ha das größte Möhrenland Nordafrikas: 95 % der Ware werden frisch und unverpackt verkauft. Holger Pohl, Bejo Samen GmbH Augen auf Richtung Osteuropa Osteuropäische Möhrenanbauer arbeiten stetig an ihrer Produktqualität und Anbaukenntnis, haben aber noch einen weiten Weg vor sich. Der Selbstversorgungsgrad steigt, u. a. durch die zunehmende Lagerkapazität. Der Importbedarf wird hierdurch allmählich sinken. Für unternehmerische Möhrenanbauer, Handelsbetriebe und Verarbeiter bieten die Ausweitung der Europäischen Union und der Wegfall der Handelshemmnisse in den kommenden Jahren überwiegend Chancen. Es ist die Rede von einem großen Markt, der keinen Raum bietet für Schubladendenken. Die Niederlande, Deutschland, Belgien und andere exportierende Länder füllen in diesem Markt die Lücken im lokalen Angebot. Nur Grenzübergreifende Zusammenarbeit ermöglicht eine optimale Chancennutzung. Hierfür muss allerdings erst das Vertrauen der lokalen Partner gewonnen werden. Das erfordert die Bereitschaft, einige Jahre lang Zeit und Geld zu investieren. Asien ist der Kontinent, der unbestritten als Anführer bezeichnet werden kann, wenn es um die Möhrenanbaufläche geht. Beinahe die Hälfte der gesamten Hauptkonfektion: weltweiten Anbaufläche befi ndet sich hier: t) frisch (und unverpackt) nämlich 415.000 ha. ACKER+plus | 12.09
31 ACKER+Sonderkultur Langzeitlagerung von Waschmöhren Noch liegt den Möhrenanbauern das vergangene Vermarktungsjahr in schlechter Erinnerung, schon trüben aktuelle Zahlen erneut den Blickwinkel auf den Möhrenanbau. Doch die Erträge waren überall gut und die Qualitäten erheblich besser als im vergangenen Jahr. Wie lässt sich mit Hilfe von Lagertechnik die Qualität erhalten? Quelle. © Jennifer Höck | PIXELIO ACKER+plus | 12.09
32 ACKER+Sonderkultur eit dem Jahr 2000 hat sich in der Bundesrepublik die Anbaufläche von rund 10.000 ha mehr oder weniger gehalten. Europaweit scheint sich der Anbauumfang ebenfalls kaum verändert zu haben. Rund 10 % der bundesrepublikanischen Möhren stehen seit Jahren in Schleswig-Holstein, davon 90 % in Möhrenanbaufläche seit Jahren stabil Dithmarschen. Trotz schmerzhafter Erfahrungen, die man dort in den vergangenen 10 Jahren gemacht hat, bleibt die Fläche konstant, im Biobereich steigt sie sogar an. Anders als in Frankreich, Italien oder Spanien, wo die Möhren Dank idealer klimatischer Bedingungen das ganze Jahr produziert und auch vom Feld geerntet werden können, geht in Norddeutschland ohne optimale Lagerung kaum etwas. Die französische Technik mit Überwinterung auf dem Acker hat große logistische Vorteile und ist sehr kostensparend, da keine Kühlräume erforderlich sind. Die vollmechanisierte Ernte auf den fast immer befahrbaren Böden erfordert lediglich einen Fahrer für den Vollernter und einen LKW-Fahrer für den bzw. die bei der Lagerung entstehen, liegt die Hauptgefahr im Wasserverlust und in Verlusten an Inhaltsstoffen. Dazu kommt, dass sich eine Lagerung in kontrollierter Atmosphäre zur Stoffwechselverlangsamung, sei es mit Hilfe von CO² oder Ethylen, anders als beim Obst verbietet, da die Möhre unter diesen Bedingungen vermehrt Isocumarin, einen Bitterstoff bildet. Wegen des Ethylens in Abgasen verbietet sich auch der Einsatz benzinoder dieselbetriebener Stapler bei der Ein- und Auslagerung. Quelle. Hanno Bitter Überwinterte Möhre ohne Schutz Überwinterte Möhre mit Strohabdeckung Quelle. Hanno Bitter Transport zur unmittelbaren Verarbeitungskette. Versuche zur Überwinterung im Boden zeigten in SchleswigHolstein zwar bedingte Erfolge, gehen aber deutlich zu Lasten der Qualität oder können in nassen Wintern sogar bis zum Totalausfall führen. Dennoch ist in Ausnahmefällen auch hier eine Überwinterung auf dem Feld möglich, die eingeschränkte Befahrbarkeit der tiefgründigen Böden lässt aber keine vermarktungsnahe Ernte zu. Neben Krankheiten, die mit dem Produkt ins Lager geschleppt werden Lagerkrankheit Rhizoctonia Lagerkrankheit Sclerotinia | Eine optimierte Lagertechnik kann die Entstehung von Lagerkrankheiten weitgehend minimieren. Kühles Deutschland erfordert optimale Lagertechnik 32 ACKER+plus | 12.09 Quelle. Hanno Bitter Warme Klimate mit Arbeits- und Kostenvorteilen Quelle. Hanno Bitter
33 ACKER+Sonderkultur Lagerung kistenweise Gabelstapler zu bewegen, sie ermöglichen eine gute Luftzirkulation wähMöhren lagern am sichersten bei ei- rend der Lagerung wenn sie richtig ner Temperatur zwischen 0 und 1 °C und aufgestellt wurden und lassen sich einer Luftfeuchtigkeit von 95 98 %. gut stapeln, die Kosten sind vertretDiese Werte sollen möglichst schnell bar und die Nutzungsdauer liegt bei nach der Einlaca. 10 Jahren. Allergerung erreicht dings entziehen sie Späte Aussaat mit und auch eindem Produkt wähhohen Ansprüchen an gehalten werrend der Lagerung Lagerlogistik den. Nach 24 mehrere Kilogramm Stunden muss Wasser, insbesondas Kühllager bereits unter 10 °C lie- dere, wenn sie aus weichem Holz gegen, nach 3 Tagen 5 °C und nach spä- fertigt sind. Von Nachteil ist in dem testens 4 Wochen 0 °C aufweisen. Bei Fall zudem, dass sie bei nicht ausreihöheren Bodentemperaturen wäh- chender Desinfi zierung stets einen rend der Ernte ist das nur unter erheb- Krankheitsherd darstellen. lichen Mehrkosten zu realisieren, was Noch trifft man selten auf Kunstbei der Produktion von Lagermöhren stoffbehälter, die kein Wasser absorbiefür eine späte Aussaat spricht. Solche ren, hygienische Vorteile bieten und Idealbedingungen sind nur erzielbar, sich viel stabiler und damit gefahrlos wenn die Einlagerung zügig in weni- höher stapeln lassen als die Holzkisgen Tagen erfolgt. Dieses spricht für ten. Leider kosten diese Kisten fast das kleinere Lagereinheiten, aber kleine Doppelte einer einfachen Holzkiste. Lagerräume sind wesentlich schwie- In Versuchen mit Kunststofffolie in riger in der Temperaturführung und beim Halten der Luftfeuchtigkeit. DaLagerkisten vorzugsher geht der Trend klar zu Lagern, deweise aus Hartholz ren Größe ausschließlich durch optioder Kunststoff male Entnahmezeiten für die spätere Aufbereitung begrenzt wird. oder um Holzkisten herum wurden In Schleswig-Holstein wird in Holz- bis zu 13 % Wasserverluste vermieden kisten (1,60 × 1,20 × 1,20 m) eingela- und das Risiko der Krankheitsübergert. Die Befüllung erfolgt direkt auf tragung minimiert. Allerdings wurde dem Feld. Erdanhang ist dabei nicht die Praxisreife noch nicht erreicht. zu vermeiden. Obwohl eine gewisse Das Folieren mit Wickelfolie erfordert Einschleppungsgefahr für bestimmte einen zusätzlichen Arbeitsgang, der Lagerkrankheiten besteht, ist dieser auf dem Feld nicht zu erbringen und Erdanhang sogar erwünscht, denn die sehr kostspielig ist. Folieneinlagen erQualitätsverluste Verlust an Was- fordern größere Sorgfalt bei der Ernser und Inhaltsstoffen haben sich te und sind für den Praxiseinsatz bei als erheblich geringer herausgestellt: weitem nicht stabil genug. Dagegen Wenn "in Erde" eingelagert wird, spricht ebenfalls die Gefahr, dass sich stammt die erforderliche Feuchtigkeit bei zu nasser Ernte oder bei Regen das im Kühllager im wesentlichen aus der Wasser in den unteren Schichten der anhaftenden Erde und nicht aus dem Kiste sammelt und hier einen RotteProdukt. Kommen die Möhren zu tro- prozess auslöst. Die Kühlzeiten, die zu cken aus dem Grund, wird in Schles- Beginn der Lagerzeit besonders kurz wig-Holstein die Ernte sogar auf etwas zu halten sind, vergrößern sich wegen feuchtere Tage verschoben. eingeschränkter Luftzirkulation ebenLagerkisten sollten vorzugsweise falls. Für die Kurzzeitlagerung gewaaus Hartholz beschener Möhren stehen, werden eigenen sich die Erdanhang mit aber aus KostenFolien gut, wenn positiven Effekten gründen meist das Waschwasser aus Kiefern- oder mit Chlordioxid Fichtenlatten hergestellt. Die Vorteile oder Ozon angereichert wurde. Hier von Holzkisten liegen auf der Hand: sind dann deutlich größere StandSie sind leicht erhältlich, gut mit dem zeiten möglich. Boxen- oder Haufenlager sind heute nicht mehr sinnvoll. Ungleich zur Lagerung in Kisten kann hier bei Quetschungen der Ware oder beim Auftritt stellenweiser Probleme nicht gezielt reagiert werden. Zwei Systeme zur Langzeitkühlung Am häufigsten wird der konventionelle Verdampfer eingesetzt. Hier wird die "warme" Luft aus dem Lager über Kühlschlangen an die Decke des Lagers geleitet. Wenn das Lager richtig beschickt und ausreichend Platz für Konventioneller Verdampfer und gute Lagerbeschickung n gehören zusammen den Luftstrom gelassen wurde, funktioniert diese Art der Kühlung hervorragend. Die Vorteile dieser Anlagen liegen darin, dass Sie leicht überall zu installieren sind, das Bedienungspersonal nicht überfordert wird, Automatisierungs- und Kontrollmöglichkeiten gut sind und die erforderlichen Kühlzeiten schnell erreicht werden. Nachteile bestehen in den hohen Kosten für Installation und Wartung. Weil es aufwändig ist, die Luftfeuchtigkeit zu stabilisieren, besteht darüber hinaus die Gefahr der Austrocknung der Ware. Wenn die Luftführung durch suboptimale Beschickung des Lagers behindert wird, kommt es beim System der konventionellen Verdampfung immer wieder zu teilweiser Lagerkisten bieten zahlreiche Vorteile und sollten aus Hartholz oder Kunststoff bestehen. ACKER+plus | 12.09 Quelle. Hanno Bitter
