Heft 2-2010

Heft 2-20101 KidsLife das elternmagazin ft: I m He r Große für Kin d KidsLife 4,70 I Deutschland 3,90 neue rezePte lafers leiCHte sommerKüCHe 4,50 I Schweiz sfr 7,80 I BeNeLux e EY'S.d ONLsignC De werb wettbe er! KinderParty im sCHloss Prinzessin für einen tag Hausaufgaben am PC Know-How für eltern www.kidslife-magazin.de Nr. 2/2010 Preis: Ö s t e r r e i c h Kreative Ideen mit Blüten wo die wilden Kerle woHnen Jungen riCHtig erzieHen wie essen sCHlau maCHt riCHtig essen, besser lernen Basteln mit der Natur

2 Herzlichen Dank für Ihre Hilfe! Werden Sie SOS-Pate! Und bewirken Sie mit rund einem Euro am Tag Großes. Sie geben einem verlassenen Kind alles Lebenswichtige: Nahrung, Kleidung, eine Ausbildung. Und vor allem: die Liebe und Geborgenheit einer Familie im SOS-Kinderdorf. Mehr Infos unter: Telefon 089 12 60 61 62 patenschaften@sos-kinderdorf.de www.sos-kinderdorf.de

3 Editorial bwohl ein süßes Mädchen in weißem Kleid, das sicher kein Wässerchen trüben kann, das Cover unserer Sommerausgabe ziert, beschäftigt sich eines unserer Top-Themen in diesem Heft mit einer wilderen Spezies ­ Jungs! Ich selbst kann ein Lied davon singen, was es heißt, täglich mit gleich drei liebenswerten männlichen Zeitgenossen (plus der Kater macht vier!) um den Tisch zu sitzen und das Haus zu teilen. Obwohl meine beiden Söhne dem Holzschwert- und Spielzeugpistolenalter entwachsen sind, lieben sie es immer noch, zu kämpfen und zu ringen bis zum Umfallen. Und auch wenn sie nicht mehr ein so erbittertes Konkurrenzverhalten an den Tag legen, wie es jahrelang der Fall war, vergeht kein Martina Voigt-Schmid REDAKTIONSLEITUNG Tag an dem nicht klargestellt wird, wer hier das sagen hat: Jeder der drei nämlich! Männer ­ und solche, die es mal werden wollen, möchten alle das Alpha-Tier sein ­ das ist sozusagen das Gesetz des Dschungels. Und eine Art Dschungel macht sich auch in ihren Zimmern breit, in denen aus Stapeln von Klamotten, nassen Handtüchern, Büchern, Zeitschriften und Bananenschalen langsam Palmen und Lianen an die Zimmerdecke wachsen, ­ nur dass anstelle von Kokosnüssen dreckige Socken dranhängen (das ist nur unwesentlich übertrieben!). Jungs: "etwas Lautes mit Dreck dran", habe ich mal gelesen ­ und habe dennoch ein Faible für das starke Geschlecht. Sollten Sie noch ein bisschen Rükkendeckung brauchen, fürs tägliche Überleben in ihrem ganz privaten Dschungelcamp, steht bestimmt etwas Nützliches in unserem Artikel von der erprobten Jungsmutter Uta Reimann-Höhn. Mädchen hingegen ­ ob kleine oder große, lieben es Blumen zu pflücken und mit Hingabe schöne Dinge zu basteln. Und für sie insbesondere gibt es diesmal einen besonders üppigen und schönen Handmade-Teil, der sich um Basteln und Malen mit der Natur dreht, etwas, wovon ich selber gar nicht genug bekommen kann. Haben auch Sie als kleines Mädchen versucht, aus Blütenblättern und Wasser in kleinen Gefäßen Parfum herzustellen? Das ist eine meiner liebsten Sommer-Erinnerungen. Auch wenn das Wasser nur kurze Zeit geduftet hat, sah es so hübsch aus! Der Sommer ist so kurz, wir müssen das Beste daraus machen und einige besonders schöne Ideen haben die Künstlerinnen Maya Donnefeld und Elsa Mora für Sie zusammengestellt. Elsa Mora ist eine ganz besondere Frau, die mich so begeister hat, dass sie in diesem Heft gleich zweimal vorkommt ­ in der Bastelstrecke und in "Das besondere Kind". Alle Eltern wissen, wie schwer es ist, während der gemeinsamen Reise durch die Kindheit seine eigene persönliche Welt nicht aus den Augen zu verlieren. Besonders schwer ist das für professionelle Künstler, die viel Zeit und Raum für ihre Arbeit benötigen. Dass es dennoch möglich ist, zeigt Elsita mit Bravour ­ und das, obwohl sogar eins ihrer beiden Kinder autistisch ist besonders viel Zuwendung braucht. Genießen Sie die schönste Jahreszeit in vollen Zügen! Coverfoto: ©Toni Elmer Die Gewinner aus dem letzten Heft Center Parcs-Aufenthalt: Familie Melzer, 15905 Lübben Yoga-Buch: Silvia Bothor, 31275 Lehrte; Monika Hüller, 97204 Höchberg; Ingun Honne-Leber, 55276 Oppenheim Alice im Mongolenland: Edith Räbiger, 21709 Himmelpforten; Simone Schuller, 71634 Ludwigsburg; Jennifer Kipke, 36266 Heringen www.kidslife-magazin.de KidsLife 1 Foto: Sophie Sutton

4 S. 6 W O D I E W I L D E N K E R L E W O H N E N . . . S. 58 BASTELN MIT BLÜTEN überblick 2/010 ....................................................................................... ........................................................................................ leben & ErziEhEn 4 Kurz & Gut News & Tipps zum Thema Leben & Erziehen rAt & TAT 30 Die Besserkönnerin Antje Szillat und Heidi Brosche im Gespräch erleben & EnTdECkEn 40 Ferien am Abenteuerspielplatz Schöne Outfits für Sommer und Herbst 6 Wo die wilden Kerle wohnen ... Wie man mit Jungen gut klar kommt 76 Das besondere Kind Die Schönheit einer besonderen Welt 48 Male dein Lieblingsteil Kinder-Design-Wettbewerb von Conley´s und Kidslife 12 So machen Eltern Ihre Kinder stark Sexuellen Missbrauch verhindern 50 Magazin Sachen, die das Leben schöner machen 20 Beim zweiten Kind wird alles anders Was ändert sich beim zweiten oder dritten Kind? 24 Prinzessin für einen Tag Kinderparty im Museum leib & SEElE 33 Kurz & Gut News & Tipps rund um die Gesundheit 58 Handmade Basteln mit Blüten 85 Mein schönstes Kinderfoto Leser senden Ihre Fotos ­ der Gewinner 34 Wie Essen schlau macht Die besten Lebensmittel für Schulkinder lesen & lErnEn 16 Pauken statt chillen Was ist dran an Lerncamps? 68 Die Essecke Dips machen das Essen zur Party 71 Kurz & Gut News & Tipps rund um gute Ernährung Ansichten & AkTionEn 64 KidsLife-Kinder-Gesprächsrunde So stell´ ich mir mein Leben vor! 19 Kurz & Gut News & Tipps rund um Lesen & Lernen 72 Lafers leichte Sommerküche Gourmetrezepte ­ auch für Diabetiker geeignet 54 Vom Drehbuch zum Kinderbuch Interview mit Autorin Anne Maar 84 Ihr Kind in KidsLife Machen Sie mit! In jedem Heft zeigen wir die schönsten Fotos der KidsLife-Leser 75 Diabetes Typ-2 So schützen Sie sich und Ihre Familie 57 KidsLife-Literaturclub Schreibwettbewerb für Kinder KidsLife 02-2010

5 S. 3 4 W I E E S S E N S C H L A U M A C H T S. 8 0 S U R F E N F Ü R D I E S C H U L E Flimmern & rAuSChEn 80 Surfen für die Schule Pauken am PC ­ so geht´s richtig 84 Kurz & Gut News & Tipps rund um die Medienwelt 89 Bei Kindern hoch im Kurs Wissenssendungen im Fernsehen S. 2 4 P R I N Z E S S I N F Ü R E I N E N TA G 90 Mit Ecken und Kanten Beliebte Serien und was Medienprofis dazu sagen MitMachEn & gEwinnEn service & rubrikEn 1 Editorial mit Gewinnspiel 50 CONLEY'S.de Designwettbewerb für Kids Male dein Lieblingsteil und gewinne eine Reise nach Hamburg 2 Inhalt Der Frühling mit KidsLife 53 Süße Hirsch T-Shirts von Vavite Hochwertig verarbeitete Lieblingssachen zu gewinnen Für alle Leser ohne Internet: Mitmachen bei den Gewinnspielen geht auch per Post: Lösung oder Stichwort auf eine Postkarte schreiben und senden an: Redaktion KidsLife Boschstraße 3 55283 Nierstein Absender nicht vergessen! 91 Leserbriefe und die Gewinner aus Heft 01/2010 57 Schreibwettbewerb für Kinder Schöne Buchpreise warten auf die Gewinner! 92 Impressum 93 Abo-Seite KidsLife abonnieren und gewinnen 60 Flower-Buddies Originelle Bücher von Elsa Mora zu gewinnen 94 Trotzki ­ KidsLife Satire und Cartoon 77 Der leiseste Mixer von AEG Für Shakes, Smoothies, Saucen & Dips 96 Vorschau auf den Herbst in KidsLife 93 Der kleine Medicus Tolle Prämie für neue Abonnenten www.kidslife-magazin.de KidsLife 3 Fotos doppelseite: Fotolia.com, Elisa Voros, Maya donnefeld, lizette greco, Schloss Ahrensburg allE aktionEn iM hEft auf EinEn Blick

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7 Wichtig für Kinder: Aktives Zuhören Wer bewusst Zeit mit seinen Kindern verbringen will, muss nicht immer unbedingt aktiv etwas unternehmen. Manchmal ist es gut, einfach nur da zu sein, ein offenes Ohr zu haben für das Kind, indem man wirklich zuhört. Aktives Zuhören beschreibt ein Zuhören, bei dem der Zuhörer das Gehörte mit eigenen Worte wiederholt und damit bestätigt. Beim aktiven Zuhören sollte ein ruhiger Rahmen gegeben sein, der Zuhörende, in dem Fall Vater, Mutter oder ältere Bezugsperson, sollte nicht gestresst oder unruhig wirken, um das Kind nicht zu verunsichern. Außerdem sollten ein paar Tipps berücksichtigt werden. Der Zuhörende sollte etwas Geduld mitbringen und auch etwaige Gesprächspausen aushalten können. Wichtig ist es auch, Augenkontakt zu halten, was auch mal bedeuten kann, sich mit dem Kind in seinem Zimmer auf den Teppich zu setzen, um auf gleicher Augenhöhe zu sein. Zudem bedeutet Zuhören nicht gutheißen, jedoch sollte mit der eigenen Meinung sparsam umgegangen werden, um dem Kind die Selbstreflexion zu ermöglichen. Beim aktiven Zuhören spürt das Kind Akzeptanz, und es erfährt Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen. Es lernt, seine Gedanken gut zu formulieren, sein Verhalten selbst zu beurteilen und wird angeregt, seine Probleme selbst zu lösen. Weitere Informationen: www.kindererziehung.com .......................................................................................................................................................................................... Wirtschaftskrise im Kinderzimmer? In Zeiten von Krise und drohender Arbeitslosigkeit sollen bereits die Kleinsten schon ans Sparen denken. Eine große Mehrheit der Deutschen (91,8 %) ist der Ansicht, dass vor dem Hintergrund zunehmender finanzieller Belastungen Kinder heutzutage vor allem auch zur Sparsamkeit erzogen werden müssen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Gesundheitsmagazins "BABY und Familie". Befragte mit einem niedrigen Haushaltsnettoeinkommen von bis unter 1.500 Euro sind vermehrt dieser Meinung (95,0 %). Doch auch fast neun von zehn der Männer und Frauen (88,5 %) mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 3.000 Euro meinen, Kinder sollten in den heutigen Zeiten lernen, aufs Geld zu achten. Am häufigsten sind jedoch die älteren Frauen darauf bedacht, dass schon der Nachwuchs lernen müsse, was Sparsamkeit bedeutet. Von den befragten Frauen ab 70 Jahren sagen 98,6 Prozent, dieser Aspekt solle in der Kindererziehung auf jeden Fall vermittelt werden. Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins "BABY und Familie", durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg mit 1.942 Frauen und Männern ab 14 Jahren. ANZEIGE Bessere Förderung von Hartz- IV-Kindern Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat mehr konkrete Hilfen für Kinder aus Hartz-IV-Familien zugesagt: "Denkbar ist zum Beispiel, dass jedes Kind aus einer Hartz-IV-Familie mindestens ein Angebot pro Woche bezahlt bekommt ­ ob Sportverein, Musikschule oder andere Förderungen", sagte von der Leyen der "Rheinischen Post". "Die Job-Center wissen, welche Kinder von Hartz-IV leben. Sie müssen mit den Schulen zusammenarbeiten. Denn nur die Schulen wissen, ob der kleine Mehmet oder der kleine Max Schwierigkeiten in der Schule hat", sagte von der Leyen dem Blatt. Bis zum Herbst würden "genaue Konzepte" erarbeitet. Quelle: Rheinische Post "Man kann viel von Kindern lernen. Zum Beispiel, wieviel Geduld man hat." Franklin P. Jones www.kidslife-magazin.de KidsLife 5

8 LEBEN & ERZIEHEN ­ JUNGEN ERZIEHEN KidsLife 02-2010 Foto: © Elisa Voros

9 wilden Kerle wohnen ... JUNGEN ­ WAS SIE BRAUCHEN UND WIE MAN AM BESTEN MIT IHNEN KLARKOMMT. T E X T : D I P L . PÄ D . U TA R E I M A N N - H Ö H N , F O T O S : E L I S A V O R O S Wo die Ist es wirklich so, oder scheint es nur so, dass Jungs schwerer zu bändigen sind und für Eltern eine größere Herausforderung darstellen als Mädchen? Jungs haben es nicht so einfach in der Schule, sie sind nicht so ordentlich und nicht so sozial ­ ist was dran an diesen Vorurteilen? KidsLife-Redakteurin Uta Reimann-Höhn, selbst Mutter von zwei Söhnen, hat nachgeforscht. ukas und seine Freunde Tom und Marian befinden sich im Krieg. Schwer bewaffnet schleichen sie durch die Büsche am Kinderspielplatz und versuchen feindliche Spione zu überwältigen. Mit lässigem Gesichtsausdruck zieht Tom seine Waffe aus dem Hosenbund und ballert dreimal mit der Luftpistole auf Lukas. Der lässt sich stöhnend ins Gras fallen und stirbt den herrlichen Heldentod während Tom und Marian in ein Freudengeheul ausbrechen. So sehen glückliche Jungen beim Spielen aus. Mädchen gehören auch im Jahr 2010 immer noch nicht zur kämpfenden Truppe ­ und das hat wenig mit Verboten oder geschlechtsspezifischer Erziehung zu tun. lässt! Mädchen haben in der Regel andere Vorlieben und Fähigkeiten. Erwiesenermaßen lesen Sie gerne, pflegen soziale Kontakte und kommunizieren mit Freundinnen, wo immer es geht. Mädchen reifen früher, sind ruhiger, hören besser zu, haben einen größeren Wortschatz und können sich länger konzentrieren als Jungen. Damit haben sie in einer zunehmend intellektuellen Gesellschaft, in der Bildung das höchste Gut ist, wesentlich bessere Startchanchen. BEFINDEN SICH JUNGEN IN EINER ABWÄRTSSPIRALE? Männliche Verhaltensweisen wie Machtkämpfe austragen, Kräftemessen oder Imponiergehabe sind im Zeitalter von Kommunikation und Kooperation wenig gefragt, und folgerichtig entwicklen sich Jungen seit einigen Jahren mehr und mehr zu Sorgenkindern. Längst zählen sie beispielsweise zu den Verlierern unseres Bildungssystems. Erkennbar daran, dass sie die negativen Hitlisten anführen: Schulabbrecher, Sonderschüler, Sitzenbleiber, kriminelle Jugendliche, Alkohol- und Drogenkonsumenten ­ alles Domänen von Jungen. Nicht zu vergessen, dass Schüler schlechtere Bildungsabschlüsse bekommen und auch im Nachhilfe- oder Lerntherapiebereich überrepräsentiert sind. Was läuft falsch? JUNGEN KÄMPFEN UND MÄDCHEN REDEN Das Spielverhalten von Tom, Lukas und Marian ist oft jungentypisch. Anders als Mädchen sind sie geradezu gierig nach Bewegung, wollen ihre Grenzen austesten, die Muskeln spielen lassen und ihre Kräfte mit Gleichaltrigen messen. Jungen provozieren und ärgern, sie sind laut, schießen Bälle durch die Gegend oder liefern sich Wettrennen auf Fahrrädern, Inlinern und Rollern. Wenn man sie www.kidslife-magazin.de KidsLife 7

10 LEBEN & ERZIEHEN ­ JUNGEN ERZIEHEN DER BEWEGUNGSDRANG VON JUNGEN IST GROSS Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Erklärungsmodellen, die in ihrer Multikausalität auf die Entwicklung von Jungen wirken. Da wäre zunächst mal der körperliche Aspekt. Zur Ausprägung der motorischen Fähigkeiten, insbesondere der Grobmotorik sowie des gesamten Muskelapparates brauchen Jungen mehr Bewegung als Mädchen, denn sie bauen in ihrer Entwicklung zum Mann nachweislich mehr Muskelmasse auf. Mädchen- und später Frauenkörper enthalten dafür mehr Fettzellen. Im Alltag von Jungen ist es also sehr wichtig, ihnen im ausreichenden Maße Möglichkeiten zur Bewegung anzubieten, damit ihr Körper sich optimal entwickeln kann. Doch lange Unterrichtszeiten und durchgeplante Nachmittage lassen wenig Spielraum zu. Herumstreunende Jungengruppen von 8 bis 12-Jährigen auf Fußballplätzen oder Spielstraßen und Spielplätzen sind selten geworden. Viele Eltern haben Angst, ihre Kinder alleine im Freien spielen zu lassen und planen den Freizeitbereich lieber generalstabsmäßig durch oder lassen die Kinder gleich zu Hause. FUSSBALLVEREIN STATT GAMEBOY Solange sich Unterrichtskonzepte nicht verändern und mehr Bewegung in den Schulalltag einzieht, können Eltern nur im Freizeitbereich gegensteuern. Jungen brauchen im Anschluss an den Unterricht die Möglichkeit sich auszutoben. Leider geht die Entwicklung im Unterhaltungsbereich durch die elektronischen Medien seit Jahren in eine für Jungen fatale Richtung. Jump and run, Ballerspiele und virtuelle Abenteuer in fantastischen Welten faszinieren besonders die Jungen. Anstatt mit Freunden auf der Straße zu spielen oder sich im Sportverein zu verausgaben, geben sie den starken Reizen von Fernsehen, Computern oder Spielekonsolen liebend gerne nach. Mit verheerenden Folgen. Das regelmäßige Abhängen vor der Glotze oder dem Monitor macht träge, dick und dumm. SCHULE WIRD VON FRAUEN GEMACHT Erschwerend kommt hinzu, dass der Anteil von männlichen Pädagogen im Kindergarten und in der Grundschule fast zu vernachlässigen ist. So ist es durchaus keine Seltenheit, dass Kinder bis zum Wechsel auf die weiterführenden Schulen ausschließlich von Frauen unterrichtet werden. Lehrerinnen, auch wenn sie eine fundierte pädagogische Ausbildung haben, können sich in die Lebenswelt von Jungen nicht so gut wie männliche Kollegen hineinfühlen. Die eher stillen und aufmerksamen Mädchen werden im Unterricht so unbeabsichtigt mehr angesprochen, motiviert und gelobt. Manche Jungen spüren das und steuern erst recht dagegen. Aus Frustrationen und fehlenden Erfolgserlebnissen versuchen sie durch Dazwischenreden, Stören und unruhiges Verhalten die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Doch dieser Schuss geht meistens nach hinten los. Eine große Veränderung in den letzten Jahrzehnten stellte die massive Zunahme von allein erziehenden Müttern dar. Immer mehr IN DER SCHULE WIRD VIEL ZU VIEL GESESSEN Vielen Jungen fehlt also die notwendige Bewegung, um sich auszutoben, ausgeglichen zu sein und ihren Körper richtig zu fordern. Besonders problematisch ist das in der Schule, denn in den meisten Klassen geschieht das Lernen weitgehend in konzentrierter Stille. Wer aufmerksam ist, gut zuhören kann und feinmotorisches Geschick zeigt, liegt vorne. Auch gute Lesefähigkeiten und die Lust zur Kommunikation helfen beim Schulerfolg ungemein. Für Jungen ist diese Form des Lernens nicht optimal, denn ihre Stärken werden dabei kaum angesprochen. Zu wenig "Action", kaum Bewegung und kein Körpereinsatz. Kein Wunder also, dass die Unruhestifter und Störenfriede in der Regel Jungen sind. Es entspricht eben nicht ihrem Naturell, sich über viele Stunden am Stück ruhig und aufmerksam zu verhalten. Männliche Verhaltensweisen wie Machtkämpfe austragen, Kräftemessen oder Imponiergehabe sind im Zeitalter von Kommunikation und Kooperation wenig gefragt, und folgerichtig entwicklen sich Jungen seit einigen Jahren mehr und mehr zu Sorgenkindern ­ das muss aber nicht so sein! Foto: © Elisa Voros KidsLife 02-2010

11 Foto: © Elisa Voros What are little boys made of? "Snips and snails, and puppy dogs tails That's what little boys are made of!" What are little girls made of? "Sugar and spice and all things nice That's what little girls are made of!" Woraus sind kleine Jungs gemacht? "Kröten und Schnecken und Schwänze von kleinen Hunden, daraus sind kleine Jungs gemacht. Woraus sind kleine Mädchen gemacht? Zucker und Gewürze und lauter leckere Sachen, daraus sind kleine Mädchen gemacht! (Reim aus England) www.kidslife-magazin.de KidsLife 9

12 LEBEN & ERZIEHEN ­ JUNGEN ERZIEHEN Jungen wachsen, zumindest im Alltag, ohne Vater auf. Dadurch fehlen ihnen die männlichen Vorbilder, an denen sie spielerisch lernen können, wie ein Mann sich verhält. An die Stelle der echten Väter treten dann Heldenfiguren aus Comics, Filmen oder der Sportwelt. Doch was Jungen von ihren neuen Leitbildern lernen können, entspricht nicht den Alltagsituationen, die sie bewältigen müssen. Konflikte ohne Gewalt zu lösen, Kompromisse zu schließen, eine Streitkultur aufzubauen oder der Umgang mit Frustrationen und Traurigkeit wird durch Heldenfiguren nicht erlernt. Superhelden haben keine Probleme, stattdessen aber Superkräfte, die leider nur in der Fantasiewelt funktionieren. Mit dem Vater kuscheln, gemeinsam ein Buch lesen, im Museum Dinosaurier bewundern oder eine Radtour machen ist für viele Jungen nie Teil ihres Lebens. halten, wenn er selber die Vater-Kind-Beziehung nicht ausreichend erleben konnte? Nicht nur das lebenslange Gefühl der Ablehnung durch den eigenen Vater, sondern auch das fehlende männliche Vorbild macht vielen Söhnen schwer zu schaffen. Umso wichtiger ist es, schon kleinen Jungen den regelmäßigen Kontakt zu einer männlichen Leitfigur zu ermöglichen. Wenn der leibliche Vater nicht zur Verfügung steht, gibt es vielleicht einen Großvater, einen Onkel oder einen guten Freund der Familie, der sich als Vorbild und Mentor versteht. In so einem vertrauten "männlichen" Rahmen ist Platz für Rangeleien, Männergespräche und regelmäßige gemeinsame Unternehmungen. JUNGEN SIND KEINE MÄDCHEN! Natürlich müssen Jungen und Mädchen in ihrer Entwicklung gleichberechtigt behandelt werden, eine Gleichmacherei unterschiedlicher Bedürfnisse darf dabei aber nicht stattfinden. Gesunde, ausgeglichene, kreative und glückliche Kinder entwickeln sich dann, wenn ihre Anlagen optimal unterstützt werden und ihre Kompetenzen und Fähigkeiten ausreichend Platz zur Entfaltung finden. Diese Signale wahrzunehmen und umzusetzen, sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen, ist die große Aufgabe in der Kindererziehung. << VATERLOSE JUNGEN HABEN ES SCHWER Eine Kindheit ohne einen Vater oder eine vergleichbare Leitfigur prägt Jungen ihr ganzes Leben lang. Alle Situationen, in denen sie als Mann keine männliche Orientierung erleben konnten, können sich später als problematisch gestalten. Das Verhältnis zu Mädchen und Frauen, das Verhalten gegenüber Autoritätspersonen wie Pädagogen oder Ausbildern und nicht zuletzt die eigene Rolle als Vater. Wie soll ein junger Mann sich seinem eigenen Kind gegenüber ver- 5 Tipps für die Jungenerziehung Jungen brauchen männliche Vorbilder, die ihnen zeigen, wie sie sich in vielen Alltagssituationen verhalten können. Fehlt der Vater, kann auch ein Freund der Familie oder ein männlicher Verwandter diese Rolle übernehmen. Als Mentor kann er sich beispielsweise in der Pubertät als große Hilfe erweisen. Um im Bildungsbereich mithalten zu können, sollte die Lesekompetenz von Jungen gestärkt werden. Spannende und unterhaltsame Bücher für Jungen, besonders Sachbücher, Comics oder Abenteuerromane, gehören ins Kinderzimmer. Lesetipp: "Das magische Baumhaus" von Mary Pope Osborne aus dem Loewe Verlag. Jungen brauchen Betätigungsfelder für ihre Fähigkeiten. Besonders gut können sie sich nonverbal ausdrücken, abstrakt denken, navigieren, rechnen und räumlich wahrnehmen. Schnitzeljagden, Rechenrätsel oder pantomimische Spiele werden ihren Kompetenzen gerecht. Spieltipp: Pentago aus dem Kosmos Verlag. Jungen sind besser über die Augen als über die Ohren zu erreichen. Es ist daher manchmal besser ein Schild aufzuhängen als, in typisch weiblicher Art, endlos auf ein Kind einzureden. Wie wäre es mit einem Stoppschild im Flur: Schuhe in den Schuhschrank stellen! Der Sprachschatz sollte durch regelmäßige Kommunikation gefördert werden. Zum Beispiel in den täglichen 15 Minuten "Tagesrückblick" vor dem Schlafengehen oder beim gemeinsamen Mittagessen. Die sogenannte "Turksprache" sollte dabei keinen Raum erhalten, denn viele Jungen können leider kaum noch zwischen grammatikalisch korrektem Deutsch und der Spaßsprache unterscheiden. Weitere Informationen: Uta Reimann-Höhn, www.lernförderung.de Foto: © Elisa Voros 10 KidsLife 02-2010

13 Foto: © Elisa Voros "Einige Eltern behaupten, es sind die Spielzeugpistolen, die die Jungs kriegerisch machen. Aber gib' einem Jungen ein Gummientchen und er wird den Hals so herumdrehen, dass er dem Hals einer Pistole ähnelt und laut "Bäng" rufen." George F. Will www.kidslife-magazin.de KidsLife 11

14 L E B E N & E R Z I E H E N ­ K I N D E R S TA R K M A C H E N So machen Eltern ihre Kinder 12 KidsLife 02-2010 stark! SEXUELLEN MISSBRAUCH VERHINDERN T E X T: P E T R A H A R E N B R O C K , I L L U S T R AT I O N E N : A N D R E A KÖ N IG

15 MIT WUT UND ENTSETZEN, ABER AUCH MIT RATLOSIGKEIT REAGIEREN VIELE ERWACHSENE AUF SEXUELLEN MISSBRAUCH AN KINDERN. KIDSLIFE BERICHTET, WIE ELTERN DURCH EINIGE ERZIEHUNGSGRUNDSÄTZE PRÄVENTIV DAFÜR SORGEN KÖNNEN, DASS AUS KINDERN KEINE OPFER WERDEN. as Thema sexueller Missbrauch von Kindern dominiert seit Wochen die Schlagzeilen und veranlasste im April Bundesfamilienministerin Kristina Schröder dazu, einen "Runden Tisch Kindesmissbrauch" ins Leben zu rufen, an dem Schul- und Internatsträger, Kirchenvertreter, Ärzte und Lehrer gemeinsam Strategien zum Schutz der Kinder entwickeln wollen. Es bewegt sich etwas. Änderungen des Kinderschutzgesetzes und neue Initiativen sind das eine, Aufmerksamkeit und Offenheit das andere: Nachdem sexueller Missbrauch Jahrzehnte lang als Tabuthema galt, fallen derzeit viele Mauern des Schweigens und die Opfer wagen endlich, über ihre meist traumatischen Erlebnisse zu sprechen. "Jedes vierte Kind ist betroffen", vermutet Maria van Os von dem Berliner Verein "Strohhalm e.V.", der sich für die Prävention gegen sexuelle Übergriffe engagiert. Gemeint sind sämtliche sexuelle Handlungen, die gegen den Willen eines Kindes geschehen. Sexueller Missbrauch liegt immer dann vor, wenn ein Täter seine Autorität, seine körperliche und geistige Überlegenheit ausnutzt und die Unwissenheit, das Vertrauen oder die Abhängigkeit eines Kindes zur Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse und zur Machtausübung benutzt. ständigkeit ermöglichen. "Wir müssen alles daran setzen, diese schrecklichen Taten in Zukunft zu verhindern", drückte es Bundesfamilienministerin Kristina Schröder aus, "Dazu gehört auch, die Kinder von klein auf stark zu machen und gegenüber Grenzverletzungen zu sensibilisieren." Am besten helfen Selbstbewusstsein, Durchsetzungsfähigkeit und das Wissen, dass Kinder von ihren Eltern Hilfe erwarten können. Diesem Kerngedanken folgen zahlreiche Präventivprogramme wie etwa das von "Strohhalm e.V.". Mit Vorträgen, Weiterbildungen von Erziehern, Workshops und Rollenspielen in Schulklassen sollen Kinder zu starken Persönlichkeiten wachsen, die keine leichten Opfer sind. Die "Nein" sagen und die wissen, wie sie sich helfen lassen können. Und die Eltern sind gefordert, durch gelebte Erziehungsgrundsätze dafür zu sorgen, dass das Kind erst gar nicht in eine gefährliche Situation gerät. Hilfreich sind die folgenden Leitmotive. MEIN KÖRPER GEHÖRT MIR Wenn ein Kind mal nicht kuscheln möchte, sollten Eltern das immer respektieren. Damit wird dem Kind von klein auf vermittelt, dass es selbst bestimmen darf, wer ihm wie nahe kommt. Und dass es nicht in Ordnung ist, wenn jemand diese Grenze überschreitet. Auch den Oma- oder Tantenkuss muss ein Kind nicht hinnehmen. Wenn es durch Wegdrehen und körperlichen Abstand "Nein" signalisiert, sollte es von den Eltern unterstützt werden ­ auch auf die Gefahr hin, dass die Oma beleidigt reagiert. Wenn nämlich ein Kind immer wieder erlebt, dass sein Körper ihm allein gehört, ist es viel besser gewappnet gegen einen Täter, der behauptet: "Ich darf mit deinem Körper machen, was ich will." TÄTER AUS DEM UMFELD In den Hinterköpfen vieler Eltern geistert häufig das Bild des Fremden herum, der ein Kind gegen dessen Willen in sein Auto zerrt. Solche Vorfälle sind jedoch äußerst selten. Denn die meisten Täter stammen aus dem näheren Umfeld der Kinder, aus dem Sportverein, dem Freundeskreis oder sogar aus der Familie. Und sollte ein Täter doch zunächst als Fremder auftauchen, versucht er meist erst, Vertrauen und Freundschaft zum Kind aufzubauen. Darum helfen auch die gängigen Warnungen wie "Geh mit keinem Fremden mit" oder "Nimm nichts von fremden Menschen an" nicht weiter. Die meisten Täter gehen sehr strategisch und planvoll vor. Sie beobachten Kinder unter Umständen erst einmal aus der Ferne, informieren sich über ihre Interessen und ihren Namen, um sie dann ganz gezielt anzusprechen. Was können Eltern also tun? Schließlich können und wollen wir den Kindern auch Schritte in die Selb- SEXUALITÄT IST GANZ NATÜRLICH Eine altersgemäße Aufklärung beginnt schon im Kleinkindalter. Wenn Kinder nämlich anfangen, Körperteile zu benennen, muss es auch Namen für Scheide und Penis geben. Werden die Geschlechtsteile dagegen ausgespart, könnten Kinder stillschweigend schlussfolgern: "Das ist peinlich und verboten. Darüber darf ich nicht sprechen." Und den Kindern fehlen im wahrsten Sinne die Worte, wenn sie etwa über eine unangenehme Berührung sprechen wollen. Auch www.kidslife-magazin.de KidsLife 13

16 L E B E N & E R Z I E H E N ­ K I N D E R S TA R K M A C H E N Soll ich meinen Eltern erzählen, was der gerade von mir wollte? "Wenn ein Geheimnis Bauchschmerzen verursacht oder wenn es sich nicht gut anfühlt, dann ist es gar kein Geheimnis, dann darfst du es auch weitersagen", so erklärt Maria van Os von "Strohhalm" den Kindern in ihren Workshops den wichtigen Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen. Um solche Gespräche möglich zu machen, sollten Eltern schon früh auf eine gute und offene Kommunikation mit ihren Kindern Wert legen. Foto: © heide hibbard/Fotolia.com auf Fragen von Kindern zur Sexualität sollten Eltern altersgemäße Antworten finden und dabei ausstrahlen, dass Sexualität etwas Gutes, Schönes und Natürliches ist. Damit Kinder den Unterschied merken, wenn sie selbst sich im Falle eines sexuellen Übergriffs unwohl fühlen. Dann spüren sie nämlich, dass hier etwas nicht stimmen kann. Aufklärung stillt zudem die natürliche Neugier der Kinder auf Sexualität. So haben Täter keine Chance, den Wissensdurst auf ihre Art zu befriedigen. "Es ist einfacher, ein starkes Kind aufzubauen, als einen kaputten Erwachsenen zu reparieren." Frederick Douglass dagegen im Alltag immer wieder vermittelt wird, dass Erwachsene das letzte Wort und sie selbst zu gehorchen haben, werden sie bei einer drohenden Belästigung auch nicht wagen, "Nein" zu sagen. KINDER HABEN KEINE SCHULD Mit Worten wie "Du hast mich provoziert, du wolltest das doch!" versuchen Täter, dem verängstigten und verwirrten Kind Schuldgefühle einzureden. Wachsen Kinder in dem Bewusstsein auf, dass Erwachsene immer Recht haben, werden sie diesen Manipulationen wehrlos ausgesetzt sein und über das Erlebte schweigen. "Es muss klar sein, dass die Verantwortung für sexuelle Übergriffe grundsätzlich bei den Erwachsenen liegt", heißt es auch beim Deutschen Kinderschutzbund. Und wenn ein Kind zarte Andeutungen darüber macht, dass ihm ein Unrecht widerfahren ist, sollten Eltern auf keinen Fall mit Vorwürfen reagieren, sondern klar machen, dass alle Schuld stets beim Täter liegt. DEN EIGENEN GEFÜHLEN TRAUEN "Nein, es ist gar nicht kalt draußen", "Doch, das Essen schmeckt" oder "Stell dich doch nicht so an!" ­ ständig erklären Erwachsene Kindern, was sie zu fühlen haben. Dadurch bevormunden sie sie nicht nur, sondern hindern sie auch daran, ihre eigenen Gefühle ernst zu nehmen. Gefühle sind aber ein wichtiger Selbstschutz. Ein guter Ansatz für Eltern ist es, Emotionen zu teilen und in Worte zu kleiden, die dem Kind noch nicht so differenziert zur Verfügung stehen. Jedes Kind sollte seine Gefühle wahrnehmen und auch das ungute Grummeln im Bauch als Warnsignal ernst nehmen, das sich im Falle einer Gefährdung einstellt ­ und nicht auf den Täter hören, der dem Kind einzureden versucht: "Es gefällt dir doch, was ich mit dir mache." KINDER DÜRFEN "NEIN" SAGEN Kinder dürfen "Nein" sagen, sie dürfen Grenzen ziehen ­ auch Erwachsenen gegenüber. Sie haben die Erlaubnis, nicht zu gehorchen und sich zu wehren. Wenn Kindern 14 KidsLife 02-2010

17 Franklin GUTE UND SCHLECHTE GEHEIMNISSE UNTERSCHEIDEN Eine häufige Strategie von Tätern besteht darin, das Kind zum Geheimnisträger zu machen. "Das ist jetzt unser Geheimnis", heißt es dann, oder auch "Wenn du das weitersagst, werden deine Eltern ganz böse". Kinder sollten wissen, dass es gute Geheimnisse wie etwa Überraschungen, dass es aber auch schlechte Geheimnisse gibt, bei denen man sich nicht wohl fühlt. "Wenn ein Geheimnis Bauchschmerzen verursacht oder wenn es sich nicht gut anfühlt, dann ist es gar kein Geheimnis, dann darfst du es auch weitersagen", so erklärt Maria van Os von "Strohhalm" den Kindern in ihren Workshops den wichtigen Unterschied. Eltern sollten im Alltag so wenig wie möglich Geheimniskrämerei betreiben, auch wenn es zunächst noch so harmlos scheint, etwa zu flüstern: "Deine 4 in Mathe, die verschweigen wir deinem Papa ganz einfach, ok?" INFORMATIONEN UND BERATUNG: Strohhalm e.V. Luckauer Straße 2 10969 Berlin-Kreuzberg Telefon: 030 ­ 614 18 29 www.strohhalm-ev.de Wildwasser www.wildwasser.de Kontaktadressen von Beratungsstellen für ganz Deutschland, Informationen zum Thema und Foren. Dunkelziffer e.V. Albert-Einstein-Ring 15 22761 Hamburg Telefon: 040 ­ 4210700-0 www.dunkelziffer.de Zartbitter Köln e.V. Kontakt- und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen Sachsenring 2-4 50677 Köln Telefon: 0221 ­ 31 20 55 www.zartbitter.de Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V. Mendelssohnstraße 17 40233 Düsseldorf Telefon: 0211 ­ 875 14 024 www.dgfpi.de Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V. Bundesgeschäftsstelle Schöneberger Straße 15 10963 Berlin Telefon: 030 ­ 214 809-0 www.dksb.de Eine Schildkröte erobert die Welt! Jetzt endlich l! rspie auch als Hö Der Sommer ist zu Ende und Franklin geht wieder zur Schule. Doch zu seinem Schreck ist nicht Frau Eule als Lehrerin da, sondern Frau Koalabär. Franklin kann sich am Anfang gar nicht recht an Frau Koalabär gewöhnen. Sie gestaltet den Unterricht ganz anders als Frau Eule und als er dann noch von seinen Freunden Bär und Schnecke weggesetzt wird, ist er ziemlich verzweifelt. Erst als Frau Koalabär eine Fußballmannschaft gründet und den Waldland-Kindern sogar eigene Trikots besorgt, hellt sich seine Stimmung wieder auf. Als Frau Koalabär dann wieder geht, ist Franklin ziemlich traurig. KINDER BRAUCHEN HILFE DER ELTERN "Kinder brauchen Erwachsene", betont Maria von Os. Und Kinder brauchen das sichere Gefühl, dass sie bei den Eltern Hilfe bekommen. Eltern sollten immer zuhören, Verständnis signalisieren, Hilfe anbieten und Gefühle teilen. Und wenn sich ein Kind der Mutter anvertraut "Herr Müller ist so doof", sollte die Mutter nicht direkt abwehren "Jetzt hör aber auf, Herr Müller ist sehr nett!", sondern interessiert nachfragen: "Was genau magst du denn nicht an ihm?" MIT DEN KINDERN REDEN "Am besten ist es, man spricht mit den Kindern darüber, dass es sexuellen Missbrauch gibt", erklärt Ulli Freund von "Strohhalm". "Kinder sollten wissen, was genau mit ihnen passiert. Dass solche Menschen Kinder anfassen. Da, wo Kinder es nicht mögen, an Scheide, Penis oder Po. Und das dürfen Erwachsene nicht". Mit ganz einfachen Worten. In den seltensten Fällen gibt es übrigens physische Anzeichen für einen sexuellen Übergriff. Häufiger sind zaghafte Andeutungen einer Vertrauensperson gegenüber. Umso wichtiger ist es für Eltern, einen vertrauensvollen Umgang mit ihren Kindern zu pflegen und darauf zu bauen, dass die Kinder stark und sicher sind. << HILFREICHE BÜCHER FÜR KINDER Ab 3 Jahren: Elisabeth Zöller und Brigitte Kolloch: Stopp, das will ich nicht! Vorlesegeschichten vom Nein-Sagen und Grenzen-Ziehen. Ellermann Verlag, 8,50 Euro. Ab 4 Jahren: Jana Frey, Bettina Gotzen-Beek: Jetzt ist Schluss, ich will keinen Kuss! Lotta lernt Nein sagen. Loewe Verlag, 9,90 Euro. Ab 5 Jahren: Dagmar Geisler: Mein Körper gehört mir! Ein Aufklärungsbuch der Pro Familia. Loewe Verlag, 7,90 Euro. Ab 9 Jahren: Sanderijn van der Doef und Marian Latour: Wie ist das mit der Liebe? Fragen und Antworten zur Aufklärung für Kinder ab 9. Loewe Verlag, 9,90 Euro. Entdeckt weitere aufregende HörspielAbenteuer auf www.edel.com © 1986 Paulette Bourgeois and Brenda Clark Back to School with Franklin Program. © 2003 Nelvana Limited. NELVANA is a registered trademark of Nelvana Limited. CORUS is a trademark of Corus Entertainment Inc. All Rights Reserved.

18 L E S E N & L E R N E N ­ WA S B R I N G E N L E R N C A M P S ? statt chillen T E X T : U TA R E I M A N N - H Ö H N FOTOS: Pauken TEXT: SABINE OSTMANN LERNCAMPS VERSPRECHEN LERNEN MIT SPASS ­ WAS IST DRAN? SCHULSTOFF NACHHOLEN UND AUFARBEITEN, WENN ANDERE URLAUB MACHEN ­ IMMER MEHR KINDER UND JUGENDLICHE VERBRINGEN EINEN TEIL IHRER FERIEN IN LERNCAMPS, UM IN DER SCHULE BESSER MITHALTEN ZU KÖNNEN UND IHRE ZENSUREN ZU VERBESSERN. WAS BRINGT DAS? Foto: © Fotolia.com 16 KidsLife 02-2010

19 esare invito ­ was soll das denn heißen? Cäsar war eingeladen? Oder heißt invitus Wille? Was ist das überhaupt für eine Form?" Daniela rauft ihre Haare und versteht langsam gar nichts mehr. Vor allem nicht den Ablativus absolutus. Sehnsüchtig sieht sie aus dem Fenster. Mit den Freundinnen im Eiscafé abhängen ­ das wär's jetzt. Doch statt Abhängen ist Ablativ angesagt. Denn wegen ihrer Probleme mit Latein, haben ihre Eltern sie in den Ferien für zwei Wochen ins Lerncamp geschickt. "Bock hatte ich darauf nicht", sagt die 14-jährige Gmynasiastin. "Aber wenn ich nichts mache, gibt's noch mehr Stress." Binomische Formeln statt Badesee, Sprachtraining statt Strandurlaub ­ immer mehr Schüler büffeln auch in den Ferien. Nicht immer ganz freiwillig, aber auch nicht ohne Spaß an der Sache, wie die Anbieter so genannter Ferienlerncamps ­ meist private Unterrichts- und Nachhilfeinstitute, aber auch kommunale Träger ­ versichern. Das Ganze läuft ab wie eine Mischung aus Schullandheim und Ferienlager: Vormittags wird in kleinen Gruppen gelernt, nachmittags wartet ein umfangreiches Freizeitprogramm mit sportlichen und kreativen Angeboten. Anders als unterrichtsbegleitende Nachhilfe, bieten Lerncamps die Möglichkeit, ein ganzes Schuljahr zu reflektieren und gezielt Lernstoff zu vertiefen oder Lücken zu schließen. Viele Anbieter, etwa das LernTeam oder der Studienkreis, vermitteln auch Lernmethoden und setzen langfristig auf Hilfe zur Selbsthilfe. Droht mein Kind den Anschluss zu verlieren? Ist es den Anforderungen gewachsen? Kommt es mit dem Lerntempo klar? Schafft es den Übertritt aufs Gymnasium? Müssen die Noten nicht noch besser werden, damit es für einen guten Ausbildungsplatz reicht? Der zunehmende Wettbewerbsdruck bereitet vielen Eltern Sorgen ­ und beschert den Anbietern von Lerncamps wachsenden Zulauf. Auch von Kindern, die eigentlich gar keine schlechten Schüler sind. Wie zum Beispiel die 15-jährige Realschülerin Chiara: eher kritisch: "Schulferien sind zum Abschalten gedacht. Kinder müssen unbeschwert Kinder sein dürfen, Zeit für sich bekommen, um die Welt nach ihrem Fahrplan zu erkunden. Lernzwänge, die Freizeit beschneiden, können sehr schnell das Gegenteil bewirken. Eigentlich müsste unser Schulsystem gewährleisten, dass alle Kinder nach ihren Begabungen und Neigungen individuell gefördert und gefordert werden können, damit weder Nachhilfe oder Lerncamps nötig würden." "Man sollte Lernen nicht automatisch mit Leiden gleichsetzen", wendet die Pädagogin Michaela Hart ein. "Denn der Abstand zum Schulalltag verändert die Lernatmosphäre. In Lerncamps sind die Kinder relaxter, können sich besser konzentrieren und gehen motivierter an die Sache heran. Sie helfen sich gegenseitig, stacheln sich auch mal an ­ und erleben, dass Lernen auch anders funktionieren kann." Diese Erfahrung hat auch Daniela gemacht: "Meine Eltern haben so viel Druck gemacht, dass ich eigentlich überhaupt keinen Bock hatte. Aber die Lehrer im Lerncamp haben mir ganz andere Möglichkeiten gezeigt, wie ich den Stoff verstehen und lernen kann. Wir haben echt gearbeitet, aber dabei auch viel gelacht. Jetzt klappt es auch mit dem Abl. Abs. ­ und sogar meine Eltern sind zufrieden." MOTIVATION HEISST DAS ZAUBERWORT Lernen mal anders: im Sommercamp BÜFFELN FÜR DIE BESTEN CHANCEN IM WETTBEWERB Mindestens so wichtig wie der Unterricht ist, aus Sicht der Schüler, das Freizeitprogramm: "Auf den Unterricht hatte ich erst gar keine Lust", meint Daniela. Aber auf das Nachmittagsprogramm habe ich mich immer total gefreut. Denn das war richtig klasse: zum Badesee fahren, klettern, reiten ­ und viele supercoole Leute dabei." Ihre Eltern sehen das naturgemäß etwas anders: "Danielas Lateinnoten haben sich im letzten Schuljahr drastisch verschlechtert. Mit dem Lerncamp, wollen wir erreichen, dass sie künftig wieder besser mitkommt. Denn nur mit guten Zensuren hat sie eine Chance", bekräftigt ihr Vater. "Chiara ist jetzt in der 9. Klasse. Das bedeutet Stress. Denn im nächsten Jahr steht die Suche nach einer Lehrstelle an. Im Lerncamp soll sie ihre Zensuren noch etwas verbessern, damit sie nächstes Jahr ihren Traum-Ausbildungsplatz findet", sagt ihre Mutter Jennifer. Danielas Eltern machen sogar richtig Druck. Ihre Mutter Sybille gibt zu: "Wir haben ihr deutlich gesagt, dass wir bessere Leistungen von ihr erwarten ­ schließlich kostet uns das Lerncamp eine Menge Geld." KANN LERNEN AUCH IN DEN FERIEN SPASS MACHEN? Eine Zusatzration Bildung, die die Zukunftschancen verbessert oder Entzug der wohlverdienten Ruhepause in den Ferien? Experten wie Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), sehen den Trend zu Lerncamps "Viele Kinder, die in der Schule häufig Frust erfahren, merken auf einmal, dass sie sehr wohl etwas können. Das fördert den Spaß am Lernen", erklärt LernTeam-Gründerin Christiane Konnertz. Für uns ist das ein ganz wichtiges Lernziel: die Kinder zu motivieren, sich auch bei Dingen anzustrengen, die sie nicht so gut können." Dennoch warnt die Lern-Trainerin vor überzogenen Erwartungen. "Eine Erfolgsgarantie können und wollen wir nicht geben. Wie erfolgreich ein Lerncamp ist, hängt stark davon ab, ob ein Kind gerne kommt. Überzogene Erwartungen und massiver Druck seitens der Eltern sind kontraproduktiv. In den Ferien sollte der Spaß beim Lernen im Vordergrund stehen." Ganz wichtig sei auch, wie es nach dem Lerncamp weitergeht: Motivieren Eltern ihr Kind oder setzen sie es unter Druck? Loben sie es auch für kleine Fortschritte? "Das ist für den langfristigen Erfolg ganz wichtig." www.kidslife-magazin.de KidsLife 17

20 LESEN & LERNEN ­ LERNCAMP-ANBIETER IM VERGLEICH LernTeam (www.lernteam.de) Angebot 1-3-wöchige Lerncamps (z. B. am Steinhuder Meer, im Bayrischen Wald, am Tegernsee, in Berchtesgaden) für Schüler ab der 3. Klasse bis hin zum Abitur. Es werden auch Kurse zur Vorbereitung auf weiterführende Schulen sowie Vorbereitungskurse zu Nachprüfungen angeboten. "Hilfe zur Selbsthilfe": Ziel ist es, Wissenslücken zu schließen und Lerntechniken zu vermitteln, so dass die Schüler in die Lage versetzt werden, Lernprobleme alleine zu meistern. Motivation ist dabei ganz wichtig ­ deshalb zählen beim LernTeam-Coaching auch kleine Erfolge. Offährte (www.offaehrte.de) Studienkreis (www.studienkreis.de) . . .. . . . . . . . . . . . . .. . . . . ................................................................................ . . . . . . . . . . . . . . . . . . Konzept Großen Wert legt Offährte auf die aktive Nutzung der Sprache und ganzheitliches Lernen. Deshalb wird auch während der Freizeit Englisch gesprochen. Lebensnahe Themen und verschiedene Unterrichtsmethoden wie Rollenspiele und Projektarbeiten sollen den Schülern LerIn den Lerncamps wird gezielt auf individuelle nen mit Spaß garantieren. Am Ende des Kurses Lernprobleme eingegangen, die mittels eines erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat mit einer Fragebogens und im Gespräch mit den Eltern persönlichen Beurteilung. ermittelt werden. Nach dem Kurs findet ein ausführliches Feedback-Gespräch mit den Eltern statt. Grundsätzlich legt der Studienkreis großen Wert auf die Vermittlung von Lernkompetenz. Im Lerncamp steht das Lernen in entspannter Atmosphäre und mit guter Stimmung im Vordergrund, um den Teufelskreis aus schlechten Leistungen und schlechter Laune zu durchbrechen. Dazu gehört insbesondere das Anwenden von alltagsnahen Unterrichtsmethoden, z. B. Ausmessen und Berechnen eines Tiergeheges, um den Schülern eine konkrete Vorstellung von Raum und Inhalt zu vermitteln. Nach dem Kurs finden Feedback-Gespräche mit den Lehrern statt. Unterricht in den Hauptfächern, insgesamt 10 Doppelstunden à 90 Minuten Nachhilfe im Problemfach, verteilt auf vier Camptage. Die Gruppen sind fachbezogen zusammengesetzt unter Berücksichtigung von Alter und Klassenstufe. In der Regel bis zu 5 Schüler. 1-wöchige Englisch-Lerncamps für Schüler von 4-tägiges Sommerferien-Lerncamp (16.- 19.08.) 10 bis 14 Jahren in Creglingen, Taubertal, in Mecklenburg-Vorpommern für Schüler von 8 (31.07.-21.08.) und Schierke (26.06.-10.07.). bis 16 Jahren. Neben dem Sprachunterricht gibt es einen weiteren themenbezogenen Schwerpunkt: Bewegung und Sport in Schierke, Handwerk in Creglingen. . . .. . . . . . . . . . . . . .. . . . . ................................................................................ . . . . . . . . . . . . . . . . . . Unterricht / Lerngruppen Deutsch, Englisch, Französisch, Latein, Mathematik sowie Lernmethodik, Rhetorik; unterrichtet werden 2 Fächer pro Woche mit jeweils 1,5 Stunden pro Tag (bei einwöchigen Kursen etwas mehr). Bei schulischen Hauptfächern max. 8 Schüler pro Kurs (bei Lernmethodik, Rhetorik max. 15), Einteilung nach Lernalter und Wissenstand Der Unterricht umfasst täglich 4 x 45 Minuten Unterricht am Tag; Lerngruppen mit max. 15 Schülern. Die Einteilung erfolgt nach Wissensniveau, das durch einen Einstufungstest ermittelt wird. . . .. . . . . . . . . . . . . .. . . . . ................................................................................ . . . . . . . . . . . . . . . . . . Qualifikation des Lehrpersonals Engagierte, erfahrene Lehramtsstudenten, die Qualifizierte Lehrer (bei Sprachkursen "native Den Unterricht erteilen qualifizierte Lehrkräfte methodisch-didaktisch noch weiterqualifiziert speakers") mit Zusatzausbildung für "Englisch des Studienkreises (Qualifikation ist geprüft werden. als Fremdsprache", zusätzlich erfolgt eine in- durch den TÜV-Rheinland). terne Schulung. Großer Wert wird auf persönliche Fähigkeiten im Umgang mit Kindern und Jugendlichen gelegt. . . .. . . . . . . . . . . . . .. . . . . ................................................................................ . . . . . . . . . . . . . . . . . . Freizeitangebote Zahlreiche Sport- und Freizeit-Angebote, z.B. Klettern, Reiten, Segeln, im Winter Rodeln und Skifahren (z.T. kostenpflichtig), Computer- und Videokurse, Theater- und Musik-AG, Kreativangebote (z.B. Töpfern), Ausflugsprogramm etc. Neben den Schwerpunktangeboten (Sport und Handwerk) werden am Nachmittag verschiedene Freizeitaktivitäten angeboten, z.B. Fußball, Basketball, Volleyball, Schwimmen Theater, Tanz, Basteln, Film- und Quizabende, ein Open-Stage-Abend, Ausflugsprogramme u.v.m. Sport (Fußball, Tischtennis, Basketball, Volleyball, Kanufahren), Lagerfeuer, Nachtwanderungen, Ausflüge, Pizza backen im Steinofen, Lernspiele und weitere Highlights, die spontan geplant werden (Gipsmasken basteln, Zauberworkshop und vieles mehr). . . .. . . . . . . . . . . . . .. . . . . ................................................................................ . . . . . . . . . . . . . . . . . . Unterbringung 2-6-Bett-Zimmer in landschaftlich reizvollen Gemütliche 4-6-Bett-Zimmer in Jugendgäste- Mehrbettzimmer in der Jugendfreizeit- und ErSchullandheimen und/oder Jugendgästehäu- häusern, Vollpension holungsstätte Recknitzberg in Neuhof bei sern, Vollpension Grammow, Vollpension 1 Woche: 690 Euro 2 Wochen: 1.290 Euro 3 Wochen: 1.890 Euro Geschwisterrabatt 50 Euro/Woche 499 Euro pro Woche Gesamtkosten: 279 Euro Anmeldungen bis zum 2.7. beim Studienkreis Rostock-Lichtenhagen (Telefon: 03 81 ­ 7 69 87 01) Kosten 18 KidsLife 02-2010

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22 LEBEN & ERZIEHEN ­ BEIM ZWEITEN KIND WIRD ALLES ANDERS Beim zweiten Kind wird alles anders WAS ÄNDERT USICH,A NWENN DIE FAMILIE EIN ZWEITES T E X T : TA R E I M N - H Ö H N FOTOS: ODER DRITTES KIND BEKOMMT? T E X T : H E I K E BY N F OTO S : TO N I E L M E R Nach der Geburt eines zweiten oder dritten Kindes ist für Eltern und Geschwister nichts mehr so, wie es vorher war. Es braucht dann eine Weile bis das neu aufgestellte Team seinen Alltagsrhythmus wiederfindet ­ und jeder seinen ureigenen Platz in der Familie. Doch wie lange dauert es bis sich die Lage entspannt? Und was lässt Eltern auch in schwierigen Zeiten nicht verzweifeln? Mütter erzählen von ihren Erfahrungen. 20 KidsLife 02-2010

23 Von Liebe bis Eifersucht: Ein neues Geschwisterchen erweckt eine ganze Bandbreite von Gefühlen bei den älteren Kindern. Die Mehrzahl der Familien hat heute mehr als ein Kind. Sind erstmal zwei oder drei Kinder da, wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vor allem für die Frauen schwieriger. Doch auch, wenn's eine Zeit lang finanziell eng wird, hält das die meisten Paare nicht davon ab, ein zweites oder gar drittes Kind zu planen. "Wir sind auch ohne Geld glücklich", grinst Sabine L., 40, Grafikerin, zwei Kinder. "Gut gepolstert waren wir als Freiberufler im übrigen noch nie. Trotzdem haben wir bald nach der Geburt unserer Tochter Charlotte beschlossen, auf keinen Fall aus Geldgründen auf ein zweites Kind zu verzichten." Für die beiden war und ist es wichtiger, dass ihre Beziehung stabil ist und Belastungen aushält. Seit die kleine Lena da ist, arbeitet die selbstständige Designerin wieder weniger und die Familie muss sich noch mehr einschränken. "Urlaube, Hobbys oder Essen gehen ­ so etwas ist vorerst gestrichen." Zum Glück zahlt das Paar für ihre schöne Genossenschaftswohnung nur eine geringe Miete. "Für meinen Mann und mich sind eben die Kinder unser persönlicher Luxus", lacht die Grafikdesignerin. ZWEI KINDER ­ DOPPELTE ARBEIT? Ist das zweite Kind dann da, ist vieles neu ­ und doch auch wieder vertraut. Der Unterschied von einem Kind zu zwei Kindern ist vor allem am Anfang groß und es dauert eine ganze Weile bis das Familienleben zu bekannten Abläufen und neuen Ritualen gefunden hat. "Die erste Zeit war das schon sehr anstrengend ­ nicht nur weil Leo als Erstgeborener mit nur anderthalb Jahren noch viel Aufmerksamkeit brauchte und ein richtiger Tragling war. Mein Mann und ich haben vor allem unter dem Schlafentzug gelitten. So richtig unbeschwert ist unser Familienleben erst wieder, seit Katharina ein halbes Jahr alt ist und nicht mehr pausenlos beschäftigt werden muss", erzählt Silke G., 33, Verwaltungsangestellte in Elternzeit. Die Diplom-Psychologin Helga Gürtler, Autorin des Buches "Mit dem zweiten Kind wird alles anders" und selbst Mutter von drei Kindern, weiß aus langjähriger Arbeit mit Familien, dass zwei Kinder nicht gleich doppelt so viel Mühe machen wie eines: "Erstens wird manches zur Routine, was sie jetzt noch mit viel Aufwand betreiben. Zweitens muss einiges gar nicht so perfekt sein, wie Eltern www.kidslife-magazin.de KidsLife 21

24 LEBEN & ERZIEHEN ­ BEIM ZWEITEN KIND WIRD ALLES ANDERS Die "Nesthäkchen" sind mehr als klein und niedlich. Sie wissen, wie man sich bei Eltern und älteren Geschwistern Gehör verschafft! es noch beim ersten Kind handhaben. Und drittens ist manches ein Abwasch: Wenn Eltern mit zweien auf den Spielplatz ziehen, für zwei Kinder Kleidung kaufen oder Geschichten vorlesen, ist der Aufwand kaum größer." Da ist schon was Wahres dran: Eltern sind beim zweiten Kind routinierter und ruhiger geworden, kennen Wehwehchen und Krisen, sind souveräner, setzen Grenzen klarer und fällen Entscheidungen leichter. Da bedeutet ein zweites Kind auf Dauer keine große Umstellung mehr. Außerdem erlebt das zweite Kind Erziehung schon durch das, was Eltern und älteres Geschwisterkind vorleben. Eine Einordnung fällt ihm leichter, und die Gefahr ist nicht mehr so groß, dass es wie viele Erstgeborene in Watte gepackt wird. ren, quengelte und schrie er beim ersten Besuch im Krankenhaus nur herum. Zu Hause piesackte er den kleinen Bruder, zwickte ihn oder nahm ihm die Schlafdecke weg. Rosas Fazit nach dem für sie schlimmen ersten Jahr: "Nicht verzweifeln, denn es lohnt sich. Die Kleinen spielen miteinander und ich habe zwei Kinder gleichzeitig im Kindergarten. Das macht den Alltag leichter." Ihr Rat an andere Eltern: "Hilfe suchen, für Entlastung sorgen und dem älteren Kind Vertrauen schenken, dass es über kurz oder lang mit der Situation klar kommt." DREI IST KEINER ZUVIEL Noch einmal ganz anders fühlt es sich für Eltern und Nachwuchs an, wenn ein drittes Kind dazukommt. Die "Nesthäkchen" füllen oft und gerne die extremen Rollen in der Familienkonstellation aus, denn die Kleinsten in der Familie haben sehr schnell heraus, wie man sich bei Geschwistern und Eltern am besten Gehör verschafft. Sei es durch lautstarke Hilferufe in Richtung Eltern oder mit ständigem Druck auf die Tränendrüse. DRAMEN DER EIFERSUCHT Mit der Ankunft des zweiten Babys ändert sich aber nicht nur vieles für die Eltern, sondern vor allem für das Erstgeborene. Eltern brauchen oft viel Einfühlungsvermögen und Einfallsreichtum, um dem Älteren klarzumachen, dass sein Platz in der Familie sich nun geändert hat ­ aber nicht gefährdet ist. Etwa die Hälfte aller Kinder reagiert auf den Nachwuchs mit Verhaltensänderungen wie Trotz, Rückzug oder Anklammern an die Eltern. Den idealen Altersabstand zwischen den Geschwistern gibt es dabei nicht, denn jede Situation hat ihre Vor- und Nachteile. "Jedes Kind, das ein Geschwister bekommt, steigt auf vom meist etwas ängstlich umsorgten Erstling zum Großen, von dem man erwartet, dass es vernünftig ist, rücksichtsvoll oder Verantwortung übernimmt. Die Eltern sollten dabei aber bedenken, dass auch ihr Großes noch ,klein' ist. Wer zum Beispiel von einem Älteren verlangt, das Kleinere niemals zu schlagen, der ignoriert, wie gemein und berechnend jüngere Geschwister sein können", betont Helga Gürtler. "Erst jetzt sind wir komplett!", sagt Diana W., 42, Lehrerin mit drei Kindern, voller Stolz. "Meinen Sohn Torben habe ich bekommen, weil wir unbedingt ein drittes Kind wollten, obwohl unsere Umgebung der Meinung war, dass zwei Kinder viel praktischer sind als drei." Natürlich sei mit dem dritten Kind vieles schwieriger geworden. Die ersten Jahre haben ­ bei einem geringen Altersabstand von etwa zwei Jahren ­ sehr viel Kraft gekostet. "Wir brauchten ein anderes Auto, ein zusätzliches Kinderzimmer und ich habe mich erstmal von einer schnellen Rückkehr ins Berufsleben verabschiedet." Trotzdem wäre ihre Familie und ihr Glück ohne Torben nicht vollständig. "Wenn wir früher alle beim Essen saßen, hatten wir oft das Gefühl, als würde noch jemand in der Runde fehlen", sagt die Eigentlich fand die 38-jährige Rechtsanwältin Rosa B. ihren zwei- dreifache Mutter mit einem Lächeln. "Klar ist der Alltag mit drei jährigen Sohn anstrengend genug, als sie wieder schwanger wurde. Kindern chaotisch und turbulent", betont auch Hannah M., 34, Anstatt dann mit Jubel auf den kleinen Bruder Christian zu reagie- Kosmetikern. "Bei uns gerade einmal wieder, weil die Große in die 22 KidsLife 02-2010 Foto: © toni elmer