34 ACKER+Sonderkultur Austritt der feuchtenKühlluft Kühlluft Austritt der feuchten Tropfenfilter Tropfenfilter Spraydüsen Spraydüsen Kühlspule Kühlspule eng gepackte eng gepackte Kühllamellen Kühllamellen Ventilator Ventilator Pumpe Pumpe Sumpf Sumpf Beim Filacell-Kühlsystem wird dem Produkt kein Wasser entzogen sehr gut. Unterkühlung bzw. zu warmer Lagerung. Nicht selten werden die Möhren in den oberen Kisten an- und eingefroren. Filacell-Systeme funktionieren nach einem anderen Prinzip. Hier wird die Lagerluft durch einen gekühlten Wasserstrom geleitet und gleichzeitig befeuchtet. Das Problem der Frostgefahr ist damit beseitigt, der Automatisierungsgrad sehr hoch und der Kontrollbedarf niedrig. Die Wärmeübertragung zwischen Luft und Wasser funktioniert nahezu perfekt. Die Luftfeuchtigkeit beträgt 98 99 %, und die Luftfeuchte wird ungleich zur konventionellen Kühlung nicht dem Ernteprodukt entzogen. Bis Filacell-Kühlung ein zu einer Mintem "wirkliches" Klimasystem desttemperatur von 0 °C kann dieses System kühlen. Abtauen gehört der Vergangenheit an, die Lagerdauer kann verlängert werden, und die Energie- und Wartungskosten sind geringer. Gegenüber der konventionellen Kühlung hat man es hier mit einem wirklichen Klimasystem zu tun mit wesentlich weniger Auswirkung auf die äußere und innere Qualität der Möhre. Qualitätseinbußen bei Langzeitlagerung vermeiden Quelle. © Axel Heuting | PIXELIO Die nachfolgenden Ergebnisse stammen aus kanadischen Untersuchungen bei der Langzeitlagerung in einem konventionellen Kühllager. Die Möhren verändern sich in ihren Inhaltsstoffen und mechanischen Eigenschaften merklich: Nach ca. zwölf Wochen und einer Lagerung bei 0 °C bildet sich ein "Frostschutz-Protein" in den äußeren Zellen, gleichzeitig nimmt die Schnittfestigkeit der äußeren Zellen ab, d. h. sie werden verletzungs-empfindlicher, was bei der späteren Aufbereitung zu berücksichtigen ist. Auf den Carotinoid-Spiegel hat die Kühllagerung keinen Einfluss, - und - Carotin verändern sich nicht. Der Luteingehalt nimmt aber um bis zu 37,5 % ab, und gerade das Lutein ist der Stoff, der für die Verbesserung der Sehkraft durch Möhrenverzehr verantwortlich gemacht wird. Die Phenol-Konzentration sinkt leicht aber stetig. Die antioxidative Aktivität der Möhre nimmt insgesamt um 30 % ab, wobei die Antioxidantien die erwünschten Wirkstoffe sind, die freie Radikale im Körper binden, um spezifische Krankheiten zu verhindern. Der Vitamin C-Gehalt sinkt dagegen erst nach einer Lagerdauer von mehr als vier Monaten, während der Zuckergehalt zunächst ansteigt, dann aber steil abfällt. Diese Ergebnisse sollten Ansporn genug sein, weiter an der Verbesserung der Langzeitlagerung von Möhren zu arbeiten. Hanno Bitter, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ACKER+plus | 12.09 Quelle. Hanno Bitter Lufteintritt Lufteintritt
35 ACKER+Betriebsportrait "Royal Spargel" Eine Marketingidee zum Abheben Wenn sich ein Unternehmer in einer Region niederlässt, in der sich bereits "Platzhirsche" befinden, muss er sich schon etwas Besonderes einfallen lassen, etwas, womit man sich von anderen Profis abheben kann. Landwirt Klaus Heinl vom Gut Plätz hat diese Herausforderung gesucht und gefunden, als er sich vor 10 Jahren mit seiner Familie auf Gut Plätz in der Altmark, nördliches SachsenAnhalt, niederließ. Quelle. Thekla Kerzel Das Gut Plätz steht für Spargel von "royaler Qualität". | Quelle. Thekla Kerzel ACKER+plus | 12.09
36 ACKER+Betriebsportrait Von in Klaus Heinl wagte vor 13 Jahren den Schritt von Mittelfranken in die Altmark. rsprünglich kommt Klaus Heinl aus der Nähe von Fürth. Schon dort baute der Landwirtschaftsmeister Spargel und Feingemüse wie z. B. Kopfsalat und Chinakohl an. Er ist Experte auf seinem Gebiet. Dieses ist ein Grund, weshalb er gewagt hat, vertrauten Boden zu verlassen. Aber welche Motivation gab es noch? "Ich hatte keine Möglichkeit mehr zu expandieren", erklärt Heinl. "Die Alternative hieß: Bau eines Gewächshauses oder Umzug in eine neue Region. Meine Entscheidung zu Gunsten eines Ortswechsels Richtung Sachsen-Anhalt kam eher aus dem Mittelfranken Bauch heraus." Schließlich hatte die Altmark Klaus Heinl nichts gegen den deutschen Osten, wo er Land fand. Außerdem wies die Region eine lange Spargeltradition auf, und er konnte sicher gehen, dass der Boden passen würde. Vielfalt ist angesagt Klaus Heinl ist Ackerbau, Ackerbauer mit zielSonderkulturen, strebigen Ideen. "Wir sind ein vielschichNawaRo-Lieferant tiger Marktfruchtbetrieb mit der Hauptausrichtung Spargel", führt er aus. So gehören zum Gut Plätz neben den 60 Hektar Spargel auch 320 Hektar Ackerland, davon 180 Hektar Eigentum. Es werden Weizen, Roggen und Mais angebaut, wobei Roggen und Mais in der benachbarten Biogasanlage verwertet werden. Der Anfang war nicht leicht. "Die ersten Jahre im Ackerbau haben uns sehr viel Geld gekostet. Wir haben in Düngung und Drainung investiert. Die Böden waren stark unterversorgt", erinnert sich Heinl. Insgesamt werden 130 Hektar Ackerland drainiert, denn durch die Elbe sind hohe Grundwasserstände vorhanden. Das kann besonders für den Staunässe empfi ndlichen Spargel zum Problem werden. Die Arbeiten im Ackerbau erfolgen größtenteils durch einen Lohnunternehmer, vornehmlich Bodenbearbeitung und Bestellung im Frühjahr sowie die Erntearbeiten. "Im Frühjahr konzentriere ich mich voll auf mein Hauptgeschäft, den Spargel", erklärt Heinl. Die Arbeiten im Herbst kann er dann wieder selbst erledigen. Dabei schwört er auf den Pflug. "Mit pfluglos habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Der Tonanteil im Boden führt zur VerdichPflügen aus tung und VerschlämErfahrung gut. mung", ist der Ackerbauer überzeugt. In der Spargelzeit werden 23 Verkaufsstände überregional beliefert. Seit 2005 verkauft Klaus Heinl den Spargel unter dem Label "Royal Spargel". Quelle. Thekla Kerzel Quelle. Heinl Quelle. Thekla Kerzel ACKER+plus | 12.09
37 ACKER+Betriebsportrait Quelle. Thekla Kerzel Die betriebseigenen Kühlfahrzeuge fahren in der Spargelzeit bis zu 1.000 Kilometern täglich, um die Kunden zu erreichen. Erfolg bereits in den ersten 2 Jahren In den ersten drei Jahren wurden neue Hallen gebaut, ausgestattet mit Wasch-, Sortier- und Kühlanlagen. Seit der Ernte 2009 kommt auf Gut Plätz der Spargelvollernter "Kirpy" zum Einsatz. In einem Arbeitsgang hebt 1996 kaufte Heinl Gut Plätz aus privater Hand, und be- dieser die Folie, schneidet den kompletten Damm und bereits drei Jahre später ging es mit der ersten Spargelernte deckt diesen erneut mit Folie. Auf dem "Kirpy stehen vier richtig los. Aber bis dahin war im Vorfeld viel passiert. "Ich Arbeitskräfte, die den Spargel noch vor Ort sortieren. Vier habe drei Jahre lang im Auto gelebt", lässt Heinl die Anfän- Hektar Spargel können so pro Tag geerntet und die Schlagge Revue passieren. Es waren kraft deutlich erhöht werden. Das spart nach bereits neue Hallen gebaut Heinls Erfahrung rund 20 AKs ein. Wende in Großmarktund die ersten sechs Hektar "Ich kann über die Maschinenernte nichts en lage mit Auswirkungen Spargel gepflanzt worden. Negatives sagen. Weder Pflanze noch Qualität "Von Anfang an sollte auf leiden gegenüber dem Handstechen. Am Anfang dem Hof alles für den Spargelanbau gerüstet sein. Von der haben wir ein paar interne Fehler gemacht. Aber die muss Waschanlage über die Sortiermaschine bis hin zur Küh- jeder für sich selbst heraus fi nden und ändern", berichtet lung, damit die Wege des Spargels möglichst kurz sind", Heinl über die erste Saison mit dem "Kirpy". Um Kosten zu reduzieren, will der umtriebige Untererklärt der Landwirt. Im Jahr 1999 wurden weitere 12 Hektar gepflanzt, und nehmer im nächsten Jahr in zwei Schichten fahren. "Es bereits 2002 war der Betrieb auf einer Größe von 65 Hek- ist wichtig, die Kostenstrukturen in den Griff zu kriegen", tar Spargel angelangt, die 2005 beerntet werden konnten. gibt sich Heinl bedenklich. Mit einer Investitionssumme "Wir hatten viel Erfolg in den ersten zwei Jahren", erklärt von knapp 95.000 Euro sind diese Bedenken nicht ganz Heinl diese Entwicklung. Aber auch Rückschläge mussten unbegründet. "Ich möchte, dass sich die Maschine in zwei er und seine Familie verkraften. 2006/2007 kam es zu einer bis drei Jahren rentiert hat." Wende in der Großmarktlage. So wurden in 2007 knapp 20 Bewährtes neben High-Tech Hektar Spargel vernichtet. Vorausschauend in der Planung Trotzdem wurde noch im selben Jahr unter vier Hektar Spargel eine Heizung "eingebaut", ein Jahr später unter weiteren sechs Hektar. Eine Investition von 20.000 Euro pro Hektar, die sich Heinls Ansicht nach lohnt, denn: Die Ernte der beheizten Felder beginnt um den 20. März anstatt Anfang Mai. "Das ist ein Vorsprung, der besonders für den Abnehmer Feingastronomie interessant ist", begründet Heinl diesen Schritt. "Auch die Qualität leidet nicht, im Gegenteil. Dieser Spargel schmeckt sogar besser, da er mit konstanter Wärmezufuhr gewachsen ist". Beheizt werden die Felder mit der Abwärme einer benachbarten Biogasanlage. Die Heizungsschläuche liegen 10 cm unter dem Wurzelstock und können nach Beendigung der Rotation ins nächste Feld mitInvestitionen von 95.000 genommen werinnerhalb von 2,5 Jahren n den. Die Ernte erfolgt nicht ausschließlich mit dem Vollernter. Altbewährtes hat auch im Betrieb Heinl seinen Platz. Neben dem "Kirpy" kommen sogenannte Erntefüchse zu Einsatz, auf denen das Arbeitspersonal zum Handstechen sitzt. In der Erntezeit beschäftigt Heinl 80 Saisonkräfte. 50 Prozent davon kommen aus Polen. "90 Prozent gehören zum Stammpersonal. Viele stammen noch aus meiner Zeit in Mittelfranken, und zu vielen haben wir persönlichen Kontakt", beschreibt Heinl die fast familiäre Atmosphäre. In der Entlohnung macht er keine Unterschiede, und das ausgeglichene Verhältnis zwischen in- und ausländischen Helfern fi ndet Heinl nicht ungewöhnlich. Bedauernd stellt er fest: "Jährlich fragen viele Leute aus der Region an, ob sie bei der Spargelernte helfen können, aber ich kann ja nicht mehr nehmen, als ich brauche. " rentabel ACKER+plus | 12.09 Quelle. Thekla Kerzel