25 Pubertät kommt und der Kleine seine Mini-Schwester als Privateigentum betrachtet, die immer tun soll, was er sagt. Doch ich würde keines meiner Kinder wieder hergeben. Drei Kinder machen nicht so viel Arbeit wie zwei", meint Hannah M., "denn für mich war die Umstellung von einem auf zwei Kinder viel krasser, als die vom zweiten aufs dritte Kind". Bei allen Unterschieden in den Familien stellen sich doch alle Eltern mit mehreren Kindern immer wieder die Frage, ob sie wirklich alle gleich lieb haben. Doch auch wenn sie sich dessen sicher sind, heißt das noch nicht, dass ihre Kinder immer gleich behandelt werden müssen. "Das geht auch gar nicht. Schon das unterschiedliche Alter zwingt zur Ungleichbehandlung. Aber akzeptiert nicht mit der Zeit jedes Kind die Bevorzugung von Bruder oder Schwester, sobald es begreift, dass es selbst vielleicht schon morgen mit einer Sonderbehandlung dran ist?", so die Psychologin Helga Gürtler. "Ich hatte mir am Anfang schon Sorgen gemacht, ob ich meine Gefühle zwischen zwei Kindern aufteilen kann. Doch die beiden sind so innig miteinander, da bleibt mehr Liebe für alle übrig. Und wenn's mal Streit gibt, dann eher, weil sie unterschiedliche Temperamente haben und nicht aus Eifersucht", erzählt die Grafikdesignerin Sabine. << Besonders Mädchen genießen es, ein Baby zu bemuttern. Tipps für Eltern, die ein zweites oder drittes Kind erwarten Foto: © Christianschwier.de, Fotolia.com VOR DER GEBURT · Nehmen Sie sich für die Zeit nach der Geburt nicht zu viel vor: Gerade in den ersten Wochen und Monaten haben Sie genug mit der Umstellung von einem Drei- auf Vier- oder Vier- auf Fünf-Personenhaushalt zu tun. · Klären Sie das oder die Geschwister darüber auf, das Sie ein Baby erwarten. Zeigen Sie ihm oder ihnen die eigenen Ultraschall- oder Baby-Fotos. Das vermittelt das Gefühl und Wissen, die Zeit selbst durchlebt zu haben. · Preisen Sie gegenüber dem älteren Kind das Baby auf keinen Fall als künftigen Spielkameraden an. Sonst fühlt es sich nach der Geburt irritiert oder gar belogen. NACH DER GEBURT · Lassen Sie Gefühle von Wut und Aggression Ihres Kindes für das Baby zu und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber. Nur so fühlt es sich verstanden und ernst genommen. · Will Ihr älteres Kind plötzlich wieder ein Fläschchen haben oder Windeln tragen, lassen Sie das zu, loben es aber zugleich für seine Stärken und dafür, dass es ja schon viel mehr kann als das Baby. · Gewähren Sie dem Erstgeborenen einmal pro Woche eine "Verwöhnstunde": Lassen Sie zu einem festen Termin das Baby von jemand anderem versorgen und seien Sie ungestört und ungeteilt ganz für das große Kind da. BUCHTIPPS Helga Gürtler: Mit dem zweiten Kind wird alles anders, Südwest-Verlag, 1999, 156 Seiten, ab ca. 5 Euro (vergriffen, gibt es jetzt antiquarisch) Foto: © toni elmer Jeanette Stark-Städele: Mein Geschwisterchen: Wenn das zweite Kind kommt, Urania Verlag, 2007, 128 Seiten, 12,95 Euro www.kidslife-magazin.de KidsLife 23

26 L E B E N & E R Z I E H E N ­ K I N D E R PA R T Y I M M US E U M Prinzessin für einen Tag KINDERPARTY IM MUSEUM Foto: © Lebendige museen Hanau 24 KidsLife 02-2010

27 EINE FEUDALE GEBURTSTAGSFEIER IN KÖNIGLICHEN GEMÄCHERN ­ UM DAS ZU ARRANGIEREN, MUSS MAN WEDER REICH NOCH BLAUBLÜTIG SEIN. KIDSLIFE STELLT SCHÖNE ANGEBOTE VOR. TEXT: ALICE SELINGER as Dreieich Museum in Südhessen liegt in einer idyllischen Burganlage. Die gut erhaltenen Burgmauern umfassen einen Burggarten, eine Kirche, einen runden Bergfried mit dicken Mauern und den ehemaligen Palas. Häufig spielen Kinder auf dem Burggelände, im einstigen Burggraben gibt es einen Spielplatz, die Mauern der Ruine verlocken zu (verbotenen) Klettertouren. Heute sitzen neun Kinder an einem langen Tisch im Museum, die Mädchen tragen hohe, spitze Prinzessinnen-Hüte. Es gibt Kakao und Muffins. In einer Ecke auf dem Boden stapeln sich bunt verpackte Geschenke. Alina feiert ihren neunten Geburtstag. GEBURTSTAG IM MUSEUM Kinder zwischen sechs und elf Jahren können ihren Geburtstag im Heimat- und Geschichtsmuseum feiern und sich wie mittelalterliche Burgbewohner fühlen. Neben einer Die Kinder schlüpfen in königliche Gewänder und erleben historische Räume ganz lebendig. unterhaltsamen Museums- und einer Burgführung stehen Spiele im Burggelände auf dem Programm, bei denen sich die Kinder austoben können. Nach der Kaffeepause dürfen sie mit Gänsefedern und Tinte schreiben. Alina und ihre Freunde rühren konzentriert Pigmentfarben mit Eiweiß in Muschelschalen an, wie es die Mönche in den mittelalterlichen Skriptorien taten. Die Farben leuchten intensiv, auf vielen sind Ritter und Burgen zu sehen. An diesem Nachmittag erfahren die Kinder viel über das Leben in einer Burg. Dass es dort wimmelte von Menschen und Tieren, dass Ziegen und Hühner durch die Räume liefen und die Zimmer mit Stroh oder Binsen statt Teppichen ausgelegt waren. Und wie war das mit den Toiletten auf der Burg? Wie oft und wo badeten die Burgbewohner eigentlich? Der Renner ist das Kettenhemd. Es wiegt mehrere Kilo und ist wie ein echtes mittelalterliches Kettenhemd aus vielen kleinen Ösen von Hand zusammengesetzt. Doch dieses Hemd trug nie ein echter Ritter, es hätte ihm vermutlich auch nicht gepasst ­ es wurde speziell für Kinder angefertigt. Jeder Junge, der es trägt, möchte es gar nicht mehr ausziehen ­ obwohl es nicht gerade ein bequemes Kleidungsstück ist. GESCHICHTE ERLEBEN Die Zeiten, als gelangweilte Schulklassen missmutig durch Museen gezerrt wurden, in denen das oberste Gebot lautete, bloß nichts anzufassen und ganz still zu sein, sind lange vorbei. Die Museen haben Kinder und Jugendliche als ihre Besucher von morgen entdeckt ­ und sie bieten Ihnen viel Spannendes und Originelles. Museumspädagogische Angebote sind heute eine interessante Möglichkeit der Freizeitgestaltung, bei der keine Langeweile aufkommt. Sie konkurrieren mit einer Eventkultur, die viel Spektakuläres bietet. Natürlich nutzen auch heute noch Lehrer das Museum als außerschulischen Lernort, an dem sich die Schüler auf anschauliche Weise über Heimatgeschichte, die Steinzeit oder das römische Imperium informieren können. Doch längst ist das Museum auch ein Ort für Geburtstagsfeiern, Ferienprogramme und spezielle Familien- oder Kinderführungen geworden. Diese Veranstaltungen machen viel Spaß, wecken Freude am kreativen Tun und ganz Foto: © Lebendige museen Hanau www.kidslife-magazin.de KidsLife 25

28 L E B E N & E R Z I E H E N ­ K I N D E R PA R T Y I M M US E U M Königliche Teeparty: Nach Spiel und Spaß und jeder Menge Entdeckungen brauchen Prinzessinnen eine kleine Stärkung. nebenbei, aber ohne jeden Zwang, lernen die Kinder dabei mehr als in mancher Schulstunde. Die Museen bieten unterschiedlichste Programme an. In Hanau, der Brüder-GrimmStadt, können Kinder im Museum Schloss Philippsruhe eine Märchenführung erleben. Schneewittchen und Aschenputtel, der Gestiefelte Kater, Rotkäppchen und Dornröschen ­ diese Namen kennt noch immer fast jedes Kind. Bei der Märchenführung durch die feudalen Schlossräume werden sie lebendig. Der Geschichte von Dornröschen lauschen die kleinen Besucher atemlos. Auch ein Fühlkoffer gehört zum Programm. In plüschigen Beuteln verbergen sich Gegenstände, die etwas mit den bekannten Märchen zu tun haben. Der Zopf von Rapunzel, der Froschkönig oder Goldtaler lassen sich ertasten. In den gut ausgestatteten Werkstätten können je nach Absprache im Anschluss an die Führung Bilder mit den Lieblingsszenen gemalt oder Collagen angefertigt werden. Sogar als Standbild können Kinder ihre Lieblingsszene nachbilden, in einem Schuhkarton entsteht ein Mini-Diorama mit verschiedenen Materialien wie Modelliermasse und Krepppapier. Auch das Schloss Steinheim gehört zu den "Lebendigen Museen Hanau." Hier geht die Zeitreise in die Steinzeit und zu den Römern: Mammuthöhlen werden aus Schuhkartons gebastelt, Brot im Lehmofen gebacken und "Feuersteins Eintopf" zubereitet ­ und mit Wonne verzehrt. Ihrer Kreativität freien Lauf lassen können Kinder beim Formen von keltischem oder römischen Schmuck, römischen Tonlampen oder beim Basteln eines römischen Hausheiligtums. mit Kindern etwas Außergewöhnliches zu erleben oder einen Kindergeburtstag zu feiern. Das historische Schloss und der alte und neue Park mit herrlichen Bäumen bieten einen einmaligen Erlebnisraum, in dem Kinder die Verbindung von Natur, Kultur und Geschichte hautnah erleben. Kindergartenkinder ab 4 Jahren können Apfelsaft pressen: sie erfahren, wie aus einem Sack Äpfel mit Hilfe einer Kelter ein köstlicher Saft wird. Für ältere Kids zwischen 8 und 12 Jahren gibt es für jeden Geschmack etwas. Bei der Schlosserkundung flitzen die Kinder auf Filzpantoffeln durch die historischen Räume. Harry-Potter-Fans können die Zauberrallye buchen und gemeinsam mit ihren Freunden ihr Wissen aus den ersten drei Bänden auf die Probe stellen, um diverse Aufgaben zu erfüllen. Wer gerne bastelt kommt bei Traumfänger auf seine Kosten. Bei einem Rundgang durch den alten Park, werden die verschiedensten Materialien gesammelt, aus denen sich dann jeder seinen eigenen Traumfänger macht. Musikfreunde erleben bei Klingender Bambus wie eine Flöte entsteht und angehende Handwerker und Architekten haben viel Spaß beim Hütten bauen. Die Matscherei mit Wasser, Sand und Lehm ICH SCHENK' DIR EIN SCHLOSS Baudenkmäler wie Schlösser spielend zu erleben macht Spaß und in ganz Deutschland haben sich Stiftungen und Schlossherren viel für die Kinder ausgedacht. Im Schloss Ahrensburg in Schleswig-Holstein schlüpfen die Kinder für ein kreatives Rollenspiel in die Rolle und Kostüme einer historischen Person aus dem Schloss. Bei ihrem Rundgang erfahren die Kinder mehr über das damalige Leben im Schloss Ahrensburg und seine Bewohner. Kleine Gäste suchen ihr "eigenes" Porträt in den Weiten des Anwesens oder nehmen an einem Detektivspiel teil: Pantoffelhelden auf heißer Spur. Auch Schloss Dyck im Kreis Neuss bei Mönchengladbach ist ein wunderbares Ziel, um 26 KidsLife 02-2010 Foto: © stiftung schloss Ahrensburg

29 Gut erhaltene Schlösser wie hier das Schloss Ahrensburg in Schleswig-Holstein sind märchenhaft. An vielen dieser Orte in ganz Deutschland hat man sich besonders für Kinder eine Menge einfallen lassen, um den Zauber der Vergangenheit greifbar zu machen. www.kidslife-magazin.de KidsLife 27 Foto: © stiftung schloss Ahrensburg

30 L E B E N & E R Z I E H E N ­ K I N D E R PA R T Y I M M US E U M macht in der wärmeren Jahreszeit großen Spaß und nebenbei erfahren die Kinder einiges über die Baukultur des Niederrheins und nachwachsende Rohstoffe. Bei den Museumsangeboten stehen zwei Dinge im Vordergrund: das Erleben mit allen Sinnen und das eigene kreative Tun. Im Museum geht es meist um konkrete Gegenstände, die Wissensvermittlung läuft hier nicht nur über das gesprochene Wort. Kinder können Dinge sehen, anfassen, riechen, ausprobieren ­ und in der Regel auch selbst herstellen. Es wird gemalt, gebastelt, geformt, gedruckt, Kinder verkleiden sich, sie werden zu Rittern, Prinzen, Märchenfiguren oder Steinzeitmenschen à la Fred Feuerstein. Sie können kochen, töpfern oder Schmuck herstellen. So wird Geschichte erfahrbar. Die Kinder tauchen, auf unterschiedlichste Weise, in vergangene Epochen ein. Ausflüge in die Steinzeit, Touren ins Mittelalter oder Schlösser des Barock erleben ­ alles ist möglich. Aber nicht nur Geschichte, auch Naturkunde und Kunst bringen viele Museen ihrer jungen Klientel auf lebendige Weise näher. Ein spannendes und umfangreiches Programm bietet beispielsweise das Kunstmuseum Städel in Frankfurt. Kindgerecht und originell sind die Themen, die zur Auswahl stehen. Unter den Motti "Grün vor Neid? Wie malt man Gefühle?" oder "Sonnengelb trifft blauen Schnee" erfahren Kinder viel über die Wirkung von Farben. "Von Haustieren und wilden Tieren" heißt eine Entdeckungsreise zu Tierdarstellungen auf Gemälden, im Anschluss malen die Kinder selbst Tiere. Bei "Eine Reise um die Welt" folgen sie Künstlern in europäische oder exotische Länder, bei "Licht gestalten" geht es um die HellDunkelgestaltung in Bildern. Es gibt Führungen zu den vier Jahreszeiten oder zu den vier Elementen "Wasser, Erde, Feuer, Luft", zu "Vulkanen und anderen Naturkatastrophen" oder dem Thema "Der gedeckte Tisch. Stillleben, Frühstücksszenen und Feiertage". Bei allen Führungen entdecken die Kinder viele Details in den Bildern und werden im Anschluss selbst zum Künstler. In den gut ausgestatteten Atelierräumen lässt es sich fröhlich werkeln. Die Museumspädagogen des Städel haben sich besonders viel einfallen lassen. Dabei sind die Kinder auch als Ratgeber gefragt. Neue Ideen der Kunstpädagogen werden bei dem Workshop für Kinder "Städel explore" ausprobiert und auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Ein anderer Workshop trägt den Titel "Künstler zeigen Kindern Kunst." Junge Künstler arbeiten mit Kindern experimentell. Originell ist die Führung "Kinder führen Kinder." Auf Augenhöhe werden hier die Kids durch die Sammlung geführt ­ die Führer sind nicht älter als sie selbst. Für Kinder von vier bis acht Jahre ist die Führung "Kinderstunde mit den Handpuppen Louis und Lulu" gut geeignet. Kinder, die Freude an künstlerischen Techniken haben, kommen bei den Atelierkursen auf ihre Kosten, die Angebotspalette reicht von zeichnen über aquarellieren bis zu Holzschnitt und anderen Drucktechniken. Zu den aktuellen Sonderausstellungen wird immer ein aktuelles Kinderprogramm entwickelt. Workshops und Führungen sind im Museumseintrittspreis enthalten, die Atelierkurse kosten extra. Auch Ferienprogramme sind im Angebot. Für Familien, bei denen das Geld knapp ist, gibt es dank der Fraport AG die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung für die Ferienprojekte. << Geburtstag im Museum Im Frankfurter Städel können Kinder von 4 bis 15 Jahren ihren Geburtstag feiern. Es können maximal 12 Kinder teilnehmen, die dreistündige Veranstaltung kostet 150 Euro. Das ist nicht billig ­ aber eine gute Alternative zu Freizeitparks, Erlebnisbädern oder Kartbahnen, die ebenfalls ein teures Vergnügen sind. In kleineren Museen ist das Kinderprogramm in der Regel günstiger zu haben, so kostet ein Geburtstag in den "Lebendigen Museen Hanau" nur 60 Euro (2 Stunden, bis zu 10 Kinder, max. 15 Kinder sind mölich, jedes weitere Kind 5 Euro). Weitere Informationen zu Schloss Ahrensburg und Schloss Dyck: Stiftung Schloß Ahrensburg Telefon: +49 (0) 4102 42510 www.schloss-ahrensburg.de Kosten: Gräfliche Geburtstagstafel: 120 Euro; Auf heißer Spur: 30 Euro (zzgl. 1 Euro Materialkosten pro Person plus Eintritt) Erwachsene: 3 Euro Kinder bis 12 Jahre: 1 Euro, Kinder ab 12 Jahren: 1,50 Euro Stiftung Schloss Dyck, Frau Eva Bongartz Telefon: +49 (0) 2182 / 824-107 E-Mail: gruenes.klassenzimmer@stiftung-schloss-dyck.de Foto: © Fotolia.com Kosten: Je nach Angebot von 65-95 Euro pro Veranstaltung. Am Tag selber ist an der Kasse der Parkeintritt zu entrichten. Die maximale Gruppengröße pro Veranstaltung beträgt 12 Kinder. Dauer der Angebote zwischen 1,5 und 3 Stunden. 28 KidsLife 02-2010

31 Ein Ausflug in längst vergangene Zeiten: Wie haben die Menschen früher gelebt, wie haben sie sich gefühlt und was haben sie gedacht? Gleich beginnt die Entdeckungsreise! www.kidslife-magazin.de KidsLife 29 Foto: © Lebendige museen Hanau

32 LEBEN & ERZIEHEN Die Besserkönnerin Antje Szillat (links), 42, ist Mutter von vier Kindern (4, 8, 12 und 14), Lerntherapeutin und freie Autorin. Sie lebt und arbeitet in der Nähe von Hildesheim. Heidemarie Brosche (rechts), 53, hat drei Söhne (15, 22 und 23). Sie arbeitet als Lehrerin und freie Autorin und lebt in der Nähe von Augsburg. OB ES UM LIEBLINGSGERICHTE, SPORTARTEN ODER DEN SOUVERÄNEN UMGANG MIT DER FERNBEDIENUNG GEHT ­ ALS MUTTER GEWÖHNT MAN SICH DARAN, IN ALLEM DIE NUMMER EINS ZU SEIN. SOLANGE DIE KINDER KLEIN SIND UND BIS MAN DANN EINES TAGES EINES BESSEREN BELEHRT WIRD, WIE DIE AUTORINNEN ANTJE SZILLAT UND HEIDI BROSCHE. Von: "Heidemarie Brosche" <hb@gmx.de> An: "Antje Szillat" <as@gmx.de> Betreff: Superweib Liebe Antje, warst du es, die sich vor einiger Zeit stöhnend darüber beklagt hat, was sie innerhalb eines einzigen Tages welchem Familienmitglied bei- und nahebringen muss?! Dem Kleinen, dass er sich die Schuhe selbst an- und auszieht, dem Großen, dass er seine Klamotten nicht überall herumliegen lässt, den beiden Damen in der Mitte, dass sie nicht ständig alles vergessen, was mit irgendwelchen Pflichten zu tun hat, dem Herrn des Hauses, dass er auch ruhig mal im Haushalt mit anpacken könnte und den Hunden, dass sie gefälligst nicht ständig die Schuhe ankauen sollen. Ich hab dir mein tiefes Verständnis zugesichert, weil ich mich sehr gut an diese Zeiten erinnere, wo ich mich ­ ohne es zu wollen ­ alle Nase lang in der Rolle der Besserkönnerin und Dauerpredigerin wiederfand. Und jetzt rate mal, wer neulich zu wem "Pass mal auf, das geht doch ganz anders!" sagte. Und: "Ich würde den Kuchen noch etwas drinnen lassen." Und: "Die andere Strecke ist aber kürzer. Warum fährst du nicht so?" Du ahnst es? Tja, begonnen hat alles ­ genau genommen ­ vor vielen Jahren. Da überholten mich die Jungen beim Skifahren souverän, während ich noch überlegte, welche Kurve ich ihnen als nächste vorausfahren sollte. Merkwürdig zumute war mir auch, als der Jüngste dem Ball zum ersten Mal deutlich schneller hinterherspurtete als ich. Und jetzt geht es Schlag auf Schlag. Ich frage schüchtern um Rat, wenn ich einen bestimmten Film sehen möchte. Ja, ich geb's zu, ich kann mir das mit den unzähligen Fernbedienungen nicht merken. Dabei war das doch eben erst, dass die Jungen ehrfurchtsvoll zu mir, der Herrscherin über die Unterhaltungselektronik, aufblickten. Wenn ich Englisch rede, befällt mich eine eigenartige Unsicherheit. War das die richtige Grammatik? Das treffende Wort? Ich weiß schlicht: Sie beherrschen die Sprache inzwischen besser als ich. Dabei war das doch eben erst, dass ich bei Autofahrten mit ihnen gönnerhaft Englisch parlierte. Und selbst in der Küche heißt es: "XY und ich machen die Spätzle immer so." Und zur Bestätigung werden wenig später hervorragende Teigwaren serviert. Dabei war das doch eben erst, dass meine Spätzle das Maß aller Dinge waren. Die einzige Domäne, die mir noch bleibt, ist das Schreiben. Hier hat mir bis jetzt noch keiner aus der jungen Generation etwas vorgemacht. Ja, und deshalb höre ich gar nicht mehr auf zu schreiben und schreibe weiter und schreibe ... Ach, es hat keinen Wert. Der jüngste Aufhänger zu einer Artikelserie stammte ... Na klar, nicht von mir. Einer der jungen Männer hatte die Idee. Ja, du hast's gut, du bist noch eine Weile die Besserkönnerin. Freu dich drüber! Empfiehlt dir Heidemarie Von: "Antje Szillat" <as@gmx.de> An: "Heidemarie Brosche" <hb@gmx.de> Betreff: Re: Superweib Liebe Heidi, na ja, Besserkönnerin bin ich auch schon lange nicht mehr. Eher Dauerschuldige. Wenn nämlich einer meiner Lieben mal wieder seine Schuhe in der Diele herumfliegen lassen hat, statt sie in den sicheren Schuhschrank zu verstauen, und unser Schuhverrückter Hund Sam diese dann mit großer Leidenschaft kurz und klein gekaut hat, rate mal, wer dann die Schuldige ist? Natürlich ich! Keine kleinen Löffel mehr da, weil der Abwasch sich schon türmt. Wer ist schuld. Natürlich ich! Das Lieblingsshirt meines Großen wie vom Erdboden verschluckt. Wer hat es verschwinden lassen? Ganz eindeutig ich! Der Herr Gemahl vermisst irgendein Werkzeug, dessen Bedeutung mir noch nicht einmal bewusst ist. Wer hats versteckt? Selbstverständlich ich! Inzwischen habe ich mich an die Rolle der Dauerschuldigen gewöhnt und versuche es mit Fassung zu tragen. Oder mit einem lässigen Schulterzucken. Pah, dann bin ich eben schuld. Mir doch egal. Tja, und was das Besserkönnen betrifft, so habe ich diesem trügerischen Gefühl schon lange nicht mehr getraut. Spätestens seit letztem Sommer, als wir im Garten einen Ministangenhochsprungwettbewerb veranstaltet haben. Bei 80 30 KidsLife 02-2010

33 cm habe ich mir das Wadenbein gebrochen, meine Kids sind natürlich locker diverse Zentimeter höher gesprungen. Und erst neulich, hat meine Tochter mich ziemlich unsportlich dastehen lassen. Ich wollte ihr mal locker zeigen, wie gut ich Inliner fahren kann. (Schließlich bin ich als junges Mädchen die Rollschuhkönigin gewesen!) Der erste Miniberg und schon konnte ich nicht mehr bremsen. Hose zerrissen, Knie blutig, Hände und Ellbogen böse aufgeschrammt. (Super Mutter braucht natürlich keine Knie-, Hand- und Ellbogenschützer.) Und was irgendwelche neuen Geräte wie TV, Handy, Anrufbeantworter, Fax, Scanner und so weiter betrifft; das hat mein Sohn schon seit Jahren fest im Griff. Dafür braucht mich ganz bestimmt keiner. Selbst der Kleine kennt sich schon besser mit der Musikanlage aus als ich. Ich versuche auch diese Tatsache mit Fassung zu tragen. Schließlich erspart es mir eine Menge Arbeit. Nur dass meine Große inzwischen genauso gut vorlesen kann, dass wurmt mich ein bisschen. Die Top-Vorleserin im Hause Szillat war bisher mein unangefochtener Titel. Aber andererseits macht es mich auch stolz. Klasse, wie toll und leidenschaftlich gerne, die Große dem Kleinen Geschichten vorliest. Ach, ich glaube, ich kann gut damit leben, dass ich keine Besserkönnerin bin. Und den Titel der Weltbesten-Ikea-Möbel-Zusammenbauerin, den macht mir bestimmt sobald keiner streitig. In diesem Sinne, meine liebe Heidi, können wir beide doch ganz gut damit leben, oder? Deine Antje wenn wir ganz ehrlich sind). Immerhin hat das, was sie können, ja ganz schön viel mit uns zu tun. Man könnte auch sagen: Eine Menge vom Glanz unserer Kinder strahlt auf uns. Und zweitens können die Könner uns Dinge abnehmen. Auch unangenehme! Ja, nicht nur das: Leute, die etwas können, stehen in der Verantwortung. Du ahnst es, was jetzt kommt?! Wer etwas kann, kann auch schuld sein. Die Rolle der Top-Könnerin in der Familie sind wir zwar los, aber auch die des unangefochtenen Top-Sündenbocks. Lass uns gemeinsam drüber kichern und lass dich herzlich grüßen, Heidemarie Von: "Antje Szillat" <as@gmx.de> An: "Heidemarie Brosche" <hb@gmx.de> Betreff: Re: Superweib Liebe Heidi, treffender hätte ich es überhaupt nicht ausdrücken können. Zum Abschluss noch ein aktuelles Beispiel. Meine Kleine (die Achtjährige) ist von eine paar größeren Mädchen geärgert worden. Richtig, richtig böse! Normalerweise hätte ich eingreifen müssen (und mir garantiert jede Menge Ärger mit den dazugehörigen Eltern eingehandelt, weil ihre Kids natürlich mal wieder völlig unschuldig sind). Doch meine Große (die fast Dreizehnjährige), sagte: "Lass mal, Mama. Ich gehe mit Merle zum Spielplatz und regele das!" Gesagt, getan und ganz locker (ohne Stress mit allen Beteiligten) gelöst. Ich vermute (nein, ich bin mir sicher), ich hätte es nicht so gut hinbekommen. In diesem Sinne, deine Antje, die froh ist, dass sie inzwischen ein bisschen was abgeben kann. Schönes, aber auch manches Unangenehmes. Von: "Heidemarie Brosche" <hb@gmx.de> An: "Antje Szillat" <as@gmx.de> Betreff: Superweib Ja, liebe Antje, das können wir. Und dafür fallen mir gleich zwei neue Gründe ein: Erstens sind unsere Kinder die einzigen auf der Welt, deren Besserkönnen wir nicht nur gelassen ertragen, sondern geradezu bejubeln (innerlich, www.kidslife-magazin.de KidsLife 31 Foto: © Fotolia.com

34 LESEN & LERNEN ­ WIE ESSEN SCHLAU MACHT Wie Essen schlau macht Foto: © morpheus, Fotolia.com DIE BESTEN LEBENSMITTEL FÜR SCHULKINDER ­ UND ELTERN, DIE BEIM LERNEN HELFEN MÜSSEN! T E X T : K A R I N K AT Z 32 KidsLife 02-2010

35 Der Schulalltag ist anstrengend und fordert täglich viel von den Kindern ­ aber nur wenige Eltern wissen, dass Aufmerksamkeitsprobleme und Leistungsversagen auch Folgen falscher Ernährung sein können. Einige Nahrungsmittel haben einen nachgewiesenen positiven Effekt auf Konzentration und Lernbereitschaft. Wir haben uns mit der Expertin für Ernährungsfragen Dr. Astrid Laimighofer zum Thema Brain-Food (Gehirnnahrung) unterhalten. Sicherlich kann man Intelligenz nicht in Kinder hineinlöffeln, dass bestätigt auch die Ernährungsexpertin und Autorin Dr. Astrid Laimighofer: "Allein auf Ernährungsdefizite kann eine mangelnde Schulleistung natürlich nicht reduziert werden. Lernen kann durch richtige Lebensmittel nicht ersetzt werden. Durch die richtige Lebensmittelauswahl zur richtigen Zeit kann aber sehr wohl die Konzentration verbessert werden, was die Schulleistung positiv beeinflusst." Das heißt, wer das Richtige isst, kann besser und effektiver nachdenken und Informatio- Das Gehirn wiegt nur etwa zwei Prozent unseres Körpergewichts, verbraucht aber 20 Prozent der Energie, die wir zu uns nehmen. Eine ausgewogene Ernährung ist insbesondere für das kindliche Gehirn von großer Bedeutung, das ohne die richtige Menge an Kohlenhydraten, Eiweißen, Vitaminen und Fetten nicht reifen und sich entwickeln kann. Dass es einen Zusammenhang zwischen schulischer Leistung und morgendlichen Ernährungsgewohnheiten gibt bestätigen zahlreiche Studien. US-Psychologen berichten in einer im Wissenschaftsmagazin "Physiology www.kidslife-magazin.de KidsLife 33 Foto: © S. Stöcklin-Meier ann Essen schlau machen? "Manchmal wünsche ich mir das, wenn ich meinen Sohn Marcel, 9, vor seinen Hausaufgaben sitzen sehe", sagt meine Freundin Manuela, als wir uns über das Thema unterhalten. "Nicht dass ich meinen Sohn für dumm halte ­ er ist ein aufgewecktes Kerlchen ­ aber, in der Schule klappt es einfach nicht so, wie ich mir das wünsche. Und ich habe es satt, immer bei den Hausaufgaben daneben zu sitzen und alles zu kontrollieren." Manuela und ich sind aufgeklärte Mütter und wir wissen schon, was eine gute Ernährung ausmacht. "Trotzdem ­ wenn ich sehe, wie viele Toasts mit Nuß-Nougatcreme Marcel am Nachmittag oft vertilgt, und wie wenig er beim Mittagessen zu sich nimmt, dann könnte da schon ein Zusammenhang bestehen, zwischen der Nahrung und dem Lernverhalten." nen besser verarbeiten. Der Grund ist ganz einfach: Informationen werden in unserem Gehirn zwischen den Nerven von Botenstoffen transportiert, den sogenannten Neurotransmittern. Je schneller diese Boten agieren, um so besser ist es um unsere Gehirnleistung bestellt. Sind die Neurotransmitter schlaff und energielos, wie mein Kind bei den Hausaufgaben, leidet die Konzentration ­ und neuer Lernstoff kann nicht gut verarbeitet werden. FUTTER FÜR DIE GRAUEN ZELLEN Bestimmte Lebensmittel eignen sich besonders gut dazu, die Leistungsfähigkeit Ihres Kindes ganz gezielt zu beeinflussen ­ und am besten kombiniert man sie gleich am Morgen, in einem Frühstück, das nicht nur satt, sondern fit für den Tag macht. Das empfiehlt auch Dr. Astrid Laimighofer "Durch richtig ausgewählte Lebensmittel können die schulischen Leistungen spürbar verbessert werden. Besonders ein Frühstück hat hier positive Auswirkungen. Eine Morgenmahlzeit mit vollwertigem Getreide wie beispielsweise Haferbrei oder Müsli mit frischem Obst hat eine positive Wirkung auf die geistige Performance während des gesamten Vormittags."