38 ACKER+Betriebsportrait Frische als Kundennutzen Da der Betrieb voll arrondiert ist, sind die Transportwege für den Spargel kurz. "Das weiteste Feld liegt nur zwei Kilometer vom Hof weg", so Heinl. Die Verarbeitung beginnt bereits auf dem Feld. Dort erfährt der Spargel mit Frischwasser den ersten Kälteschock und eine erste Reinigung. Auch die Vorsortierung findet am Feld statt. Die gründliche Reinigung und ordentliche Kühlung wird auf dem Hof gewährleistet. Von dort aus erreicht der Spargel innerhalb von 24, maximal 30 Stunden, den Verbraucher. Die Dauerkultur Spargel hat eine dreijährige Zeitspanne von der Pflanzung bis zur ersten Ernte. Aber erst im vierten Jahr kann das volle Ertragspotential ausgeschöpft werden. Danach kann der Spargel sechs Jahre auf Optimum geerntet werden, bevor eine zehnjährige Ruhepause für die Felder folgt. "Royal Spargel" ein Qualitätsversprechen Vermarktet wird auf unterschiedlichen Distributionskanälen. Direktvermarktung ist einer davon. "Zum Anfang standen wir nur auf den Wochenmärkten in Osterburg und hier in Plätz", erinnert sich Heinl. Jetzt werden in der Spargelsaison täglich die 23 Verkaufsstände im Umkreis von 300 km in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit den be- triebseigenen Kühltransportern beliefert. "Unsere Sprinter fahren täglich bis zu 1.000 Kilometer, um unsere Kunden zu erreichen", ist Heinl stolz. Zudem ist ein LKW für größere Strecken unterwegs, denn Heinl hat auch diverse Kunden im Ausland. Der LKW ist dann zu Verteilern in den jeweiligen Ländern unterwegs, die den Spargel an bestimmte Feingastronomen liefert. "Wir fahren alles selbst, denn WIR Ausgeklügeltes wollen wissen, Marketing wo unsere Qualitätsware landet", erklärt Heinl den Aufwand. Daher meidet er seit kurzem auch den Handel mit Großmärkten. Lieferverträge mit den Gastronomen werden zur Saison abgeschlossen, aber die Preise ergeben sich wöchentlich, ja fast täglich neu. Wichtig sind kontinuierliche Abnahmen, und die muss der Kunde per Vertrag garantieren. Um sich von den eingesessenen Spargelprofis absetzen und vom Standort unabhängiger machen zu können, hat Klaus Heinl seinen Spargel einem eigenen Markennamen geschützt: "Royal Spargel". Damit macht er dem königlichen Gemüse alle Ehre und löst sich so aus der Menge des "Spargels aus der Altmark". Seit 2005 vermarktet er unter diesem Label, der im Handelsregister eingetragen ist. Seine Qualitätsgarantie beläuft sich jetzt nicht mehr auf die Region, sondern bezieht sich nur auf den "Royal Spargel" Zahlreiche Alternativen in n der Vermarktung Quelle. ai-solution Agrarmaschinen ACKER+plus | 12.09
39 ACKER+Betriebsportrait vom Gut Plätz. Den Namen gab Heinl seinem Spargel zu Recht, denn Gut Plätz lieferte 2004 Spargel in das dänische Königshaus, anlässlich der Hochzeit des Thronfolgers Frederik. Aber auch das Qualitätssiegel "Globalgap" und "QS Qualität und Sicherheit" für Obst und Gemüse unterstreicht die Qualität des Plätzschen Produktes. Darüber hinaus ist der Betrieb durch das BQM-Siegel ausgezeichnet, welches den Hygienestandart des Betriebes zertifi ziert. "Damit ist viel Papierkram verbunden, aber es muss sein. Unsere Kunden aus dem Ausland verlangen danach", tröstet sich das Marketingtalent Heinl. Überregionale Feste und Spargelessen Abwechslung vom Hofalltag findet Familie Heinl bei den jährlichen Spargelfesten, die seit 10 Jahren ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Region sind. "Wir haben BesuFamilie muss mitziehen n cher aus ganz Deutschland", freut sich Heinl. Die Planung und Gestaltung des Festes übernimmt seine Ehefrau. Aber auch andere Veranstaltungen finden auf Gut Plätz statt. So können sich Gruppen ab 20 Personen zum Spargelessen anmelden. Dazu findet sich seit vier Jahren ein Saal im umgebauten Pferdestall auf dem Hof. "Wir liefern dazu den Spargel, alles andere übernimmt ein Cateringservice", gibt Heinl sich offen, "dazu haben wir nicht auch noch Zeit." Nach zehn Jahren Gut Plätz kann Klaus Heinl für sich sagen, dass auf diesem Hof sein Lebenstraum wahr geworden ist: "Ohne die Unterstützung meiner Familie wäre all dies hier nicht möglich gewesen. Der Zusammenhalt, die Arbeit und der Fleiß haben aus dem Hof das gemacht, was er ist. Wir führen ein Leben mit und für den Betrieb." Thekla Kerzel Information und Liquidität unerlässlich Klaus Heinl sieht sich selbst als Unternehmer ein Unternehmer, der delegiert und für den das Management eines Betriebes das A und O ist. So kommen regelmäßig drei Berater auf seinen Hof: für den Ackerbau, für den Spargelanbau und für betriebswirtschaftliche Aspekte. "Man sollte sich nicht scheuen, jemanden zu fragen, wenn man nicht mehr weiter weiß", begründet Heinl. Auch vorausschauendes Arbeiten ist für ihn unbedingt wichtig. Im Betrieb wird daher vierteljährlich Bilanz gezogen, um zu sehen wo der Betrieb steht. "Das Schlimmste ist, wenn der Betrieb ohne Liquidität dasteht. Daran scheitern mehr Unternehmen als am fehlenden Know-how", ist sich Heinl sicher. "Außerdem muss ein Unternehmen gesund wachsen, um in der Zukunft Erfolg zu haben." Jährliche Spargelfeste ziehen Besucher aus ganz Deutschland an. | Quelle. Heinl ACKER+plus | 12.09
40 ACKER+NawaRo Hohe Wettbewerbsfähigkeit von Biogasanlagen an allen Standorten Quelle. SAATEN-UNION Seit Jahresbeginn hat sich die Vergütung für Biogasanlagen aufgrund der EEG Novelle deutlich erhöht. Für Landwirte stellt sich daher die Frage, wie wettbewerbsfähig unterschiedliche Biogasanlagen künftig an ihrem Standort sein werden. Veränderungen im Biogassektor m diese Frage zu beantworten, werden an dieser Stelle zunächst die Veränderungen durch die EEG Novelle vorgestellt: Die Grundvergütung bis 150 kW, der NawaRo-Bonus und der KWKBonus wurden jeweils um 1 ct/kWh erhöht. Der Einsatz von Gülle wird durch den Güllebonus stark gefördert. Er beträgt 4 ct/kWh bis 150 kW und 1 ct/kWh bis 500 kW, wenn der Gülleanteil am Gesamtinput jederzeit mindestens 30 Massenprozent beträgt. Allerdings wird der Güllebonus nicht für Einspeiseanlagen gewährt. Der Technologiebonus für die Gasaufbereitung richtet sich nicht nach dem BHKW, sondern nach der Größe der Aufbereitungsanlage. Bis zu einer Aufbereitungskapazität von 350 Nm³ Rohgas/h (etwa 1,2 MW el.) beträgt der Bonus 2 ct/kWh. Bei 700 Nm³ Rohgas/h (etwa 2,4 MW el.) sind es 1 ct/kWh. Weiterhin wurden die Gasnetzzugangsverordnung und die Gasnetzentgeltverordnung dahingehend verändert, dass sich die Wirtschaftlichkeit der Gaseinspeisung wie folgt verbessert hat: Der Netzbetreiber muss künftig die Hälfte der Kosten für den Netzanschluss bis zu einer Leitungslänge von 10 km tragen. Weiterhin muss der Netzbetreiber künftig auch die Kosten für die Druckerhöhung und Gasanpassung sowie der eichfähigen Messung tragen. ACKER+plus | 12.09
41 ACKER+NawaRo Die Einspeiser erhalten künftig 0,7 ct/kWh eingespeistem Biogas für vermiedene Netzentgelte vom Netzbetreiber. Tab. 1: Technische Parameter der untersuchten Anlagen 50 kW Gülleanteil % % % % 95 % 30 % 50 % 0% 6.310 7.900 460 190 kW 40 % 36 % 44 % 30 % 4.400 2.600 4.300 500 kW 40 % 38 % 42 % 30 % 3.340 6.500 10.700 1000 Nm³ (3050 kW) 0% 38 % 42 % 90 % 3.000 46.700 Anlagengröße nicht ausschlaggebend Da es zahlreiche unterschiedliche Größen von Biogasanlagen und unterschiedliche Ausgestaltungsmöglichkeiten gibt, ist in einem nächsten Schritt zu klären, wie hoch die Wettbewerbsfähigkeit unterschiedlicher Anlagengrößen künftig sein wird. Hierfür werden verschiedene Anlagen miteinander verglichen: 1. Für viehhaltende Betriebe könnte eine Biogasanlage mit hohen Gülleanteilen rentabel sein, weil Gülle kostenfrei als Rohstoff zur Verfügung steht. Allerdings ist die Energiedichte der Gülle sehr gering, so dass sich hohe Gülleanteile nur in relativ kleinen Biogasanlagen verwirklichen lassen. Für den Betrieb einer 100 kW Gülleanlage sind bereits über 10.000 Schweinemastplätze erforderlich. Da die meisten westdeutschen Betriebe kleiner strukturiert sind, wird stattdessen eine 50 kW Gülleanlage kalkuliert. 2. Seit der Novellierung des EEG ist ein erneuter "Bauboom" von Biogasanlagen in der Leistungsgröße von 150250 kW zu beobachten. Daher wird eine Anlage mit der Größe von 190 kW berücksichtigt. 3. Vor dem EEG 2009 wurden viele 500 kW Biogasanlagen gebaut, so dass diese Anlagengröße ebenfalls betrachtet wird. 4. Die Aufbereitung und Einspeisung von Biogas soll in Zukunft deutlich ausgebaut werden. Daher wird auch eine Einspeiseanlage mit einer Aufbereitungskapazität von 1.000 Nm³ Rohgas/h (ca. 3000 kW) kalkuliert. Die Rohstoffkosten fest im Blick Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit der Biogasproduktion sind die Rohstoffkosten, da sie über die Hälfte der Gesamtkosten ausmachen. Für die Kalkulation der Rohstoffkosten werden 46 t Mais- und 8 t Weizenertrag angesetzt. Der Landwirt wird nur Mais anbauen, wenn er damit den gleichen el. Wirkungsgrad th. Wirkungsgrad verkaufter Wärmeanteil spezifische Investitionen /kW benötigte Menge Gülle benötigte Menge Mais Quelle. Thomas de Witte m³/a t/a Tab. 2: Wirtschaftlichkeit der analysierten Biogasanlagen 50 kW 190 kW 500 kW 1000 Nm³ 95 % Gülle 40 % Gülle 40 % Gülle (3050 kW) Stromerlöse Wärmeerlöse Gärrestwert Summe Erlöse Summe Kosten Unternehmergewinn Kapitalrentabilität max. ZB* Mais frei Halm entspricht Weizenpreis max. ZB* Gülle * ZB = Zahlungsbereitschaft Quelle. Thomas de Witte Gewinn erzielt wie beim Weizen. Bei einem Weizenpreis von 140 /t, muss die Maissilage dafür mindestens Bei derzeit niedrigen Getreidepreisen sind die maisbasierten Anlagen hoch rentabel. Biogasanlagen sind künftig sehr wettbewerbsfähig. Dies ist an der maximalen Zahlungsbereitschaft für Maissilage zu erkennen. Diese zeigt an, wie viel die Maissilage maximal kosten darf, damit die Anlage noch wirtschaftlich betrieben werden kann. Sie liegt zwischen 47 und 50 /t Maissilage frei Anlage. Somit sind die Anlagen selbst noch wirtschaftlich, wenn der Weizenpreis künftig, wie bereits in 2007, auf 270 /t ansteigen sollte. Durch Investitionen in Biogasanlagen können sich Landwirte somit Getreidepreise über 270 /t sichern. Tsd. /a Tsd. /a Tsd. /a Tsd. /a Tsd. /a Tsd. /a % /t /t /m³ 90 3 93 84 9 11 % 47 263 1,1 341 9 28 378 290 88 27 % 50 276 34 780 21 69 870 654 216 32 % 49 274 33 3.351 654 303 4.299 3.395 904 25 % 48 269 Güllebonus auch in Ackerbauregionen interessant 22,5 /t frei Halm kosten. Für Ernteund Transportkosten werden 6,5 /t Silage unterstellt. Zunächst werden die Anlagen hier an einem Standort ohne Transportkosten für Gülle und ohne Nährstoffüberschüsse verglichen. Die wesentlichen technischen Parameter der Anlagen sind in Tabelle 1 aufgeführt. Aus den Ergebnissen für diesen Standort (Tabelle 2) lassen sich folgende Schlussfolgerungen ableiten: ACKER+plus | 12.09