36 LEIB & SEELE ­ WIE ESSEN SCHLAU MACHT Fotos Doppelseite: © Fotolia.com und Behaviour" veröffentlichten Studie über vergleichende Tests mit 60 Schulkindern: Die Kinder, die Haferbrei zum Frühstück bekommen hatten, schnitten bei den Tests (räumliches Vorstellungsvermögen, Mathematik etc.) besser ab und konnten sich länger konzentrieren als jene Schüler, die süße Frühstücksflocken gegessen hatten. Vollwertige Getreideprodukte sind deshalb so wichtig, weil sie das Gehirn gleichmäßig mit Energie für einen gleichmäßigen Blutzuckerspiegel versorgen, wodurch es zu einer Verbesserung der Gedächtnisleistung kommt. Getreide in Form von Müsli, Brot, Nudeln, Reis oder ähnliches sollte zu jeder Mahlzeit auf Tisch stehen ­ vier Portionen täglich. Obst wie Bananen, Äpfel oder Ananas liefert relativ rasch schnell verfügbare Kohlenhydrate, lässt den Blutzuckerspiegel aber nicht all zu rasch wieder absinken. Nüsse haben viel wertvolle, essentielle Fettsäuren und besonders Lezithin, das für reibungslose Denkvorgänge sorgt. Das Auge isst mit! Kleingeschnittene Früchte und Rohkost mit leckeren Dips überzeugt auch Obst- und Gemüsemuffel Frischkäseaufstrich bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Kohlenhydraten und Eiweiß. Produkte aus Haferflocken und Dinkel sowie Nüsse stärken die Nerven. Auch frisches Obst ist optimal als Zwischenmahlzeit. 2-3 Portionen am Tag wären optimal. Eine kleine Handvoll Nüsse und Trockenfrüchte sind ideal als Knabberei für zwischendurch. Die besten Getränke sind in erster Linie Wasser, verdünnte Obstsäfte und Tees. Die vielen kindgerecht präsentierten Snacks und Drinks für Kinder aus dem Supermarkt beurteilt Dr. Laimighofer eher kritisch: "Die meisten der sogenannten Kinderlebensmittel haben zuviel Zucker und viel mehr Fett als nötig. Auch sind die meisten Kinderlebensmittel mit Vitaminen oder Nährstoffen angereichert, wodurch im Tagesdurchschnitt leicht ein Zuviel erreicht wird. Ab und zu einer der beliebten Snacks sind durchaus in Ordnung, sie sollten aber nicht zur Gewohnheit werden." DER OPTIMALE MIX Einen guten Start in den Tag hat Ihr Kind, wenn es morgens zu Hause und später in der Schulpause etwas von diesen Nahrungsmitteln zu sich nimmt: · Haferbrei oder Müsli mit Trockenfrüchten (bei Fertigprodukten auf den Fett- und Zuckergehalt achten!) · Nüsse (am besten Mandeln und Walnüsse, auf jeden Fall ungesalzen) · Joghurt mit frischen Früchten (Vorsicht: fertiger Fruchtjoghurt enthält oft Unmengen Zucker) · Vollkornbrot mit geräuchertem Lachs, Käse oder Putenwurst. Mit Salatblatt und Tomate garniert schmeckt es noch mal so gut! · Kleingeschnittene Rohkost wie z. B. Möhren, Paprika, Gurke und Staudensellerie BROTBOX FÜR DIE SCHULE ­ ZWISCHENMAHLZEIT AM NACHMITTAG Damit Kinder in Schule und Freizeit über Stunden frisch und munter bleiben, müssen sie ihre Energiereserven regelmäßig auffüllen. Eine Zwischenmahlzeit aus Vollkornbrot mit fettarmen Wurst- und Käsesorten oder Für Obst- und Gemüsemuffel empfiehlt Dr. Laimighofer die unterschiedlichsten Obstund Gemüsesorten in verschiedenen Zubereitungsvarianten anzubieten. Manche Sorten werden roh lieber gegessen, andere wieder lieber gekocht. Klein geschnitten schmeckt Obst und Gemüse den Kindern oft besser, da es auch zum Zugreifen und Knabbern verleitet. In Saucen, Dips und Bratlingen lässt sich Gemüse, das sonst nicht so gemocht wird, z. B. Broccoli, Hülsenfrüchte oder Spinat sehr gut "verstecken". Auch Obst- und Gemüsesäfte oder auch Smoothies, leckere Mixgetränke aus püriertem Obst, Fruchtsaft, Milch oder Yoghurt, 34 KidsLife 02-2010

37 Vollwertige Ernährung für Schulkinder Was sollen die Kids essen und welche Mengen? Damit haben sich auch die Experten vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund beschäftigt. Ihre Empfehlung für Siebenjährige sind täglich ca. 200 g Brot bzw. Getreideflocken, 140 g Kartoffeln, Getreide, Nudeln oder Reis, je 200 g Obst und Gemüse, etw. 1 l Getränke, rund 1/2 l Milch (oder entsprechende Menge Milchprodukte), 70 g Fleisch, 25 g Margarine, Öl oder Butter. Pro Woche 150 g Fisch, maximal 2 Eier. sind eine Möglichkeit hartgesottene Obstund Gemüsemuffel zum Obst- und Gemüseverzehr zu bewegen. saurer Sahne, Salz, Pfeffer, Senf, Petersilie und Schnittlauch vermengen. Kann als Brotaufstrich und auch als Dip für Gemüse verwendet werden. DAS GEHIRN IST DURSTIG Vor lauter Essen sollten Eltern nie das Trinken aus den Augen verlieren. Die beste Ernährung bringt nichts ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Hat das Gehirn Durst, reagiert es mit Arbeitsverweigerung ­ Konzentrationsmangel und Abgeschlagenheit sind die Folgen. Wenn es arbeitet, sollte ihr Kind immer ein Getränk neben sich auf dem Tisch stehen haben und auch in der Schule ist es wichtig, etwas zu Trinken mitzugeben. Geben Sie Ihrem Kind am besten Mineralwasser oder Apfelschorle ­ das ist Gehirnnahrung pur. Oder auch mal Kräuter- oder Früchtetee, mit etwas Fruchtsaft vermischt. SÜSSER BROTAUFSTRICH 250 g Trockenfrüchte 1 Zitrone ausgepresst Etwas Zimt und Bourbonvanille Obst über Nacht mit Wasser bedeckt einweichen, mit der Flüssigkeit pürieren (evtl. etwas Flüssigkeit abgießen). Mit Zimt und Vanille abschmecken. Hält sich im Kühlschrank wochenlang frisch. POWER-DRINK FÜR KINDER Dieser Drink ist Power-Nahrung für das Gehirn und schmeckt sehr lecker. Er ist ideal für Ihr Kind wenn sein Gehirn besonders gefordert ist, zum Beispiel vor Schularbeiten und Prüfungen. Tipp: Bereiten Sie den Drink immer frisch zu, am besten zum Frühstück ­ er ist auch für Große eine echte Wohltat! Für 2 Portionen: 1 Becher Naturjoghurt Saft einer Orange (mit Fruchtfleisch) 1 zerdrückte Banane 1 EL Weizenkeime 1 EL Hefeflocken 1 Vanilleschote auskratzen, das Mark verwenden 1 TL Honig 1 TL gemahlene Mandeln Alle Zutaten in den Blender geben, gut mixen und sofort servieren. << Ingrid Kiefer, Sonja Skof, Werner Schwarz: Fit im Kopf für Kinder: richtig essen, richtig lernen, richtig spielen, Kneipp Verlag, 14,90 Euro Charles T. Krebs, Britta van Hoorn: Nährstoffe für ein leistungsfähiges Gehirn: Alles, was Sie wissen müssen, Vak-Verlag, 7,90 Euro BUCHTIPPS: Astrid Laimighofer: Schlaue Kinder essen richtig! Clevere Ernährung für gute Noten, Trias Verlag, 14,95 Euro Rezepte zum Ausprobieren LECKERER BROTAUFSTRICH 1/2 Becher saure Sahne 1 EL Butter 150 g gekochter Schinken (ohne Fettrand) 2 eingelegte Gurken 2 hartgekochte Eier Etwas Salz, Pfeffer und Senf Frischer Schnittlauch und Petersilie Schinken, Gurken und Eier fein würfeln und dann mit www.kidslife-magazin.de KidsLife 35

38 LEIB & SEELE ­ WIE ESSEN SCHLAU MACHT Brain-Food: Die Top 10 Lebensmittel fürs Gehirn HAFERFLOCKEN Haferflocken sollten aufgrund ihrer wertvollen Inhaltstoffe zu jedem Speiseplan gehören. Sie liefern Energie, steigern das Durchhaltevermögen und machen rundherum fit. Haferflocken sind nicht nur ein ausgezeichneter Kohlehydratlieferant, sondern haben auch einen hohen und hochwertigen Eiweißanteil, doppelt so hoch wie in anderen Getreidesorten. In Verbindung mit Milchprodukten sind sie hervorragend für den Muskelaufbau ­ wichtig für kleine Sportler! Dazu liefert Hafer auch wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Kalzium sowie einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren. So enthält er das Provitamin A, die B-Vitamine 1, 2 und 6, Biotin und Folsäure ­ wichtig für gesunde Haut, Haare und Nägel. Doch damit nicht genug: Hafer ist das Getreide mit dem größten Anteil an Mineralstoffen und Spurenelementen. Wichtig für Vegetarier: Hafer enthält annähernd so viel Eisen wie die meisten Fleischsorten. BANANEN Die meisten Kinder lieben sie ­ und mit ihrer milden Süße sind sie ein ebenbürtiger Schokoladen-Ersatz. Die gelben Powerpakete enthalten drei wichtige Botenstoffe für Ihr Gehirn: Serotonin, Noradrenalin und Dopamin und sorgen damit für Energie und gute Stimmung. Bananen als "Schulbrot" sind zu empfehlen: Kalium, Phosphor und Magnesium regen die Konzentration an und steigern die Denkgeschwindigkeit. Besonders wirkungsvoll sind Bananen, die noch leicht grünlich gefärbt sind. Schon eine Banane pro Tag reicht aus. ANANAS Frische Ananas sollte man sich und seiner Familie öfters gönnen. Ananas ist nicht nur exotisch und lecker, sondern macht auch glücklich, dafür sorgt ihr hoher Anteil an Tryptophan. Diese Aminosäure braucht das Gehirn, um das Kreativitätshormon Serotonin zu bilden. Darüber hinaus ist dieses Hormon auch selbst in der Ananas enthalten. Dazu versorgt sie Ihren Körper mit wichtigen Enzymen, die den Energiestoffwechsel anregen. Schon eine Scheibe Ananas pro Tag genügt. MANDELN UND WALNÜSSE Walnüsse schmecken nicht nur gut, sie sind auch sehr gesund. Sie können den Körper mit ungesättigten Fettsäuren versorgen, die wichtig für die Entwicklung des Gehirns sind. Außerdem beinhalten die Nüsse viele Vitamine und Spurenelemente. Auch Mandeln können die Gesundheit und das Wohlbefinden nachhaltig positiv beeinflussen. Ihr Verzehr trägt dazu bei, das Risiko von Herzerkrankungen zu verringern, da die ungesättigten Fettsäuren in der Mandel das Cholesterin senken können. Risiken von unterschiedlichen Krebsarten können vermindert werden. Mandeln enthalten auch wertvolle Antioxidantien, welche Bestandteil von gesunden Gemüse- und Obstsorten sind. Zudem sind Mandeln mit ihren prä- und probiotischen Substanzen der Gesundheit des Darms förderlich. Trotz vieler Kalorien wirkt sich der Genuss einer Hand voll Mandeln auf das Abnehmen aus. Der hohe Nährwert trägt einerseits zur Sättigung bei, andererseits helfen die Mandeln, den Stoffwechsel in Balance zu bringen. 36 KidsLife 02-2010

39 EIER Eier sollten wir nicht täglich essen, aber zwei bis drei pro Woche gehören zu einer sinnvollen Ernährung dazu. Eier lassen sich nicht nur schnell und unkompliziert zu einer Vielzahl von kleinen Gerichten zubereiten, sondern sie liefern auch Lecithin ­ und im Lecithin steckt Cholin. Das ist ein Stoff, der in Ihrem Körper zu Acethylcholin umgewandelt wird, einem Nervenbotenstoff, der die Gedanken schneller fließen lässt und bei der Konzentration hilft. Wenn Sie Freiland- oder Bio-Eier essen, nehmen Sie zudem noch mehr wertvolle Omega-3-Fettsäuren zu sich. TROCKENFRÜCHTE Trockenfrüchte sind als kleiner Energielieferant zwischendurch viel besser geeignet als Süßigkeiten oder Traubenzucker. Viele Kinder mögen getrocknete Aprikosen, Äpfel oder Bananenchips und Rosinen als "Zwischendurch-Snack". Probieren Sie auch andere getrocknete (ungeschwefelte!) Früchte wie Cranberrys, Feigen, Papaya oder Ananas. BROKKOLI Die grüne Kohlsorte ist ideal um die grauen Zellen in Schwung zu bringen, denn das enthaltene Sulforaphan regt die Zellen an, antioxidativ wirkende Enzyme zu bilden. Diese wirken mit Karotin, Vitamin C und Thioctsäure zusammen, die ebenfalls in Brokkoli enthalten sind und schützen das Gehirn vor schädigenden, freien Radikalen. BIERHEFE Zugegeben: so besonders lecker ist Bierhefe nicht, aber so gesund, dass man sie täglich ins Müsli schmuggeln sollte. So einfach kommen sie an alle wichtigen B-Vitamine, aber auch an eine Menge Eiweiß. Beides sorgt für gute Nerven und schnelles Denken. Aber auch die Mineralstoffe und Spurenelemente, die in Hefe enthalten sind, wirken sich positiv auf Ihre Denkvorgänge aus. Starten Sie Ihren Tag mit einem Obstsalat oder einem Müsli und mischen Sie einen Löffel Hefeflocken darunter. ZWIEBELN & KNOBLAUCH Beide Knollen liefern Alliin. Dieser Stoff wird beim Schneiden zu Allicin umgewandelt ­ was Sie zu Tränen reizt. Aber er hat auch Vorteile. Er steigert Ihre Durchblutung im Gehirn und versorgt die Hirnzellen so mit frischem Sauerstoff. Darüber hinaus weitet er die Gefäße. Cholesterin kann sich nicht ablagern, eine gute Gehirndurchblutung ist so immer gegeben. So gelangen darüber hinaus auch wichtige Nährstoffe ins Gehirn. Wenn möglich, sollten Sie immer entweder Knoblauch oder Zwiebeln mit Ihrer Hauptmahlzeit kombinieren. ALGEN Algen? Wozu isst man denn die? Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Seegemüse schon, aber gar nicht mal unschmackhaft und ernährungstechnisch ein Hauptgewinn. In Kombination mit Seefisch liefern Algen Omega-3-Fettsäuren, aber auch Jod, Spurenelemente, Vitamine der BGruppe und Aminosäuren, die Ihr Gehirn zum Aufbau wichtiger Nervenverbindungen braucht. Die Trendspeise Sushi gilt daher als optimale Gehirnnahrung und begeistert auch viele Kinder und Jugendliche. Aber auch getrocknete Algen, in eine Suppe gestreut, liefern Stoffe, mit denen Ihr Gehirn Nervenbotenstoffe aufbauen kann. www.kidslife-magazin.de KidsLife 37

40 ERLEBEN & ENTDECKEN KURZ MAL WEG UND ETWAS ANDERES SEHEN: UM ALS FAMILIE VIEL ZU ERLEBEN, MUSS MAN MANCHMAL GAR NICHT SO WEIT WEG FAHREN. KIDSLIFE VERRÄT IHNEN ORTE, AN DENEN SIE SICH GARANTIERT WOHL FÜHLEN WERDEN. Foto © shotshop 3 TOP-ZIELE FÜR FAMILIEN IN ÖSTERREICH UND DEUTSCHLAND KidsLife P r o M o t i o n Da wollen wir hin! Abenteuer und Entspannung im Süden Österreichs IM HOTEL ST. OSWALD IN KÄRNTEN! PSST! HIER IST IHR FERIENGLÜCK VERSTECKT! Sportlich, erholsam, familiär, gemütlich und rundum viel Freiraum bieten wir Ihnen für Ihre Ferien in den Nockbergen. Sommerfrische genießen und wissen, dass die Kinder stets umsorgt sind. Mit den Kindertanten Inge & Ines werden abwechslungsreiche Aktivitäten im einzigartigen und hellen Kreativareal LEBENSBAUM sowie in Mutter Natur angeboten. Angefangen vom Besuch beim Friesengestüt, der Fischzucht in St. Oswald, einer Schnitzeljagd, Hindernisspacours, bei Wanderungen mit dem Förster im Wald oder beim Erlebnis am Wildbach bis hin zu Mountainbiken, Tennis oder Golf spielen und Wasserspaß in der hoteleigenen Badelandschaft ­ eines ist gewiss: Ihre Kinder erleben Abenteuer & Abwechslung. Und währenddessen können Sie sich als Eltern entspannen. Das Saunaareal, der große Liegegarten sowie ausgezeichnete Massagen und Kosmetikanwendungen bieten Ihnen die Möglichkeit dazu. So genießen Sie Ihre Ferien in bester Lage! Fragen Sie uns nach Ihrem individuellen Familienangebot Nähere Infos & Reservierungen: Fam. Scheriau-Pulverer, A-9546 Bad Kleinkirchheim/St. Oswald, Tel.: +43 4240/591-0, Fax: +43 4240/583-72, Internet: www.hotel-st-oswald.at, e-mail: info@hotel-st-oswald.at Das Happy Family Angebot beinhaltet: 7 Übernachtungen inkl. Halbpension für 2 Erwachsene + 2 Kinder (bis 10 J.) im Familienappartement ab 1.960 Euro · zusätzliches Nachmittags-Schmankerlbuffet · NEU! Alkoholfreie Getränke vom Getränkebuffet bis 17 Uhr frei (für Kinder bis 14 Jahre auch beim Abendessen) · Kinder- und Jugendbetreuung im LEBENSBAUM · Freie Benützung der hauseigenen Tennisplätze · Hüttenbon statt Mittagsimbiss für die familieneigene Kaiserburghütte mit einer Schatzsuche am Berg · Kärnten Card ­ über 100 Ausflugsziele kostenlos nutzen 38 KidsLife 02-2010

41 KidsLife P r o M o t i o n Spannende Bergwelt für Kinder im Brixental! HIER GEHEN FERIENWÜNSCHE IN ERFÜLLUNG! Erleben Sie inmitten der Kitzbüheler Alpen die Bergwelt neu ­ tolle Attraktionen, indem sich Kindsein unbeschwert ausleben lässt: Hexenwasser, Ellmi's Zauberwelt, Filzalmsee, Kaiserwald, Alpinolino. Vorfreude ist auch angesagt, denn das "Salvena-Land" (1,5 km) mit Badesee, Freibad, großer Spielpark, sowie Sommerrodelbahn und Minigolf erwarten die Kleinen (für unsere Gäste inklusive). 160 m² Indoor-Kinderparadies, 200 m² Outdoor-Spielplatz, Panorama-Hallenbad mit integriertem Kinderbecken, neuer Wellness-Bereich mit Finnischer Sauna, Biosauna, Dampfbad, Massage, Kosmetik und Bäderanwendungen. Im Preis enthaltene Leistungen: Kinderprogramm, Kinderbetreuung ab 5 Monaten, Frühstücksbuffet mit Müsli-Ecke, Abendbuffet mit nationalen und internationalen Gerichten, Nachmittags-Snack, Kindersaftbrunnen, Baby-Ecke mit Milch- und Breiprodukten und Gläschennahrung. Tägliche Reinigung der Appartements. Fotos Doppelseite: © jeweilige Anbieter 7 Übernachtungen im 2-Raum-Appartement 2 Erwachsene + 1 Kind unter 7 Jahren ab 1.442 Euro Nähere Infos & Reservierungen: Familotel Hopfgarten Brixentalerstr. 39 A-6361 Hopfgarten Tel: +43-5335-3920 www.familienhotel-hopfgarten.at KidsLife P r o M o t i o n Gehobene Lebensart und bayerische Lebensfreude LUXUS IM ****SUPERIOR HOTEL JODQUELLENHOF Für einen Familienurlaub ist der Jodquellenhof genau die richtige Adresse. Freundlich, sympathisch und unkompliziert. Für Hotelgäste inklusive: das Alpamare- eines der schönsten Erlebnisbäder Deutschlands. Ob Sie sich aktiv bewegen oder einfach ausruhen wollen, das Alpamare hält ein vielfältiges Angebot für Sie bereit. Genießen Sie die Tölzer Therme und überlassen Sie sich der heilsamen Wirkung des Jods, nehmen Sie an den Aqua-Fitness-Kursen teil oder entspannen Sie einfach nur in der finnischen Sauna oder dem Aromadampfbad. Für Spannung und pures Vergnügen sorgen das Brandungswellenbad, die 7 Rutschen und "Endless Peak"- Europa's erste Indoor-Surfanlage. KURZURLAUB FÜR DIE FAMILIE (2 Erwachsene, 2 Kinder) 2 Übernachtungen im Superior Familienzimmer inklusive Begrüßungsaperitif, Gourmet Frühstücksbuffet, bei Aufenthalt über Freitag: Buffet bzw. Barbecue, (je nach Saison und Witterung), ansonsten 3-Gang-Verwöhnmenü, 1 Std. kostenfreies Surfen bei Endless Peak pro Kind, freier Eintritt ins Erlebnisbad Alpamare mit extra langen Öffnungszeiten für Hotelgäste von 7.00-22.00 Uhr Gesamtwert: Euro 658 Euro (329 Euro/Pers., Kinder bis 12 Jahre wohnen kostenlos im elterlichen Schlafzimmer) ZU GEWINNEN Nähere Infos & Reservierungen: Resort Hotel Jodquellenhof Alpamare; info@jodquellenhof.com D-83646 Bad Tölz; Tel. 0049 8041 509 0; www.jodquellenhof.com Ein Kurzurlaub im Superior Hotel Jodquellenhof **** (Angebot siehe Beschreibung) Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Stichwort "Jodquellenhof" an info@kidslife-magazin.de www.kidslife-magazin.de KidsLife 39

42 ERLEBEN & ENTDECKEN ­ MODE Ferien m Abenteuera Spielplatz WER SAGT, DASS FERIEN ZU HAUSE LANGWEILIG SIND? EIN SPIELPLATZ UND EINE KISTE VOLLER KLEIDER SORGEN FÜR JEDE MENGE ABENTEUER UND SPASS! MAX UND LIZZIE LIEBEN ES, UNBESCHWERT ZU SPIELEN UND ZU TOBEN. UND SIE HABEN VIEL SPASS DARAN, SICH IN VERSCHIEDENEN OUTFITS IMMER WIEDER ANDERS ZU FÜHLEN. KLEIDER MACHEN LEUTE ­ VON SPORTLICH BIS COOL ODER VERTRÄUMT. F OTO S : R O B I N B E N I TO P R O D U K T I O N : M A R T I N A V O IGT- S C H M I D 40 KidsLife 02-2010

43 Gestreiftes Kapuzenhoody von GEELONG, mit verschiedenen Badges und schöner Verarbeitung, 100% Baumwolle, ab 49 Euro. Graues Shirt von COSITA, ab 19 Euro, alle Teile erhältlich bei CONLEY'S www.conleys.de www.kidslife-magazin.de KidsLife 41

44 ERLEBEN & ENTDECKEN ­ MODE Gemusterte Jacke "Amalis" mit Kapuze, 37,95 Euro, und Hose in fröhlichem Pink, 24,95 Euro, von KangaROOS www.kangaroos.de 42 KidsLife 02-2010

45 Sportlich Oben: Gelbe Jacke, 39,95 Euro und türkis gestreiftes Poloshirt, 24,95 Euro von KangaROOS. Rechts: Cargo Velcro Schuhe für Boys, 39,95 von KangaROOS www.kangaroos.de www.kidslife-magazin.de KidsLife 43

46 ERLEBEN & ENTDECKEN ­ MODE Er: Grün-weiße Jacke, 34,95 Euro und karierte Bermuda, 29,95 Euro. Sie: Jeansjacke, hinten bestickt 44,95 Euro. Alle Teile von KangaROOS, www.kangaroos.de 44 KidsLife 02-2010

47 www.kidslife-magazin.de KidsLife 45

48 ERLEBEN & ENTDECKEN ­ MODE 46 KidsLife 02-2010 Cool Niedliche Cargo Heart Schuhe Girls in lila, 34,95 Euro, und sportive Ballerinas "Bubu", 39,95 Euro, von KangaROOs. www.kangaroos.de

49 Sie: Gestreiftes Shirt im Stoffmustermix von APPLEBOS, 100% Baumwolle, ab 34 Euro, weiße 3/4 Hose, 24,95 von KangaROOS. Er: T-Shirt mit Print in Button-Optik von ROCKGEWITTER, 100% Baumwolle, ab 24 Euro, Jeans von KISSA, 59,95 Euro. Erhältlich bei www.conleys.de www.kangaroos.de, www.kissa-kinderwelten.de www.kidslife-magazin.de KidsLife 47

50 ERLEBEN & ENTDECKEN ­ MODE Verträumt 48 KidsLife 02-2010 Hochwertige Kindermode aus rein biologischen Stoffen zum Träumen von KISSA, liebevoll veredelt mit Prints und Stickereien. Die einzigartigen Motive stammen von der Berliner Kinderbuchautorin und Illustratorin Sybille Hein. Weißes Kleid mit Stickereien, 69,95 Euro; passendes Kopftuch, 14,95 Euro. Blaues Sweatshirt mit lustigem Printmotiv, 37,95 Euro, Kapuzenhoody mit Printmotiv, 29,95 Euro; lässige Jeans, 59,95 Euro. Weißer Tüllrock, 49,95 Euro, passendes Sweatshirt mit Katzenprint, 37,95 Euro. Niedliches Nachthemd mit verspieltem Printmuster, 34,95 Euro. Alle Teile von KISSA, www.kissa-kinderwelten.de.de

51 www.kidslife-magazin.de KidsLife 49

52 ERLEBEN & ENTDECKEN ­ MODE Zum Mitmachen für Kinder! An alle Modefans: Male CONLEY'S.de und KidsLife rufen auf 50 KidsLife 02-2010

53 Dein Lieblingsteil! zum Kinder-Design-Wettbewerb!n, nau wisse dem Aufstehen ganz ge Kinder, die morgens nach Alle h ihr Outfit gerne selbst besten gefällt und die sic was ihnen am hier goldrichtig! zusammen stellen, sind Malt oder zeichnet euer Lieblingskle idungsstück! wird zum Conley's NachwuchsDas kreativste und begabteste Talent gsstück bekommt deinen Designer gekürt. Dein Lieblingskleidun im Katalog gezeigt und verNamen als Marke und wird bei Conley's gner! kauft. Du bist dann ein richtiger Desi einen lingskleidungsstück so, dass wir es für Malt oder skizziert euer Lieb Druck verwenden können. einen Tag mit Begleitperson zu Das Gewinner-Kind darf im Oktober einsam mit Barbara (sie verantConley's nach Hamburg reisen und gem den Aufdruck für das Lieblingswortet den gesamten Design-Bereich) den Mitarbeitern im gesamten kleidungsstück anfertigen. Natürlich darf werden. Design-Bereich über die Schulter geschaut am wartet auf unser Nachwuchs-Talent und Eine kleine Überraschung on! Teil in Produkti Ende des Tages geht das von dir designte Jahre Mitmachen dürfen alle Kinder bis 14 tion den wird gemeinsam mit der KidsLife-Redak Das Conley's Design-Team . begabtesten Nachwuchs-Designer küren er 2010 an: ckt eure Ideen bis zum 30. Septemb Schi ße 3, 55283 Nierstein Redaktion KidsLife, Boschstra in.de oder per Email an: mvs@kidslife-magaz Teilnahmebedingungen: n ihr Einverständnis zur Teilnahme Die Eltern der teilnehmenden Kinder müsse chrift. tlich erklären, mit Datum, Ort und Unters am Designwettbewerb schrif sweg ist ausgeschlossen. Recht Die Teilnahme erfolgt ohne Gewähr, der tal Conley's ­ mehr als ein Kanern, og agten anges bekannten Desig Conley's ist ein exklusiver Katalog mit unbekannten Newcomern, die Conley's Labels, hochwertigen Eigenmarken und kt erreichen. Conley's ist voller ausentdeckt, lange bevor sie den Massenmar nur haves", die in Deutschland nicht oder gefallener Artikel und "must wichtiger Styleguide. Die Cony's ein schwer erhältlich sind. Damit ist Conle Städte rund um den Globus auf der ley's Trendscouts bereisen Länder und gewöhnlichen Produkten und entdecken Suche nach Newcomer-Labels und außer Conley's Katalog gendsten Orte für Katalog-Shootings. Der dabei die aufre und steckt voller Geheimtipps! steht für ein Lebensgefühl ich einen eigenen Kinderkatalog Für Kleine bringt Conley's zweimal jährl die beim Skaten angesagte Outfits für kleine Rotznasen, heraus. Stylische und sein möchten und für kleine Sonnenund Fußballspielen richtig angezogen modisches Statement setzen. "Ich scheine, die schon im jungen Alter ein wie sie mir gefällt!", hat schon Pippi Langmach mir die Welt, widde widde ns gilt das zumindest fürs Styling! strumpf gesungen. Für kleine Conley's-Fa Katalog bestellen oder online shoppen auf www.conleys.de www.kidslife-magazin.de KidsLife 51

54 ERLEBEN & ENTDECKEN ­ SCHÖNE DINGE Magazin FRÖHLICH BUNTE WOHNACCESSOIRES UND GESCHIRR VON RICE. RICE Dänemark wurde 1998 von Charlotte Hedeman-Gueniau gegründet. Sie wollte ihr Interesse am Reisen mit ihrem Sinn für schöne Dinge und sozialer Verantwortung verbinden. Alle Produkte erfüllen den international gültigen Standard für sozial verantwortliche Unternehmensführung (keine Kinderarbeit und Diskriminierung, hinreichende Mindestlöhne, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz). Erhältlich z. B. bei www.takatomo.de 52 KidsLife 02-2010 Fotos Doppeöseite :MVS, Anbieter

55 FARBIG UND UNKAPUTTBAR Dieser Sommer wird schön! Hier kommen die besten Accessoires für Picknick und Gartenparty und natürlich viele, neue Dekorationsideen für drinnen und draußen. Die leuchtenden Farben machen einfach gute Laune und bringen viel Frische und neue Energie auf Balkon, Terrasse und in den Garten. Etagere Babell, ca. 19,95 Euro, Becher Rio, ca. 40 Euro, Taschelino, ca. 9,95 Euro, alles von koziol, www.koziol-gluecksfabrik.de EIN HUHN ALS TASCHE Im Patchwork Look: Clucketty Perfect von Little Joule, 29,95 Euro ZU GEWINNEN Frische Farben machen Laune! 5x das hochwertige Hirsch T-Shirt von Vavite à 39,90 Euro Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Stichwort "Vavite" und der gewünschten Größe ihres Kindes an info@kidslife-magazin.de TAPTEN MIT FRÖHLICHEN MUSTERN Dekorative Motive vom dänischen Label Hermitage, entworfen und hergestellt in Dänemark, die nicht nur Kindern gefallen. Gedruckt auf nicht gewebtem Papier. Der Leim wird auf die Wand aufgetragen, nicht auf die Rückseite der Rolle, so ist das Anbringen einfacher. Preise um 130 Euro für eine Rolle. Weitere Informationen: www.hermitageishome.com LIEBEVOLL VEREDELTE SHIRTS UND HÜBSCHE MODE FÜR KINDER ZUM SELBERNÄHEN VON VAVITE Vavite bedeutet auf französisch "Schnell gemacht" ­ und alle Teile des innovativen Labels sind ganz ohne komplizierte Verarbeitung leicht und schnell zu nähen. Außerdem bietet Vavite hochwertige Shirts mit Applikationen aus Stoff und Glitzersteinchen, alles "Made in Germany" und von Hand veredelt! Das abgebildete Shirt ist aus 95% Baumwolle/5% Elasthan, erhältlich in Gr. 92-152. Weitere Informationen: www.vavite.de KidsLife 53 www.kidslife-magazin.de

56 LESEN & LERNEN ­ DIE AUTORIN ANNE MAAR Vom Drehbuch zum Kinderbuch ANNE MAAR T E X T U N D I N T E R V I E W : A N T J E S Z I L L AT DIE SYMPATHISCHE KINDERBUCHAUTORIN AUS PROMINENTER FAMILIE HAT EIN THEATER GEERBT ­ UND DAMIT AUCH EINEN NEUEN BERUF. JETZT SCHREIBT SIE NICHT NUR KINDERBÜCHER, SONDERN INSZENIERT AUCH THEATERSTÜCKE ­ GAR NICHT SO EINFACH, DAS ALLES UNTER EINEN HUT ZU BEKOMMEN, ABER ANNE MAAR IST EINE POWERFRAU! n Anne Maars Familie gibt es viele prominente und erfolgreiche Menschen. Zum einen ist sie die Tochter des Sams Erfinder Paul Maar und der bekannten Familientherapeutin und Autorin Nele Maar. Als Enkelin des Schauspielers und Theaterregisseurs Oskar Ballhaus und dessen Ehefrau, der Schauspielerin Lena Hutter ist sie schon früh mit dem Theater und Schauspiel in Berührung gekommen. Bei so vielen künstlerisch begabten und tätigen Menschen um sich herum, liegt es nahe, dass sie selbst auch diese Richtung einschlagen würde. Doch Anne Maar hatte zunächst ganz andere Ziele: sie wollte Tierärztin werden. Warum sie diesen Wunsch dann doch nicht in die Tat umgesetzt hat, und wie ihr Leben als Leiterin eines Theaters aussieht, dass wollte KidsLife im Gespräch mit der vielseitigen Autorin und Theaterchefin von ihr erfahren. 54 KidsLife 02-2010

57 "Mein Vater hat mich unterstützt." ANNE MAAR IM GESPRÄCH Liebe Anne Maar, als kleines Mädchen saßen sie oft mit ihrem Vater, dem berühmten Schriftsteller Paul Maar, beieinander und schrieben und malten sich gegenseitig aufs Papier. Wie sehr hat ihr Vater ihren eigenen Weg als Kinder- und Jugendbuchautorin geprägt beziehungsweise gefördert? Überraschenderweise war es nicht so, dass ich als Kind oder Jugendliche schon dasselbe werden wollte wie mein Vater. Erst wollte ich Tierärztin werden, dann Schauspielerin, dann Cutterin (Film"schneiderin"), dann wollte ich Filme machen. Ich fing an, mit einem guten Freund namens Andreas Fröhlich Drehbücher zu schreiben, u.a. für die Serie Siebenstein. Wir bekamen auch eine Förderung für ein Drehbuch für einen abendfüllenden Spielfilm. Ich bewarb mich noch um eine weitere Drehbuchförderung und dafür sollten verschiedene Arbeitsproben eingereicht werden. Also schrieb ich eine Kurzgeschichte für Kinder. Die Drehbuchförderung bekam ich nicht, aber weil ich die Geschichte geschrieben hatte, versuchte ich, sie in einer Anthologie unterzubringen. Dabei hat mich mein Vater sehr unterstützt, er gab mir einerseits Hinweise, wie ich die Geschichte auch optisch besser präsentieren kann, lektorierte sie und gab mir andererseits Adressen von Verlagen, in die meine Geschichte eventuell passen könnte. Die Geschichte kam dann in keiner Anthologie unter, denn Herr Rumler, der damalige Lektor vom Ellermann-Verlag. überredete mich, zu der Geschichte noch weitere zu schreiben ­ und daraus wurde dann mein erstes Buch. Erst nach dem Erscheinen dieses Buches fragte ich mich, ob ich auch Kinderbuchautorin werden möchte, wie mein Vater. Ich wusste aber auch, dass ich diese Entscheidung ganz alleine und für mich finden muss, denn Schreiben ist einfach etwas sehr Persönliches und jeder schreibt anders, aus seiner Persönlichkeit heraus. Die Frage, ob das Schreiben das richtige für mich ist, ob es genau das ist, was ich tun möchte, habe ich dann mit "Ja" beantwortet, unabhängig von meinem Vater. Mein Vater unterstützt mich immer noch, indem wir über unsere Geschichten reden und uns auch gegenseitig Tipps geben. Manchmal, wenn ich bei einer Geschichte nicht weiterkomme, frage ich ihn, was er machen würde. Das hilft mir häufig, wobei er dann manchmal auch so viel weiterfantasiert, dass ich ihn stoppe und sage: "Ja, so würdest DU das jetzt weiterschreiben, aber bei mir geht's ein wenig anders weiter... " Vor einigen Jahren haben Sie das Fränkische Theater Schloss Maßbach von ihrer Großmutter, der Schauspielerin Lena Hutter (1911-2003) geerbt. Können Sie den KidsLife-Lesern ein bisschen etwas über Ihr Leben und Schaffen als Theaterchefin erzählen? Das Leben als Theaterchefin ist auf jeden Fall komplett anders als dass einer Autorin. Das Fränkische Theater Schloss Maßbach ist ein Privattheater mit der Funktion einer Landesbühne. Das heißt, es gibt drei Spielstätten im Haus, das Theater fährt aber auch auf sogenannte "Abstecher", d.h. es fährt abends an einen Gastspielort, spielt dort und fährt danach wieder zurück. Das Theater versorgt also eine ganze Region mit Kultur. Das Besondere an dem Theater ist zudem, dass die Schauspieler in dem Schloss wohnen. "Arbeiten und Leben aus dem Geist der Gemeinschaft" war die Idee der Gründer, meiner Großeltern. Ich lebe allerdings nicht im Schloss. Als Theaterleiterin habe ich sehr verschiedene Aufgaben, auch deshalb, weil das Theater nicht so einen großen Etat hat und weniger Stellen besetzt sind, als ich es mir manchmal wünschen würde. Und um welche Aufgaben handelt es sich dabei? Da ist zum einen die künstlerische Leitung. Ich überlege, welche Stücke gespielt werden. Für jede Spielzeit müssen 8 Abendstücke gefunden werden, darunter Komödien, Klassiker, zeitgenössische Stücke, Dramen, dann zwei Kinderstücke und ein Jugendstück. Ich lese sehr viel und überlege dann, welche Stücke passend wären. Bei dieser Entscheidung spielen ganz viele Überlegungen mit: Ist das Thema spannend, relevant, unterhaltend? Was passt in dieses Theater? Sind die Rechte für uns zu haben? Wer kann das inszenieren? Wer spielen? Kann man das Stück gut an die Gastspielorte verkaufen? Mit der Auswahl der Stücke suche ich auch gleich die Regisseure (natürlich auch Regisseurinnen, aber ich verwende der Einfachheit halber jetzt den männlichen Namen), die das Stück dann inszenieren werden. Jeder Regisseur hat einen eigenen Zugriff auf ein Stück, eine Betrachtungsweise, einen Stil. Es kann einen großen Unterschied machen, ob ich ein Stück diesem oder jenem anbiete, das Stück kann sehr verschieden interpretiert werden. Mit den Regisseuren zusammen entscheide ich dann, wer das Bühnenbild machen wird und welche Schauspieler spielen werden. Vor Probenbeginn gibt es dann ein Konzeptionsgespräch mit dem Regisseur, in dem er seine Ideen vorstellt. Da kann ich mich auch einmischen, auf Schwierigkeiten hinweisen oder auch Ideen bestärken. Genauso ist es dann, wenn ich Proben anschaue ­ danach gibt es ein Gespräch mit dem Regisseur, in dem ich beschreibe, was ich gesehen habe und auch Fragen stelle, wenn etwas nicht klar geworden ist. Die künstlerische Entwicklung der Schauspieler versuche ich durch Rollenangebote zu fördern. Ganz allgemein bemühe ich mich um ein gutes Arbeitsklima, so dass alle Mitarbeiter in dem Theater ­ trotz sehr niedriger Gagen und Löhne ­ gerne da sind und gerne etwas zusammen erschaffen. www.kidslife-magazin.de KidsLife 55

58 LESEN & LERNEN ­ DIE AUTORIN ANNE MAAR Und dann gibt es noch eine eher skurrile Nebentätigkeit von mir, das Hotelmanagement ­ welcher Schauspieler kommt wann in welches Zimmer, wo wohnt die Regieassistenz, muss ich noch ein Zimmer anmieten, sind genügend Töpfe in den Zimmern, braucht jemand eine neue Matratze? Als ich nur Autorin war, war ich jeden Tag zu Hause, viel allein, konnte eigentlich jeden Tag machen, was ich wollte. Jetzt bin ich fast jeden Tag im Theater (aber erst ab 11 Uhr, zum Glück!), jeden Tag mit vielen Menschen zusammen und habe die Verantwortung für einen mittelständischen Betrieb mit etwa 50 Angehörigen. Nach einer längeren Pause sind in letzter Zeit wieder einige neue Kinderbücher von Ihnen erschienen. Wie ist es zu der Schreibpause gekommen und was hat Sie dazu veranlasst, wieder zu schreiben? Als ich das Theater übernommen hatte, war ich erst einmal eine Weile überfordert von dieser Aufgabe. Seit ein paar Jahren fühle ich mich zwar nicht mehr überfordert, die Theatertätigkeit nimmt dennoch sehr viel Zeit und Energie in Anspruch. Ich bin außerdem eine langsame Schreiberin, brauche lange, um eine Idee zu entwickeln. Die nun neu veröffentlichten Bücher sind eher kürzere Geschichten. Das Schreiben an einer langen Geschichte fehlt mir etwas, aber ich habe noch nicht herausgefunden, wie ich das langsame und längere Arbeiten an einem Buch mit der Theaterarbeit kombinieren kann. Eines Ihrer neuen Bücher trägt den Titel: Mehr Affen als Giraffen. Sie haben das Buch zusammen mit Ihrem Vater Paul und ihrer Tante Verena Ballhaus geschrieben bzw. illustriert. Wie ist es zu diesem Familienprojekt gekommen? In dem Buch sind Geschichten von meinem Vater und mir versammelt, die es schon einmal in anderer Form gab. Wir fanden es beide schade, dass so viele Geschichten einfach verschwinden und hatten dann die Idee für diese Sammlung. Zum Glück fand der Oetinger-Verlag diese Idee auch gut! Es war dann schwierig, die sehr verschiedenen Geschichten zu ordnen und zusammenzustellen, doch mit den neu erfundenen Rätseln und Bilderspielen ist daraus ein richtig schönes Anne Maar stellt jungen Fans ihre Bücher vor. Schmöker-Stöber-Buch geworden. Dass Verena die Bilder machen soll, war uns gleich klar. Wir schätzen Verena sehr als Illustratorin, und wenn es schon ein Familienbuch werden sollte, dann auch mit ihr. Ihre Werke wurden mehrfach ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. In 2007 haben Sie sogar für ihr kulturelles Engagement das Bundesverdienstkreuz erhalten. Was bedeuten Ihnen diese Auszeichnungen? Und welche ist Ihnen ganz besonders wichtig? Das Fränkische Theater Schloss Maßbach hat als "Gesamtkunstwerk" im letzten Herbst den Bayerischen Kulturpreis erhalten. Das hat mich und alle Mitarbeiter sehr gefreut, weil wir ein Theater in der Provinz sind und unsere Tätigkeit damit öffentlich anerkannt (und honoriert) wurde. Beim Bundesverdienstorden war ich sehr überrascht. Als ich den Brief bekam, dachte ich erst, man hätte mich vielleicht verwechselt? Eigentlich bin ich immer noch überrascht. Beim "Luchs" der ZEIT und der Nominierung habe ich mich sehr gefreut. Dass etwas, was ich sehr gerne mache und was mir sehr am Herzen liegt so gewürdigt wird, war sehr schön. Woran arbeiten Sie gerade und auf welche Neuerscheinungen dürfen wir uns demnächst freuen? Ich habe eine Bilderbuchgeschichte beendet, aber noch keinen Verlag dafür gefunden. Es gibt zwei Geschichten ­ lange ­ an denen ich auch schon länger arbeite. Ich hoffe, dass es mir trotz Theater gelingt, daran weiter zu arbeiten. Im Moment schreibe ich gerade ein Theaterstück für Kinder zusammen mit dem Autor und Regisseur Christian Schidlowsky, das im Winter im Fränkischen Theater Schloss Maßbach in Koproduktion mit dem Stadttheater Fürth uraufgeführt werden wird. Als nächstes erscheint bei Tulipan im Frühjahr 2011 ein Erstlesebuch mit dem (Arbeits)titel: "Was machen wir jetzt?" 56 KidsLife 02-2010 F o t o : w w w . g e n n i g e s - b u e c h e r. d e Das sind jede Menge künstlerische Aufgaben, die sich sehr interessant und spannend anhören. Aber wie sieht es mit der wirtschaftlichen Leitung aus? Fällt die auch in Ihren Aufgabenbereich? Ja. Ich muss die Zuschüsse beantragen und auch darum kämpfen, dass sie erhöht oder nicht reduziert werden. Ich muss also auch das Theater in der Öffentlichkeit darstellen und mit Politikern verhandeln. Ich muss den Etat im Sinn haben ­ wie viel darf ein Bühnenbild kosten, wie viel die Kostüme, können wir uns noch einen zusätzlichen Techniker leisten, wie kann ich die Gagen erhöhen, wie finanziere ich einen neuen LKW etc. Ich muss in diesem Zusammenhang auch ganz viele Entscheidungen treffen ­ sollen wir die Eintrittspreise erhöhen, wie hoch soll die Ermäßigung sein, können wir uns es leisten, vier neue Scheinwerfer zu kaufen etc.

59 Für Kinder: KidsLife-Literaturclub Der Flohmarkt. Gedichte für Kinder Peter Hacks war als Dramatiker, Lyriker, Erzähler und Essayist sehr erfolgreich. Für Kinder verfasste er Gedichte, Erzählungen, Kinderromane und Kindermärchen. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet. 1998 erhielt er den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises. Peter Hacks starb 2003 in Groß Machnow bei Berlin. Von Peter Hacks, Eulenspiegel Verlag, 19,90 Euro Mach' mit! Aktion verlängert bis zum 15. August 2010 Ein Wunschhund für Oskar Oskar wünscht sich einen Hund, aber leider ist sein Vater allergisch gegen Hundehaare. Zum Glück gibt's Elvis, den Hofhund von Bauer Beckmann. Doch eines Tages macht Oskar die Leine los, und auf einmal ist Elvis verschwunden. Ein Lesespaß für Kinder ab 6 Jahren. Von Anne Maar, Illustrationen von Verena Ballhaus, Tulipan Verlag, 7,95 Euro Foto: Fotolia.com Mehr Affen als Giraffen Mach'mit: Schreibwettbewerb So bist du dabei: Was würdest du in den Sommerferien in diesem Jahr gerne erleben, wenn du machen könntest, was du willst. Wohin würde die Reise gehen, wen würdest du mitnehmen und was würdest du gerne sehen und unternehmen? Du kannst hier einen Ort schildern, an dem du schon warst, aber auch ein ganz fantastisches Ziel ­ ganz wie du willst. In deiner Fantasie kannst du überall hin reisen. Dein Beitrag sollte nicht länger als 2 DIN-A4 Seiten sein. Teilnahme unter dem Stichwort "Meine Traumferien" per E-Mail oder per Post möglich. Texte per E-Mail an: as@kidslife-magazin.de Texte per Post an: Redaktion KidsLife, Boschstraße 3, 55283 Nierstein Ein Geschichten-, Reim- und Bilderreigen: der Familienschatz von Paul und Anne Maar! Schon früher haben Paul Maar und seine Tochter Anne zusammen Geschichten erfunden. Auch heute dichten Vater und Tochter gemeinsam, wenn sie sich mit der Familie treffen. Das Beste davon ist in der Anthologie "Mehr Affen als Giraffen" zusammengestellt. Eine gemeinsam entwickelte Fundgrube voller Geschichten, Rätselgedichte, Drudel und anderen Wortspielereien. Mit farbigen und schwarzweißen Illustrationen von Verena Ballhaus und Paul Maar. Für Kinder ab 6 Jahren. Von Anne und Paul Maar, Oetinger Verlag, 15,90 Euro Starke Freunde Ein neues, wunderschönes Vorlesebuch für Kinder ab 6 Jahren mit Geschichten beliebter Autorinnen und Autoren und Originalbeiträgen von Rafik Schami, Martina Wildner, Wieland Freund, Annette Pehnt u.a.m. Philip Waechter hat sie reich bebildert: originell und verblüffend, witzig und liebevoll ­ wie es eben so die Waechtersche Art ist. Mit Bildern von Philip Waechter, Beltz Verlag, 14,95 Euro Das kannst du gewinnen: 1. Preis: Die Abenteuer Triologie "Mumienherz" von Thilo P. Lassak 2. Preis: Das Buch "Mara und de Feuerbringer" von Tommy Krappweis 3. Preis: Das Buch "Merhabe, Papa" von Ulrike Kuckero Jeder Gewinner bekommt außerdem eine Urkunde und sein Beitrag wird auf der KidsLife-Webseite veröffentlicht. Einsendeschluss ist der 15. August 2010. Teilnahme ohne Gewähr. Jeder Rechtsweg ist ausgeschlossen. www.kidslife-magazin.de KidsLife 57

60 ERLEBEN & ENTDECKEN ­ BASTELN MIT BLÜTEN HANDMADE I D E E U N D F O T O S : M AYA D O N N E F E L D U N D E L S A M O R A 58 KidsLife 02-2010 Basteln mit Blüten

61 Partyhüte aus Papier Für meinen Geburtstagsbrunch im letzten Jahr machten wir Party-Hüte aus Papier. Es hat Spaß gemacht, gemeinsam im Freien Blumen zu pflücken und diese einfachen, spontanen Hüte zu machen ­ was für eine schöne Art, alte Zeitungen zu recyclen! Am Ende der Party kann man die Hüte in den Kompost werfen. Meine Nichten waren begeistert, die Hüte für diese Anleitung noch einmal zu machen. Sie brauchen: - Zeitungspapier - Kreppband - Blumen (frische, oder auch Papierblumen) - Scheren Zwei bis drei ganze Seiten Zeitungspapier über den Kopf legen, und vorsichtig mit den Händen modellieren. Mit Kreppband wird der Kopf etwa in Höhe der Ohren umwickelt, um das Papier zu fixieren, während man das Papier in Form hält. Jetzt die Blumen arrangieren und ebenfalls mit dem Band befestigen. Dann den Rand des Hutes mit den Fingern fest in Formrollen und falten, bis der Hut gut aussieht. Fertig! www.kidslife-magazin.de KidsLife 59

62 ERLEBEN & ENTDECKEN ­ BASTELN MIT BLÜTEN Zarte Blumenelfen ZU GEWINNEN 3 x das Bilderbuch "Blossom Buddies" Ein gutes Motto für den Sommer: Lass' die Erwartungen los und Sie brauchen von Elsa Mora, 19,90 Euro genieße das spontane Leben mit den Kindern. Ich glaube, mein - Blüten, Blätter, kleine Zweige oder Blütenstiele erschienen bei teNeues Sommer-Mantra sollte sein: "Lass los ... und spiele!" Schreiben Sie eine E-Mail mit dem - einen Tisch oder ein Tablett Stichwort "Blumenelfen" an - Kleber info@kidslife-magazin.de Gestern begann der Tag bei uns mit perfektem Wetter ­ ein Ja- - Papier Sager-Tag. "Können wir vor dem Frühstück raus zur Schaukel?" "Ja!" Sammeln Sie Blüten, Blätter und andere Fundstücke aus dem "Können wir den ganzen Tag den Pyjama anbehalten?" "Ja!" Garten und breiten Sie sie, vielleicht nach Formen oder Farben "Schaust du mir zu, wenn ich eine Affenschaukel mache (zum hun- geordnet auf dem Tisch oder Tablett aus. dersten Mal)?" "Ja!" Dann arrangieren Sie auf einem Blatt Papier jeweils eine Blumenelfe, ganz nach Lust und Laune, lassen Sie sich von der InNa ja, ich hatte Lust, etwas zu machen, wobei ich auch selbst tuition leiten und von dem, was Sie in der jeweiligen Form mitmachen könnte, und da meine Tochter das Buch von Elsa erblicken. Denken Sie an das magische Wort: Spiel! Mora "Blossom Buddies" überall mit sich herumträgt, hatte ich Wenn Ihnen das Arrangement gefällt, kleben Sie die einzelnen die Idee, selbst ein paar der lustigen Blumengestalten zu kreie- Teile vorsichtig, mit so wenig Klebstoff wie möglich auf das Paren. Wir sammelten Blumen und Blätter und machten uns an die pier. Arbeit (ich meine: ans Spiel!). Bewundern Sie die so entstandenen Kunstwerke! Ich hoffe, Sie haben genau so viel Spaß dabei! 60 KidsLife 02-2010 Foto:Maya Donnefeld

63 Foto: Elsa Mora Eine neue Welt im eigenen Garten: Die Formen von Blüten, Blättern und Zweigen sind vielfältig und faszinierend. Wenn man sie, wie die Künstlerin Elsa Mora, zu Blumenelfen zusammenfügt, offenbaren sie ganz neue Seiten und erzählen Geschichten ­ ein Sommerspiel, das allen Spaß macht. www.kidslife-magazin.de KidsLife 61

64 ERLEBEN & ENTDECKEN ­ BASTELN MIT BLÜTEN Schmuckstücke aus der Natur I D E E U N D F O T O S : M AYA D O N N E F E L D I D E E U N D F O T O S : M AYA D O N N E F E L D 62 KidsLife 02-2010

65 Armbänder mit Blüten Was gibt es Schöneres, als einen Spaziergang an einem schönen Sommertag? Versuchen Sie doch mal, dabei schöne Dinge zu entdecken und etwas daraus zu machen, z. B. ein Armband, gleich an Ort und Stelle, während Sie und die Kinder ihren Gang genießen! Das ist eine tolle Idee für Kinder ab drei Jahren ­ und auch mir hat es sehr viel Spaß gemacht! Sie brauchen -Dickes Kreppband -Gras, Blütenblätter, Blätter, Samen ­ was sich Schönes findet Einen Streifen Kreppband abreißen, der um das jeweilige Handgelenk passt, aber groß genug ist, dass das Armband auch abgestreift werden kann. Die Enden so verbinden, dass die klebrige Seite nach außen zeigt. Nun einen Spaziergang machen, und Schätze sammeln, die beim Gehen am Band um das Handgelenk befestigt werden. Bewundern Sie die Kunstwerke an den Händen der Kinder und freuen Sie sich an der Schönheit, die Sie umgibt! Maya Donenfeld lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Upstate New York, wo sie ihre Zeit damit verbringt ein altes Farmhaus zu renovieren und neu zu erfinden. Die meiste Inspiration bekommt sie durch ihre Kinder, das Leben in ländlicher Umgebung und die Inhalte ihrer Recycling-Körbe. Ihre Ideen zur kreativen Erziehung, grünem Leben, und allem, was handgemacht ist teilt sie mit viel Liebe in ihrem Blog. w.ww.mayamade.com www.kidslife-magazin.de KidsLife 63

66 L E S E N & L E R N E N ­ S O S T E L L' I C H M I R M E I N L E B E N V O R ! Celina, 8, träumt, davon dass es allen gut geht ­ auch den Tieren. Carolin, 14, möchte sich für den Umweltschutz engagieren. Darleen, 13, sehnt sich nach einer Welt ohne schlechte Nachrichten. Merle, 9, möchte mit der ganzen Familie auf einem großen Bauernhof leben. Marlon, 5, will Drachenreiter sein, Jan-Luca, 6, lieber Feuerwehrmann Alina, 12, wäre gerne reich und berühmt. Die 12-jährige Alina träumt davon, reich und berühmt zu sein ­ und einen schönen Mann, den hätte sie auch gerne noch dazu. Marlon möchte ein Drachenreiter sein und Darleen sehnt sich nach einer Welt ohne schlechte Nachrichten. Carolin traut sich sogar zu, Bundeskanzlerin zu werden, aber viel lieber möchte sie sich für den Umweltschutz engagieren. Wirklich spannend, was mir die Kinder in unseren KidsLife-Gesprächsrunde diesmal alles erzählt haben. T E X T, P R O D U K T I O N U N D F O T O S : A N T J E S Z I L L AT 64 KidsLife 02-2010

67 KidsLife-Kinder-Gesprächsrunde So stell' ich mir mein Leben vor! TEIL 5: Vorstellungen und Träume: Was Kinder und Teens erreichen wollen Antje Szillat: Wie stellt ihr euch euer Leben später einmal vor? Alina: Also, ich lebe in einem großen Haus und bin reich und berühmt. Darleen: Das hört sich gut an. Ein großes Haus hätte ich auch gerne. Und einen Mann ­ einen richtig schönen. Und Kinder möchte ich später auch einmal haben. Aber nur zwei. Am liebsten einen Jungen und ein Mädchen. Carolin: Ich werde eine kleine Familie haben mit zwei Kindern. Wir wohnen in einem Haus, dass sehr modern eingerichtet ist. Wir leben im Grünen mit vielen Haustieren. Und gehen bestimmt nicht in die Kirche. Mein Mann und ich werden beide einen Beruf haben. Wir werden viel mit der Familie unternehmen und wenn wir viel Geld verdienen, werden wir auch viel ans Tierheim spenden und an arme Kinder. Merle: Ich hätte gerne richtig viele Tiere. Zwei Hunde, ein paar Katzen und Kaninchen und natürlich ein Pferd. Ja, und einen Mann und zwei Kinder, das wäre schon toll. Jan-Luca: Ich weiß noch nicht. Vielleicht könnte ich ein guter Fußballer sein. Das würde mir gefallen. Marlon: Wenn ich groß bin, dann bin ich ein Drachenreiter. Celina: Ich habe noch keine genauen Vorstellungen. Aber Drachenreiter möchte ich auf jeden Fall nicht werden (lacht!). Alina: Ich wünsche mir auch einen Mann und Kinder. Aber ich sehe mich nicht nur als Hausfrau und Mutter. Ich möchte unbedingt einen guten Beruf haben und irgendwie frei sein. Am liebsten wäre ich Modedesignerin. Richtig genial wäre es, wenn ich eine eigene Firma hätte und Mode machen könnte und diese Mode dann selbst als Model vorführen würde. Das wäre echt klasse. Aber trotzdem möchte ich auch eine eigene Familie haben. Das müsste eben alles zusammen gehen. So stelle ich mir mein Leben später vor. Darleen: Das ist mir auch wichtig. Ich möchte das alles vereinbaren können. Die Welt sehen, eine Familie haben und einen tollen Beruf. Am liebsten auch irgendetwas mit Mode. Aber so ganz sicher bin ich mir noch nicht. Ich weiß nicht, wo ich leben möchte. Einerseits finde ich das spannend, wenn andere Leute irgendwo in der Welt herumreisen und dort auch wohnen. Aber ich könnte mir nicht vorstellen, so weit weg von meinen Eltern, meinen Geschwistern, meiner Oma und so zu leben. Es ist irgendwie schwierig. Merle: Ich möchte am liebsten mit meiner Familie, also mit meinen Eltern und vielleicht auch Geschwistern, aber auch mit meinem Mann und meinen Kindern auf einem großen Bauernhof zusammenwohnen. Ich wäre gerne Tierärztin und hätte eine eigene Tierklinik auf diesem Hof. Meine Mutter könnte die Büroarbeit machen und vielleicht hätte ja einer meiner Geschwister auch Lust, Tierarzt oder Tierärztin zu werden. Dann könnten wir das alles gemeinsam machen. Ich möchte nicht irgendwo ganz weit weg wohnen. Ich möchte mit meiner Familie zusammenbleiben. Am liebsten mit allen und auch für immer. Das wäre ein tolles Leben, finde ich. Darleen: Hmm ... ich weiß nicht. Ich möchte schon erst einmal ein paar Jahre weg von zu Hause sein. Ein großer Bauernhof und alles zusammen, hört sich zwar gut an, aber es könnte auch sehr viel Streit geben. Ich streite mich ja jetzt schon ständig mit meinen Geschwistern. Antje Szillat: Ich bin wirklich erstaunt, einige von euch haben ja schon richtig konkrete Vorstellungen. Und wie sieht es mit den Träumen aus? Wovon träumt ihr? Darleen: Das hört sich jetzt vielleicht etwas komisch an, aber ich träume davon, dass die täglichen schlechten Nachrichten im Fernsehen oder in der Zeitung für uns nicht mehr normal sind. Antje Szillat: Kannst du uns das etwas näher erklären? Darleen: Na ja, neulich habe ich bei meiner Oma geschlafen und wir haben zusammen Fernsehen geguckt. Die Nachrichten. Und da hat es gerade wieder irgendwo, ich weiß nicht mehr genau wo das war, so ein Attentat gegeben. Ein Mann hat eine Bombe in ein Haus geworfen und ganz viele Menschen sind gestorben. Meine Oma und ich haben das gehört und nebenbei unser Abendbrot gegessen. Und ich weiß auch nicht warum, irgendwie war das völlig normal. Schlimme Dinge geschehen in der Welt und wir essen einfach weiter, weil das eben so, na ja, normal ist. Alina: Das stimmt. Du hast recht. Man liest in der Zeitung was Schlimmes und es ist normal, weil man ständig so etwas Schlimmes im Fernsehen sieht oder in der Zeitung liest. Also ich träume davon, dass es keine Kriege mehr gibt. Keine Attentäter und überhaupt, dass das Schreckliche und Schlimme in dieser Welt aufhört. Ach ja, und auch keinen Klimawandel. Merle: Stimmt. Gesunde Pflanzen und Bäume dürfen nicht einfach mehr zerstört oder abgesägt werden. Und die Erwachsenen dürfen Kinder nicht schlagen oder irgendwie anders böse und gemein zu ihnen sein. Überhaupt wäre es toll, wenn es keine Gewalt mehr geben würde. Ich träume von einer Welt ohne Gewalt. Celina: Und das keine Tiere mehr ins Tierheim müssen oder irgendwo an einen Baum angebunden werden. Ich träume davon, dass es allen gut geht. Auch den Tieren. Carolin: Ich träume, dass alles wirklich so passiert, wie ich es mir vorstelle. Antje Szillat: Ihr erstaunt mich immer mehr, ihr seid ja richtig engagiert. Toll, das wäre nämlich meine nächste Frage gewesen: Wofür würdet ihr euch gerne einsetzen ­ stark machen? Merle: Für Tiere und Kinder. Ich möchte mich gerne für Tiere ein- www.kidslife-magazin.de KidsLife 65