42 ACKER+NawaRo Gülle wird durch den Güllebonus zu einem sehr wertvollen Rohstoff in der Biogasanlage und kann theoretisch über weite Entfernungen transportiert werden. Auch Biogasanlagen in Ackerbauregionen werden versuchen, Gülle einzusetzen. Der volkswirtschaftliche Nutzen dieser Förderung ist allerdings sehr fragwürdig. Der hohen Zahlungsbereitschaft für Gülle steht nur ein sehr geringer Energieertrag gegenüber. Mögliche Effi zienzvorteile größerer Anlagen werden politisch verhindert, da die Einspeiseanlagen sowie die 190 und 500 kW Anlagen trotz unterschiedlicher spezifischer Kosten ähnlich wettbewerbsfähig sind. Berücksichtigt man auch den Standort, stellt sich heraus, dass dieser einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage hat. Je nachdem, ob es sich um einen Acker- Tab. 3: Rahmenbedingungen der Biogasproduktion an unterschiedlichen Standorten Ackerbauregion Milchviehregion Transportkosten Gülle Gärrestlager für Gärrest aus Gülle Bewertung Gärrest Quelle. Thomas de Witte 18 /m³ Neubau notwendig Nährstoffwert: 8 /m³ keine in Tierhaltung vorhanden Nährstoffwert: 8 /m³ Veredelungsregion keine in Tierhaltung vorhanden Entsorgungskosten: 6 /m³ Standort beeinflusst Wirtschaftlichkeit baustandort, Milchviehstandort oder Veredelungsstandort handelt, verändern sich die Rahmenbedingungen (Tabelle 3). In Ackerbauregionen muss die Gülle aus Gülleüberschussgebieten importiert werden. Wird Gülle von Vechta über 180 km in die Hildesheimer Börde transportiert, entstehen Kosten von 18 /m³. Weiterhin müssen in der Ackerbauregion Lagerkapazitäten für den Gärrest aus der Gülle geschaffen werden. Allerdings wird durch den Gärrest mineralischer Dünger eingespart, so dass ein Nährstoffwert von 8 /m³ Gärrest berücksichtigt werden kann. In Milchvieh- und Veredelungsregionen ist hingegen ausreichend Gülle vorhanden und bestehende Güllelager aus der Tierhaltung können für die Biogaserzeugung mitgenutzt werden. Anders als in Milchviehregionen muss in den Veredelungshochburgen wie z.B. Vechta oder Borken überschüssige Gülle derzeit für 6 /m³ überregional entsorgt werden. Daher werden für die Veredelungsregion anstatt des Nährstoffwertes Entsorgungskosten für den Gärrest berücksichtigt. Quelle. Thomas de Witte Anlagengröße und Standort müssen zusammen passen Abbildung 1 zeigt, wie sich die unterschiedlichen Standortparameter auf die Wettbewerbsfähigkeit der betrachteten Anlagen auswirken. Dabei unterscheidet sich die Wirtschaftlichkeit der Biogasproduktion zwischen den Regionen. Aber auch innerhalb der Regionen kommt es zu deutlichen Unterschieden zwischen den einzelnen Anlagen. Folgende Schlussfolgerungen können gezogen werden: Die Einspeiseanlage erzielt die höchste Rendite in der Ackerbauregion. Energiekonzerne, die oftmals als Investoren solcher Anlagen auftreten, können ihren Standort frei wählen. Daher ist zu vermuten, dass in Ackerbauregionen vor allem Einspeiseanlagen gebaut werden. Die entstehenden Anlagen können bis zu 48 /t Maissilage frei Anlage zahlen und sind damit auch bei einen Weizenpreis von 270 /t noch wettbewerbsfähig. Jedoch kann die Gülle auch vor Ort produziert werden, wenn eine Biogasanlage mit einer Schweinmastanlage kombiniert wird. Dann bestehen die gleichen Rahmenbedingungen wie in Milchviehregionen, in denen Kleinanlagen wettbewerbsfähiger sind als Einspeiseprojekte. In Milchviehregionen werden kleinere Anlagen dominieren, die das Gas direkt verstromen. Da die Rendite reiner Gülleanlagen deutlich geringer ist als bei der 190 bzw. 500 kW Anlage, werden trotz des Güllebonus Anlagen mit einem hohen Maisanteilen entstehen. Als Folge werden Milchviehbetriebe künftig stärker mit Biogasanlagen um Maissilage konkurrieren müssen. Die Biogasanlagen sind dabei sehr wettbewerbsfähig und können bis zu 49 /t Maissilage zahlen. Um hier wettbewerbsfähig zu sein, muss der Milchpreis für einen Milchviehbetrieb mit 120 Kühen und einer Leistung von 8.000 kg mindestens auf 30 ct/kg ansteigen (Abbildung 2). ACKER+plus | 12.09
43 ACKER+NawaRo Lediglich in Veredelungsregionen sind Kleinanlagen mit hohen Gülleanteilen ähnlich rentabel wie die übrigen Anlagen. Allerdings ist der Gewinn zu gering, um einen nennenswerten Einkommensbeitrag zu leisten. Daher ist zu vermuten, dass auch hier Anlagen mit hohen Maisanteilen dominieren werden. Ver- edelungsbetriebe können ihre Futtermittel importieren. Daher konkurrieren sie nicht mit Biogasanlagen um die Fläche, solange diese Maissilage zukaufen und Gärreste überregional entsorgen. Allerdings werden Banken nur dann Kredite für Biogasanlagen vergeben, wenn ein Großteil der Rohstoffe durch Tab. 4: Maximale Pacht der 190 kW-Anlage in Veredelungsregionen Veredelungswert Maissilage: (46 t × 41 /t) + Gärrestentsorgung (25m³/ha x 6 /m³) - Verfahrenskosten Silomais = Zahlungsbereitschaft für die Fläche Quelle. Thomas de Witte 1.886 /ha 150 /ha 866 /ha 1.170 /ha langfristige Pachtverträge gesichert ist. Sollten Biogasanlagen daher gezwungen sein, Fläche zu pachten, könnten sie maximal 1.170 /ha Pacht zahlen (Tabelle 4). Als Folge ist mit weiter steigenden Pachtpreisen in Veredelungsregionen zu rechnen. Thomas de Witte, Johann Heinrich von Thünen-Institut Zahlungsbereitschaft BGA Zahlungsbereitschaft Milch de Witte fasst zusammen: Es ist festzuhalten, dass die Biogaserzeugung seit der EEG Novelle sehr rentabel ist und vermehrt neue Biogasanlagen gebaut werden. Dabei sind Biogasanlagen selbst bei steigenden Agrarpreisen an allen Standorten sehr wettbewerbsfähig. Quelle. Thomas de Witte ACKER+plus | 12.09 Quelle. SAATEN-Union | Meyer-Coors
44 ACKER+NawaRo Die Umsetzung der Erneuerbare Energien Richtlinie Was kommt auf die Agrarwirtschaft zu? In Deutschland ist Raps mit ca. 1 Mio. Hektar Anbaufläche die mit Abstand bedeutendste Kulturart für die non-food-Verwendung vorrangig für die Biodieselproduktion. Die Aufrechterhaltung dieser Absatzperspektive für Raps wird aktuell jedoch durch die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (EER) sowie deren Umsetzung in nationales Recht in Deutschland im Wege der Biomasse-Nachhaltigkeitsverordnungen für "Strom" und "Biokraftstoffe" vor neue Herausforderungen gestellt. 1. Förderpolitische Rahmenbedingungen m Juni 2009 ist die EU-Richtlinie zur Förderung der Verwendung Erneuerbarer Energien (EER) 2009/28/EG in Kraft getreten. Damit fand zwischen EU-Kommission, Ministerrat und v. a. dem Europäischen Parlament (Trilog) ein 18-monatiger Abstimmungsprozess ein Ende. Seine mitNachhaltigkeit des Biotelfristigen Auswirmasseanbaus ist bürokungen in Form der en kratisch nachzuweisen nationalen Umsetzung werden die betroffenen Wirtschaftsbereiche beginnend bei der Biomasse-Rohstoffproduktion bis hin zur Endverarbeitung zu Biokraftstoffen im Sinne des Wortes zu spüren bekommen. Denn: Für alle Mitgliedstaaten besteht die von Seiten des Europäischen Parlaments verpfl ichtende Zielvorgabe, dass der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergie- bedarf im Transportsektor ab 2020 mindestens 10 % betragen muss. Diese Zielvorgabe steht unter dem Vorbehalt der Einführung und Nachweisführung bestimmter Anforderungskriterien für einen nachhaltigen Biomasseanbau. Diese Nachweisführung ist zudem nicht nur auf die EU, sondern auch auf Drittstaaten anzuwenden, wenn Biokraft- oder Rohstoffe (Saaten/pflanzliche Öle) mit der Zweckbestimmung Biokraftstoffnutzung (inkl. Heizöl- bzw. BHKW-Verwendung) in die EU eingeführt werden. Diese Beschlussfassung steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der 2007/2008 öffentlich intensiv geführten "Teller-Tank-Diskussion" über die Auswirkungen eines weltweit steigenden Biomassebedarfs, ausgelöst durch die zuvor dargestellte verpflichtende Zielsetzung der EU im Transportbereich. Forderung von Nachhaltigkeitsnachweisen Resultat der on Teller-Tank-Diskussion Quelle. C.A.R.M.E.N. e.V. 44 ACKER+plus | 12.09
45 ACKER+NawaRo 2. EER gibt den Rechtsrahmen vor In Deutschland bzw. in der EU kann flüssige Biomasse zu Heizzwecken eingesetzt bzw. der NaWaRo-Bonus Nachweis von g Treibhausgasminderung erforderlich im Falle der BHKW-Nutzung in Anspruch genommen werden oder Biokraftstoffe können nur noch dann auf Quotenverpflichtungen angerechnet werden bzw. eine Steuerbegünstigung erhalten, wenn ein Nachweissystem über die diesen Verwendungszwecken dienende Biomasse eingerichtet wurde, das sicherstellt, dass die Biomasse bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllt. Die EER gibt die in den Mitgliedsstaaten und ebenfalls von Drittstaaten nachzuweisenden Anforderungen vor. Diese beinhalten im Wesentlichen den Herkunftsnachweis der angebauten Biomasse sowie die Schaffung von Zertifi zierungssystemen und -stellen. Die EER regelt zudem die Anforderungen an die nachzuweisende Treibhausgas(THG)minderung, die der jeweilige Biokraftstoff z. B. Biodiesel auf Basis des jeweiligen Rohstoffs (Raps, Soja oder Palmöl) nachweisen muss. Zur Vereinfachung wurden für die Stufen Biomasseanbau, Verarbeitung Rohstoff (Ölmühle) und Herstellung Biokraftstoff sowie Transportkette Quelle. Martina Marx, SML, Sachsen nach EER, 2009 jedoch kritisch zu bewerten. Abbildung 1 verdeutlicht, dass insbesondere mit Biodiesel aus Raps die ab 2017 vorgegebene Treibhausgasverminderung von mindestens 50 % nicht erfüllt werden kann. Sollte es nicht gelingen, die Klimagasminderung in der Produktionskette auf das geforderte Niveau zu erhöhen, bliebe dem Raps nicht nur der Kraftstoffmarkt, sondern ebenso dessen Verwendung in BHKW als auch als Heizölersatz versperrt. Das Biokraftstoffquotengesetz sieht jedoch vor, dass bereits ab 2015 von einer volumenbezo- genen Verpflichtung auf eine Klimagasverpflichtung (Tabelle 1) umgestellt wird. Die Frage des Nachweises der Effi zienz der THG-Minderung wird also als wettbewerbsbestimmender Faktor frühzeitiger durch den Markt bestimmt werden. Die beschriebene Umstellung auf die THGMinderungsverpflichtung bedeutet, dass bereits in den Vorkontrakten 2014 der THG-Minderungsnachweis gefordert wird dies werden die Quotenverpfl ichteten, also vorrangig die großen Mineralölkonzerne sein. Tab. 1: Biokraftstoffänderungsgesetz Klimaschutzquote für Biokraftstoffe ab 2015 EER gefährdet Potenzial zia zial R von Raps als NawaRo sogenannte Standardwerte bzgl. des jeweiligen CO2 -Austoßes je Megajoule berechnet. Die Summe wird in Relation zum CO2 -Ausstoß des fossilen Kraftstoffs gesetzt. Die Richtlinie gibt zunächst eine THG-Minderung von mindestens 35 % vor. Ab 2017 gilt eine Mindestminderung von 50 %. Biodiesel aus Raps weist auf Basis der in der EER ausgewiesenen Standardwerte für die Treibhausgase eine Minderung von 38 % aus. Die vorgegebenen THG-Minderungen für den jeweiligen Roh- bzw. daraus hergestellten Biokraftstoff sind Jahr 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2017 2020 GesamtQuote (3,38 %) 5,25 % 6,25 % 6,25 % 6,25 % 6,25 % 6,25 % 5,1 % * 7,8 % * 12,1 % * DieselQuote 4,4 % 4,4 % 4,4 % 4,4 % 4,4 % 4,4 % 4,4 % BenzinQuote 2,0 % 2,8 % 2,8 % 2,8 % 2,8 % 2,8 % 2,8 % Co-Hydrierung bis 3 % bis 3 % bis 3 % bis 3 % bis 3 % ? ? ? KlimaschutzQuote 2,0 % * 3,0 % * 3,6 % * 3,6 % * 3,6 % * 3,6 % * 3,6 % * 3,0 % ** 4,5 % ** 7,0 % ** ACKER+plus | 12.09 * Umrechnung für 58 % Netto -Klimaschutzbeitrag ** Geplant waren 5 % (bei Gesamtquote 8 %) für 2015 ansteigend auf 10 % (energetisch 17 %) für 2020 | Quelle. UFOP