68 Denken nicht nur an sich, sondern möchten, dass alle Lebewesen glücklich sind: die Kinder der KidsLifeGesprächsrunde setzen und zwar, dass es keine Tierversuche mehr gibt. Und dass es Kindern gut geht. Alina: Ich möchte zwar Modedesignerin werden und es ist mir auch schon wichtig, dass ich später gut leben kann, also am besten in einem Haus und auch mit genug Geld, aber ich möchte auch dafür sorgen, dass es keinen Hunger mehr auf der Welt gibt. Also ich könnte mir vorstellen, dass ich mich für Afrika einsetze. Also für die Menschen dort und das sie nicht hungern müssen. Jan-Luca: Ich möchte gerne Feuerwehrmann werden und auch Menschen helfen. Und auch Tieren. Wenn es zum Beispiel in einem Stall brennt und ich Tiere retten kann. Celina: Oder du musst eine Katze retten, die in einen Kanalschacht oder so etwas Ähnliches gefallen ist und nicht mehr alleine rauskommt. Jan-Luca (strahlt): Ja, so etwas möchte ich machen. Das wäre toll. So stelle ich mir das vor. Darleen: Tja, ich glaube, nein, ich weiß es sogar, ich möchte in einer Welt ohne Krieg und Gewalt leben. Schlechte Nachrichten sind in dieser Welt nicht normal, sondern schrecklich. Ganz egal wie oft man es hört, liest oder sieht. Alle nehmen Rücksicht aufeinander. Aber ich möchte auch einen tollen Beruf haben und Geld finde ich auch sehr wichtig. Wobei mir die Familie noch viel wichtiger ist. Und ich bin froh, wenn ich nicht mehr zur Schule gehen muss, davon träume ich auch (lacht!). Und besonders einsetzen möchte ich mich auch für mehr Gerechtigkeit. Merle: Ich auch! Carolin: Ich würde mich dafür einsetzen, dass unsere Erde sauber gehalten wird. Also gegen die Umweltverschmutzung. Marlon: Ich möchte in die Schule gehen. Ganz bald! Und ich möchte Autos reparieren und Drachen fangen. Alina: Keine Naturkatastrophen, weil die Menschen besser mit ihrer Umwelt umgehen. Das wäre auch etwas, wofür ich mich später einmal einsetzen möchte. Aber vielleicht kann ich das sogar schon jetzt machen. Carolin: Vielleicht gehe ich auch in die Politik. Merle: Willst du etwa Bundeskanzlerin werden? Carolin: Warum nicht?! Die Politiker reden doch alle nur, aber machen tut keiner was. Ich würde was machen. Ganz bestimmt. Und ganz bestimmt nicht immer nur was für die Reichen. Darleen: Du wolltest doch aber Immobilienmaklerin werden. Carolin: Ja, eigentlich schon. Aber Bundeskanzlerin werden und dafür sorgen, dass alles besser wird, das klingt auch gut. Denn, das was die Politiker können oder denken zu können, das können die meisten Kinder sicher viel besser. Ich glaube nämlich, dass Kinder viel ehrlicher sind. Politiker lügen doch meistens. Das weiß doch jeder. Antje Szillat: Das hört sich wirklich sehr engagiert an. Aber wer Macht hat, der hat auch Verantwortung. Und als Bundeskanzlerin hättest du wirklich sehr, sehr viel Verantwortung. Möchtest du wirklich so leben? Marlon: Was heißt engagiert? Carolin: Dass man sich für etwas einsetzt. Na ja, einerseits ja, weil man den Menschen dadurch helfen kann. Aber andererseits ist das bestimmt auch sehr schwer, so viel Verantwortung zu tragen. Darleen: Außerdem sind auch noch andere Politiker da und die hat man ja nicht alle im Griff. Da muss man schon sehr mächtig sein, um alleine etwas verändern zu können. Carolin: Mit einer guten Strategie schafft man alles. Darleen: Das kann ja schon sein. Aber erst einmal müssen die Menschen sehen und begreifen, dass man etwas verändern muss. Und vor allen Dingen dürfen die Menschen nicht denken, dass nur die anderen alles machen müssen. Jeder muss irgendwie bei sich selbst anfangen. Vielleicht müsste man den Menschen die harte Realität mal zeigen, damit sie begreifen, was sie der Umwelt und damit sich selbst eigentlich antun. Wenn das so weiter geht, dann gibt es vielleicht bald keine Erde mehr. Jeder Müll, der auf der Erde landet ist ein Schaden für die Menschheit. Carolin: Deswegen möchte ich mich später auch für die Umwelt einsetzen. Merle: Das ist eine tolle Idee. Trotzdem möchte ich Tierärztin werden. Marlon: Und ich Drachenreiter. Alina: Ich möchte gut und erfolgreich leben und mich für andere, denen das nicht möglich ist, einsetzen. Das fände ich klasse. Celina: Ich auch. Carolin: Wir werden später alle sehen, wo uns unsere Wege hinleiten. Darleen: Das Leben bringt viele Überraschungen mit sich, man muss einfach nur für sich selbst herausfinden, welche gut und welche schlecht sind. Ich hoffe sehr, dass ich es erkennen werde. 66 KidsLife 02-2010

69 Unser Service für Sie: Der praktische Kochplaner Tag für Tag gesunde Mahlzeiten auf den Tisch zu zaubern, die allen schmecken und sich schnell zubereiten lassen ist wirklich eine Kunst. Mit unserem Kochplaner wird es jetzt ganz einfach: Sie wählen, wieviele Leute mitessen, geben ein, wer was nicht mag und wieviel Zeit Sie zum Kochen verwenden wollen ­ und bekommen einen Speiseplan mit fertiger Einkaufsliste für die ganze Woche. www.kidslife-magazin.de/kochplan.html Über 300 Beiträge zu den Themenbereichen Familienleben und Erziehung, Ernährung und Gesundheit, Schule und Kindergarten, Freizeit, Bildung, Baby, und vieles mehr... Attraktive Gewinnspiele Kidslife Literaturclub Medienratgeber Fotos: Digitalstock www.kidslife-magazin.de www.kidslife-magazin.de KidsLife 67

70 LEIB & SEELE ­ DIE ESSECKE DIE ESS-ECKE Big Dipper: So wird das Essen zur Party! DIPS ALS VORSPEISE SIND SO LECKER, DASS SIE GERADEZU SÜCHTIG MACHEN UND IHRE KINDER DIPPEN UND DIPPEN, BIS SIE SATT SIND. HIER IST DIE LÖSUNG: SERVIEREN SIE DIPS EINFACH ALS HAUPTMAHLZEIT. UNGESUND? GANZ IM GEGENTEIL, WENN DIE ZUTATEN SO LECKER UND VOLLWERTIG SIND WIE IN UNSEREN REZEPTEN. HIER WERDEN SELBST DIE GRÖSSTEN SUPPENKASPER GERNE ZUGREIFEN! Foto: fotolia F o t o : © To r s t e n S c h o n , F o t o l i a . c o m 68 KidsLife 02-2010

71 Dips sind cool: das finden nicht nur Kinder! Fotos:© Fotolia.com LAILAS LECKERES HUMMUS Zutaten (6 Personen) 1 Dose Kichererbsen (kleine Dose) 1 El Sesamöl 3 El Olivenöl 4 El Zitronensaft 2 El Wasser 1 El Sesamsaat 2 Knoblauchzehen Salz, frisch gemahlener Pfeffer Paprikapulver, rosenscharf Frische Blattpetersilie zum Garnieren Zubereitung Kichererbsen in ein Sieb geben und so lange mit Wasser spülen bis das Wasser klar bleibt. Kichererbsen in einen Mixbecher füllen. Knoblauchzehen klein schneiden, Zitrone auspressen. Öl, Knoblauch, Zitronensaft und Sesamkörner in den Becher geben und alles gut mixen (entweder in der Küchenmaschine oder mit dem Pürierstab). Nach und nach Wasser zugeben, damit ein cremiger Brei entsteht. Hummus kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Anrichten, mit Paprikapulver bestreuen und mit Petersilie garnieren. Dazu schmeckt Baguette. ½ TL Salz 2 Zehen Knoblauch 1 Tasse Enchilada-Sauce 1 Dose Pinto- oder Chilli-Bohnen 1 Becher saure Sahne 1 Tasse geriebener Käse Zubereitung Öl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen, Hackfleisch und Salz dazugeben und unter Rühren gut anbräunen. Restliches Öl und Knoblauch zufügen, bei mittlerer Hitze weiterbraten. Sauce unterrühren und leicht köcheln lassen, dann Bohnen und Frischkäse dazugeben. Vorsichtig rühren bis der Käse schmilzt, dann Hitze runterdrehen und Reibekäse dazugeben. Rühren bis der Käse geschmolzen ist. In einer Schüssel servieren. men mit Knoblauch, Zucker, Salz und Pfeffer pürieren. Fleischtomate waschen, Stielansatz entfernen und Tomate fein würfeln. Mit Zwiebeln, Koriander und Chilischote unter das Avocadomus rühren. EI-KRÄUTER-DIP Zutaten (6 Personen) 2 Eier 1 Bund Radieschen 1 Bund Schnittlauch 1 Bund Kerbel 200 g Salatgurke 5 El Salatmayonnaise 250 g Quark 150 g Sahnejogurt Salz Zubereitung Zuerst die Eier hart kochen, kalt abspülen, pellen und fein hacken. Radieschen putzen, waschen, in dünne Scheiben, den Schnittlauch in Röllchen schneiden. Kerbel hacken. Gurke schälen, längs halbieren, das weiche Innere entfernen, Gurke fein würfeln. Salatmayonnaise, Quark, Jogurt, etwas Salz, Pfeffer und 1 Prise Zucker verrühren. Radieschen, Ei, Schnittlauch (je 1 El zum Garnieren zurücklegen), Gurke und Kerbel unterrühren, eventuell nachwürzen. Mit den übrigen Zutaten garnieren. SPEEDY´S GUACAMOLE Zutaten (6 Personen) 3 reife Avocados 3 El Limetten- oder Zitronensaft 1 Knoblauchzehe (gepresst) 1 Fleischtomate 1 rote Chilischote (fein gewürfelt) 3 Zweige frischer Koriander 1 Prise Zucker, Salz und Pfeffer Zubereitung Avocados halbieren, Kerne entfernen und Fruchtfleisch mit einem Löffel in eine Schüssel schaben. Mit einem Fleischklopfer oder einer sauberen Flasche grob zerstampfen, Limetten- bzw. Zitronensaft darüber träufeln. Zusam- FEURIGER ENCHILADA-DIP Zutaten (6 Personen) 1 EL kaltgepresstes Olivenöl 500 g gemischtes Bio-Hackfleisch oder Putenhack www.kidslife-magazin.de KidsLife 69

72 LEIB & SEELE ­ DIE ESSECKE ROTE-LINSEN-DIP Zutaten 1 Zwiebel 1 Zimtstange 150 g rote Linsen 200 ml Gemüsefond aus dem Glas 1 Dose Tomaten (280 g Abtropfgewicht) Zubereitung Zwiebel würfeln. Mit der Zimtstange in 2 El Öl anbraten. Linsen und Fond zufügen und 6 Minuten dünsten. Tomaten, Salz und Zucker zufügen. Weitere 10 Minuten garen. kohl und zarte grüne Bohnen sind lecker. Tipp: Eine traumhafte Alternative zur Rohkost ist gegrilltes oder geschmortes Gemüse zu den Dips oder Kartoffelspalten, mit etwas Öl am Backblech knusprig gebacken. GEGRILLTES GEMÜSE 300 g Möhren 400 g Zucchini 1 Chilischote 1 Zehe Knoblauch 4 Kapseln Kardamom 400 g Auberginen Saft und Schale von 1 Biolimette 8 El Orangensaft 10 El Olivenöl Salz Zubereitung Ofen auf 200 Grad (Umluft 180 Grad) vorheizen. Gemüse klein schneiden. Por- tionsweise ca. 8 Minuten in je 1 El Öl (insgesamt 4 El) braten. Chili und Knoblauch hacken. Kardamom aus den Kapseln lösen, zerstoßen. Mit Chili, Knoblauch, Limettenschale und -saft, Orangensaft, Salz und 2 El Öl verrühren. Mit Gemüse mischen. Alles auf ein Blech geben und salzen. Im Backofen auf der 2. Schiene von unten ca. 45 Minuten garen. POTATO WEDGES 1 kg Kartoffeln (festkochend) 50 g Cornflakes 3 EL Sesamsaat 3 EL ganzer Kümmel 6 EL Öl Salz Zubereitung Die Kartoffeln sehr gründlich waschen, achteln und in eine Schüssel geben. Das Öl dazugeben und alles durchmengen bis alle Kartoffeln mit Öl bedeckt sind. Etwas salzen und nochmals gut mischen. Backofen vorheizen auf 250 C°. Die Cornflakes in kleine Stückchen bröseln. Die Kartoffelspalten in 3 gleichgroße Portionen aufteilen. Eine Portion in den Sesamkörnern wälzen, eine Portion im Kümmel und eine Portion in den Cornflakeskrümeln. Alle Kartoffelspalten auf das mit einem Backpapier belegte Backblech legen und ca. 25 Minuten backen bis sie goldbraun sind. << SCHAFSKÄSE-DIP 1 Tl brauner Zucker 3 große Datteln (entsteint) 150 g Schafskäse 150 g Sahnejoghurt 5 Stiele Minze (gehackt) Zubereitung Datteln würfeln. Mit Schafskäse, Joghurt und Minze verrühren, würzen. Mit dem Tomatendip zum Gemüse servieren. DAS SCHMECKT ZUM DIPPEN Streifen von getoastetem Pita-Brot, Vollkorn-Sesam- Grissini, Tortilla-Chips. Gemüse wie Staudensellerie, Karottten, Paprika, Gurke in Streifen schneiden und in Gläsern auf den Tisch stellen. Auch knackig gedämpfter Broccoli, Blumen- 70 KidsLife 02-2010 Fotos:© Fotolia.com

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74 LEIB & SEELE ­ DIE ESSECKE Lafers leichte Sommerküche Gourmet-Rezepte vom Sternekoch: für Diabetiker geeignet! DA WIRD DER TELLER GARANTIERT LEER: KAROTTEN-KOKOS-SALAT MIT ORANGEN-DRESSING UND GEBRATENEM HUHN ­ VON FERNSEHKOCH JOHANN LAFER SPEZIELL KREIERT. 72 KidsLife 02-2010 Fotos Doppelseite: © Diabetes Journal

75 KAROTTEN-KOKOS-SALAT MIT ORANGEN-DRESSING UND GEBRATENEM HUHN Zutaten (für 6 Personen) 5 junge Karotten 1 Kokosnuss 3 saftige Orangen (ca. 450 g) 2 EL Olivenöl 1 TL Speisestärke (5 g) Salz, Pfeffer 1 Limone, Saft 4 Hähnchenbrüste (je 150 g) 2 EL Rapsöl 50 g Spinat (geputzt) Zubereitung Karotten schälen. Kokosnuss aufbrechen, Fruchtfleisch aus der Schale lösen. Karotten und Kokosstücke in möglichst dünne Scheiben hobeln. Mit einem Sparschäler von einer Orange die Schale dünn abschälen und diese in feine Streifen schneiden. Alle Orangen auspressen (ca. 300 ml Saft). Orangenstreifen in 1 EL heißem Olivenöl anschwitzen, mit Orangensaft ablöschen und um die Hälfte einkochen lassen. Eingekochten Saft mit etwas angerührter Stärke leicht binden. Dann das restliche Olivenöl unterrühren. Dressing mit Salz, Pfeffer und Limonensaft abschmecken und mit gehobelten Karotten und Kokosnuss in einer Schüssel mischen. Etwa 30 Minuten durchziehen lassen. In der Zwischenzeit Hähnchenbrüste salzen und pfeffern und in heißem Rapsöl in einer Pfanne von beiden Seiten anbraten. Dann für etwa 10 Minuten in den 140 C° heißen Ofen geben. Hähnchenbrüste aus dem Ofen nehmen, 5 Minuten ruhen lassen, dann in Streifen schneiden und unter den KarottenKokos-Salat heben. Salat nochmals abschmecken und mit einigen jungen Spinatblättern servieren. Nährwert pro Portion: 28 g E, 32 g F, 17 g KH, 12 g Ba 0,5 BE, 0,5 KE, 65 mg Chol 175 mg Na, 1.130 mg K 340 mg Ph, 470 kcal, 1.880 kJ SEETEUFEL IM SCHINKENMANTEL MIT ERBSENMELONEN-MAKKARONI . Zutaten (4 Personen) 2 Schalotten 400 g frisch gepulte Erbsen (ersatzweise Tiefkühlerbsen) 3 EL Olivenöl 50 ml trockener Weißwein 200 ml Gemüsebrühe 100 ml fettreduzierte Sahne, z. B. Rama Cremefine zum Kochen, 15 % Fett 2 Seeteufelfilets à 250 g Salz, Pfeffer 6 Scheiben Parmaschinken ½ Honigmelone (entkernt) 20 g Halbfettbutter 2 EL frisch gehackter Dill 150 g Makkaroni Zubereitung: Schalotten schälen, fein würfeln und zusammen mit den Erbsen in 1 EL heißem Olivenöl anschwitzen. Mit Wein ablöschen, Brühe und Sahne dazugießen und bei schwacher Hitze etwa 6 ­ 8 Minuten garen. Anschließend die Hälfte der Erbsen mit einer Siebkelle aus dem Sud nehmen und abtropfen lassen. Restliche Erbsen zusammen mit dem Sud pürieren. Erbsensauce durch ein feines Sieb in einen Topf passieren. Makkaroni in kochendem Salzwasser bissfest garen, abschütten und in kurze Stücke schneiden. Nudeln zusammen mit den abgetropften Erbsen in die Erbsensauce geben und warm halten. Seeteufelfilets waschen, trockentupfen, mit Salz und Pfeffer würzen. Ofen auf 150 C° vorheizen. Je 3 Scheiben Schinken leicht überlappend nebeneinander legen. Filets darin einwickeln und in 2 EL Olivenöl rundum anbraten. Dann für 10 Minuten in den Ofen schieben. Melonenfruchtfleisch entweder mit einem speziellen Kugelausstecher aus der Melonenhälfte herauslösen oder die Melone schälen und in Würfel schneiden. Melonenkugeln bzw. -würfel unter das warme Erbsen-Makkaroni-Ragout mischen, mit Halbfettbutter und gehacktem Dill verfeinern. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Seeteufelfilets in ca. 3 cm breite Scheiben schneiden und mit den Erbsen-MelonenMakkaroni servieren. Nährwert pro Portion: 29 g E, 16 g F, 1 g Alkohol 18 g KH, 6 g Ba, 1,6 BE, 2,1 KE 45 mg Chol, 285 mg Na, 870 mg K 430 mg Ph, 340 kcal, 1.360 kJ www.kidslife-magazin.de KidsLife 73

76 LEIB & SEELE ­ DIE ESSECKE THAI-HÄHNCHEN-CURRY IN KOKOSRAHM Zutaten (4 Personen) Hähnchenbrüste (600 g) 1 Baby-Ananas (ca. 200 g) 2 EL Sesamöl 500 ml ungesüßte Kokosmilch 1-2 TL rote Currypaste, sehr scharf (Asialaden) 1 TL Speisestärke (5 g) 3 EL Thailändische Fischsauce (Asialaden) 200 g Thai-Duftreis (oder Basmatireis) 20 g geröstete Erdnüsse zum Bestreuen Korianderblätter zum Bestreuen Zubereitung: Hähnchenbrüste waschen, trockentupfen und in Stücke schneiden. Ananas sorgfältig schälen, vierteln, harten Strunk wegschneiden. Fruchtfleisch ebenfalls in mundgerechte Stücke schneiden. Sesamöl in einem Wok erhitzen und darin das Hühnerfleisch ca. 2 Minuten scharf anbraten. Ananasstücke und Currypaste unterrühren. Kokosmilch dazugießen und bei reduzierter Hitze weitere 5 Minuten köcheln lassen. Speisestärke mit Fischsauce verrühren, zum Hähnchen-Curry geben und es damit leicht binden. Reis mit 400 ml kaltem Wasser und einer Prise Salz in einen Topf geben, aufkochen lassen und bei reduzierter Hitze etwa 12-14 Minuten unter gelegentlichem Rühren garen. Das Curry mit Salz abschmecken und mit gehackten Erdnüssen und Koriander bestreuen. Dazu den gekochten Basmatireis servieren. Nährwert pro Portion: 41 g E, 10 g F, 50 g KH, 2 g Ba 3,1 BE, 3,7 KE, 100 mg Chol 170 mg Na, 1.020 mg K, 535 mg Ph 455 kcal, 1.820 kJ 1 rote Zwiebel 1 Granatapfel (ca. 100 g) 40 g Pinienkerne 3 EL Olivenöl 3 EL Balsamico Bianco-Essig 2 Minzezweige 2 Korianderzweige Salz, Pfeffer Prise Zimt (gemahlen) Schaschlik-Spieße je 1 rote und gelbe Paprika 2 Zwiebeln Lammfilet (300 g) Rinderfilet (300 g) 2 EL Olivenöl Salz, Pfeffer, Paprikapulver Zubereitung: Couscous mit kochender Brühe übergießen. Dann etwa 5 Minuten quellen lassen. Rote Zwiebel schälen und fein würfeln. Granatapfel aufbrechen, Kerne herauslösen. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Ofen auf 150 C° vorheizen. Für die Spieße Paprika vierteln, Kerngehäuse entfernen. Paprikaviertel in 3 cm große Stücke schneiden. Zwiebeln schälen, vierteln und in einzelne Blätter teilen. Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden. Lamm- und Rindfleischwürfel abwechselnd mit den Zwiebel- und Paprikastücken auf lange Spieße stecken. SchaschlikSpieße mit Salz, Pfeffer und etwas Paprikapulver würzen, in 2 EL heißem Olivenöl rundum scharf anbraten. Dann für 20 Minuten in den heißen Ofen geben. In der Zwischenzeit die roten Zwiebelwürfelchen in 1 EL heißem Olivenöl anschwitzen. Mit Essig ablöschen, etwas einkochen lassen, dann zusammen mit den Grantapfelkernen zum gequollenen Couscous geben und untermischen. Minze und Koriander mit den gerösteten Pinienkernen ebenfalls unter den Couscous mischen. Salat mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zimt abschmecken, etwas ziehen lassen. Dann mit den SchaschlikSpießen servieren. Dazu passt gut ein frischer Blattsalat als Beilage. Nährwert pro Portion: 40 g E, 24 g F, 46 g KH, 7 g Ba 2,8 BE, 3,7 KE, 100 mg Chol 90 mg Na, 830 mg K, 395 mg Ph 560 kcal, 2.240 kJ SCHASCHLIK MIT RINDUND LAMM AUF ORIENTALISCHEM COUSCOUS-SALAT Zutaten (4 Personen) Salat 200 g Couscous 250 ml Geflügelbrühe 74 KidsLife 02-2010 BUCHTIPP Alle unsere Rezepte stammen aus dem Buch: Das Diabetes- JournalKochbuch. Erschienen im Kirchheim Verlag 17,90 Euro

77 EXOTISCH DUFTEND UND LEICHT WIE EIN SOMMERTAG: JOHANN LAFERS THAI-HÄHNCHEN-CURRY IN KOKOSRAHM Fotos Doppelseite: © Diabetes Journal www.kidslife-magazin.de KidsLife 75

78 LEIB & SEELE So schützen Sie sich und Ihre Familie vor Typ-2-Diabetes Früher bezeichnete man Typ-2-Diabetes als "Alterszucker", heute aber tritt die Stoffwechselkrankheit, die sich epedemieartig verbreitet, immer häufiger auch bei Kindern und Jugendlichen auf. Übergewicht und Bewegungsmangel gelten als Risikofaktoren. ......................................................................................................................................................................................... Bewegung im Alltag ­ stark gegen Diabetes AUF DAS AUTO VERZICHTEN Lassen Sie für kurze Strecken das Auto in der Garage! Ihre Kinder können Sie auch zu Fuß von der Schule abholen. Ebenso können kleinere Einkäufe und Besorgungen mit dem Fahrrad erledigt werden. TREPPEN STEIGEN Es muss nicht immer der Aufzug sein! Nehmen Sie öfter mal die Treppe, und machen Sie sich gemeinsam mit Ihren Kindern den Spaß, die Stufen zu zählen. Vermitteln Sie Ihren Kindern, wo immer es nur geht, dass Bewegung Freude macht. FERNSEHEN REDUZIEREN Bewegungsmangel entsteht häufig durch Bequemlichkeit. Man setzt sich nach der Arbeit lieber vor den Fernseher als noch mal körperlich aktiv zu werden. Bestimmen Sie deshalb feste Zeiten für das Fernsehen und überschreiten Sie diese nicht. Gehen Sie stattdessen lieber noch mal eine Runde Spazieren. Fotos: © Fotolia.com SPORT Sollten Sie jetzt Lust auf noch mehr Bewegung bekommen haben, könnten Sie sich nach einer für Sie geeigneten Sportart umsehen. Wählen Sie am besten eine Sportart, die Sie gemeinsam mit Freunden ausüben können. Das macht viel mehr Spaß und der Ansporn zum Weitermachen ist erheblich größer. Quelle: www.gesundheit.de KidsLife p r o m o T i o n Gegen Typ-1-Diabetes sind bisher keine Präventionsmaßnahmen bekannt, aber das Risiko an Typ2-Diabetes zu erkranken kann man durch einen gesunden Lebensstil deutlich verringern. In einem Gesundheitsbericht der Deutschen Diabetes-Union (2008) heißt es, dass eine Gewichtsreduktion von etwa fünf bis sieben Prozent sowie 30 Minuten Bewegung an fünf Tagen in der Woche, eine Aufnahme von circa 15 Gramm faserhaltigen Ballaststoffen auf 1000 Kalorien und ein Fettanteil von weniger als 30 Prozent der täglichen Nahrung, einer Diabetes erfolgreich vorbeugt. Dabei sollte der Anteil von gesättigten Fettsäuren nur zehn Prozent betragen. Die Muskulatur ist unser wichtigstes Stoffwechselorgan, wenn es um die Energieverwertung geht. Je mehr Muskelmasse ein Mensch aufbaut, desto höher und besser ist seine Zuckerverwertung. Regelmäßige Bewegung und Kräftigung der Muskulatur ist deshalb für die Vorbeugung des Typ-2Diabetes von großer Bedeutung. Die beste Wirkung erzielt man mit drei- bis viermal pro Woche 30 Minuten Bewegung. Sie müssen jedoch nicht eine halbe Stunde am Stück mit Aktivität füllen. Sie können diese Zeit auch über den Tag verteilen. Wenn Sie z. B. zu Fuß zum Einkaufen (10 Minuten) gehen, Ihre 76 KidsLife 03­2008 Kinder per Pedes von der Schule abholen (10 Minuten) und abends statt fern zu sehen noch einen kleinen Spaziergang machen, haben Sie Ihr Tagesziel für den Anfang erreicht. Das gilt auch für Ihr Kind. Die diabetestour 2010: Jede Menge Infos und gute Unterhaltung für Diabetiker und Angehörige Die "diabetestour" ist eine Reihe von großen Informationsveranstaltungen für Diabetiker. Die "diabetestour ­ Ihr Gesundheitstag vor Ort" zum Thema Diabetes bietet Schulung, Training, Prävention für Diabetiker und Angehörige. Im Rahmen der Veranstaltungen gibt es Vorträge, Workshops mit praktischen Übungen, viele Informationen rund um die neuesten Produkten für Diabetiker sowie kostenlose Untersuchungen. Gestartet ist die "diabetestour" 2009 mit Stationen in Mainz und Hannover. Die diabetestour in Freiburg Sonntag, 4.07.2010, Neue Messe Freiburg Die diabetestour in Bochum Samstag, 4.09.2010, Ruhr-Congress Bochum Die diabetestour in Hannover Sonntag, 28.11.2010, Hannover Congress Centrum Weitere Informationen: www.diabetestour.de TYP-2-DIABETES VORBEUGEN Somit lässt sich der Typ-2-Diabetes vorbeugen! Dazu muss "einfach nur" ein Normalgewicht angestrebt, etwas Bewegung in den Tag integriert werden und eine gesunde ausgewogene Ernährung stattfinden. Die Energiebilanz muss stimmen, so dass die tägliche Kalorienaufnahme den Grundumsatz zuzüglich des Leistungsumsatzes nicht übersteigt. Auf diese Art lassen sich krankhafte Veränderungen im Fett- und Kohlenstoffwechsel sowie Bluthochdruck nahezu vermeiden. Wenn Diabetes bereits festgestellt wurde, heißt es etwaigen Spätschäden vorzubeugen. Hierzu wird eine normale Stoffwechsellage mit einer Blutzuckeroptimierung angestrebt. Daneben müssen auch Blutfettwerte und Blutdruck in normalen Bereichen gehalten werden. <<

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80 R A T & TAT Ein bisschen anders und gar nicht O8I5 Das besondere Diego, 4, liebt seine Schule, seine Familie und das Spielen im Garten. 78 KidsLife 02-2010

81 Die Künstlerin Elsa Mora Kind Die Schönheit einer besonderen Welt I N T E R V I E W: M A R T I N A V O IGT- S C H M I D F OTO S : E L SA MO R A Elsa Mora, auch genannt Elsita, ist eine multimediale Künstlerin aus Kuba. Zusammen mit ihrem Mann Bill, einem Filmproduzenten in Hollywood, lebt sie heute mit den gemeinsamen Kindern Natalie und Diego und ihrem Stiefsohn Miro in Los Angeles. Ihr kleiner Sohn Diego, 4, ist autistisch, hat sich aber dank besonderer Förderung und einem besonders einfühlsamen und kreativen Miteinander in der Familie so gut entwickelt, dass er heute einen herzlichen Kontakt mit seiner Familie hat und sich in seinen Fähigkeiten gar nicht so sehr von gleichaltrigen Kindern unterscheidet. Elsita ist eine besondere Frau. Obwohl sie sich voll für ihre Kinder einsetzt, gelingt es ihr auch erfolgreich als Künstlerin zu arbeiten und ihre ganz eigene Welt am Leben zu erhalten. Wir haben uns mit ihr über ihr Leben und besonders über ihren Sohn Diego unterhalten. Liebe Elsita, du machst einen großartigen Job ­ als Mutter und als Künstlerin. Es gelingt dir nicht nur, auf eine einzigartige und engagierte Weise für deine Familie zu sorgen, sondern auch deine eigene Kreativität zu nähren. Du bist unglaublich produktiv und machst filigrane Kunstwerke aus Papier, handgemachte Puppen, Zeichnungen und Skulpturen ­ ganz zu schweigen von vier verschiedenen Blogs, in denen du alles was du tust auch sehr professionell und liebevoll präsentierst. Was ist die Quelle deiner Energie? Wie gelingt es dir, Zeit für dich selbst zu haben und gleichzeitig den Kindern so viel Aufmerksamkeit zu geben? Eine Mutter und gleichzeitig eine professionelle Künstlerin zu sein ist wirklich eine Herausforderung, aber es ist absolut möglich, wenn du selbst daran glaubst. Ich glaube, es gibt da zwei Geheimnisse. Nummer eins: sorge ständig für einen Zustand der Inspiration. Und Nummer zwei: lerne, deine Zeit wirklich effektiv zu nutzen. Was die Inspiration angeht, so finde ich jede Menge davon in meinen Kindern. Wenn ich sehe, wie Natalie und Diego die Welt um sich herum entdecken, gibt mir das eine ganz besondere Perspektive. Auch andere Menschen und Künstler, die ich bewundere, inspirieren mich. Was das Zeitmanagement angeht, muss ich sagen, dass es für mich ein längerer Prozess gewesen ist. Nach meinem ersten Baby gab es eine Zeit, www.kidslife-magazin.de KidsLife 79

82 Das besondere Ich habe jemanden, der mir alle zwei Wochen dabei hilft, das Haus zu putzen und auf Vordermann zu bringen. Den Rest der Zeit sorge ich selbst dafür, dass alles nett aussieht und sich nicht zu viele Dinge ansammeln, indem ich jeden Tag etwas erledige. Wie alt ist Diego jetzt? Und welche Therapien bekommt er? Diego wird in diesem Juli fünf Jahre alt. Momentan bekommt er Sprachtherapie, Beschäftigungstherapie und Verhaltenstherapie sowie einige andere alternative Therapieformen wie Musik, Reiten etc. Glücklicherweise spricht er sehr gut auf das Angebot an. Welche Schule besucht Diego? Und wie gefällt es ihm dort? Diego besucht eine angesehene, nicht staatliche Schule die seit 1958 nach einem beziehungsorientiertem Modell arbeitet. Hier werden Kinder mit autistischen Störungen, Asperger-Syndrom, Lernbehinderungen, Entwicklungsverzögerungen und emotionalen Schwierigkeiten unterrichtet. Diese Schule ist die einzige in der ganzen Gegend um Los Angeles, die Kindern hilft, indem sie die ganze Familie mit einbezieht. Als Eltern sind wir sehr froh, Teil dieses Programms zu sein. Die Schule dauert täglich von 8.30 bis 12.30 Uhr. Danach folgen die anderen Therapieformen. Diego liebt seine Schule über alles, er hat ganz erstaunliche Fortschritte gemacht, seitdem er sie besucht. Einmal erwähntest du, dass du mit Diego arbeitest, indem du dem Kind die Führung übergibst und ich fand das sehr interessant. Dadurch wurdest du auch zu dem wunderbaren Buch "Blossom-Buddies" inspieriert, das wir im Handmade-Teil vorstellen. Ich lasse mich von meinen Kindern führen und sie lassen sich durch mich führen. Ich glaube, der beste Ansatz ist es zu verstehen, dass Elternschaft keine Einbahnstraße ist. Du lehrst deine Kinder und gleichzeitig lernst du von ihnen ­ und umgekehrt. Auf diese Art habe ich so viele Ideen für meine kreative Arbeit bekommen, und "Blossom-Buddies" ist ein Beispiel dafür. Die Idee dazu kam, als ich Diegos Faszination für den Garten beobachtete. So begann ich, aus Blättern, Blüten und anderen Pflanzenteilen verschiedene Blumencharaktere zu entwerfen. Diego wirkt so offen, so in Kontakt mit seiner Schwester. Wie ist es euch gelungen, diesen Kontakt zu ermöglichen, denn dies scheint am schwersten zu sein in der Arbeit mit autistischen Kindern? Diese erstaunliche Verbindung war nicht immer da. Es gab eine Zeit, in der es Diego gar nicht bewusst war, dass er überhaupt eine Schwester hatte. Es war herzzerreißend, denn Natalie dachte natürlich, dass ihr Bruder sie ablehnt und sie konnte nicht verstehen, warum. Es hat viel Arbeit erfordert, um an diesen Punkt zu gelangen, wo sich Diego ein Leben ohne seine Schwester gar nicht mehr vorstellen kann. Die Therapien haben da sehr geholfen, plus unser täglicher Umgang und die Art, in der wir für Gelegenheiten für die beiden sorgen, miteinander in Kontakt zu treten. Zeichnung von Elsita die zeigt, was wichtig ist für ihren Sohn. in der ich nicht wusste, wie ich neben meinem Job als Mutter künstlerisch tätig sein könnte und ich geriet in eine tiefe Depression. Es war eine harte Zeit für mich, aber auf lange Sicht gut, denn sie zeigte mir, was passiert, wenn man seinen persönlichen Freiraum verliert. Aus dieser bitteren Erfahrung habe ich gelernt, dass ich niemals wieder an diesen Punkt zurückkehren will. Hast du einen Rat für andere Eltern mit besonderen oder schwierigen Kindern, die sich völlig überfordert fühlen? Wenn du fühlst, dass die Anforderungen, die deine besonderen Kinder an dich stellen, zu mächtig werden, dann musst du anhalten und dich wieder um dich selbst kümmern. Wenn du nicht glücklich bist, ist es sehr schwer, gut für deine Kinder zu sorgen. Du brauchst deine eigene, persönliche Welt und musst sie mit den Dingen füllen und ernähren, die du am meisten genießt. Das macht dich stärker. Du kannst keine schweren Gewichte stemmen, wenn deine Kraft nicht ausreicht. Hast du Hilfe mit den Kindern und der Hausarbeit? Wir hatten einige Zeit ein Kindermädchen, wofür ich sehr dankbar bin. Aber gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass es mir etwas wegnahm von meiner eigenen Verbindung zu meinen Kindern. Nun kümmere ich mich alleine um alles, was eine Menge Arbeit bedeutet, was ich aber trotzdem nicht ändern möchte. Ich glaube, eine wirklich gute Verbindung zu den Kindern kommt daher, dass man zusammen Dinge bewältigt, die nicht einfach sind. Jetzt muss ich meine Kinder bitten, mit mir zu kooperieren und so entsteht eine Art Teamgefühl. Es erfordert Beständigkeit, Disziplin und Geduld, aber wenn ich die positiven Resultate sehe, macht es wirklich Sinn. 80 KidsLife 02-2010

83 Kind Es ist erstaunlich, was Diego alles gelernt und erreicht hat. Glaubst du, dass solche Fortschritte prinzipiell für jedes autistische Kind möglich sind? Ja, es ist wirklich erstaunlich, was autistische Kinder lernen und erreichen können. Denk nur an Dr. Temple Grandin (www.templegrandin.com). Als Kind war Temple ein harter Fall ­ bis zum Alter von dreieinhalb Jahren hat sie kein Wort gesprochen ­ und nun ist sie eine erfolgreiche Erwachsene und wurde dieses Jahr vom Time-Magazine in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt gewählt. Bevor ich genug über Autismus wusste, war meine Vision bezüglich Diegos Zukunft unklar. Aber je mehr ich lerne und andere erfolgreiche Fälle sehe, desto klarer wurde mir, wie viel Diego erreichen kann. Das allerwichtigste für ein autistisches Kind ist das frühe Eingreifen und die aktive Beteiligung der Eltern. Natalie scheint prima auf ihren Bruder einzugehen, aber für sie, als ein begabtes und sensibles Kind muss es manchmal schwierig sein, dass ihr Bruder so viel Aufmerksamkeit braucht und bekommt. Einen Bruder wie Diego zu haben, ist hart für Natalie. Sie sieht ja, wie viel Aufmerksamkeit er von uns braucht. Wir versuchen, so offen wie möglich mit ihr zu sein und sprechen über Diegos Zustand und darüber, wie schwer ihm fällt, Dinge zu erlernen, die für sie ganz einfach sind. Sie versteht schon, dass Diego viel Hilfe braucht, aber natürlich ist sie ein Kind und braucht auch viel Aufmerksamkeit. Wir sorgen dafür, dass sie sich wirklich besonders behandelt fühlt, durch bestimmte kleine Gewohnheiten. Beim Frühstück sage ich zum Beispiel zu ihr: "Eure Majestät, Frühstück ist fertig. Ich habe es genauso gemacht, wie ihr es gerne habt. Bitte genießt es, und lasst mich wissen, ob ich Euch in irgendeiner Weise behilflich sein kann. Mein Job ist es, die Königin glücklich zu machen." Dann lächelt sie und fühlt sich wichtig und wertvoll. Wir erweisen ihr viele kleine Gefälligkeiten und sorgen dafür, dass Papa oder Mama auch mal nur für sie alleine da sind. Du bist eine Künstlerin und alle Künstler haben eine eigene Welt. Kannst du deshalb deinen Sohn besser so akzeptieren, wie er ist und wahrnehmen, wie viel er zu geben hat? Du hast das magische Wort gesprochen: Akzeptieren. Meine Welt ist reicher und besser geworden, als Künstlerin und als Mensch, seitdem ich akzeptiert habe, dass ich ein "besonderes" Kind habe, das immer "anders" sein wird. Um nichts in der Welt würde ich Diego ändern wollen ­ es ist eine Freude, mit ihm zusammen zu sein. Sein Sinn für Humor, die Art und Weise, wie er die Dinge auf den Kopf stellt manchmal, seine Art, mit so viel Originalität zu kommunizieren. Er bringt so viel Freude in unser Leben. Wir sind eine starke Familie mit großer Nähe zueinander, besonders wegen Diego. Wenn man lernt, wie man Schönheit findet in dieser "anderen" Welt, dann hat man einen Schatz gefunden. Wir schätzen uns glücklich! << Diego und seine Schwester Natalie bei einer Hochzeit Autismus ­ was ist das? Autismus (aus dem griechischen "selbst") wird von Ärzten, Wissenschaftlern, Eltern und Autisten selbst als eine angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns beschrieben, die sich schon in früher Kindheit bemerkbar macht. Andere beschreiben Autismus als angeborenen abweichenden Informationsverarbeitungsmodus, der sich durch Schwächen in sozialer Interaktion und Kommunikation sowie durch stereotype Verhaltensweisen und Stärken bei Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Intelligenz zeigt. Autisten erleben die Welt anders. In aktuellen Diagnosekriterien wird zwischen frühkindlichem Autismus (Kanner-Syndrom) und dem Asperger-Syndrom unterschieden, das sich oftmals erst nach dem dritten Lebensjahr bemerkbar macht. Viele Ärzte vermuten jedoch mittlerweile ein Autismusspektrum, das verschiedene Schweregrade kennt. Eltern autistischer Kinder erleben nachweislich signifikant mehr Stress als Eltern von Kindern mit anderen Krankheiten oder Behinderungen. Eine Reduzierung des Stresses der Eltern zeigt deutliche Besserungen im Verhalten ihrer autistischen Kinder. Es gibt starke Hinweise für einen Zusammenhang zwischen der Stressbelastung der Eltern und den Verhaltensproblemen ihrer Kinder, unabhängig von der Schwere des Autismus. WEBTIPPS Autismus Deutschland e. V.: http://w3.autismus.de Hilfe für das autistische Kind: www.autismus-web.de (Linksammlung mit zahlreichen Webadressen) Infoportal für Autismus: www.autismus1.de www.kidslife-magazin.de KidsLife 81

84 FLIMMERN & RAUSCHEN ­ SURFEN FÜR DIE SCHULE Surfen für die Schule PA U K E N A M P C ­ S O G E H T ' S R I C H T I G ! MIT VIELEN TIPPS UND INFOS ZUR NUTZUNG VON SUCHMASCHINEN UND LEXIKA IM INTERNET TEXT: MICHAEL SCHNELL, PROJEKTLEITER DES INTERNET-ABC F O T O S U N D P L Ü S C H F I G U R E N : L I Z E T T E G R E C O + G R E C O L A B O R AT I V O 82 KidsLife 02-2010

85 Nachschlagen im Lexikon war gestern, aber ­ wie seriös sind die Informationen von Google & Co.? ch schlag mal kurz was für die Schule nach!", ruft die 11-jährige Kira noch schnell ihrer Mutter zu ­ und flitzt nicht zum Bücherregal mit dem mehrbändigen Lexikon, sondern zum PC. Kurz Wikipedia aufrufen, Begriff eingeben, nachlesen. Dafür muss Kiras Bruder Jonas, ein Jahr älter als sie, sein Computerprogramm unterbrechen, mit dem er seit einer halben Stunde Englischvokabeln büffelt. Karteikarten nutzt hier schon lang keiner mehr. Fragt man Kinder, wofür sie PC und Internet vornehmlich nutzen, dann antworten viele: "Für die Schule und zum Lernen!" Bei der Internetnutzung steht der Punkt "Infos für Schule suchen" sogar auf Platz 2, noch vor Spielen und Chatten. Trotzdem sehen viele Eltern das mit Sorge oder zumindest mit einer gewissen Skepsis: Hört man nicht hier und da etwas von Abzocke, gerade im Bereich der Hausaufgabenhilfe? Und wie sieht's mit der Glaubwürdigkeit der Quellen im Internet aus ­ ist mein Kind da kritisch genug? Computer und das Internet ­ die einen früher, die anderen später, je nachdem, inwieweit diese Medien im alltäglichen Familienleben integriert sind. Feste Grenzen, ab wann welches Kind etwas am Bildschirm machen darf, sind nur schwer festzulegen. Kleine Lernspiele können am PC sicherlich schon recht junge Kinder meistern. Die Nutzung des Internets ist da schon problematischer: Die meisten Angebote erfordern eine gewisse Lesekompetenz, für Mitmachangebote müssen Kinder oft schon gut und rasch schreiben können. Zudem fehlt vielen jungen Kindern noch die notwendige Medienkompetenz. Den Browser bedienen, mit der Maus auf einen Link klicken ­ das schaffen schon die Jüngsten. Gefahren erkennen, kritisch auf einzelne Inhalte reagieren, den Sinn der (teilweise aggressiven) Werbung erfassen ­ das überfordert oftmals selbst Jugendliche und noch so manchen Erwachsenen. Interessiert sich also bereits die sechsjährige Lara für das Internet, vielleicht weil der Vater mit sichtbarer Begeisterung herumsurft, ist darauf zu achten, dass sie sich in einem gut behüteten Raum bewegt. Der beste Schutz sind die Eltern, die das Kind beim Surfen begleiten. Und das heißt bei solch jungen In- ternetnutzern zunächst einmal: daneben sitzen bleiben! Als zusätzliche Hilfe kann eine Schutzsoftware (z. B. von fragFINN) eingesetzt werden. Ein "Parken" gerade jüngerer Kinder vor dem PC mit Internetzugang sollte tabu sein. Bei älteren Kindern steht vielleicht die Überlegung an, ab wann ein Computer, ab wann zusätzlich ein Internetzugang im eigenen Zimmer vertretbar sind. Steht der PC im Wohnzimmer, so besteht eine zusätzliche soziale Kontrolle. Ansonsten gilt wie auch bei anderen Erziehungsmaßnahmen: Die Leine kann länger werden, je mehr Verantwortungsgefühl das Kind zeigt. EMPFOHLENE RICHTWERTE: · eigener PC im Kinderzimmer ab 12 Jahre · eigener PC mit Internetzugang im Kinderzimmer ab 14 Jahre Die tägliche Zeit vor dem PC: · Grundschulkinder: bis 30 Minuten · Zehn- bis 13-Jährige: bis 60 Minuten · Jugendliche: bis 90 Minuten Tipp: Bei Spielen, aber auch bei umfangreicherer Lernsoftware ist die Festlegung eines Wochenbudgets ratsam, da manche Titel erst eine gewisse Einarbeitungszeit erfordern. PC UND INTERNET ­ AB WELCHEM ALTER? Die meisten Kinder zeigen ungefähr im Grundschulalter ein erstes Interesse für den www.kidslife-magazin.de KidsLife 83

86 FLIMMERN & RAUSCHEN ­ SURFEN FÜR DIE SCHULE Ab der 3. oder 4. Klasse wird das Internet auch zu Unterrichtszwecken eingesetzt, teilweise sehr vorbildlich, teilweise aber auch nur im Rahmen der Hausaufgaben: "Schaut mal zu Hause im Internet nach, wie viele Ameisen in einem Ameisenhügel leben!" Meist wird dann bei Wikipedia oder über Google gesucht ­ mit oftmals mäßigem Erfolg. Google zeigt mehrere Hunderttausend Ergebnisse an, Wikipedia-Artikel sind teilweise unverständlich oder nicht kindgerecht formuliert. Viele Kinder meinen zudem, dass die Inhalte der unzähligen Internetseiten auf ihre Richtigkeit hin geprüft seien. Hier gilt es zum einen, Kindern einen kritischen Umgang mit diesen Inhalten beizubringen; zum anderen können Eltern dem Nachwuchs Internetseiten zeigen, die speziell für Kinder erstellt wurden: Suchmaschinen und Linksammlungen zu einzelnen Schulfächern, die nur geprüfte Seiten anzeigen oder auch Kinderlexika. Aber Vorsicht: Es gibt einige Angebote im Internet, die Kinder abzocken wollen. Sie versprechen kostenlose Referate und Materialien, doch meist ist nur die Registrierung umsonst. Das Kleingedruckte, das kaum gelesen wird, verrät die weiteren Kosten. Wird nicht gezahlt, folgen Mahnschreiben. Hier sollten sich Eltern rasch mit der Verbraucherzentrale vor Ort in Verbindung setzen. · Wikipedia für Kinder: Im Grundschulwiki (http://grundschulwiki.zum.de) können Kinder an einem Online-Lexikon mitarbeiten. LINKSAMMLUNGEN: · Schulfachnavigator des Internet-ABC (http://www.internet-abc.de/kinder/linktippsschule.php): Das Internet-ABC liefert eine Fülle an nützlichen und geprüften Linktipps mit Altersangaben für die einzelnen Schulfächer. TIPPS ZUR BENUTZUNG EINER SUCHMASCHINE · Möglichst eine genaue Bezeichnung eingeben: Wer nach einem Dackel sucht, sollte auch "Dackel" und nicht "Hund" eingeben. · Mehrere Begriffe eingeben: Wer den Unterschied zwischen einem afrikanischen und einem asiatischen Elefanten wissen möchte, erhält wenigere, aber bessere Ergebnisse, wenn er "Elefanten Afrika Asien" eingibt statt einfach nur "Elefant". · Begriffe zusammenfassen: Für die erfolgreiche Suche nach der Bedeutung einer Redewendung oder nach mehreren Wörtern, die genau in dieser Reihenfolge stehen müssen, setzt man am besten alles in Anführungsstriche: "Einen Denkzettel verpassen" · Begriffe ausschließen: Mit einem Minuszeichen können Begriffe ausgeschlossen werden: Informationen über Ameisenbären in der freien Wildbahn erhält man eher, wenn man eingibt: "Ameisenbär Zoo". · Ergebnisse kritisch sehen: Die ersten Ergebnisse sind nicht immer die besten. Und: Es empfiehlt sich, mehrere Seiten anzuschauen, die das gleiche erklären. ..................................................................................................................................................................................... WO FINDEN KINDER DIE RICHTIGEN INFORMATIONEN FÜR DIE SCHULE? ZUM MITSCHREIBEN: Lernen mit der Maus: SICHERE SUCHMASCHINEN FÜR KINDER: · Blinde Kuh (www.blinde-kuh.de) und frag FINN (www.fragfinn.de): Als Suchergebnisse erscheinen nur Seiten, die von einer geschulten Redaktion geprüft worden sind. "Bei manchen Schülern mit Motivationsproblemen im Bereich Schule und Lernen kann der Einsatz des Computers etwas mehr Begeisterung hervorrufen!" ABSCHREIBEN UND KOPIEREN GILT NICHT! Manchmal dürfen Kinder ihre schriftlichen Hausarbeiten am PC erstellen. Ab ins Internet, den entsprechenden Inhalt von einer Seite kopieren, ein paar Bilder aus dem Netz dazustellen und ausdrucken ­ schon sieht die Hausarbeit besser aus als so manche handgeschriebene Seite. Oder schlicht in SchülerNetzwerken nachfragen, wer denn schon mal ein Referat zum Thema "XY" gehalten hat oder wer noch die Mathe-Klausuren von Lehrer Müller aus dem letzten Jahr besitzt. Das geht alles so einfach, dass manchmal derjenige schief angeschaut wird, der seine Hausaufgaben "ehrlich" erledigt hat. Jüngeren ist zudem oft gar nicht bewusst, dass so LEXIKA: · Das Wissens-Lexikon der Kinderinsel des Bayerischen Rundfunks (http://www.br-online.de/kinder/fragen-verstehen/wissen/) liefert leicht verständliche Infos zu vielen Themen. · Beispiel Tiere: Das Tierlexikon für Kinder des Kindernetzes (Südwestrundfunk, http://www.kindernetz.de/oli/tierlexikon) ist eine wahre Fundgrube für Tierfreunde. · Beispiel Politik: Das Nachrichten-Lexikon von sowieso.de (http://www.sowieso.de/zeitung/-Lexikon-) bietet gut verständliche Informationen vornehmlich zur Politik ­ zum Teil auch vorgelesen! 84 KidsLife 02-2010

87 manches Kopieren verboten sein könnte. Eltern sollten wissen und ihrer Tochter/ihrem Sohn nahelegen, dass die Aneignung von Wissen mithilfe des Internets legitim, das bloße Abschreiben dafür aber kaum geeignet ist. Daneben besteht die Gefahr, das Urheberrecht zu verletzen, wenn fremde Inhalte innerhalb des Unterrichts ins Netz (zum Beispiel auf eine schuleigene Internetseite) gestellt werden. Und davon abgesehen kennen auch viele Lehrkräfte die möglichen Internetquellen schon sehr gut! "Jüngeren Kindern ist oft gar nicht bewusst, dass das Kopieren von Texten und Bildern aus Beiträgen im Internet verboten sein könnte." gewählt werden, bestimmte Wissenslücken können gezielter ausgefüllt werden. Und nicht zu vergessen: Niemand lacht bei einer falschen Antwort: Wer "nämlich" mit "h" schreibt, ist nicht länger dämlich (denn das ist man immer nur in der Einschätzung anderer), sondern macht es beim nächsten Mal einfach besser. Gute Software ersetzt keinen Unterricht und auch nicht das Lernen an sich. Sie ist meist nicht auf den Unterrichtsstoff und schon gar nicht auf das jeweilige Lehrbuch abgestimmt. Trotzdem sind verschiedenste Lernprogramme imstande, das Wissen um größere Zusammenhänge (z. B. in Sachkunde oder später in den Naturwissenschaften) zu stärken, gewisse Fertigkeiten (z. B. in Rechnen und Mathematik) einzuüben oder den Wortschatz (Fremdsprachen) zu erweitern. Empfehlenswerte Software zum Lernen sind übrigens im Internet-ABC zu finden, sortiert nach Schulfach und Alter des Kindes: http://www.internet-abc.de/eltern/lernsoftware-suche.php. RICHTIG EINGESETZT ... können PC und Internet also selbst für Kinder, die noch zur Grundschule gehen, eine große Hilfe bei der Bewältigung von Hausaufgaben sein und eine sinnvolle Unterstützung beim Lernen darstellen. Hier sind Eltern und PädagogInnen gefragt, die beim Einsatz der gar nicht mehr so "Neuen Medien" für die Schule eng zusammenarbeiten sollten. << ÜBEN UND LERNEN AM BILDSCHIRM Bei manchen Schülern mit Motivationsproblemen im Bereich Schule und Lernen kann der Einsatz des Computers ein wenig mehr Begeisterung hervorrufen. Dazu trägt die bei etlichen Kindern und Jugendlichen anzutreffende Technikbegeisterung ebenso bei wie die oftmals andere Herangehensweise einer Lernsoftware an den Lernstoff. Am Computer kann "freier" gelernt werden: Es gibt weniger Zeitvorgaben, die Reihenfolge des zu lernenden Stoffs kann oft selbst FOTOS: Die Arbeiten von Lizette Greco + Grecolaborativo sind das Produkt einer familiären Zusammenarbeit. Die Entwürfe für die fantasievollen Stofftiere basieren auf den Zeichnungen der beiden Kinder und werden ausschließlich aus gebrauchtem, recyceltem Material hergestellt. Auch Kundenwünsche können umgesetzt werden. Die Figur Pudú mit seinem Computer wurde für die Kampagne "Ein Computer für jedes Kind" in Chile entwickelt. Weitere Informationen: www.grecolaborativo.com, www.flickr.com/photos/lizettegreco/ www.kidslife-magazin.de KidsLife 85

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89 KidsLife im Abo Jetzt mit hochwertiger Prämie als Dankeschön! Nur 19,60 Euro für ein Jahr (vier Ausgaben) Gratis zu Ihrem Abo! Eine spannende Entdeckungsreise für die ganze Familie rund um Körper und Gesundheit ­ mit Musik und viel Spaß: Das Gesundheits-Musical von Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer Wie funktioniert unsere Atmung? Wie sehen Blutkörperchen aus? Was passiert im Körper, wenn man hustet? Diese Fragen können kaum spannender beantwortet werden als bei einer Reise in den menschlichen Körper. Und auf diese nimmt der kleine Medicus Nanolino mit, der mit viel Neugier dem Thema Gesundheit auf die Spur kommen will. In dem Musical und dem gleichnamigen Hörspiel, beides basierend auf dem im Rowohlt-Verlag erschienenen Erfolgsbuch von Dietrich Grönemeyer, wird Kindern nicht nur vieles erklärt, sondern auch gezeigt, wie man sich gesund hält oder wie man seinem Körper schadet. Spannend und ohne erhobenen Zeigefinger. Mit der Musik von Reinhard Horn und Daniel Arruda sowie den Texten von Dietrich Grönemeyer kann die ganze Familie die Reise des kleinen Medicus miterleben. Die Geschichte von Nanolino, der beschließt, Arzt zu werden, wird von Grönemeyer unterhaltsam erzählt, immer wieder abgewechselt durch Songs rund um die Themen Körper und Gesundheit. So entsteht ein Gesundheitsunterricht der besonderen Art, bei dem auch Erwachsene noch etwas lernen können. Der kleine Medicus ­ das Gesundheitsmusical nach dem gleichnamigen Bestseller von Dietrich Grönemeyer CD: 0202772KID, EdelKids, EAN: 4029759027720 Ab 6 Jahre, Spielzeit: 80 Minuten, 9,95 Euro Senden Sie noch heute Ihre Abo-Bestellung an: Fax 06133-926253 Abobestellung auch im Internet möglich: www.kidslife-magazin.de oder Abschnitt per Post senden (Adresse siehe unten) ---------------------------------------------------------------------------------Hier abtrennen und faxen o. in frankiertem umschlag per Post senden P er Post senden an: Abonnementservice KidsLife · BoSCHStrASSe 3, 55283 NierSteiN Ja, ich möchte die Cd "der kleine medicus ­ das Gesundheitsmusical" gratis zu meinem Abo erhalten. (Bitte ankreuzen) Ja, ich will 4 x KidsLife Jahresabonnement 19,60 Euro inkl. Versand & MwSt. ich verschenke das KidsLife-Abo an: (Bitte auch ihr eigenes Adressfeld links ausfüllen) ich zahle per rechnung ich zahle ganz bequem per Bankeinzug: name/Vorname name/Vorname Straße/Hausnummer PLZ, ort telefon e-mail-Adresse Geb.-datum die Belieferung kann jederzeit durch eine kurze mitteilung an Abonnementservice KidsLife, Boschstraße 3, 55283 nierstein in textform (z. B. Brief oder e-mail) beendet werden. Bankleitzahl Geldinstitut Kontonummer Straße/Hausnummer PLZ, ort Geb.-datum widerrufsrecht: die Bestellung kann ich innerhalb der folgenden zwei Wochen ohne Begründung beim Abonnementservice KidsLife, Boschstraße 3, 55283 nierstein in textform (z. B. Brief oder e-mail) widerrufen. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung. datum unterschrift KidsLife erscheint im KidsLife Medienverlag GmbH & Co. KG, Potsdamer Straße 29, 14469 Potsdam

90 FLIMMERN & RAUSCHEN Bei Kindern hoch im Kurs: Wissenssendungen im Fernsehen ür den zehnjährigen Markus ist die Sendung Wissen macht Ah! (ARD) ein echtes Fernsehhighlight, "weil die da Themen nehmen, die auch im Alltag drankommen". Kinder sind neugierig auf die Welt, die sie umgibt, und werden nicht müde, ihre Umwelt mit Fragen zu löchern. Auch das Fernsehen bietet ihnen ­ neben Spaß und Entspannung ­ einen Fundus an Informationen, die viele Kinder mit Begeisterung aufnehmen. Bei ihrer Suche nach Antworten können sie allerdings auch über Angebote stolpern, die statt kindgerechter Inhalte ein verzerrtes und fragwürdiges "Wissen" über die Welt vermitteln. Umso wichtiger ist es für Eltern, sich mit den Sendungen zu beschäftigen, die bei Kindern unter "wissenswert" laufen. WAS ANREGEND IST, KOMMT GUT AN Foto:© Fotolia.com Geht es darum, sich zu informieren, spielt das Fernsehen für Kinder eine wichtige Rolle. Dort gibt es eine große Fülle an Angeboten, die sich explizit an Kinder wenden: Sie reichen von Magazinsendungen wie pur+ (KI.KA) über Kindernachrichtensendungen wie logo! (KI.KA) bis hin zu Kunst- und Bastelsendungen wie Artzooka (Nickelodeon). Aber nicht alles, was sich an Kin- 88 KidsLife 02-2010