46 ACKER+NawaRo 3. Umsetzung in nationales Recht die Biomassenachhaltigkeitsverordungen Im August und November 2009 sind die Biomassenachhaltigkeitsverordnungen (BiomNachVO) für "Strom" und "Biokraftstoffe" in Kraft getreten und zwischenzeitlich von der EU-Kommission als Voraussetzung für die Umsetzung auf nationaler Ebene genehmigt (notifiziert) worden. Deutschland erlässt als einziges Mitgliedsland der EU zwei Verordnungen, bedingt durch die in der Novelle des EEG vorgegebene möglichst zeitnahe Einführung von Nachhaltigkeitskriterien für den Erhalt des NaWaRo-Bonus für BHKW. Die Frage der Umsetzung der EER in nationales Recht ist zur Zeit Gegenstand der Diskussion zwischen den zuständigen Bundesministerien (BMU/BMELV) sowie der hierfür zuständigen Durchführungsbehörde auf Bundesebene der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, BLE. Die konkrete Umsetzung und Nachweisführung der o. g. Anforderungen soll durch so genannte Verwaltungsvorschriften und Leitlinien geregelt werden, die möglichst verwaltungsschlank die Umsetzungskriterien vorgeben (www.ble. de). In der Abstimmung zwischen den zuständigen Bundesministerien und der Wirtschaft ist als Nachweisdokument für den Herkunftsnachweis eine für die Landwirtschaft vereinfachte Dokumentation, d. h. eine formale Bestätigung der betrieblich genutzten Anbauflächen, von denen der Rohstoff stammt. Mit Formale Eigenerklärung öffnet nur eine von vielen Türen zum Förderanspruch dieser Eigenerklärung bestätigt der Erzeuger die Herkunft der Biomasse, die im Wesentlichen mit den cross-compliance-Anforderungen identisch sind. Zu beachten ist der Stichtag, der damit den Bestandsschutz der landwirtschaftlich genutzten Flächen festschreibt. Flächen bzw. die darauf angebauten Rohstoffe, die die Anforderungen gemäß 1. nicht erfüllen, sind im Umkehrschluss von der für die dargestellten Verwendungszwecke zur energetischen Nutzung ausgeschlossen. Die bisherige Nutzung bspw. für die Nahrungsmittelproduktion ist jedoch hiervon nicht berührt. Die Eigenerklärung muss jedoch vor der kommenden Ernte dem Ersterfasser, also dem Agrarhandel oder dem Verarbeiter (Ölmühle bzw. Bioethanolhersteller bei Direktandienung) vorliegen, damit die Rohstoffmengen in einem so genannten Massenbilanzsystem erfasst und diesbezüglich dem jeweiligen Rohstoffproduzenten zugerechnet werden können. Die Dokumentation im Wege der Eigenerklärung auf der Stufe des Agrarhandels läuft grundsätzlich darauf hinaus, dass die gesamte Biomassemenge des landwirtschaftlichen Betriebes erfasst wird, so dass im Prinzip ein "Rohstoff-Pool" zur Verfügung steht für die Weiterverarbeitung zur energetischen Nutzung. Abstimmungsbedarf besteht jedoch noch zu der Frage, auf welcher Nachweisbasis und wie genau die Flächen anzugeben bzw. zu erfassen sind. Entsprechend der BiomNachVO ist geregelt, dass nicht der Landwirt, sondern beginnend mit dem Agrarhandel und nachfolgende Stufen bis zum Biokraftstoffhersteller diese Betriebe einem zugelassenen Zertifizierungssystem angehören müssen. Entwicklung der administrativen Umsetzung auch Aufgabe der Wirtschaft Konkret geht es aktuell um die Frage der administrativen Umsetzung der Nachweis- und Anforderungskriterien sowie der Zulassung von Zertifizierungssystemen und Kontrollstellen. Die BLE beschränkt ihr Aufgabengebiet dabei auf die Zulassung von Zertifizierungssystemen sowie der Kontrollstellen. Die Wirtschaft selbst ist gefordert, Zertifizierungssysteme zu entwickeln, das Gleiche gilt für die Kontrollstellen. Die wichtigsten Anforderungen der (BiomNachVO) für die Agrarwirtschaft im Überblick: 1. Nachweis über die Erhaltung von schützenswerten Flächen mit hohem Naturschutzwert, mit hohem Kohlenstoff bestand und von Torfmoor Stichtag 01.01.2008 2. Nachweis der Einhaltung der guten fachlichen Praxis und von CC in der EU. Umsetzung unter Anerkennung von Dokumentationen und Kontrollen im EU-Beihilfeverfahren zur Vermeidung von Doppelaufwand 3. Treibhausgasbilanzierung Verwendung von Standardwerten zur Minimierung des Verwaltungsaufwandes Abstimmungsbedarf noch nicht vollständig abgeschlossen Die BiomNach-VOen geben als eine Kontrollanforderung für das Zertifizierungssystem vor, dass auf der Stufe der Rohstofferzeuger 3 % der Betriebe bzgl. ihrer Angaben in der Eigenerklärung geprüft werden müssen. Diskutiert wird aktuell die Frage, wer diese Betriebe bestimmt, der Agrarhandelsbetrieb oder der Zertifizierer. Dieter Bockey, Union zur Förderung von Oelund Proteinpflanzen e. V., Berlin Nachhaltige Biokraftstoffe System der Zertifizierung und Nachweise Quelle. UFOP nach Angaben der BLE ACKER+plus | 12.09
47 ACKER+Management Energieeinsatz in der Landwirtschaft sparsam und effizient Die Absicht, Energie möglichst sparsam und effizient einzusetzen, sollte heute in allen Produktionsbereichen selbstverständlich sein. Mit der "Effizienzberatung" hat der Verband der Landwirtschaftskammern ein Konzept erarbeitet, das diesbezüglich berät und Ziel führende Potenziale aufzeigt. o vielfältig wie die landwirtschaftliche Produktion Effi zienzsteigerung und der Substitution (z. B. mit Biomasist, so vielfältig sind auch die Orte des Energiebe- se) ermitteln zu können, ist das Instrument der Energieefdarfes. Da sind z. B. der Kraftfi zienzberatung erarbeitet worden. stoffbedarf für die Maschinen der In fast jedem Betrieb Außenwirtschaft und der WärmeBei der praktischen Durchführung rbesteht Energie-Einsparbzw. Strombedarf in der Inneneiner Effi zienzberatung sollte mehrstupotenzial! wirtschaft zu nennen oder auch fig vorgegangen werden. Die erste Stufe erfasst den Gesamtbetrieb hinsichtlich bspw. die Geflügel- und Schweineproduktion, die sich durch eine hohe Wärmeintensität seiner Produktionsstruktur, der vorliegenden Daten zum Energieeinsatz und zum Verbrauch. Ziel ist dabei eine spekennzeichnen. Potenziale finden sich in nahezu jedem Betrieb! Um die zifische Auswertung des Energieverbrauches des jeweiligen betriebsspezifischen Möglichkeiten zur Energieeinsparung, Produktionsverfahrens. ACKER+plus | 12.09
48 ACKER+Management Einheitliche Basis schaffen für verschiedene Energieträger Damit der für den Betrieb ermittelte spezifische Energiebedarf (z. B. je Mastschweineplatz) mit einer großen Grundgesamtheit von gleichartigen Betrieben verglichen werden kann, müssen alle eingesetzten Energiequellen hinsichtlich ihres Energiegehaltes einheitlich dargestellt und ausgewertet werden. Die Vergleichsbasis kann bspw. der Wärmeverbrauch in kWh je Mastschweineplatz sein. Dann sind alle Produktionsspezifischer vielfältigen Energieträger Energieverbrauch ist in der Landwirtschaft errechenbar auf die einheitliche Basis Kilowattstunden (kWh) umzurechnen. Denn eine Vergleichbarkeit ist erst gegeben, wenn die verschiedenen Angaben zu Flüssiggas Die Kombination von Energiebedarfsreduzierung (z. B. Dämmung) und Energieeffiin Liter (l) oder Kilogramm (kg) bzw. zienzsteigerung ermöglicht eine dauerhafte Minderung des Energiebedarfes je prozum Holzverbrauch in Raummetern duzierter Einheit. Erst das Ergebnis sollte Grundlage sein, um Einsatzmöglichkeiten (rm) oder bei Holzhackschnitzeln in regenerativer Energiequellen zu prüfen. | Quelle. Gabi Schoenemann | PIXELIO Schüttraummetern (srm) auf das einDamit auch die Tab. 1: Durchschnittlicher Energieverbrauch in der Innen- und Außenwirtschaft von Jahr zu Jahr (Orientierungswerte aus Praxisbetrieben keine abgesicherten Messwerte) s c hw a n ke n d e n Ø Stromverbrauch Ø HeizenergieØ DieselEnergieverbräuBetriebszweig pro Jahr verbrauch pro Jahr verbrauch pro Jahr che (Intensität des Winters, in ProSauenhaltung 270 kWh/Sau 950 kWh/Sau duktion genom (inkl. Ferkel bis 28 kg) mener StallneuMastschweinehaltung 35 kWh/Platz 60 kWh/Platz bauabschnitt ...) mit berückMilchviehhaltung 400 kWh/Kuh sichtigt werden, Kälbermast 100 kWh/Platz 400 kWh/Platz sollten die Verbrauchsdaten Hähnchenmast 0,3 kWh/Tier 1,1 kWh/Tier für drei Jahre Acker 100 l/ha zusammengeGrünland stellt werden. 80 l/ha Beim Eintragen Bereits an dieser Stelle wird häufig heitliche Maß Kilowattstunde (kWh) der Verbrauchsdaten z. B. für Strom ist auch auf die sorgfältige Anga- das Problem der Zuordnung zu den umgerechnet worden sind. be des jeweiligen Abrechnungs- verschiedenen Verbrauchsstellen für zeitraums zu achten. Nur so kann Stromverbrauch und Wärmebedarf aufAuf Basis dieser nun einheitlichen bei etwaig erfolgtem Tarifwechsel treten. Deshalb: Bei Neuinstallationen Energieverbrauchsdaten wird nundie Änderung mit oder Verände- mehr der spezifische Verbrauch für richtigen Abrechrungen an den die jeweilige Produktionsrichtung erA & O: Sorgfältige nungszeitraum beSystemen zur rechnet. Häufig muss an dieser Stelle Datenerfassung rücksichtigt werden. Energieversor- erst das Wohnhaus heraus gerechnet und -zuordnung Gleiches gilt für die gung (Wärme werden auf Grund der Verfügbarkeit Angaben zum Verund Strom) von Daten oder mit Hilfe von Durchbrauch von Flüssiggas und Heizöl. sollten für die Teilbereiche Wärme- schnittswerten mit hinreichender Selbstverständlich müssen darüber mengenzähler bzw. Stromzähler mit Genauigkeit gut möglich. Schwieriger hinaus alle anderen im Betrieb einge- installiert werden! wird es bei der Zuordnung betriebsspesetzten Energieträger mit aufgelistet zifischer zusätzlicher Energieverbrauwerden. cher wie z. B. Werkstatt oder Mahl- ACKER+plus | 12.09
49 ACKER+Management Quelle. Dr.-Klaus-Uwe-Gerhardt | PIXELIO Energieeffizienz in der Landwirtschaft Rüstzeug für die Herausforderungen von Morgen Energieeinsparung hilft, Kosten zu senken. Dabei sind die Orte des Energiebedarfes vielfältig. In der Innenwirtschaft nehmen Strom und Gas einen hohen Stellenwert ein. und Mischanlage. Der so errechnete spezifische Energieverbrauch des Produktionszweiges wird anschließend mit den folgenden Orientierungswerten verglichen (Tabelle 1). Der Grundsatz ist klar: Das Einsparen von Energie und die Verbesserung der Effizienz ihrer Nutzung stellen auch in der Landwirtschaft die besten Möglichkeiten dar, um Klimabelastungen zu vermeiden und Kosten zu senken. Handlungsbedarf besteht nicht erst bei einem überdurchschnittlichen Energieverbrauch. Vielmehr sollte eine Orientierung an den besten Ergebnissen eines Betriebszweigvergleiches erfolgen, der sich mit Hilfe der Broschüre zur Effizienzsteigerung darstellen lässt. Dieser Leitfaden ist mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unter Federführung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erarbeitet worden und zeigt Ihnen die Vorgehensweise der Effizienzberatung für verschiedene Produktionsrichtungen auf. Sie erläutert die wesentlichen Verbrauchsstellen, leitet Handlungsempfehlungen ab und enthält entsprechende Checklisten zur systematischen Durchleuchtung des jeweiligen Produktionszweiges. Mit den so erfassten Daten und Informationen können der spezifische Energieverbrauch für Wärme und Strom interpretiert und mit dem Berater Ihres Vertrauens Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet werden. Info. http://www.lwk.nrw.de/landwirtschaft/technik/ index.htm Wenn sich ein über dem Mittel liegender Energiebedarf Selbstverständlich muss ergibt, sollte die zweite Stufe der Effizienzberatung erfol- neben den aufgelisteten Vergen. Diese besteht in einer detaillierten, systematischen brauchern auch die bauErfassung sämtlicher zu physikalische dem jeweiligen BetriebsSeite mit berückAnalyse einzelner Enerzweig gehörenden Aggregate sichtigt werden. gieverbraucher identifiund Verbraucher. Nur diese Denn nur in der n ziert Schwachstellen Vorgehensweise ermöglicht Kombination von es, die Vielzahl der verBedarfsreduzieschiedenen Verbraucher in einem Betriebszweig auswert- rung (z. B. Dämmung) mit bar nebeneinander zu stellen. Das Ergebnis dieser Mühe ist Effizienzsteigerung ist eine eine differenzierte Aufteilung des ermittelten Gesamtver- dauerhafte Minderung des brauches auf alle relevanten Verbraucher. Dadurch werden Energiebedarfes je produdie Schwachstellen identifiziert. Jetzt kann mit entspre- zierter Einheit darstellbar. chenden Spezialisten die richtige Handlungsempfehlung Erst das Ergebnis dieser Beerarbeitet werden. mühungen sollte Grundlage sein, um Einsatzmöglichkeiten regenerativer Energiequellen zu prüfen. Dr. Joachim Matthias, Landwirtschaftskammer NRW Quelle. Antje-Delater | PIXELIO Bedarfsreduzierung + Effizienzsteigerung g = Energieeinsparung Einspar-Potenziale finden sich in nahezu jedem Betrieb! Nutzen Sie den Leitfaden "Energieeffizienzverbesserung in der Landwirtschaft". Zum kostenlosen Download geht es unter: http://www.lwk.nrw.de/ landwirtschaft/technik/ index.htm ACKER+plus | 12.09
50 Ackerbau mit Leidenschaft Einfach näher dran! d ieren un t abonn Jetz R+plusie ACKE sich d ons-DVD derediti Son ichern! korde" s e "Acker R lus.de kerp www.ac Sondereditions-DVD "Acker Rekorde" powered by ACKER+plus ACKER+plus, Ostenhellweg 6, 59494 ACKER+plus | 12.09 Soest; Geschäftsführer: Kay Philipper; Amtsgericht Arnsberg HRB 8737
51 ACKER+Finanzen | Markt | Wirtschaft Getreide- und Ölsaatenpreise noch auf wackligen Füßen Chancen für Qualitätsweizen im Export Weniger Wintergerste in 2010 Nerven behalten bei Mais Raps vor weiteren Abgaben Die inzwischen etwas festere Tendenz bei Futterweizen und Mais dürfte sich in den kommenden Wochen kaum fortsetzen. Qualitätsweizen ist allerdings weiterhin nicht chancenlos. Gerste fließt in die Intervention. Bei Raps ist ein weiterer PreisWeizen ie Fundamentaldaten beim Weizen haben sich kaum verändert: Das US-Landwirtschaftsministerium in Washington hat am 10. November seine Schätzung der weltweiten Weizenernte für das laufende Wirtschaftsjahr 2009/10 leicht nach oben korrigiert. Damit ist nach wie vor mit der zweithöchsten Weizenernte aller Zeiten zu rechnen. Allerdings haben große Getreidehandelsunternehmen an der Warenterminbörse in Chicago ihre Netto-Longpositionen (= Erwartung steigender Kurse) seit September im Zuge steigender Kurse deutlich abgebaut. Ursache für die Kursgewinne waren u. a. Wettereinflüsse. Die Warenterminbörse in Paris konnte die Kurserholung in den USA wechselkursbedingt nur in abgeschwächter Form nachvollziehen. Die Eurostärke erschwert zurzeit Exportgeschäfte aus der Europäischen Union. Der Internationale Getreiderat IGC hat Ende Oktober seine Ausfuhrschätzung 2009/10 für die EU trotz des geringen Preisniveaus nur leicht im Vergleich zur Schätzung vom Vormonat auf 17,5 Mio t angehoben. Die weltweit erzielte Qualität des Mahlweizens entspricht dem IGC zufolge in etwa der Qualität der Vorjahresernte. Allerdings sei der durchschnittliche Proteingehalt diesmal geringer. In Deutschland hat sich die erwartete Proteinschwäche allerdings nicht bestätigt. Preisaufschläge können sich daher nach wie vor für gute Qualitäten ergeben, die für den Export bestimmt sind. Deshalb wäre es ein Fehler, eingelagerte Ware in Hafennähe einfach zu "verramschen". Hier heißt es: Ruhe bewahren und auf günstige Angebote warten! Für B-Qualitäten und Futterweizen lassen sich dagegen in den kommenden Wochen kaum höhere Preise durchsetzen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass bald rutsch möglich. Eine spürbare Verbesserung der Erzeugerpreise ist frühestens in den ersten Monaten des kommenden Jahres zu erwarten. Über die derzeitigen Vermarktungschancen informiert Klaus Knippertz, Agrarjournalist aus Bonn. auch Preisdruck von Ölschroten ausgeht. Die Abstockung der Schweine- und Rinderbestände wirkt darüber hinaus wie beim übrigen Futtergetreide tendenziell preissenkend. Es bestehen allerdings gute Chancen, dass sich die Weizenpreise im Laufe des kommenden Wirtschaftsjahres wegen eines geringeren Angebotes wieder nachhaltig erholen: Der IGC geht in seiner aktuellen Prognose davon aus, dass die Landwirte sich wegen der niedrigen Erzeugerpreise bei der Winterweizenaussaat diesmal vor allem in den USA zurückhalten. Dem steht eine nur geringe Erhöhung von 1 % der EU-Anbaufläche gegenüber. Dies geht aus einer Schätzung des französischen Marktforschungsunternehmens Tallage in seiner Publikation "Stratégie grains" hervor. Weizenmarkt im Überblick Zeithorizont Darüber hinaus könne der Getreidebedarf in der EU für die Gewinnung von Bioethanol um gut 40 % auf 7,6 Mio t zunehmen. Daraus ergibt sich eine Marktentlastung bei Weizen und Mais. Der Kurs für den Novemberkontrakt 2010 für Futterweizen an der Pariser Warenterminbörse lag bei Redaktionsschluss am 13. November 2009 bereits um etwa 8 EUR/t über dem des Novemberkontrakts 2009. Daher könnte mit Teilmengen aus der alten Ernte auf einen späteren Verkauf gesetzt werden. Mögliche Preisimpulse* schwache Exportnachfrage (-) Verwertung über Futtertrog bringt keine Entlastung (-) Substitution durch günstigere Ölschrote (-) EU-Winterweizenaussaat etwas höher als 2009/10 (-) Verwertung über Futtertrog bringt keine Entlastung (-) Substitution durch günstigere Ölschrote (-) weltweit insgesamt weniger Winterweizen-Aussaat (+) mehr Exportnachfrage (u.a. wechselkurs- und qualitätsbedingt) (+) Fazit* bei Qualitätsweizen auf angemessene Preisaufschläge warten bei Weizen mit geringem Proteingehalt ist Interventionspreis maßgeblich höhere Preise für neue Ernte erzielbar kurzfristig mittelfristig * (+) = positiver Preisimpuls, (-) = negativer Preisimpuls, (0) = neutraler Preisimpuls ACKER+plus | 12.09
52 ACKER+Finanzen | Markt | Wirtschaft Gerste Auf dem heimischen Markt besteht ein deutliches Überangebot und ausländische Konkurrenten können wechselkursbedingt günstigere Ware anbieten. Richtschnur für Preisverhandlungen ist damit der Interventionspreis, der sich im November auf rund 101,31 EUR/t beläuft (gültig am Interventionsort, ohne MwSt.). Der Deutsche Raiffeisenverband geht davon aus, dass allein in Deutschland in diesem Jahr mindestens 0,5 Mio t Gerste zur Intervention angedient werden. Durch die Interventionsandienung können allerdings kurzfristig regionale Versorgungsengpässe entstehen. Dann ist rasches Handeln geboten, um mit gezielten Verkäufen Prämien einzustreichen. "Stratégie grains" rechnet damit, dass die EU-Gerstenfläche im Vergleich zur Fläche der alten Ernte um rund 830.000 ha schrumpft. Dies entspricht mehr als der Hälfte der deutschen Wintergerstefläche. Damit ergeben sich Chancen für deutliche Preissteigerungen für Gerste im kommenden Jahr. Die Intervention fällt dann allerdings als Sicherheitsnetz weg, so dass in den kommenden Jahren heftige Preisrutsche möglich sind. Mais Im Zuge von kräftigen Fondskäufen haben sich die Kurse für Maiskontrakte an der Warenterminbörse in Chicago in den vergangenen Wochen deutlich befestigt. Währenddessen hat sich die Nettoposition der großen Getreidehändler allerdings ins Minus gedreht, was die Erwartung eher fallender Preise widerspiegeln Gerstenmarkt im Überblick Zeithorizont Mögliche Preisimpulse* Intervention (+) Verwertung über Futtertrog bringt keine Marktentlastung (-) Verwertung über Futtertrog bringt keine Marktentlastung (-) Substitution durch günstigere Ölschrote (-) keine Intervention für neue Ernte (-) deutliche Flächeneinschränkung 2010/11 (+) deutlich mehr Bedarf für Biodieselerzeugung (+) Fazit Bei aktuellen Preisverhandlungen gilt der Interventionspreis als Richtschnur kurzfristige Versorgungsengpässe zum Verkauf nutzen neue Ernte mit guten Chancen für Preissteigerungen kurzfristig mittelfristig * (+) = positiver Preisimpuls, (-) = negativer Preisimpuls, (0) = neutraler Preisimpuls Maismarkt im Überblick Zeithorizont Mögliche Preisimpulse* Ertragseinbußen in den USA (+) kein Nachfrageschub durch Ethanolindustrie (0) zunehmender Einsatz in der Ethanolverarbeitung durch steigende Ölpreise (+) Fazit mittelfristig gute Chancen auf nachhaltige Preiserholung; Mais einlagern kurzfristig mittelfristig * (+) = positiver Preisimpuls, (-) = negativer Preisimpuls, (0) = neutraler Preisimpuls dürfte. Das US-Landwirtschaftsministerium hat inzwischen seine Schätzung der diesjährigen US-Maisernte um 2,8 Mio t nach unten korrigiert, was aber keine nachhaltige Wirkung auf die Maisfutures hatte. Die ebenfalls hauptsächlich fondsgetriebene Preissteigerung beim Rohöl dürfte in den nächsten Wochen saisonbedingt eine Korrektur in die Gegenrichtung erfahren, was auch auf die Kurse der vorderen Maistermine durchschlagen müsste. Obwohl die Maiserträge in der EU nicht so hoch sind wie ursprünglich erwartet, vollzogen die Maisfutures an der Matif die kräftige Aufwärtsbewegung in den USA wegen des starken Euros nur in abgeschwächter Form nach. Allerdings ist auch hier im Zuge der Ölpreisentwicklung eine baldige Gegenbewegung nach unten wahrscheinlich. Der grundsätzliche Aufwärtstrend dürfte allerdings kaum gefährdet sein. ACKER+plus | 12.09 Quelle. © Sarah C. | PIXELIO
53 ACKER+Finanzen | Markt | Wirtschaft Raps Das überreichliche Angebot an Raps lässt bei vollen Lagern zunächst kaum Preissteigerungen zu. Die Mühlen sind aus der Ernte gut versorgt und zeigen nur gelegentlich für die Termine im kommenden Jahr Kaufinteresse. Preiserholungen, die von Kursgewinnen bei Rohöl an den internationalen Terminmärkten ausgehen könnten, sind erst im kommenden Jahr zu erwarten. Positive Impulse von Sojabohnen sind Rapsmarkt im Überblick Zeithorizont Mögliche Preisimpulse* Biodiesel auf Rapsölbasis zurzeit unwirtschaftlich (-) Substitution von Sojaschrot durch Rapsschrot unwahrscheinlich (-) Kaufinteresse der Mühlen für Termine im kommenden Jahr (+) steigende Rohölpreise (+) Flächenaufstockung 2009/10 (-) Fazit restliche Lagermengen bei Preisausschlägen rasch verkaufen mittelfristig gute Chancen auf Preiserholung Lieferkontrakte für neue Ernte später aushandeln, Orientierung an Euronext-Notierungen unwahrscheinlich: An der Warenterminbörse in Chicago liegen Kurse für die späteren Termine sogar unter denen der vorderen Terminen. Die Hoffnung auf eine Marktbelebung durch die von der Biokraftstoffbranche geforderte Steuersenkung bei Biodiesel und Pflanzenöl wurde nicht erfüllt. Die Einfuhrbeschränkung für US-Soja wegen Verunreinigungen mit GV-Mais dürfte spätestens Anfang Dezember durch die EU-Kommission aufgehoben werden. Eine Substitution von Sojaschrot durch Rapsschrot wird damit unwahrscheinlich. Die kürzlich von "Stratégie grains" prognostizierte (antizyklische) Flächenausdehnung bei Raps könnte allerdings Hoffnungen auf eine ölpreisbedingte Preiserholung im kommenden Jahr widerspiegeln. kurzfristig mittelfristig * (+) = positiver Preisimpuls, (-) = negativer Preisimpuls, (0) = neutraler Preisimpuls ACKER+plus | 12.09
54 ACKER+News Internationale Grüne Woche Berlin 15. - 24. Januar 2010 Die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau lädt vom 15. bis 24. Januar 2010 auf das Messegelände Berlin ein. Mehr als 1.500 Aussteller aus 60 Ländern bieten den 400.000 erwarteten Be- Anbauverbot für GV-Mais unerwünscht leitet aus den Ergebnissen den klaren Auftrag für die kommende Bundesregierung ab, den Ausbau der Erneuerbaren Energien zügig voranzutreiben. Info. www.bee-ev.de Nachwachsende Rohstoffe in 2009 erneut auf rund 2 Mio. Hektar suchern ein umfassendes internationales Angebot an kulinarischen Genüssen. Im Hinblick auf Information und Ausstattung spielen Bereiche wie Landwirtschaft und Gartenbau, Jagd, Angeln und Küche eine Rolle. Info. www.gruene-woche.de Das Anbauverbot für gentechnisch veränderten Mais in Deutschland stößt bei fast jedem zweiten Besucher am Stand des Deutschen Maiskomitees e. V. (DMK) auf der Agritechnica in Hannover auf Ablehnung. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes Kleffmann im Auftrag des DMK hervor. DMK-Geschäftsführer Dr. Helmut Meßner interpretiert dieses nicht repräsentative Ergebnis als eindeutige Tendenz, dass das prinzipielle Anbauverbot in der Landwirtschaft überdacht werden muss. Info. www.maiskomitee.de Schwarz-Gelb will Gen-Kartoffel Im Koalitionsvertrag von Union und FDP, den die Parteien Ende 10/2009 vorstellten, heißt es: "Der Anbau der gentechnisch veränderten Stärkekartoffel Amflora für eine kommerzielle, industrielle Verwertung wird unterstützt." Der Chemiekonzern BASF hält die Kartoffel zur Stärkegewinnung für Klebstoffe oder Papier für sicher. Quelle. www.agrarheute.com In der Landwirtschaft gewonnene nachwachsende Rohstoff belegten 2009 knapp 2 Millionen Hektar oder etwa 17 % der Ackerfläche. Insgesamt ist diese Fläche in Deutschland seit drei Jahren relativ konstant. Mehr Fläche im Vergleich zu 2008 nahmen vor allem Raps für Biodiesel und Pflanzenöl sowie Getreide und Zuckerrüben für Bioethanol ein. Aber auch Energiepflanzen für die Biogasproduktion trugen zu der moderaten Steigerung bei. Quelle. FNR e. V. Züchtung Großprojekt erforscht Auswirkungen von Gen-Mais auf Honigbienen Bayreuth Forscher der Universität Bayreuth untersuchen derzeit in einem Großprojekt die Umweltsicherheit von gentechnisch verändertem Bt-Mais und seine Auswirkungen auf Honigbienen. Die Wissenschaftler interessiert v. a., ob der Pollenkonsum von gentechnisch verändertem Bt-Mais unerwünschte Wirkungen auf Honigbienen hat. Quelle. pd Management Australier versteigern Getreide im Internet In Australien können Landwirte ihr Getreide über das Internet an den meistbietenden Käufer versteigern. Die Plattform "GrainsPlus" wird von einer Gruppe von Landwirten in einer genossenschaftlichen Eigeninitiative betrieben. Die neuseeländische Börse bereitet zzt. ebenfalls den Einstieg in den Warenterminhandel mit Molkereiprodukten vor. Info. www.agrarheute.com Quelle. © Daniel Gast | PIXELIO NawaRo Deutsche wollen Erneuerbare Energien Nach der Anfang September veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts tns emnid im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace setzt die große Mehrheit der Deutschen auf Erneuerbare Energien. Auf die Frage, welcher Energieträger künftig Vorrang genießen solle, nannten 85 % der Befragten die regenerativen Energien. Die hohe Zustimmung zieht sich dabei quer durch alle Alters- und Bildungsschichten. Nur 10 % sprachen sich für die Atomenergie aus. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) Quelle. © JPW. Peters | PIXELIO ACKER+plus | 12.09
55 L583910 Deutz-Fahr 4075 HTS, 1993, 250/184 PS/kW, 2800h, Preis: 37.000,- (inkl. MwSt./Verm.) Dorn Landtechnik GmbH, 84079 Bruckberg, Tel.: +49 (0)8704 92950, L574481 New Holland CS 540, 2006, 270/199 PS/kW, 680h, Preis: 104.000,- (inkl. 19% MwSt) Dorn Landtechnik GmbH, 84079 Bruckberg, Tel.: +49 (0)8704 92950, L544820 Monosem NG Plus 3, 2005, BEL, DAS, UEWe, GDR, Mais, SAR, Preis: 15.000,(inkl. MwSt./Verm.) Dorn Landtechnik GmbH, 84079 Bruckberg, Tel.: +49 (0)8704 92950, L582185 Kverneland VD 100, 1995, Preis: 6.500,(exkl. MwSt./Verm.) Thomas Breu Landtechnik, 93413 Cham, Tel.: +49 (0)9971 6011, www.breu-cham.de L582164 Lemken Zirkon 7/300, 2009, 300cm, Preis: 9.650,- (exkl. 19% MwSt) Thomas Breu Landtechnik, 93413 Cham, Tel.: +49 (0)9971 6011, www.breu-cham.de L587985 Rabe R 4 V, 1987, Preis: 2.500,- (exkl. MwSt./Verm.) Thomas Breu Landtechnik, 93413 Cham, Tel.: +49 (0)9971 6011, www.breu-cham.de L536842 Rauch MDS 901, 1995, TEL, Preis: 1.345,(exkl. 19% MwSt) BayWa Unterfranken, 97618 Wülfershausen, Tel.: +49 (0)9762 939258, www.baywa.de L579788 Holmer Terrados 6-reihig, 2003, 3000h, Preis: 78.000,- (exkl. 19% MwSt) BayWa Unterfranken, 97618 Wülfershausen, Tel.: +49 (0)9762 939258, www.baywa.de L586604 Rau Spritodrain GV 25, 1997, BC, hklb, Preis: 7.983,- (exkl. 19% MwSt) BayWa Unterfranken, 97618 Wülfershausen, Tel.: +49 (0)9762 939258, www.baywa.de L590539 Vogel & Noot XM 1000 Vario, 2007, MEL, SBVh, SS, STK, VSR, Preis: 10.900,- (inkl. MwSt./Verm.) Eder Landtechnik GmbH, 83104 Tuntenhausen, Tel.: +49 (0)8067 181718, www.eder-gmbh.de L523271 Case-IH CHX 420, 2004, 1061h, Preis: 135.500,- (inkl. 19% MwSt) Eder Landtechnik GmbH, 83104 Tuntenhausen, Tel.: +49 (0)8067 181718, www.eder-gmbh.de L564769 Lemken Opal 140 Vario, 1998, MEL, SBVh, SS, Preis: 8.800,- (inkl. 19% MwSt) Eder Landtechnik GmbH, 83104 Tuntenhausen, Tel.: +49 (0)8067 181718, www.eder-gmbh.de L590957 Pöttinger Terradisc 3000, 2009, Preis: 13.299,- (inkl. 19% MwSt) REBO Landmaschinen GmbH, 49429 Visbek - Rechterfeld, Tel.: +49-4445-9621-20, www.rebo.de L590397 Claas Dominator 76, 1983, 120/89 PS/kW, 2285h, Preis: 22.501,- (inkl. 19% MwSt) REBO Landmaschinen GmbH, 49429 Visbek - Rechterfeld, Tel.: +49-4445-9621-20, www.rebo.de L586713 John Deere 9780I CTS Mähdrescher, 2007, 354/261 PS/kW, 503h, Preis: 177.310,(inkl. 19% MwSt) REBO Landmaschinen GmbH, 49429 Visbek - Rechterfeld, Tel.: +49-4445-9621-20, www.rebo.de L586110 Claas Do.68, 1983, 120/89 PS/kW, 2950h, 300cm, Preis: 13.800,- (exkl. 19% MwSt) New Tec Ost Vertriebsgesellschaft f. Agrartechnik mbH, 14929 Treuenbrietzen, Tel.: +49-33748-831-19, www.newtec-ost.com L581428 Pöttinger Terradisc 5000K, 2006, 500cm, Preis: 16.000,- (exkl. 19% MwSt) New Tec Ost Vertriebsgesellschaft f. Agrartechnik mbH, 14929 Treuenbrietzen, Tel.: +49-33748-831-19, www.newtec-ost.com L586484 New Holland CR 980, 2003, 428/315 PS/kW, 1895h, 9150cm, Preis: 104.000,- (exkl. 19% MwSt) New Tec Ost Vertriebsgesellschaft f. Agrartechnik mbH, 14929 Treuenbrietzen, Tel.: +49-33748-831-19, www.newtec-ost.com L589869 Claas Jaguar 682 S, 1991, 299/220 PS/kW, 2300h, Preis: 24.000,- (exkl. MwSt./Verm.) Mager & Wedemeyer Landmaschinenvertrieb GmbH & Co KG, 28876 Oyten, Tel.: 0049-(0)4207-605128, 0049-(0)174-99159, www.muw.de L589830 Claas Jaguar E-Cut 8500C, 1994, 316/233 PS/kW, 4950h, 830cm, Preis: 29.412,(exkl. 19% MwSt) Mager & Wedemeyer LM-Vertrieb GmbH & Co KG, 28876 Oyten, Tel.: 0049-(0)174-99159, www.muw.de L589866 John Deere 638, 2000, 2700cm, BC, hklb, Preis: 15.546,- (exkl. 19% MwSt) Mager & Wedemeyer Landmaschinenvertrieb GmbH & Co KG, 28876 Oyten, Tel.: 0049-(0)4207-605128 o. 0049-(0)174-99159, www.muw.de L590052 Sieger SM 100, 2100cm, Preis: 2.500,(exkl. MwSt./Verm.) LVD - Landtechnik - Vertrieb und Dienstleistungen, 48480 Spelle, Tel.: 0049-(0)5977-935262, www.krone-agropark.com L590152 John Deere 624, 2003, 2000cm, Preis: 15.500,- (exkl. 19% MwSt) LVD - Landtechnik - Vertrieb und Dienstleistungen, 48480 Spelle, Tel.: 0049-(0)5977-935262, www.krone-agropark.com L590168 JD 9680 WTS, 2003, 336/248 PS/kW, 1157h, 670cm, Preis: 95.000,- (exkl. 19% MwSt) LVD - Landtechnik, Vertrieb u. Dienstleistungen, 48480 Spelle, Tel.: +49-(0)5977-935262, www.krone-agropark.com