91 der richtet, kommt bei ihnen auch an. Eindeutige Favoriten sind solche Sendungen, in denen gebastelt und experimentiert wird. Für den elfjährigen Ben steckt WoW - die Entdeckerzone (SuperRTL) voller Anregungen und Ideen: "Also, da erfährt man wirklich sehr viel und das ist auch gut gemacht und da will man auch dranbleiben. Einmal hab ich Kupfergeld in Essig gelegt. Das war ein Spaß. Meine Mutter wollte das Geld gar nicht mehr zurück, es war ganz grün." Die Lieblingssendung der achtjährigen Michaela ist Wissen macht Ah!, "weil da machen sie sehr viele Experimente und sie zeigen viele Filme, sie erklären auch vieles und es ist einfach auch ein bisschen auf lustig gemacht". Neben der Faszination für DIE BELIEBTESTEN WISSENSExperimente, die alltäglichen SENDUNGEN BEI KINDERN Fragen auf den Grund gehen, Wissen macht Ah lassen sich Kinder von BastelÄußerst informativ und anschaulich vermitteln anregungen begeistern. Pia Moderator Ralph und Kollegin Shary Wissen über (zehn Jahre) schaut sich am komplizierte Dinge. liebsten die Sendung ArtWoW - Die Entdeckerzone zooka an, "weil da viele BaMit der Unterstützung engagierter Nachwuchswissteltipps drin sind und die senschaftler erklären Nina und Marcus Alltagsphäsind einfach und die erklären nomene. die auch gut." Häufig probieDie Sendung mit der Maus ren Kinder einiges, was sie in Neben interessanten Sachgeschichten, die Warumden Sendungen sehen, auch Fragen von Kindern beantworten, sorgen kurze gleich selbst aus: Sie malen, Episoden mit der Maus und ihren Freunden für basteln nach, wiederholen Spaß. Experimente oder machen bei einer Postkartenaktion mit. Neben der Möglichkeit, selbst aktiv werden zu können, reizen Mädchen und Jungen vor allem Themen, bei denen sie Bezüge zu ihrer eigenen Alltagswelt herstellen können. Die zehnjährige Helene findet, "dass man in Tiersendungen viel lernen kann, weil ich ein Haustier hab' und mich für Tiere interessiere". Darüber hinaus eröffnen Sendungen wie WoW ­ Die Entdeckerzone oder pur+ Kindern auch Einblicke in Lebensbereiche, die außerhalb ihrer eigenen Welt liegen. Besonders älteren Kindern ist dieser Aspekt wichtig, denn "da sieht man mal, wie es in anderen Ländern oder so zugeht" (Meike, zwölf Jahre). Ziel von FLIMMO ist es, Eltern und Erziehenden die Sichtweisen der Kinder auf Fernsehangebote nahe zu bringen und ihnen Mut für eine Fernseherziehung zu machen, die die Kompetenz der Kinder fördert. FLIMMO vermittelt zwischen den Wünschen der Kinder und den Sorgen, die Eltern in Bezug auf das Fernsehen haben. Dazu betrachtet FLIMMO das Fernsehen aus Kindersicht und erklärt, welche Wünsche Kinder zwischen drei und dreizehn Jahren an das Fernsehen herantragen, welche Fähigkeiten sie haben, das Gesehene zu verarbeiten, welche Angebote für sie heikel oder gar problematisch sein können. Grundlage von FLIMMO sind die Ergebnisse medienpädagogischer Forschung. Sie werden kontinuierlich ausgewertet und für FLIMMO nutzbar gemacht. Zusätzlich werden halbjährlich 3- bis 13-Jährige zu ihrem Fernseherleben befragt. Auf dieser Basis bietet FLIMMO Eltern und Erziehenden Orientierungshilfen zum Thema Kind und Fernsehen sowie umsetzbare Hilfestellungen. Weitere Informationen: www.flimmo.tv Der FLIMMO erscheint dreimal pro Jahr als Broschüre. Kostenloses Probeexemplar über Tel. 089 / 63 808 280. Orientierungshilfen zum aktuellen Programm FLIMMO nimmt Kinder- und Erwachsenenprogramme unter die Lupe, das 3- bis 13-Jährige gerne sehen oder mit denen sie als Mitseher in Berührung kommen. Die Eleente, die sie ansprechen, werden aus Kindersicht bem sprochen. Halten die Sendungen für Kinder t Stolper s eine bereit, wird die Kindersicht mit einem pädagogischen Hinweis ergänzt. Um einen schnellen Überblick zu bieten, sind die Sendungen in drei Rubriken geordnet: Kinder finden's prima Diese Sendungen bieten aus Sicht von Kindern »gutes Programm«: Unterhaltsames, Spannendes, Lustiges und Lehrreiches. Aus pädagogischer Sicht gibt es keine ernsthaften Einwände. Enthält die Sendung Elemente, die jüngere Kinder überfordern, wird eigens darauf hingewiesen. BEI ELTERN ZÄHLT DER INFORMATIONSWERT Von den Wissenssendungen, die Kindern geläufig sind, kennen Eltern gerade mal die Hälfte. Bekannt sind ihnen vor allem die Klassiker wie Löwenzahn (ZDF) und Die Sendung mit der Maus (ARD). Geht es darum, was eine gute Sendung auszeichnet, zählt für viele Eltern der Bevorzugte Medien zur Lerneffekt. Eine Mutter sagt: "Wissen macht Ah! Informationssuche schauen wir öfter an, da lernt meine Tochter viel, Bücher 85% da zitiert sie mir auch Sachen." Insgesamt ist festFernsehen 73% zustellen, dass Eltern eher auf anwendbares AllInternet 66% gemeinwissen Wert legen, während Kinder einen Zeitschriften 44% weiter gefassten Wissensbegriff haben: Der witRadio 19% zig animierte Basteltipp zählt bei ihnen mindeZeitung 17% stens ebenso viel wie Fakten über Natur, Technik CD-Rom 17% (Quelle: www.flimmo.tv/kinderbefragung) oder die Länder der Erde. Einige Eltern nutzen die Wissenssendungen dazu, mit ihren Kindern über bestimmte Themen ins Gespräch zu kommen. So berichtet eine Mutter: "Ja, das war vor kurzem, da kam bei Willi will's wissen (ARD) eine Sendung über den Tod. Und das ist ein Thema, das meine Tochter unheimlich beschäftigt hat, seit mein Vater gestorben ist. Und das hat sie unheimlich berührt und da haben wir nach der Sendung lange Diskussionen darüber geführt." Mit ecken und Kanten Sendungen dieser Rubrik werden von Kindern zwar als reizvoll betrachtet, enthalten aber Elemente, die ihnen aus pädagogischer Sicht auf Dauer nicht zuträglich sind. Diese Elemente werden in einem pädagogischen Hinweis erläutert. Nicht für Kinder Sendungen in dieser Rubrik enthalten Bestandteile, die für Kinder schwer verkraftbar sind. Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können. Wenn Kinder solche Sendungen aus eigenem Antrieb oder als "Mitseher" anschauen, brauchen sie Zuwendung oder Erklärung, um das Geseeise hene zu verarbeiten. Hier wird nicht die Sicht w der Kinder eingenommen, sondern beschrieben, welche Elemente für sie problematisch sind. Die Zuordnung zu dieser Rubrik sagt nichts über die Qualität der jeweiligen Sendung aus.

92 FLIMMERN & RAUSCHEN FRAGWÜRDIGES WISSEN UND VERMEINTLICHE REALITÄT Kinder holen sich ihre Informationen allerdings nicht nur aus Sendungen, die speziell für sie gemacht und gedacht sind. Neben Nachrichtensendungen, Wissensmagazinen und Quizshows stehen auch Boulevardmagazine und die nachmittäglichen Gerichtsshows bei Kindern unter dem Aspekt "Wissen und Information" auf dem Programm. Das ist insofern problematisch, als weder die Themen dieser Angebote noch die Art der Darstellung Kindern Brauchbares liefern. Die dramatisch in Szene gesetzten Fälle kreisen meist um extreme Einzelschicksale, die einen verzerrten Ausschnitt der Realität abbilden. Eine FLIMMO-Kinderbefragung (www.flimmo.tv/kinderbefragung) hat ergeben, dass vor allem Grundschulkinder diesen Sendungen einen relativ hohen Informationsgehalt und Unterhaltungswert beimessen. Vor dem Hintergrund der pseudorealistischen Inszenierung solcher Sendungen sind gerade die jüngeren Kinder gefährdet, den Botschaften dieser Angebote bedingungslos Glauben zu schenken oder sie gar als Vorbild zu nehmen. Für Cosima (neun Jahre) sind z. B. Gerichtshows der Stoff, an dem sie fürs Leben lernt: "Also wenn man mal Richter werden will, kann man viel lernen oder sich das mal angukken und auch ein Beispiel davon nehmen." Für jüngere Kinder ist das Fernsehen ein glaubwürdiges Medium, dem sie großes Vertrauen schenken. Ihr Erfahrungshintergrund reicht in der Regel nicht, die Qualität und den Wahrheitsgehalt von Informationsangeboten einzuschätzen. Bei Kindern, die wenig Möglichkeiten haben, ihr Wissen zu erweitern und ihre Erklärungsfähigkeiten auszubauen, setzt sich diese Einstellung dem Fernsehen gegenüber auch im Altersverlauf fort. ELTERN SIND VORBILD Wenn es darum geht, wie Kinder mit Informationsangeboten im Fernsehen umgehen, spielen die Eltern eine zentrale Rolle. Das, was Kinder unter Information im Fernsehen verstehen und wie sie damit umgehen, lernen sie ganz wesentlich von den Eltern oder anderen Bezugspersonen in der Familie. So beschreibt der zehnjährige Boris, warum er sich überhaupt für Boulevardmagazine interessiert: "Wenn Mama so was guckt, wie zum Beispiel taff. (PRO 7) oder Explosiv (RTL), das habe ich dann auch schon mitgeguckt." Weil Kinder ein Recht haben, sich angemessen zu informieren, sollten Eltern versuchen, die Neugierde ihres Nachwuchses in vernünftige Bahnen zu lenken. Kinder brauchen Unterstützung bei der Auswahl und Verarbeitung der Informationen, die das Fernsehen an sie heranträgt. ELTERN SIND GEFORDERT Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern die interessantesten und spannendsten Angebote heraussuchen. Dabei ist es wichtig, Altersgerechtes auszuwählen und gleichzeitig die Vorlieben der Mädchen und Jungen zu berücksichtigen. Eltern müssen sich über ihre Vorbildfunktion im Klaren sein; sie sollten dementsprechend einen bewussten und kritischen Umgang mit dem Medium Fernsehen vorleben. Wenn es um Informationen im Fernsehen geht, sollten Kinder möglichst viel und oft begleitet werden. Vor allem sollte die Entwicklung von Qualitätskriterien unterstützt werden, damit Kinder z. B. erkennen, wann Sendungen einen verzerrten Ausschnitt aus der Realität als das "wahre und ganze Leben" verkaufen, wie es unter anderem bei Gerichtsshows der Fall ist. Aufgepasst! NACHRICHTEN Geht es um Nachrichten im Fernsehen, sind für Kinder spezielle Angebote wie "logo!" (KI.KA) gegenüber Nachrichten des Erwachsenenprogramms meist die bessere Wahl, da sie auf drastische Darstellungen verzichten und die Informationen kindgerecht aufbereiten. Sollten Kinder trotzdem in den Nachrichten des Erwachsenenprogramms mit blutigen Bildern konfrontiert werden, brauchen sie Hilfe, um das Gesehene zu verarbeiten. BILDUNG DURCH DAS FERNSEHEN ALLEIN REICHT NICHT Kinder wollen Erwachsene als Anlaufstelle haben. Besonders für die Fragen, die sie in punkto Menschen und ihr Tun beschäftigen und zu denen ihnen das Fernsehen nur wenig Antworten bietet. Kleinere oder größere Erkundungstouren machen Kindern Spaß, gleich, ob ein Besuch im Museum, die Erforschung eines Ameisenhügels auf der Wiese oder die Beobachtung der Sterne am Himmel auf dem Programm stehen. Kinder genießen es, wenn sich Eltern auch mal mit ihnen gemeinsam eine Wissenssendung ansehen. So können sie gleich an Ort und Stelle ihre Fragen los werden. Andere Medien haben auch einiges an Wissenswertem parat: Bücher, Hörkassetten, CD-ROMs ... TIERSENDUNGEN Viele Tiersendungen sind eigentlich gar nicht für Kinder gedacht. Daher kann es vorkommen, dass es besonders den Jüngeren ab und an zu aufregend wird. Nicht zuletzt auch, weil manche Sendungen in sehr reißerischer Weise das Jagdverhalten von Tieren präsentieren. Ein Auge darauf zu haben, ob die Kinder dem Geschehen in der Tierwelt gewachsen sind, ist deshalb nicht verkehrt. 90 KidsLife 02-2010 Fotos:© Sendeanstalten

93 Alltägliche Phänomene mal für Kinder unter die Lupe genommen: "Wissen vor 8" Kinder finden's prima Fotos: Sendeanstalten Panda, Gorilla & Co. Natur-reihe ArD Kinder finden's prima Auch Tiere haben das Zeug zum Fernsehstar, das beweist der Berliner Zoo: Hier leben jede Menge einheimische und exotische Bewohner, über die es Spannendes und Interessantes zu erfahren gibt. Der Blick hinter die Kulissen zeigt außerdem, was Tiere den ganzen Tag über zu tun haben und was eine Tierärztin oder ein Pfleger so alles macht. Besonders beliebt bei 7- bis 13-Jährigen Abenteuer Leben ­ täglich Wissen Magazin Kabel 1 Kinder finden's prima Besonderes und Wissenswertes aus den Bereichen Wissenschaft, Technik und Leben wird hier präsentiert. Verständliche und anschauliche Berichte geben Einblick in die verschiedensten Phänomene. Karen in Action Magazin ArD, KI.KA Kinder finden's prima Die mutige Reporterin Karen interessiert sich für alles, was Action und Abenteuer verspricht. Wissensdurstig geht sie interessanten Fragen aus Freizeit, Sport und Wissenschaft auf den Grund und probiert vom Fallschirmspringen bis zum Bobfahren alles auch selbst aus. Besonders beliebt bei 7- bis 13-Jährigen Besonders beliebt bei 11- bis 13-Jährigen Wissen vor 8 Magazin ArD Kinder finden's prima Was ist eigentlich das Geheimnis eines Airbags? Wie funktioniert das Handeln mit Aktien? In zwei Minuten werden Wissenswertes aus Natur und Technik, geschichtliche oder alltägliche Phänomene unter die Lupe genommen und leicht verständlich erläutert. Kopfball rateshow ArD Kinder finden's prima Wissenswertes aus Natur, Geografie und Geschichte wird anschaulich vermittelt. Verschiedene Experimente machen naturwissenschaftliche Zusammenhänge verständlich. Zusätzlich stellen zwei Kandidatengruppen in einem spannenden Duell ihr Wissen unter Beweis. Besonders beliebt bei 11- bis 13-Jährigen Besonders beliebt bei 11- bis 13-Jährigen Familie Superschlau zeichentrickserie KI.KA Kinder finden's prima Baby Victor entdeckt die Welt und löchert Familie Superschlau mit allerlei Fragen zu Technik, Körper und Natur. Auf spannenden Reisen, zum Beispiel zurück in die Eiszeit oder ins Innere eines Motors, erklärt sich dabei alles ganz kinderleicht. Mama Mirabelles tierkino Zusammen mit seinen Tierfreunden erkundet der junge Elefant Max die Tierwelt Afrikas. Wenn die zeichentrickserie lustige Schar mal nicht weiter weiß, ist sie bei Max` Mama Mirabelle an der richtigen Adresse: Die EleKI.KA fantendame ist schon um die ganze Welt gereist Kinder und hat von überall informative und lustige Filme finden's mitgebracht, mit denen sie garantiert die richtige prima Antwort geben kann. Besonders beliebt bei 3- bis 6-Jährigen Besonders beliebt bei 3- bis 6-Jährigen www.kidslife-magazin.de KidsLife 91

94 FLIMMERN & RAUSCHEN Fringe ­ Grenzfälle des FBI Serie ProSieben Nicht für Kinder FBI-Agentin Olivia Dunham und ihr Team arbeiten an der Aufklärung mysteriöser Fälle, die wissenschaftlich nicht erklärbar sind. Durch die Unterstützung eines exzentrischen Forschers und dessen smarten Sohns gelingt es den Ermittlern, mit übernatürlichen Methoden der Lösung näher zu kommen. Kindern kann das unerklärliche und oft bedrohlich dargestellte Geschehen Angst einflößen. Wenn die inszenierten Ereignisse mit blutigen oder schaurigen Bildern verbunden sind, kann dies Kinder zusätzlich belasten. Die Strategic Response Unit, eine Spezialeinheit der Polizei in Toronto, greift in Extremsituationen wie Geiselnahmen, Bombenanschlägen oder Anti-MafiaAktionen ein. Dabei kommt das Team oft in gefährliche Situationen, die allein mit Einfühlungsvermögen und Verhandlungsgeschick meist nicht zu entschärfen sind. Die oft beklemmende Atmosphäre und die durchweg spannende Handlung kann Kinder überfordern und belasten. Präsentiert werden Geschichten, die sich um mysteriöse Unfälle, seltsame Zufälle, Verlautbarungen aus dem Jenseits und andere übersinnliche Phänomene ranken. Ob diese auf wahren Begebenheiten beruhen oder schlicht ein Lügengespinst sind, wird am Ende der Sendung aufgedeckt. Kinder können von den unheimlichen Geschichten geängstigt und verunsichert werden. Mit Belastungen muss besonders gerechnet werden, wenn grausige Darstellungen vorkommen. Flashpoint Das Spezialkommando Serie rtLII Nicht für Kinder Mit Ecken und Kanten Nicht für Kinder Die Jobretter reality-tV ProSieben Mit Ecken und Kanten Die "Jobretter" sollen Unternehmen vor der Pleite retten, indem sie ihnen mit kritischer Analyse, aber vor allem auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ob Friseurladen oder Kneipe: Schonungslos konfrontieren die Experten die verzweifelten Unternehmer mit ihren Fehlern und zeigen ihnen Wege aus der Misere auf. Auch, wenn Hilfsmaßnahmen im Zentrum des Geschehens stehen: Die Betroffenen werden teilweise angeprangert und bloßgestellt, während die Experten als unantastbare Autoritäten dargestellt werden. Privatdetektiv Ingo Lenßen führt ein Ermittlungsbüro, in dem die unterschiedlichsten Menschen Hilfe suchen. Unterstützt wird er von seinem Team, das mit modernster Technik und allerhand Tricks verdächtige Personen ausspioniert. Immer mit im Gepäck der Ermittler ist die versteckte Kamera, die das Geschehen mit wackligen Bildern festhält. Fiktive Fälle werden in der Sendung möglichst realitätsnah inszeniert. So kann bei Kindern die Grenze zwischen Wirklichkeit und gemachter Fernsehwelt verschwimmen Lenßen & Partner Serie SAt.1 Mit Ecken und Kanten Szene aus "Fringe". 92 KidsLife 02-2010 Fotos: Sendeanstalten Die Schulermittler Auf deutschen Schulen kommt es immer wieder zu Straftaten. Wenn Schulleiter, Lehrer und Eltern Sachreality-tV beschädigungen, Diebstahl und Mobbing hilflos gertL genüberstehen kommen die Schulermittler zum Mit Einsatz, die den betroffenen Kindern einen Ausweg Ecken und aus der Gewaltspirale zeigen. Kanten Die fiktiven Fälle werden als Pseudo-Realität in Szene gesetzt. Dadurch kann bei Kindern die Grenze zwischen Fiktion und Realität verschwimmen. Nicht für Kinder Mit Ecken und Kanten Realitätsnah inszeniert: "Lenßen & Partner" Explosiv ­ Das Magazin Magazin rtL Unfälle, Krankheiten oder das Leben Prominenter stehen im Mittelpunkt und werden spannungsreich, manchmal auch reißerisch dargestellt. Die Themen und ihre Darbietung sind häufig von fragwürdigen, manchmal auch verzerrten Vorstellungen über die Wirklichkeit durchzogen. X-Factor: Das unfassbare Serie rtLII

95 Briefe an die KidsLife-Redaktion Liebes Kidslife-Team, ich muss euch mal ein großes Lob aussprechen. Eure Zeitschrift gefällt mir sehr gut, schade, dass sie nur alle 3 Monate erscheint. Besonders gut gefällt mir, dass in jeder Ausgabe ein Artikel über "besondere Kinder" steht. Mein besonderes Kind ist inzwischen 18 Jahre alt ­ er ist behindert und chronisch krank. Ich habe ihn ohne Partner großgezogen. Aber so haben wir halt alle unser Päckchen zu tragen. Ganz wichtig ist, dass man seinen Humor nicht verliert. Gleichzeitig sollte man sich selbst aber auch mal erlauben, ohne schlechtes Gewissen wütend oder traurig zu sein. Ich fahre damit sehr gut: Habe viel Humor, aber ich erlaube mir hin und wieder mal eine "schwache Stunde". Viele liebe Grüße Michaela Windsor, Berlin Sehr geehrte Damen und Herren, gerne möchte ich einmal einen Beitrag zur Erheiterung des Lesers leisten und biete dazu die folgende (wahre) Geschichte an. Ich habe vier Kinder: Thomas, 7, Maria, 6, Elvis, 4 und Johanna, 6 Monate. Maria baut zur Zeit zu Hause und im Kindergarten Moosnester. Sie zeigt sie immer eifrig und freut sich wie eine Schneekönigin darüber. Einer Erzieherin flüsterte ich zu, dass da vielleicht bald Eier drinliegen ... noch vor Ostern! Gesagt, getan. Also hatte ich an jenem Nachmittag die Farben und Eier vorbereitet, um den Osterhasen heimlich etwas verfrüht auf Marias Moosbett sitzen zu lassen ­ weil ihm das Nest nämlich so gut gefällt, dass er unmöglich bis Ostern warten kann! Elvis kommt in die Küche und fragt, was ich mache. Er schaut sehr genau und entdeckt die schlecht versteckten Farben. Also frage ich ihn, ob er ein Geheimnis behalten könne und erzähle ihm von meinem Vorhaben. Maria linst zur Tür herein und will wissen, was wir denn so Spannendes machen, darf aber nichts erfahren ... und geht wieder. Dann stelle ich die fertigen Eier auf den Kühlschrank zum Trocken. Man sieht sie dort nicht sofort, vorerst ist dieser Platz also gut gewählt. Als Elvis eine Weile mit Thomas im Kinderzimmer spielt, will Thomas natürlich erfahren, was Maria nicht wissen soll. Elvis hält dicht. Plötzlich höre ich ihn sagen: "Soll ich dir ein Geheimnis verraten? Aber nicht der Mama sagen, die schimpft sonst!" In einem Satz erzählt Elvis alles. Wieder einige Zeit später kommt er ins Wohnzimmer und ich frage ihn, ob er denn ein neues Geheimnis wissen will. "Kannst du das auch für dich behalten?" "Ja!" "Ich weiß, dass du das nicht kannst, denn du hast Thomas das mit den Eiern verraten!" Elvis zupft nervös, die Augen gesenkt am Sessel herum. Er geht in Richtung Kinderzimmer, bleibt stehen und fragt, woher ich das denn wüsste. Bevor ich ihm antworten kann, sagt er trocken und immer noch erstaunt: Mama, du bist eine Weißguckerin!" Weißguckerin im Sinne von Hellseherin. Tja, Mamas sehen bekanntlich durch Türen und hören durch Wände! Ich stelle die Eier in einen Schrank, damit Elvis sie Maria nicht zeigen kann. Abends, die Kinder sind im Bett, fragt Maria, ob ich ihr noch ein paar Taschentücher bringen könnte. Ich sage, sie solle sie sich bitte selbst holen. Also kommt sie runter, geht an den Schrank, worin sie die Tücher findet und fragt "Mama, wofür sind die bunten Eier?" Geschichten dieser Art schreibe ich auf und stecke sie mit Datum zu den Fotoalben. Daher können wir uns immer wieder darüber amüsieren und die Kinder haben ein persönliches Andenken für später. Mit freundlichem Gruß, C. Mutter Coverfoto: © to n i e l m e r i mpressum KidsLife 02­2010 KidsLife erscheint im Drei-Monats-Rhythmus. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Beiträge, Fotos und Illustrationen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags. Copyright für Inhalt und Gestaltung ­ falls nicht ausdrücklich anders vermerkt ­ by Kidslife Medienverlag GmbH & Co. KG. Alle Angaben nach bestem Wissen aber ohne Gewähr. Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt: Andreas Schmid, Martina Voigt-Schmid. Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Bei allen von KidsLife veranstalteten Wettbewerben und Gewinnspielen ist der Rechtsweg grundsätzlich ausgeschlossen. Teilnahme ohne Gewähr. Die Teilnahme an allen Gewinnspielen ist nicht nur per EMail, sondern auch per Post möglich. Hier das Kennwort und den Absender nicht vergesssen und Briefe oder Postkarten an die KidsLife-Redaktion adressieren, Adresse siehe unten. Verlag KidsLife-Redaktion: KidsLife Medienverlag GmbH & Co. KG Boschstraße 3 55283 Nierstein info@kidslife­magazin.de Redaktionsleitung: Layout & Grafik: Beiträge in dieser Ausgabe: Martina Voigt-Schmid Martina Voigt-Schmid Robin Benito, Heike Byn, Maya Donnefeld, Petra Harenbrock, Karin Katz, Andrea König, Elsa Mora, Sabine Ostmann, Stefan Rürup, die FLIMMO-Redaktion, Alice Selinger, Andreas Schmid, Michael Schnell vom Internet ABC, Antje Szillat Bildredaktion: Anzeigenleitung: Martina Voigt-Schmid Andreas Schmid Tel. 06133-926252 E-Mail: as@kidslife-magazin.de Copypreis: 3,95 Euro im Einzelhandel, Jahresabonnement 19,60 Euro inkl. Versand, Versand ins Ausland auf Anfrage zzgl. Porto, as@kidslife-magazin.de Vertrieb: Verlagsunion, Walluf Welche Nahrungsmittel helfen Kindern dabei, sich gut zu konzentrieren? Mehr ab Seite 34 www.kidslife-magazin.de KidsLife 93 Fotos:© Fotolia.com

96 TrotzKi KidsLife Humor SChöNES LEBEN trotz KINDErN Wege zum Ruhm TEXT: A.SCHMID-OHREN ie Familie saß komplett versammelt am Abendbrottisch und flinke Kinderfinger klaubten Aufschnittscheiben aus den ALDI-Packungen. "Meine Lieben", begann ich, zugegeben etwas pathetisch, eine Ansprache. "Wie ihr ja wisst, ist euer Vater nun seit fast drei Jahren arbeitslos. Deshalb sind wir auch so bitterarm..." Kevin schwenkte den erhobenen Arm, wie in der Schule. "Ja, Kevin?" "Wie die Eltern von Hänsel und Gretel!" rief er triumphierend. "Nur, dass ich noch keinem Jäger je den Auftrag gab, euch in den Wald zu führen!" Meine Tochter widersprach mit vollem Mund: "Das mit dem Jäger war bei Schneewittchen. Hänsel und Gretel wurden von ihren Eltern in den Wald gebracht." Ich sah meine Frau auffordernd an. Sie sprach mit Engelsstimme, das neunmalkluge Kind fest im Blick: "Vanessa kennt sich aus mit Märchen deshalb weiß sie auch, dass bei den armen Eltern von Hänsel und Gretel der Tisch nicht so reich gedeckt war, wie bei uns hier. Bei uns ist bis jetzt noch keiner verhungert." Um die Bedenken des Kindes noch mehr zu zerstreuen, ergänzte ich: "Wir würden euch nie in den Wald bringen. Da sind doch heute überall Wege und Schilder, ihr wärt ja in einer Stunde wieder daheim." Das überzeugte wohl, aber Theo, der Älteste, hatte ganz andere Befürchtungen: "Was ist denn nun mit arbeitslos und arm? Mein Taschengeld kannst du nicht mehr kürzen. Das ist eh schon auf Null." Ich strafte ihn mit meinem legendären Eisblick und nahm den Faden wieder auf. "Nein, ich denke darüber nach, wie wir gemeinsam Geld verdienen können. Überlegt doch auch einmal! Was kommt euch so in den Sinn, wenn ihr an Geld verdienende Familien denkt?" "Die Familie Corleone." Theo natürlich. "Rothschilds", fielen meiner Gattin ein. "Nun, ich dachte eigentlich weniger an Verbrecher, weder vor noch hinter den Bankschaltern. Nennt mir doch mal eine Familie, die etwas macht, was wir auch machen könnten." Alle grübelten und ich nutzte die Gelegenheit, die letzten beiden Putenbrustscheiben auf meinen Teller zu balancieren. "Na gut", ich zog den Teller näher zu mir heran, stützte die Ellenbogen so auf den Tisch, dass meine Beute gesichert war und machte ein triumphales Jetzt-kommt´s-Gesicht. "Ich denke da zuerst an die Kelly-Family!" Meine Frau verschluckte sich fast und die Kinder sahen ratlos aus der Wäsche. "Ihr werdet doch wohl die Kelly-Family kennen, verdammt noch mal. Jedes Arschloch kennt die!" "Aber wir nicht!" Der reine Trotz sprach aus allen drei Gesichtern. Ich beschloss taktisch klug vorzugehen. Mit dem Tonfall eines Märchenerzählers fing ich an: "Die Kellys waren bitterarm, so wie wir, bis Vater Kelly eines Tages Frau Kelly und die Kelly-Kinder nahm und sie zwang auf der Straße mit ihm Musik zu machen. Das gefiel den Leuten so gut, dass die Kellys heute zu den ganz Reichen gehören. Eins, zwei, ratz, fatz waren die richtig reich. Nur mit Singen!" "Du sagst doch immer, du willst gar nicht reich sein und Eigentum macht unfrei und so." "Wir können ja aufhören, wenn wir fast reich sind. Oder weiter singen und das Geld den Armen geben." "Wenn du auf der Straße singst, dann geben die Armen dir Geld, damit du still bist." So etwas nennt sich Ehefrau! Ätzende Häme statt Trost, Ermutigung und Beischlaf. Aber ich ließ nicht locker: "Wir könnten vorm Reichstag singen. Die Regierung will doch die Familien entlasten. Die können mit uns anfangen und uns auf dem Nachhauseweg entlasten, indem sie uns was in den Hut werfen! Und dann kommt so ein Musikmanager vorbei und hört uns und wittert das Geschäft seines Lebens. Oder wir kommen direkt ins Abendfernsehen und am nächsten Tag ist hier die Hölle los vor lauter Kamerateams und Reportern. Die Nachbarn werden es nicht glauben, aber wenn wir dann in unser neues Auto steigen und der Chauffeur uns zum Essen ins Hotel fährt, kriegen die die Pocken vor Neid. Mutti, du musst zum Friseur, bevor es los geht und ihr übt schon mal einen lässigen Gang und Lächeln wie ein Star. Oh Mann, wir brauchen einen Tresor und verlässliche Leibwächter. Wir müssen einen Ehevertrag aufsetzen, gleich morgen und eine Privatschule für die Kinder finden..." Inzwischen hatten die Kinder den Tisch abgeräumt und waren in ihrem Zimmer verschwunden. Ihre Mutter rumorte in der Küche. Ich saß da wie doof. Wer weiß, vielleicht ist das mit dem Singen doch nicht das Wahre und ich sollte erst mal ein bischen Amok laufen? 94 KidsLife 02-2010

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98 Vorschau auf den Herbst HAT MEIN KIND MICH VERÄNDERT? ELTERN ERZÄHLEN VON IHREM LEBEN ... von ihrer Zeit vor ­ und mit den Kindern. Was ist geblieben, was hat sich verändert. t Der Herbs ner wird schö ! ife mit KidsL Fotos:© margaret oomen, Fotolia.com, shotshop LEBEN IM INTERNAT WIE IST ES WIRKLICH? Wir haben uns mit Schülern und Lehrern aus verschiedenen Instituten unterhalten und stellen Angebote aus Deutschland und angrenzenden Ländern vor. KÄMPF' MIT MIR! SELBSTVERTEIDIGUNG FÜR KINDER Welche Kampfsportarten sind geeignet und was lernen die Kinder da in Sachen Selbstbewusstsein und Fairness? Natur erleben: Spielideen für jedes Wetter BASTELN SCHÖNE SACHEN FÜR HAUS UND GARTEN ZUM SELBERMACHEN Originelle Projekte mit dem gewissen Etwas, die Große und Kleine ganz einfach nachmachen können ­ aus Resten und Materialien, die man im Haus hat PLUS LIEBLINGSPLÄTZE: 6 GUTE IDEEN FÜRS KINDERZIMMER SPRACHSTÖRUNGEN ­ UND WAS MAN DAGEGEN TUN KANN GEHEIMNISSE: IST ES OK, WENN ELTERN NICHT ALLES WISSEN? MEIN GANZ PRIVATER STREICHELZOO ­ KUSCHELTIERE UND WOLLIGE HERBSTMODE UND VIELES MEHR 96 KidsLife 02-2010 Das neue KidsLife ­ ab Ende Oktober 2010 im Handel!

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