56 ACKER+Rezension Weitere Information ung: zur Anzeigenschaltung: de ww w.ackerplus.de Moderne Landtechnik im Einsatz Teil 1 Nicht nur der Maschinenpark von Osters und Voß gibt Anlass zum Staunen, sondern auch die Entstehungsgeschichte des Unternehmens aus Groß-Gottschow, Brandenburg. Anfang der 90er Jahre wagten Andreas Osters und Christoph Voß den Schritt in die Selbstständigkeit mit nur wenigen landwirtschaftlichen Maschinen. Heute ist es eines der größten Lohnunternehmen in Deutschland mit 70 Traktoren, 16 Mähdreschern, 10 Häckselketten und 20 LKW. Sehen Sie in diesem Video den Arbeitsalltag eines Lohnbetriebes mit all seinen Feinheiten. Ob Grundbodenbearbeitung mit einer 600 PS Challenger-Raupe, Aussaat mit 12-reihiger Maisdrille, Pflanzenschutz mit Selbstfahreren, Mähdrusch mit mehreren Mähdreschern auf einem Schlag oder Transportarbeiten mit Spezial-LKW. In diesem Film kommen Fans von moderner Landtechnik voll auf ihre (ce) Kosten. Traktor Giganten PS-Boliden in Europa Auf der Reise durch Europa werden nicht nur die stärksten Ackergiganten in den Fokus genommen, sondern auch die Menschen, die am Steuer dieser riesigen Maschinen sitzen. So berichtet der Fahrer eines Case Quadtrac STX485 über die Vorzüge des automatischen Lenksystems, wohingegen der Angestellte eines großen Ackerbaubetriebs die Unverwüstlichkeit und Leistungsstärke der alten Kirovets K 700 und K 744 aus DDRZeiten lobt. Im Lohnunternehmen Osters und Voß aus Brandenburg zeigt ein Xerion SaddleTrac, wie professionelle Gülleeinarbeitung zur heutigen Zeit aussehen kann. Die ChallengerRaupe MT 865 C muss bei ihrem Ersteinsatz auch direkt beweisen, was in ihr steckt. Grün und Gelb sind die bevorzugten Farben von Lohnunternehmer Bahne Hansen. Deshalb ist sein Flaggschiff für die Ackerarbeiten auch ein 9620 von John Deere. Im Norden von Europa, genauer in Dänemark, lebt Ib Aunsager, der seit 1982 gebrauchte Knicklenker der Marke Massey Ferguson für seine Arbeiten einsetzt. Landtechnik im Format XXL, auf dieser DvD ga(ce) rantiert! ACKER+Stellenangebote ACKER+plus | 12.09
57 n Weitere Information ung: zur Anzeigenschaltung: de ww w.ackerplus.de ACKER+Rubrikanzeigen www.guelleerdbecken.de AGW GmbH 26639 Wiesmoor Tel. 04944 -7999 agriShop Endlich das richtige Werkzeug Gülleerdbecken - Speicherbecken Retentionsbodenfilter für verschmutztes Niederschlagswasser *nur 0,14 /Min., Telekom-Tarif GRATIS! Katalog 0180/5 30 3134 Internet: ORC-Systeme im Leistungsbereich von 30-120 kWel Sie verfügen über ein Blockheizkraftwerk, in dem Sie erneuerbare oder fossile Energien verstromen und können Ihre Abgas- und Motorabwärme nicht vollständig nutzen? Unsere ORC-Systeme bieten die Möglichkeit, aus Abwärme von z.B. 175 oder 350 kWth noch einmal 30 bzw. 60 kWel netto für die zusätzliche Netzeinspeisung zu gewinnen. !JETZT anfordern: für Hof, Stall, Werkstatt, Haus, Garten, Auto, Heim,.. www.westfalia.de Erstmalige Produktion von ORC-Anlagen für Kleinkraftwerke Investieren Sie mit unserer Technik in Ihre wirtschaftliche Zukunft! Heinrich-Hertz-Str.18 - 59423 Unna - Fon +49 2303 779-4110 - sales.adaturb@lt-i.com - http://adaturb.lt-i.com Sparen beim Wegebau Wegebautechnik Umweltschutz beim Wegebau www.poema.de Tel.: 05331 68434 Fax.: 05331 64829 poetzsch@poema.de TAUCHMOTOR-RÜHRWERKE für Biogas-Anlagen Agrar Centrum Niederrhein GmbH In unserem Programm finden Sie Bodenbearbeitung, Sätechnik Frontladeranbaugeräte Leistung: 5,5 - 19,0 kW elektr. Dichtungsüberwachung Sichelpropeller aus C52/3 universell in Fermenter, Nachgärer und Endlager einsetzbar gasd. Wand- und Deckendurchführung NEUERO GmbH Agrartechnik 38723 Seesen Telefon (0 53 81) 4 69 83 www.becker-seesen.de Fragen Sie nach Frühbezugskonditionen und Vorführgeräten Vertriebspartner u.a. ACN GmbH, 41334 Nettetal, NRW Heinrich-Haanen-Straße 6 Telefon: 02153 / 123480 Herr Renkens 0173/5329856 Alter Handelsweg 11 · 49328 Melle Tel. +49 (0)5427 9270-0 · Fax +49 (0)5427 9270-140 info@neuero-farm.de · www.neuero-farm.de ACKER+plus | 12.09
58 ACKER+Rubrikanzeigen Weitere Information ung: zur Anzeigenschaltung: de ww w.ackerplus.de Die Märka GmbH ist in der Region Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern, Sachsen Anhalt, Sachsen und Thüringen mit über 50 Standorten einer der größten Erfassungshändler für Getreide, Ölsaaten, Hülsenfrüchte und Stroh. Neben kompletten Dienstleistungspaketen, inklusive deren Finanzierung, gehört auch der Handel mit Betriebsmitteln, wie Düngemitteln, Saatgut und Biodiesel zu unserem Angebot. Partner der Landwirtschaft Thura Mark 20 06780 Zörbig Tel: 034956/ 303 700 Fax: 034956/ 303 777 Mail: info@maerka.de Vorschau Lesen Sie in der 0 Print- Ausgabe 01. 201 e Bodenbearbeitung Konservierend 3) il Stand der Technik (Te Aussaat Saatbettbereitung und erbau Fungizideinsatz im Ack ick 2010 Ausbl Produktangebot und Wirtschaftlichkeit iengesellschaft Rechtsform-Variante Akt rsennotierten Erfahr ungen eines bö ehmens Agrar untern ANZEIGENLEITUNG Wilhard Boettcher Telefon 02921-35480-511 Telefax 02921-35480-199 E-Mail wilhard.boettcher@ackerplus.de ANZEIGENBERATUNG Thomas Dietscheidt, 02921-35480-510 Franz Fromme, 02921-35480-208 E-Mail anzeigen@ackerplus.de ANZEIGENPREISLISTE Mediadaten 2009/2010 LEITUNG VERTRIEB UND KUNDENSERVICE Antje Winterseel Telefon 02921-35480-101 Telefax 02921-35480-199 E-Mail abo@ackerplus.de VERSANDTERMIN Ende des Monats ERSCHEINUNGSWEISE 12 × jährlich im monatlichen Wechsel von Print-Form und E-Paper (6 × Print, 6 × E-Paper) ERSCHEINUNGSORT Soest Copyright 2009 © by CAMPO novo Medien GmbH, 59494 Soest Die Zeitschrift und alle ihre Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte der Übersetzung, Vervielfältigung und Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger jeder Art, auszugsweiser Nachdruck oder Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen aller Art sind vorbehalten. Fotokopien für den persönlichen und sonstigen eigenen Gebrauch dürfen nur von einzelnen Beiträgen als Einzelkopien hergestellt werden. BEZUGSPREISE Einzelheftpreis (Printausgabe): 8, inkl. MwSt. (7 %) (0,52 ) 12 Ausgaben ACKER+plus (6 × Print, 6 × E-Paper) Inland: 44, inkl. MwSt. (7 % / 19 %) (3,29 ) und Versandkosten als ermäßigte Jahresvorausrechnung Ausland: 55, inkl. MwSt. (7 % / 19 %) (4,12 ) und Versandkosten als ermäßigte Jahresvorausrechnung 12 Ausgaben ACKER+plus (6 × Print, 6 × E-Paper) inkl. Ackerschlagkartei Inland: 124, inkl. MwSt. und Versandkosten als ermäßigte Jahresvorausrechnung Ausland: 135, inkl. MwSt. und Versandkosten als ermäßigte Jahresvorausrechnung Auszubildende/Schüler/Studenten erhalten gegen Vorlage der aktuellen Bescheinigung einer fachbezogenen Ausbildung einen Rabatt auf die ZeitschriftenJahresbezugsgebühr i. H. v. 25 %. Die Ackerschlagkartei kann nur in Verbindung mit einem Jahres-Abonnement von ACKER+plus zum o. g. Leser-Vorzugspreis erworben werden. Höhere Gewalt entbindet den Verlag von der Lieferverpflichtung oder Rückzahlung des Bezugsgeldes. Kündigungen sind schriftlich bis acht Wochen vor Ende des Bezugszeitraumes möglich. KONZEPT UND REALISIERUNG Plantamedium GmbH Fachagentur für Agrar, Ernährung und Tier Warendorf DRUCK Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG, Kassel LIEFERANSCHRIFT BEILAGEN UND BEIHEFTER Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG Frankfurter Straße 168, D-34121 Kassel Mit Namen gekennzeichnete Beiträge müssen nicht die Meinung der Redaktion oder des Verlages wiedergeben. Bei Einsendungen in schriftlicher und elektronischer Form wird das Einverständnis zur vollen oder auszugsweisen Veröffentlichung vorausgesetzt. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Bilder und Bücher wird keine Haftung übernommen. Die Veröffentlichung von Beiträgen, Meldungen und Nachrichten erfolgen nach bestem Gewissen, aber ohne Gewähr. Leserbriefe müssen nicht die Meinung von ACKER+plus wiedergeben. Das Einverständnis zur vollen oder auszugsweisen Veröffentlichung wird vorausgesetzt. E-Mail leserbriefe@ackerplus.de ERFÜLLUNGSORT UND GERICHTSSTAND SOEST HRB 8737 REGISTERGERICHT ARNSBERG UST-IDNR. DE266574823 ISSN 1869-4888 VERLAG UND HERAUSGEBER CAMPO novo Medien GmbH Ostenhellweg 6, D-59494 Soest Postfach 12 02 52, D-59485 Soest Telefon 02921-35480-0 Telefax 02921-35480-199 E-Mail medien@campo-novo.de Internet www.campo-novo.de GESCHÄFTSFÜHRUNG Kay Philipper CHEFREDAKTION Ina Kratzer (iK) 02921-35480-500 V.i.S.d.P. (verantwortlich für den Inhalt im Sinne des Presserechts) E-Mail: ina.kratzer@ackerplus.de ANSCHRIFT REDAKTION ACKER+plus, Postfach 12 02 52, D-59485 Soest Ostenhellweg 6, D-59494 Soest Christian Eidam (ce) Telefon 02921 35480-502 Telefax 02921 35480-199 E-Mail redaktion@ackerplus.de Internet www.ackerplus.de
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